Lohnerhöhung bringt Kitas in Schwierigkeiten | Datenrecherche: Wie geht es den Stadtvierteln? | Unbezahlte Werbung: Apotheken-Automat

Porträt von Ralf Heimann
Mit Ralf Heimann

Guten Tag,

für Kita-Beschäftigte kam im Frühjahr die gute Nachricht: Ab Juni gibt es mehr Geld. Viele Kitas brachte genau das in Schwierigkeiten. Sie müssen höhere Gehälter zahlen, auf einem Teil der Kosten bleiben Kommunen und freie Träger sitzen. Doch die Kassen der Städte sind leer, und freie Träger ohne Ersparnisse haben ein Problem.

Der Montessori-Kindergarten am Mauritz Lindenweg hatte Rücklagen, aber ewig werden auch sie nicht ausreichen. „Wenn wir im nächsten Jahr nicht mehr Geld bekommen, können wir unser Personal nicht nach Tarifvertrag zahlen“, sagt Annette Rohlmann, die den Kindergarten leitet. Das würde bedeuten: Wahrscheinlich würden einige sich andere Jobs suchen, zum Beispiel bei städtischen Kitas, die Tariflöhne zahlen. Freie Stellen gibt es genug. Wer sein Personal halten möchte, muss das Geld irgendwie aufbringen. Aber wie?

„Vor allem kleinere Kita-Träger sind von der Insolvenz bedroht“, sagt Markus Wallmeier von der Arbeiterwohlfahrt. Er ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Münster, einem Zusammenschluss aus mehreren Verbänden, etwa der Caritas, der Diakonie oder dem Deutschen Roten Kreuz.

Die nordrhein-westfälische Familienministerin Josefine Paul (Grüne) hat den Kitas im September mehr Geld zugesichert, um die höheren Kosten auszugleichen. Sie bekommen zehn Prozent mehr, allerdings erst ab nächsten Sommer. Markus Wallmeier sagt, das sei zu spät. Das Geld müsse früher kommen. Aber auch das werde nicht ausreichen. Man müsse grundsätzlich über das ganze System nachdenken.

„Man beschwert sich über den Fachkräftemangel, aber wenn man das ändern möchte, muss man den Trägern auch die Möglichkeit geben, Personal auszubilden“, sagt Wallmeier. Das koste Zeit, man müsse sich um die Menschen kümmern, sie anleiten. Dafür braucht es Freiräume, mehr Personalstunden, mehr Geld. Doch die dafür vorgesehenen Sätze reichten bei weitem nicht aus, sagt Wallmeier.

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