Ein Abend auf der Corona-Demo | RUMS 30 Tage kostenlos testen

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Münster, 22. Februar 2022

Montagabend, kurz vor halb acht. Der Protestzug biegt am Geistmarkt in die Hammer Straße ein. Vor einigen Minuten hat es wieder angefangen zu regnen. In der Kurve pusten Windböen den Niesel in die Menge. Voran gehen drei Männer mit einem Banner: „Geimpft trifft Ungeimpft – Alle sind willkommen.“ Einer von ihnen hat sich noch ein zweites Schild umgehängt. Auf ihm steht: „Kopf kalt & Herz warm – Für eine freie Entscheidung“.

Zwei Boxen in einem Bollerwagen spielen Electroswing. Von weitem klingt es wie eine Party, die sich in Bewegung gesetzt hat und nun immer näher kommt. Menschen schauen von oben aus ihren Fenstern auf die Straße. Einige scheinen sich zu fragen, was denn da los ist, andere haben den Zug schon erwartet. An der Geiststraße, wenige Minuten zuvor, drehte jemand die Anlage auf und spielte durchs offene Fenster Zirkusmusik. In Höhe der Kurzen Straße rief ein Mann aus der Dunkelheit: „Verpisst euch!“

Ein paar Meter warten zwei junge Männer und eine Frau mit einem weißen Bettlaken am Straßenrand, auf das sie geschrieben haben: „Für Grundrechte spaziert mensch NICHT mit Holocaustleugner*innen!“ Eine junge Frau von der Gegenseite streckt den Dreien im Vorbeigehen ein Schild mit vier Wörtern entgehen: „Say no to Fascism!“ Eine andere Frau trägt die Botschaft „Gegen Nazis!“ vorbei. Vielleicht ein Missverständnis? Zufällig in den falschen Protestzug geraten? Nein, das geht nun schon seit Wochen so.

Warum hört der Text hier schon auf? Sie lesen hier unseren Kurzbrief. Den ausführlichen RUMS-Brief bekommen Sie frei Haus, wenn Sie RUMS mit unserem Probe-Abo 30 Tage lang kostenlos testen.

Heute geht es im RUMS-Brief um die Corona-Demonstrationen. Wir sind hingegangen, haben zugehört, und wir haben den Protestzug begleitet. Machen Menschen, die dort mitlaufen, gemeinsame Sache mit Rechtsextremen? Das haben haben wir den Politikwissenschaftler Bernd Schlipphak gefragt. Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS mit unserem Probeabo 30 Tage lang kostenlos.

Herzliche Grüße

Ralf Heimann


PS

Zum Abschluss noch eine Bitte: Wir überarbeiten zurzeit den RUMS-Brief. Und wir würden gern von Ihnen wissen, was Sie vermissen, was Sie sich wünschen und was Ihnen jetzt schon gut gefällt. Wenn Sie Anregungen oder Kritik haben, würden wir gern mit Ihnen darüber sprechen. Schicken Sie uns am besten eine E-Mail. Dann melden wir uns zurück und vereinbaren mit Ihnen einen Termin zum Telefonieren; so ein Gespräch würde etwa 10 bis 15 Minuten dauern. Wenn Ihnen das zu umständlich ist, freuen wir uns natürlich auch, wenn Sie uns Ihre Anregungen oder Ihre Kritik einfach aufschreiben.

PPS

Zwei Hinweise noch. Christian Humborg, Chef von Wikimedia Deutschland und einer unserer RUMS-Gründer, spricht hier im Podcast eine halbe Stunde lang über RUMS. Und bei WDR5 läuft heute Abend ein Beitrag über das Leben unseres Kolumnisten Ruprecht Polenz. Wenn Ihnen das heute Abend zu knapp ist, können Sie die Sendung natürlich auch später noch in der Mediathek hören.

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