Ordnungsamt jagt Kleinvieh | RUMS 30 Tage kostenlos testen

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 8. Februar 2022

fangen wir heute an mit einem Testosteron-Problem. Zwei junge Männer haben in der Nacht zu Sonntag auf der Steinfurter Straße beim Versuch, ihre Männlichkeit unter Beweis zu stellen, ihren Führerschein verloren.

Die beiden verhinderten Rennfahrer, 22 und 30 Jahre alt, bogen um kurz nach Mitternacht mit ihren Mercedes-Limousinen von der Wilkinghege auf die Steinfurter Straße ein, so steht es im Polizeibericht, und überholten sich dann auf den beiden Fahrstreifen immer wieder gegenseitig, die Tachonadel zeitweilig bei 130. Auf den Straßenschildern steht an dieser Stelle die Zahl 70. In Höhe der Grevener Straße endete die Fahrt vor einer roten Kelle.

Das Ganze wird nun erstens teuer und zweitens ungemütlich. Die Höchststrafe für unerlaubte Autorennen (sogenannte Spazierfahrten – mutmaßlich) liegt bei einem zweijährigen Aufenthalt in einem Ein-Zimmer-Appartment an der Gartenstraße. Aber am schlimmsten ist wahrscheinlich: Die beiden müssen jetzt erstmal mit dem Stadtbus fahren. Wie uncool ist das denn bitteschön?

Das war eine etwas umständliche Herleitung zu einer Statistik. Aber man kann so einen Newsletter ja unmöglich mit einer Zahlenkolonne beginnen. Die kommt erst jetzt. Ordnungsamt und Polizei haben im vergangenen Jahr nämlich 165.000 Verwarnungen und Bußgeldbescheide für Verkehrsdelikte verteilt und so knapp 5,4 Millionen Euro eingenommen. Das bedeutet: Im Durchschnitt kostete so ein Ticket die verwarnte oder büßende Person 33 Euro.

Warum das weniger ist als im Vorjahr, obwohl die Strafen seit November höher sind, das erklären wir heute im RUMS-Brief. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage: Braucht Münster neue Gewerbegebiete? Die FDP stellt ein Fünf-Punkte-Papier zum Musik-Campus vor. Und eine Initiative präsentiert eine Alternative zur Campus-Idee: ein Kulturhaus.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS mit unserem Probe-Abo 30 Tage lang kostenlos.

Herzliche Grüße

Ralf Heimann


PS

Wenn man nach 20 oder 30 Jahren in eine Stadt zurückkommt, wird man vieles nicht wiedererkennen. Aber was genau sich verändert hat, lässt sich aus dem Kopf oft kaum sagen, denn so ein Gehirn hat ja auch viele Löcher. Carsten Schulte, den Sie vielleicht vom Preußen-Magazin 100ProzentMeinSCP kennen, hat im vergangenen Jahr ein Magazin gegründet, auf das ich erst jetzt gestoßen bin. Es heißt Münster-Blick und dokumentiert mit sehr schönen Fotos die Veränderungen in der Stadt. Einiges bleibt für lange Zeit, neue Gebäude zum Beispiel. Einiges nur sehr kurz, die Verkehrsversuche. Anderes war vorübergehend verschwunden, ist aber nun wieder da: der Brunnen von Nicole Eisenman. Schauen Sie es sich an. Ich finde: ein sehr schönes Projekt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
Anmelden oder registrieren