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Die Queen ist tot: Warum war sie nie in Münster? | Was ist wichtiger – Eingangstür oder Klimaschutz? | 3 Monate RUMS zum halben Preis


Münster, 9. September 2022
gestern Abend ist die Queen gestorben. Das haben Sie mitbekommen. Und während Menschen auf der ganzen Welt trauern, ist das Nachrichtengeschäft gnadenlos. Schon kurz, nachdem die Deutsche Presse-Agentur eine ihrer sehr seltenen Blitzmeldungen herausgeschickt hatte, stellte sich in Lokalredaktionen die Frage: Und was fällt für uns dabei ab?
Eine Nachricht ist immer dann interessant, wenn sie von einem Ereignis handelt, das in irgendeiner Weise nah ist. Wenn in Südspanien ein Auto in Flammen aufgeht, interessiert das in Norddeutschland kaum jemanden. Es sei denn, es ist das Auto der Hartmanns von gegenüber.
Der Journalismus hat aus diesem Umstand eine Technik gemacht. Im Zeitungsjargon spricht man davon, eine Nachricht lokal herunterzubrechen. Das bedeutet: Man stellt eine Verbindung zur eigenen Stadt her.
Türmen aus einem Zoo in Malaysia mit einem Mal alle Tiere, kann man in Münster beim Zoo anrufen und fragen: Wie sind denn die Gehege hier eigentlich gesichert? Schon hat man eine Lokalmeldung. Aber Sie sehen, das funktioniert zwar sehr gut, ist aber nicht in allen Fällen sinnvoll. Und wenn man es mit der Technik übertreibt, hat man etwas anderes: Bratwurst-Journalismus.
Das wäre zum Beispiel die Überschrift: „Die Queen war nie in Münster.“ Denn das ist zwar richtig, aber keine Nachricht. Die Meldung „Die Welt trauert um die Queen – 1965 war sie in Bielefeld“, die gestern Abend bei der Neuen Westfälischen erschien, ist zwar durchaus noch eine Nachricht, wenn man anderthalb Augen zudrückt. Aber sie ist hart an der Grenze.
Was aber bedeutet das jetzt? Kann man den Tod der Queen in Münster denn wirklich gar nicht lokal herunterbrechen? Doch, natürlich. Ihre Schwester war ja in der Stadt, zweimal sogar, 1958 und 1963, wie die Westfälischen Nachrichten schon zum Thronjubiläum im Februar nachgehalten haben.
Elizabeths Mann Philip hat Münster sogar viermal besucht, 1972, 1985, 1987 und 1991. Die Mutter der Queen kam in zwei aufeinander folgenden Jahren, 1984 und 1985. Und der neue König, Charles, nahm 1991 zusammen mit seiner damaligen Frau Diana an einem Gottesdienst in der Halle Münsterland teil. Nur die Queen kam nie. Und das ist zwar keine Nachricht, aber es wäre vielleicht ein Ansatz für eine lokale Investigativ-Geschichte. Die Frage hier: Was hatte die Queen gegen Münster? (rhe)
Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?
Heute beschäftigen wir uns mit dem Preußenstadion, dem auf Eis gelegten Stadthaus 4 und der Frage: Wie wichtig ist der Klimaschutz in Münster? Außerdem geht’s um Münsters kapriziösen Haushalt. Möchten Sie mehr erfahren? Dann abonnieren Sie RUMS 3 Monate lang zum halben Preis.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
Wir scheitern heute leider an dem Versuch, den Tod der Queen lokal herunterzubrechen, aber ich möchte Ihnen gern einen anderthalb-minütigen Videoausschnitt zeigen, in dem ein Personenschützer eine Geschichte erzählt, die einen ganz wunderbaren Eindruck vom Humor der Queen gibt. Irgendwo auf dem Land trifft Elizabeth zwei amerikanische Touristen. Man grüßt sich, man fragt sich gegenseitig, woher man kommt und wo man lebt. Schließlich sagen die Touristen, wenn sie schon so lange in diese Gegend komme, dann müsse sie doch die Queen kennen. Am Ende bitten die beiden Amerikaner die Queen, ein Foto von ihnen und dem Polizisten zu machen, denn der hatte erzählt, dass er die Queen schon mal getroffen habe. Hier zu sehen. Wunderschön.