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Blick in die Glasfaserkugel | RUMS 30 Tage lang kostenlos testen


Münster, 10. August 2021
Günther Horstmann hatte sich schon gefreut, aber er hatte sich zu früh gefreut. Auf seinen Glasfaseranschluss, mit dem er im Herbst gerechnet hatte, muss er nun doch noch etwas länger warten. Zwei Jahre länger. Günther Horstmann heißt eigentlich anders. Wir haben seinen Namen geändert, denn es soll hier nicht um den gehen, der sich beschwert hat, sondern um den Breitbandausbau in Münster. Horstmann wohnt in Nienberge, an einem sogenannten weißen Fleck. So nennt man die Orte, an denen die Internetverbindung schlecht ist. Und was schlecht bedeutet, das bewerten die Menschen mit den Anschlüssen nicht nach ihrem Gefühl, sondern darüber entscheidet ein Grenzwert. Wenn an einer Adresse weniger als 30 Megabit pro Sekunde durch die Leitungen gehen, dann gilt das als ein weißer Fleck.
Vor zwei Jahren gab es von diesen Flecken in Münster noch etwas mehr als 2.000. Sie verteilen sich recht gleichmäßig auf die äußeren Stadtteile. Das ist hier auf einer Karte zu sehen. Inzwischen sind einige der Punkte verschwunden, denn die Stadtwerke haben im Mai 2020 angekündigt, sie nach und nach zu beseitigen. Im Herbst haben sie damit begonnen.
Günther Horstmann hatte den Stadtwerken im Dezember eine E-Mail geschrieben, weil er wissen wollte, wann er mit einem Glasfaser-Anschluss rechnen könnte. Die Stadtwerke antworteten am 15. Dezember: „Aktuell planen wir, den Ausbau an Ihrer Adresse (…) im April 2021 zu starten.“ Innerhalb von sechs Monaten sei dann alles fertig. Als Horstmann im Juli noch einmal fragte, weil die Arbeiten immer noch nicht begonnen hatten, sagte man ihm, der Baubeginn sei nun für das Jahr 2023 geplant. Wie es dazu kam, das erklären wir heute im RUMS-Brief.
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Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
Hanns Eckelkamp ist gestorben. Den Namen haben Sie vielleicht noch nie gehört, aber Sie kennen sicher einige der Filme, die er produziert hat. „Theo gegen den Rest der Welt“ zum Beispiel, mit Marius Müller-Westernhagen. Oder “Lola” von Rainer Werner Fassbinder. Vor allem hat Eckelkamp, der in Münster geboren wurde und am Paulinum sein Abitur gemacht hat, in Münster ein Kino gegründet, und zwar das im Gertrudenhof, einem Gasthof, der an der Kreuzung von Warendorfer Straße und Ring stand. Heute ist dort ein Supermarkt. Auf der Ecke steht auch eine Gedenktafel, die man nicht vergessen sollte, wenn man über diesen Ort spricht. An dieser Stelle begann vor 80 Jahren in Münster die systematische Verschleppung der Juden. Ein Foto von der Gedenktafel und ein Bild vom Freilichtkino im Gertrudenhof hat Henning Stoffers in einem ganz wunderbaren zweiteiligen Beitrag über Münsters Kinos veröffentlicht. Das Foto hat Hanns Eckelkamp sogar selbst gemacht. Rolf Giesen hat heute in der Welt einen lesenswerten Nachruf auf Eckelkamp geschrieben. Den Text finden Sie hier.
PPS
Zum Schluss noch ein Hinweis. Die Straßenzeitung draußen hat einen Aufruf veröffentlicht. Die Spendenregale sind leer. Vielleicht können Sie helfen.