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Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 23. November 2021

wenn man etwas bauen möchte, dann muss man das Grundstück, auf dem der Bau stehen soll, vorher kaufen. Und das kann zu Problemen führen, denn manchmal möchten die Personen, denen es gehört, das Grundstück lieber behalten. Das Ergebnis so einer gescheiterten Verhandlung steht am Albersloher Weg 12, gegenüber der PSD-Bank. Das Haus, das früher als Gaststätte „Zum Landsmann“ bekannt war und heute als Bar „Rote Lola“, war auf den Plänen für den Bürokomplex „Portal 10“ längst abgerissen, aber die Familie Pinkus Müller wollte das Grundstück nicht abgeben. Man musste die Pläne ändern.

An derselben Straße, etwa zwei Kilometer weiter südlich, in Höhe der Oberfinanzdirektion, hätte so etwas nun auch passieren können. Dort steht keine alte Gaststätte, aber auch an dieser Stelle möchte die Stadt etwas bauen: einen Haltepunkt an der Strecke der Westfälischen Landeseisenbahn, auf der in ein paar Jahren wieder Züge fahren sollen. Das 328 Quadratmeter große Grundstück, das die Stadt braucht, gehört einer Immobiliengesellschaft, hinter der ein Wirtschaftsfunktionär aus Münster steht.

Wir haben uns entschieden, den Namen des Mannes nicht zu nennen, denn er steht nicht im Verdacht, etwas Illegales gemacht zu haben. Hier geht es auch um private Dinge. Und in dem Fall muss man abwägen zwischen den Nachteilen, die einer Person entstehen, und den Vorteilen für die Öffentlichkeit. Man könnte das hier auch anders bewerten, denn der Mann hat sein Privates selbst zum Teil einer öffentlichen Sache gemacht. Aber wir denken, es ist vor allem wichtig, was hier passiert ist.

Im RUMS-Brief heute erklären wir den Fall. Und es geht noch einmal um die Verkehrspolitik und den Eindruck, dass die Wirtschaftsverbände, wenn es um Veränderungen geht, vor allem dagegen sind. Wir haben ein langes Gespräch mit Joachim Brendel geführt. Er leitet bei der Industrie- und Handelskammer den Geschäftsbereich „Handel, Verkehr, Infrastruktur“. Und es ist wie so oft: Ganz so einfach ist es nicht.

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Herzliche Grüße

Ralf Heimann


PS

Unser Anliegen ist der Journalismus im Lokalen. Das ist unter Menschen, die im Journalismus tätig sind, nicht der beliebteste Arbeitsort, denn im Lokalen geht es nicht um die großen Geschichten, die Ruhm und Preise nach sich ziehen. Hinzu kommt, dass die viele Arbeit sich auf immer weniger Schreibtischen verteilt und die Bedingungen schlechter werden. Warum Menschen diesen Beruf trotzdem mit viel Hingabe, Leidenschaft und Freude ausüben, zeigt der Dokumentarfilm „Die letzten Reporter“ von Jean Boué, der vor Kurzem im Kino lief, aber mittlerweile in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Wenn Sie Lust haben, ein bisschen nachzuempfinden, warum uns diese Sache so am Herzen liegt, wäre mein Tipp: Schauen Sie diesen Film.

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