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Über sieben Brücken müssen gehen | Münsters große Zukunft | RUMS 30 Tage kostenlos testen


Münster, 14. September 2021
die Stadt verändert sich so schnell, dass man manchmal an Orte kommt, die wenige Tage zuvor noch ganz anders aussahen. Die alte Kanalbrücke an der Wolbecker Straße zum Beispiel ist seit zwei Wochen nicht mehr da. Sie verschwand innerhalb von zwei Tagen. Die neue Brücke steht schon daneben. Zu ihr hin führt eine Straße, die einen kleinen Schlenker macht. Auch der soll im nächsten Jahr verschwinden. Dann wird die neue Brücke an die Stelle der alten rücken.
Mit den Bauplänen, Dokumentationen und Infoflyern, die das Wasser- und Schifffahrtsamt auf seinen Seiten veröffentlicht hat, kann man ein ganzes Wochenende zubringen. In einem Dokument erklärt das Amt den Neubau an der Wolbecker Straße anhand von Fotos, Plänen und Zahlen bis ins letzte Detail. Die alte Brücke wog zum Beispiel 796 Tonnen, die neue nur 445.
Die alte Brücke war 64 Jahre alt. Sie hätte noch eine Weile gehalten, aber sie wäre langfristig zu kurz gewesen. Damit größere Schiffe durchfahren können, soll der Kanal bald mit 77 Metern fast doppelt so breit werden wie vorher (42 Meter). Das bedeutet: Die Brücken müssen höher sein, das Wasser tiefer.
In einem alten Flyer ist noch vermerkt, dass an der Wolbecker Straße eigentlich schon vor zwei Jahren eine neue Brücke stehen sollte. Nach einem neuen Plan ist der Termin Oktober 2021. Bis die Baufirmen ihre Sachen zusammenräumen, wird jedoch noch etwas Zeit vergehen. Laut einer Zeittafel des Wasser- und Schifffahrtsamtes enden die Arbeiten hier erst im vierten Quartal des nächsten Jahres.
Danach bekommt der Kanal bis Ende 2026 fünf weitere neue Brücken, als Nächstes ist die der Westfälischen Landeseisenbahn knapp zwei Kilometer weiter an der Reihe. Dann folgen die am Pleistermühlenweg, die am Prozessionsweg und schließlich die Mauritzer-Eisenbahn-Brücke sowie die an der Warendorfer Straße.
So verändert die Stadt langsam ihr Erscheinungsbild, auch an vielen anderen Stellen. Und vielleicht wandeln sich damit auch die Atmosphäre und der Charakter der Stadt. Die Frage an Münster wäre also: Wo siehst du dich in dreißig Jahren? Und mit dieser Frage beschäftigt die Politik sich in dieser Woche. Der Tagesordnungspunkt 5 im Verkehrsausschuss morgen Abend lautet: „MünsterZukünfte 20 | 30 | 50: Zentrale Ergebnisse“.
Was bedeutet das, MünsterZukünfte? Was sind die zentralen Ergebnisse? Und wozu sind sie gut? Damit beschäftigen wir uns heute im RUMS-Brief. Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS mit unseren Probe-Abo 30 Tage lang kostenlos.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
In der nächsten Woche bekommen wir Besuch, auf den wir uns sehr freuen. Die Reportageschule Reutlingen ist für eine Woche zu Gast. Zwölf Journalistinnen und Journalisten, die bereits für große Medien wie den Spiegel oder die Süddeutsche Zeitung arbeiten, recherchieren für uns in Münster. Am nächsten Donnerstag werden werde ich mit einigen von ihnen darüber sprechen, was sie in dieser Woche erlebt haben. Es wird auch um Journalismus gehen, speziell natürlich um Lokaljournalismus. Wenn Sie Lust haben, seien Sie dabei. Um 18.30 Uhr fangen wir an. Wir planen ungefähr anderthalb Stunden ein. Die Zugangsdaten geben wir Ihnen in der nächsten Woche hier im RUMS-Brief.