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Sprachentwicklung: Die Jungs hängen hinterher | Unbezahlte Werbung: Matcha im Hansaviertel | Nichts mehr verpassen: 6 Monate RUMS für 1 Euro

Guten Tag,
gerade sind noch Sommerferien, doch viele Vorschulkinder fiebern vermutlich schon ganz gespannt auf ihren ersten Schultag hin. In gut einem Monat werden in Münster über 2.500 Erstklässler:innen eingeschult.
Doch noch vor der Einschulung gibt es für alle Kinder einen Pflichttermin: die Schuleingangsuntersuchung. Dort werden die Kinder auf ihren Kenntnisstand untersucht – etwa in Sprache, Motorik, Wahrnehmung oder Zahlenverständnis. Dadurch sollen Entwicklungsverzögerungen und gesundheitliche Auffälligkeiten früh erkannt werden. Die Untersuchung findet im letzten Kita-Jahr statt, meist zwischen Januar und Juli.
Von außen sieht es vielleicht noch nicht dramatisch aus. Ein Kind kann noch nicht so gut sprechen, na und? Vielleicht ist es einfach schüchtern. Doch wer genau hinschaut – und das tun die Ärzt:innen bei der Untersuchung –, erkennt: Sprachprobleme können ein echtes Hindernis beim Schulanfang sein.
Sprache ist der Schlüssel zu allem. Wer Anweisungen nicht versteht, scheitert in Mathe. Wer keine Fragen stellen kann, bleibt still. Und wer sich nicht ausdrücken kann, zieht sich zurück oder wird auffällig. Für Kinder mit Sprachproblemen beginnt die Schullaufbahn also mit einem Nachteil, der sich durch alle Fächer zieht.
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Besonders Jungen starten deutlich häufiger mit sprachlichen Schwierigkeiten in die Schule. Das zeigt eine bundesweite Datenanalyse von Correctiv. Auch in Münster haben Mädchen vor der Einschulung weniger Probleme als Jungs.
Zwischen 2018 und 2024 wurde bundesweit im Schnitt bei 6 Prozent mehr Jungen als Mädchen Sprachförderbedarf festgestellt. In Nordrhein-Westfalen ist der Unterschied im Vergleich zu den anderen Bundesländern am geringsten: Einen Sprachförderbedarf hatte hier rund ein Drittel der Jungs, bei den Mädchen waren es nur 3 Prozent weniger.
Für Münster liegen keine detaillierteren Sprachdaten vor. Hier erhebt das Gesundheitsamt nur Teilbereiche wie den Umgang mit Zahlen und Mengen sowie das Erkennen, Zeichnen und Nachformen von Objekten. Aber diese Fähigkeiten hängen eng mit der sprachlichen Entwicklung zusammen, denn sie verlangen ein Verständnis von Anweisungen und Konzepten.
Die Ergebnisse aus Münster zeigen: Auch hier haben Jungen häufiger Schwierigkeiten. Beim Umgang mit Zahlen fällt etwa jedes fünfte Kind auf – bei den Jungen ein gutes Stück mehr als bei den Mädchen. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn es ums Erkennen und Nachzeichnen von Formen geht: Während viele Mädchen diese Aufgabe problemlos meistern, tut sich ein spürbar größerer Teil der Jungen damit schwer. Damit bestätigt sich auch in Münster, was bundesweit zu beobachten ist: Jungen starten häufiger mit Entwicklungsverzögerungen und brauchen gezieltere Förderung. Am besten möglichst früh.
Rund jede:r vierte Schulanfänger:in in Westfalen-Lippe musste 2023 vor dem ersten Schultag in Sprachtherapie. Das meldete die AOK. Auch da zeigte sich: Mehr Jungen als Mädchen brauchten Hilfe beim Sprechenlernen.
Auf Landesebene ist die Lage beim Thema Sprache noch alarmierender. Im Jahr 2023 konnten laut Landesgesundheitsamt 32 Prozent der Kinder nicht altersgerecht Deutsch. In Duisburg sogar jedes zweite Kind. Besonders häufig haben Kinder mangelhafte Deutschkenntnisse, wenn ihre Erstsprache nicht Deutsch ist oder sie aus einem Elternhaus mit niedrigem Bildungsstand kommen.
Dass viele Kinder vor Schulbeginn Sprachprobleme haben, ist schon seit vielen Jahren bekannt. Das Problem: Trotzdem werden die Sprachkenntnisse bei den Kita-Kindern nicht sichtbar besser. Ebenso wenig sind die Ursachen erforscht. Woran es liegt, dass Jungen sprachlich häufiger auffallen, ist nicht endgültig geklärt.
Im Correctiv-Interview vermutet der Kindheitspädagoge Tim Rohrmann, Jungen seien im Kita-Alltag oft weiter weg vom sprachlichen Geschehen. Sie toben lieber, während Mädchen eher die Nähe zu Erzieher:innen suchen und dadurch mehr Sprachinput bekommen. Auch das Bundesbildungsministerium sieht einen möglichen Grund in der fehlenden Vorbildfunktion: Väter lesen seltener vor, Jungen erleben Lesen so als etwas „Weibliches“. Um diesen Ansatz bestätigen zu können, bräuchte es aber dazu erst einmal Forschung.
Was macht das Land?
Das zuständige Landesministerium teilt auf Anfrage mit: Wird Förderbedarf bei einem Kind festgestellt, werden Eltern, Schulen und (wenn nötig) Ärzt:innen informiert. Die Schuleingangsuntersuchung wird außerdem durch ein Sprachscreening für Vierjährige ohne dokumentierte Sprachbeobachtung in der Kita ergänzt.
Doch wie genau Fördermaßnahmen dann greifen, bleibt oft unklar und wird nicht immer dokumentiert. Sind die Sprachkenntnisse von einem Kind so schlecht, dass es in der Schule nicht mitkäme, kann die Einschulung sogar zurückgestellt werden – das heißt: Das Kind darf erst im nächsten Jahr in die erste Klasse. Im vergangenen Jahr betraf das mehr als 5.000 Kinder in Nordrhein-Westfalen. Meist sind die Gründe allerdings vielfältig und nicht allein fehlende Sprachkenntnisse der Auslöser für das Wartejahr.
Landesschulministerin Dorothee Feller (CDU) wäre deshalb laut WDR für ein verpflichtendes Vorschuljahr. Zurzeit ist es noch Aufgabe der Kindertagesstätten, auf die Schule vorzubereiten. Ein Vorschuljahr könnte vermutlich nicht alle Probleme lösen – aber dem einen oder anderen vermutlich helfen, vorbereitet in die Schule zu starten. Und damit bestimmt auch mit noch mehr Freude. (ani)
Hybrid-Veranstaltung 08. September 2025, 19:00 Uhr
Der große RUMS-OB-Kandidaten-Check | Was wollen die, die regieren wollen?
„Wir müssen reden“ (#14)
Wer wird neuer Oberbürgermeister von Münster? Darüber entscheiden Sie bei der Kommunalwahl am 14. September. Die besten Chancen haben Georg Lunemann (CDU), Stephan Brinktrine (SPD) und Tilman Fuchs (Grüne). Aber was haben sie vor? Was wollen sie erreichen? Was ist ihnen wichtig?
Das werden wir die drei Kandidaten fragen. Wollen Sie hören, was sie zu sagen haben? Dann kommen Sie am Montag, 8. September um 19 Uhr in die Kneisterei (Steinfurter Straße 104).
Wir freuen uns auf ein interessantes Gespräch mit den Kandidaten! Der Eintritt ist frei, Anmeldungen hier per E-Mail. Die Veranstaltung wird live per Zoom übertragen. Den Zoom-Link teilen wir Ihnen demnächst mit.
+++ Die Straße Am Kreuztor ist bis Samstagmittag für den Autoverkehr gesperrt, weil ein Wasserrohr gebrochen ist, und dann am Montag noch einmal gesperrt, weil die Straße neu asphaltiert werden muss. (Stadtnetze Münster)
+++ Die CDU will prüfen, ob Frauen in Münster nachts mit Taxi-Gutscheinen sicherer nach Hause kommen können. (CDU Münster)
+++ Im kommenden Winter streicht der Flughafen Münster/Osnabrück alle Flüge zu den Kanaren aus dem Programm. (Westfälische Nachrichten)
+++ In Kinderhaus haben Unbekannte heimlich einen Zebrastreifen auf die Straße gemalt, der aber wieder weggemacht werden musste, weil solche Aktionen illegal sind. (Westfälische Nachrichten)
+++ In Gievenbeck startet der Bau von 198 neuen Wohnungen im Oxford-Quartier und an der Kinderhauser Straße sollen bis Ende des Jahres 60 Eigentumswohnungen in zwei Gebäuden entstehen (Stadt Münster, Westfälische Nachrichten)
+++ Zusammen mit der Techniker Krankenkasse fördert die Stadt acht neue Gesundheitsprojekte für Kinder, Senior:innen und Menschen aus benachteiligten Gruppen. (Stadt Münster)
+++ In Gremmendorf trafen sich am Samstagabend rund 1.000 Autoposer, die bis tief in die Nacht Krach gemacht haben. (Westfälische Nachrichten)
+++ Im Oktober wird an der Wolbecker Straße ein Stolperstein für den Münsteraner Paul Dübe verlegt, der 1941 in der Euthanasieanstalt im hessischen Hadamar von den Nazis ermordet wurde. (Westfälische Nachrichten)
+++ Im Allwetterzoo wurde erstmals ein stark gefährdeter Persischer Leopard geboren. (Alles Münster)
Erzählen Sie uns Ihre Wohn-Geschichte
Wie war das bei Ihnen, als Sie eine Wohnung gesucht haben? Hat das Monate gedauert? Und wie ging es weiter? Hatten Sie Ärger mit dem Vermieter oder der Vermieterin?
Wenn es richtig schlecht läuft, kann es so enden, wie das NDR-Magazin „STRG+F“ es in dieser Woche in einem Instagram-Beitrag beschreibt. Ein Vermieter hängt in seinem Wohnheim Überwachungskameras auf, filmt Studentinnen und droht ihnen mit Rauswurf, berichtet das Magazin.
Was haben Sie erlebt? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte. Wir wollen wissen, was auf dem Wohnungsmarkt in Münster wirklich passiert. Dafür brauchen wir Ihre Erfahrungen. Machen Sie jetzt mit bei unserer Umfrage.
Lieber grün statt braun? Dann gehen Sie doch mal Matcha statt Kaffee trinken. Das geht besonders gut bei „Hallo Matcha“ am Hansaring. Uns hat der kalte „normale“ Matcha Latte am schwülen Sommertag sehr angenehm erfrischt. Auf der Karte stehen aber noch viele weitere Variationen, zum Beispiel Matcha mit Erdbeere. Außerdem können Sie sich durch grüne Snacks wie Matcha-Schoko-Brownies testen. Und wenn Sie ein bisschen Japan mit nach Hause nehmen wollen, können Sie vor Ort Matcha-Pulver kaufen. Das Pop-up-Café bleibt erst einmal bis Ende Oktober am Hansaring. Bis dahin hat es mittwochs bis sonntags jeweils von 10:30 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Svenja Stühmeier hat für Sie ein paar Veranstaltungstipps aufgeschrieben:
+++ Das Spooky’s schmeißt eine Umzugsparty. Bevor die Kneipe an den Horstmarer Landweg zieht, gibt’s Freitag ab 17 Uhr noch einmal Bingo und Party. Am Samstag geht es um 14 Uhr mit Livemusik auf dem St. Josephs-Kirchplatz weiter.
+++ Morgen können Sie gemeinsam mit dem Verein „Münster nachhaltig“ und dem ADFC eine Radtour machen. Auf der Route besuchen Sie Orte, an denen ökologische Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt. Bei Interesse melden Sie sich bitte via E-Mail an.
+++ Samstagabend, Genussgärten, La Dolce Vita – springt Ihr Kopfkino auch direkt an? Zusammen mit den Wald- und Wiesen-Konzerten veranstaltet Ökullus einen musikalisch-kulinarischen Abend. Gespielt werden italienische Lieder. Bringen Sie eine Decke und etwas zum Picknicken mit. Der Eintritt ist frei. Ach ja, zur musikalischen Einstimmung empfehlen wir Ihnen diese Best-of-Italo-Hits-Playlist.
+++ Mit dabei: ein Foodtruck von Elbēn. Die haben am Wochenende schließlich auch was zu feiern, und zwar Zehnjähriges. Neben dem großartigen syrischen Streetfood gibt es eine Reihe Mitmachaktionen. Sie können zum Beispiel Teegläser verzieren, Dabke lernen (ein Folkloretanz) und einer Dachterrassen-Jam-Session lauschen. Die genauen Orte und Termine finden Sie auf Instagram.
+++ Für alle außer cis Männer: Von Samstag auf Sonntag steigt im Conny Kramer eine FLINTA*-Party. Der Eintritt kostet 10 Euro. Am Sonntag ist FLINTA*-Skate-Session am Hawerkamp. Um 14 Uhr geht es los. Alter und Können sind egal, ein paar Skateboards gibt es vor Ort. Menschen unter 18 brauchen eine Einverständniserklärung von Erziehungsberechtigten.
+++ Am Sonntag tritt Sänger Phil Wood mit seiner Gitarre auf dem Heimathof Sprakel auf. Einlass ist ab 15 Uhr, los geht das Konzert um 16 Uhr. Es findet draußen statt. Tickets gibt es hier – und weitere Konzerttermine an schönen Orten im Münsterland aus der Reihe „Trompetenbaum und Geigenfeige“ finden Sie hier.
+++ Falls Sie ein Zeichen gegen die Verleihung des Josef-Pieper-Preises an den US-amerikanischen Bischof Robert Barron setzen wollen, dann kommen Sie am Sonntag zur Überwasserkirche. Dort versammeln sich engagierte Katholik:innen und andere Protestler:innen, denen die Hardlinerpositionen des Trump-Unterstützers zu arg sind (hierzu ein offener Brief auf der Website der Grünen). Die Mahnwache beginnt um 8:45 Uhr und geht bis 11:30 Uhr.
Und sonst?
Münsters ältesten Verein kennt kaum jemand. Der Civilclub wird 250 Jahre alt. Im einst elitären Männerzirkel sind heute Frauen in der Überzahl. Was passiert dort? Mit dieser Frage ist Lisa Pausch von der Reportageschule Reutlingen losgezogen und hat ein tolles Porträt über den Civilclub geschrieben.
Hört sich spannend an, oder? Wenn Sie mehr erfahren wollen, dann abonnieren Sie jetzt RUMS. Im ersten halben Jahr zahlen Sie nur 1 Euro.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Anna Niere
Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Svenja Stühmeier (sst), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Damit ich hier nicht in 40 Jahren immer noch sitze und für Sie die Nachrichten zusammenschreibe, braucht es journalistischen Nachwuchs. Zur Förderung medieninteressierter Jugendliche bietet die Jugendpresse Workshops an. Im November gibt’s zum Beispiel einen einwöchigen Besuch im Bundestag. Zur Teilnahme ruft jetzt der Münsteraner CDU-Abgeordnete Stefan Nacke auf. Er freut sich darauf, interessierte Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren aus Münster in Berlin zu begrüßen. (ani)
