Hebammen auf Rädern: Neues Angebot in Münster | Solidarische Landwirtschaft: Konzept steht, Land fehlt | Interview mit einem Nobelpreis-Verleger

Porträt von Svenja Stühmeier
Mit Svenja Stühmeier

Guten Tag,

in und um Münster herum startet der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im November ein neues Pilotprojekt, vergangene Woche hat er gewissermaßen zum „Tag des offenen Bullis“ eingeladen. Das Projekt heißt „Hebammenmobil“ und soll ein ergänzendes Angebot sein in Zeiten von Versorgungsengpässen bei Schwangeren, jungen Müttern und ihren Babys. An Bord gibt es alles, was für eine Routineuntersuchung notwendig ist.

Klingt ja erst einmal gut. Ganz genaue Statistiken gebe es zwar nicht zur Versorgungslage, sagt Projektleiterin Stefanie Könitz-Goes. Auf der Grundlage von Zahlen auf Kreisebene kann sie jedoch sagen: Ein Viertel, in manchen Kreisen sogar ein Drittel der Frauen gehen nach der Geburt aus dem Krankenhaus, ohne dass eine weitere Versorgung sicher ist.

Es geht allerdings nicht nur um Frauen, die händeringend eine Hebamme suchen und keine finden. Manche Schwangere wissen einfach nicht, dass sie ab dem positiven Schwangerschaftstest Anspruch auf Hebammenhilfe haben. Manche wissen nicht, dass die bei gesetzlich Versicherten von der Krankenkasse übernommen wird. Was Schwangeren zusteht, hat das Hebammennetzwerk Münsterland kurz in seinem Flyer zusammengefasst.

„Die Idee für Vermittlungsangebote zur Hebammenversorgung kam in der Geflüchtetenhilfe auf“, sagt Stefanie Könitz-Goes. Deswegen ist zum Beispiel wichtig, dass es Erklärungen rund um Schwangerschaft und Geburt im Mobil mit Grafiken und in mehreren Sprachen gibt. Klar: Insbesondere die, die das Gesundheitssystem in Deutschland noch nicht kennen, können auch nicht wissen, welche Rechte sie haben. Außerdem spiele der kulturelle Kontext eine Rolle. Für manche Frauen seien Schwangerschaft und Geburt bisher Themen gewesen, die man ausschließlich mit Unterstützung der Familie regelt.

Stellt sich bloß die Frage: Wie will der ASB die erreichen, die bisher keiner erreicht hat? Hier verweist Stefanie Könitz-Goes auf Erfahrungen mit dem Impfbus, in dem man sich zeitweise gegen Covid-19 impfen lassen konnte. „Erstmal wird man umkreist. Leute gucken: Was ist denn da?“ Und dann stellten sie fest: Man ist keine Behörde, sondern ein niedrigschwelliges Angebot, das man ohne Termin nutzen kann. Zum Beispiel auf Parkplätzen, auf dem Weg zum Einkaufen oder während eines Spaziergangs mit dem Neugeborenen. Noch ein Vorteil sei, dass Frauen sich beraten lassen könnten, ohne dass sie anderen davon erzählen und ohne dass sie jemanden in ihre Wohnung lassen müssten.

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