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52 Grad im Kreuzviertel | Unbezahlte Werbung: Kekse wie aus den USA | RUMS 6 Monate lang für 1 Euro lesen!

Guten Tag,
„36 Grad und es wird noch heißer“ – na, haben Sie jetzt einen Ohrwurm? Was die Band „Zweiraumwohnung“ 2007 noch humorvoll besang, ist mittlerweile Realität. Zumindest wären 36 Grad gestern noch halbwegs erfrischend gewesen, denn in der prallen Sonne hat das Thermometer eine Lufttemperatur von 40,7 Grad gemessen. Lange aushalten lässt es sich dort nicht.
Noch heißer sind die Temperaturen auf dem Asphalt. Als der Verein „Grün statt Grau“ gestern in Münster unterwegs war, um die Hitze zu messen, zeigte das Thermometer auf der Kettelerstraße im Kreuzviertel sogar 52 Grad an. Wow!
Ein paar Meter weiter, auf der Promenade, ist es deutlich angenehmer, um genau zu sein: 26 Grad hat „Grün statt Grau“ unter den schattigen Bäumen gemessen. Der Verein setzt sich nicht nur für mehr Stadtgrün ein, sondern auch für Flächenentsiegelung in Münster.
Helfen soll dabei der bundesweite Wettbewerb „Abpflastern“, den „Grün statt Grau“ in Münster koordiniert. Zusammen mit rund 20 anderen Städten und Gemeinden ringt Münster seit März darum, wer am schnellsten aus grauen Flächen grüne Oasen macht – und damit auch die Wärmeinseln in den Städten reduziert.
Der Zwischenstand: An zwei Stellen im Kreuzviertel wurden bisher nur 68 Pflastersteine entfernt. Läuft in Münster also eher schleppend. Zum Vergleich: In Greven wurden schon mehr als 10.000 Steine abgepflastert, in Emsdetten 8.200 und in Metelen 3.000. Momentan führen die drei Städte im Kreis Steinfurt die Rangliste beim Abpflastern an. Was macht der Kreis anders als die Stadt Münster?
Einfache Antwort: „Man muss es den Menschen möglichst einfach machen“, sagt Carsten Rech vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Kreis Steinfurt. In Metelen hat der Kreis zum Beispiel eine Abpflasteraktion gestartet, bei der ein ziemlich großer Schottergarten in eine Blumenwiese umgewandelt wurde (hier die Beweisfotos).
In Emsdetten unterstützt die Stadt das Abpflastern mit ihrer Klimaförderung aus dem kommunalen Haushalt. Pro entsiegeltem Quadratmeter bekommen die Menschen 50 Euro von der Stadt gesponsert. Einen Container für die Pflastersteine und das passende Werkzeug gibt’s gratis dazu. Und am Ende kümmert sich die Stadt auch noch um die Entsorgung. Ein Rundum-Sorglos-Programm.
Der Ansturm war in Emsdetten aber so groß, dass das Budget aus dem Fördertopf mittlerweile aufgebraucht ist, sagt Carsten Rech. Trotzdem blieb noch etwas für die Entsiegelung von Schulhöfen und Gehwegen übrig.
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An der Stelle scheint es in Münster noch etwas zu haken. Die Unterstützung für Abpflaster-Willige kommt hier nicht von offizieller Seite, sondern vom privaten Verein „Grün statt Grau“. „Wir helfen zum Beispiel mit Werkzeugen und zeigen, welche Böden und Pflanzen besonders gut für die Biodiversität sind“, sagt Sarah Mittwollen, die sich bei „Grün statt Grau“ engagiert.
Eine besonders große Hürde in Münster ist allerdings die Bürokratie. Denn wer entsiegeln will, muss einen Antrag beim Tiefbauamt stellen. Das dürfen nur die Hausbesitzer:innen, heißt also: Wer zur Miete wohnt, muss sich in Geduld üben. Denn bis der Antrag ausgefüllt, abgeschickt und von der Stadt bearbeitet ist, verstreicht laut Sarah Mittwollen ganz schön viel Zeit.
Ein Blick in die Wahlprogramme der Parteien lässt aber zumindest hoffen, dass in Zukunft mehr Fläche in Münster und vor allem schneller entsiegelt werden könnte. Rund die Hälfte aller Parteien, die in Münster zur Kommunalwahl antreten, haben Entsiegelung als konkretes Ziel formuliert. Andere lassen mit der Forderung nach „mehr Begrünung“ immerhin Sympathien durchscheinen. Denn mehr Begrünung heißt gleichzeitig weniger Asphalt, mehr Schatten und damit auch niedrigere Temperaturen. (ani)
Hybrid-Veranstaltung 08. September 2025, 19:00 Uhr
Der große RUMS-OB-Kandidaten-Check | Was wollen die, die regieren wollen?
„Wir müssen reden“ (#14)
Wer wird neuer Oberbürgermeister für Münster? Darüber entscheiden Sie bei der Kommunalwahl am 14. September. Die besten Chancen haben Georg Lunemann (CDU), Stephan Brinktrine (SPD) und Tilman Fuchs (Grüne). Aber was haben sie vor? Was wollen sie erreichen? Was ist ihnen wichtig? Das werden wir die drei Kandidaten fragen.
Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht, aber wir führen eine Warteliste und es rücken immer wieder Interessent:innen nach. Wenn Sie gern live vor Ort dabei sein möchten, melden Sie sich bitte hier an – vielleicht ergattern Sie ja noch einen Platz.
Falls Sie nicht vor Ort dabei sein können: Wir übertragen die Veranstaltung live per Zoom. Den Zoom-Link finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.
+++ Münster darf zwei weitere Jahre den Titel „Fairtrade-Stadt“ tragen und will sich deshalb für mehr fairen Handel einsetzen. (Stadt Münster)
+++ Die Stadtverwaltung hat die ersten Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahl am 14. September losgeschickt. (Stadt Münster)
+++ Uni-Rektor Johannes Wessels will sich für eine dritte Amtszeit bewerben. (Westfälische Nachrichten)
+++ Das Münsterland wird 2026 Partnerregion von NRW auf der Grünen Woche in Berlin. (Bezirksregierung Münster)
+++ Auf der Promenade am Hörstertor bauen die Stadtnetze für Leitungsarbeiten gerade eine Umleitung für Radfahrer:innen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Am Hauptbahnhof soll ein neuer Bahnsteig an Gleis 20 entstehen, um künftig Züge aus Sendenhorst aufnehmen zu können. (Antrags- und Beteiligungsportal für Verkehr und Offshore-Vorhaben und Grüne Münster)
+++ Die Stadtwerke suchen neue Interessenten für das ehemalige LVM-Grundstück am Stadthafen. (Stadtwerke Münster)
+++ Ab Montag wird die Hägerstraße in Nienberge wegen Sanierungsarbeiten für mehrere Monate voll gesperrt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Ebenfalls am Montag starten am Hansaring die Arbeiten, um die Parkflächen neu zu ordnen und das Parken auf der Fahrbahn abzuschaffen. (Stadt Münster)
+++ Die Polizei warnt in Münster vor Telefon- und Trickbetrüger:innen. (Polizei Münster und Polizei Münster)
Wenn Sie in der Innenstadt unterwegs sind und Lust auf etwas richtig Süßes haben, das nicht schon wieder ein Eis sein soll, besuchen Sie doch mal Cookie Couture an der Rothenburg. Vor allem Ihre Kinder werden sich über den Besuch sicherlich freuen. Die kleineren und größeren sehr fotogenen Kekse sind außen knusprig und innen weich. Sie werden teilweise direkt aus dem Ofen warm vor Ihren Augen belegt. Einige Cookie-Sorten sind vegan, und der Grad der Süße variiert je nach Geschmacksrichtung. Alle, die es nicht ganz so süß mögen, bestellen Cookies wie den „Citrus Love“.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Katja Angenent hat sich umgeschaut und kann Ihnen diese Veranstaltungen empfehlen:
+++ Morgen fällt der Wochenmarkt aufgrund des Stadtfestes aus. Eine Alternative wird im Mühlenhof angeboten: Dort können Sie von 7 bis 14 Uhr ebenfalls an Marktständen einkaufen. Dazu gibt es Mitmachaktionen für Kinder und Konzerte mit Liedern im Münsterländer Platt. An diesem Tag wird im Freilichtmuseum kein Eintritt erhoben, Sie können aber spenden.
+++ Apropos Stadtfest: Für die Konzerte auf dem Domplatz gibt es noch Karten. Heute Abend legt zum Beispiel der DJ Cyril auf (dessen bekanntester Song auch Helene-Fischer-Fans zum Tanzen bringen dürfte), morgen spielt die Band Meute als Headliner und am Sonntag eine Queen-Cover-Band. Der Eintritt kostet heute und morgen 32,60 Euro, übermorgen nur 17,20 Euro.
+++ Wann haben Sie eigentlich zuletzt eine Stadtführung mitgemacht? Einen besonderen Rundgang gibt’s in Klein Muffi, Münsters einzigem und ehemaligem Arbeiterviertel. Am Sonntag beginnt die Führung ab 14 Uhr an der Herz-Jesu-Kirche an der Wolbecker Straße und kostet 12 Euro. Typisch für Klein Muffi werden die Infos nicht nur auf Hochdeutsch, sondern auch auf Masematte vermittelt.
+++ Alternativ können Sie am Sonntag um 14 Uhr am Rieselfeldhof vorbeischauen. Dort präsentiert die Künstlerin Sandra Silbernagel ihre Steinskulptur „Two Be Open“ und lädt ins offene Atelier. Die Teilnahme an der Eröffnung ist kostenlos, aber wenn Sie wissen, dass Sie kommen werden, freut sich die Künstlerin über eine kurze Nachricht.
+++ Die erste Printausgabe des Magazins „Kaffee und Kippen“ wird morgen um 18 Uhr im Café Wilma feierlich präsentiert. Es gibt Musik, Drinks, Lesungen und eine Ausstellung, zu der auch RUMS-Fotografin Merle Trautwein Bilder beisteuert. Mehr Infos auf Instagram.
Und sonst?
Überall in Münster finden sich die Spuren des deutschen Kolonialismus. Auch im Botanischen Garten. Welche Pflanzen „geklaut“ sind und warum darüber bisher so wenig gesprochen wird, das lesen Sie im Interview über Kolonialbotanik mit Ricarda Hotlhaus.
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Am Dienstag schreibt Ihnen Sebastian Fobbe. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Herzliche Grüße
Anna Niere
Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Katja Angenent (kat), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer
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PS
In seiner Kolumne am Sonntag schrieb Michael Jung über die finanzielle Lage am Flughafen Münster/Osnabrück. Dabei lobte er den FMO-Chef Rainer Schwarz, der ab Januar in Rente geht. In Berlin ist Schwarz allerdings nicht ganz so gut im Gedächtnis geblieben wie in Münster. Im „Checkpoint“-Newsletter reagiert der Tagesspiegel etwas verdutzt auf Jungs-Lobeshymne auf das gute Management von Schwarz: „Dann wissen wir ja endlich, wohin wir die Rechnung über 3037 Tage Eröffnungsverschiebung à 1 Mio. schicken können.“ Naja, so war das dann auch nicht gemeint. (ani)
