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  • Brief von Sebastian Fobbe
2. September 2025

Der Kanzler zu Besuch in Münster | RUMS-Interview über Integration und Vielfalt | Unbezahlte Werbung: Café Knut

Porträt von Sebastian Fobbe
Mit Sebastian Fobbe

Guten Tag,

gestern war für die CDU Münster ein herausfordernder Tag. Auch wenn der Termin offiziell nichts mit dem Kommunalwahlkampf zu tun hatte, dürften bei der Partei gemischte Signale angekommen sein. Denn im Friedenssaal standen gestern zwei CDU-Männer, die für Parteilinien stehen, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Aber der Reihe nach. Für den Amtsantritt von Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst nicht etwa ins sauerländische Brilon oder in die Düsseldorfer Staatskanzlei eingeladen, sondern in das historische Rathaus von Münster. Warum auch nicht?

Heute im RUMS-Brief:

  • Letzte Ratssitzung vor der Wahl
  • Musik-Campus: Parteien geben Antworten
  • Merz-Besuch: Linke Gruppen demonstrieren
  • Wie Stadt und Polizei den Zusammenhalt stärken wollen
  • Interview: Josee Mukanshimiyimana über Vielfalt und Antirassismus
  • Korrektur: Abfallgebühren 
  • Ein-Satz-Zentrale: 3.000 Menschen nach Bombenfund evakuiert
  • Drinnen und Draußen: Singer-Songwriter-Slam im Sputnikcafé
  • Unbezahlte Werbung: Café Knut 

Nachdem sich Kanzler Merz im Goldenen Buch der Stadt verewigt hatte, begann auch schon die Sondersitzung mit der Landesregierung. Zu besprechen gab’s eine Menge. NRW will ein attraktiver Rüstungsstandort in Deutschland sein und deshalb Schienen und Kasernen in Stand setzen. Außerdem will das Land eine Vorreiterrolle in Sachen künstliche Intelligenz einnehmen. Und wenn wir gerade schon groß denken, dann können wir auch gleich über eine mögliche Austragung der Olympischen Spiele diskutieren.

Die Wüst-CDU und die Merz-CDU

Viel interessanter als die Inhalte der Gespräche ist die Symbolkraft der gestrigen Veranstaltung. Schließlich wollte die CDU zwei Wochen vor der Kommunalwahl eines ausstrahlen: Wir stehen geschlossen zusammen. Dabei verkörpern Wüst und Merz grundlegend verschiedene politische Philosophien.

Da ist Hendrik Wüst, ein mit seinen 50 Jahren für CDU-Verhältnisse vergleichsweise junger Politiker und ein politischer Senkrechtstarter, der vom NRW-Verkehrsministerium direkt den Sprung in die Staatskanzlei geschafft hat, und seit vier Jahren das bevölkerungsreichste Bundesland der Republik geräuschlos zusammen mit den Grünen regiert.

Dann ist da Friedrich Merz, 20 Jahre älter, der trotz Ambitionen jahrelang von seiner eigenen Partei ausgebremst wurde, einen erbitterten Machtkampf ausgerechnet gegen Angela Merkel verlor, erst im dritten Anlauf zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt wurde und der erste Bundeskanzler der Geschichte ist, der im zweiten Wahlgang gewählt wurde, und jetzt ohne Regierungserfahrung eine Koalition mit der SPD führen soll und es nicht so richtig hinbekommt.

Wahrscheinlich hatte sich die CDU vom Merz-Besuch in Münster Rückenwind für die Kommunalwahl erhofft. Denn landesweit sehen die Umfragewerte im Moment zwar ganz okay aus, allerdings könnte das Ruhrgebiet an die AfD verloren gehen und die Rathäuser der großen Städte könnten demnächst von den Grünen regiert werden.

Für die CDU könnte das Ergebnis der Kommunalwahl der Beginn einer Richtungsentscheidung werden. Will sie den Wüst-Kurs einschlagen, jünger und moderner werden, oder auf die Methode Merz setzen, mehr Wagnisse eingehen und sich deutlicher von den Grünen abgrenzen?

Die CDU Münster scheint sich unabhängig vom Ergebnis entschieden zu haben, zumindest lässt der bisherige Wahlkampf darauf schließen. Der besteht bislang aus Allgemeinplätzen („Zuhören, Umsetzen, Anpacken!“), gepaart mit Grünen-Bashing (RUMS-Brief). Am 14. September sehen wir, ob die Strategie aufgeht. (sfo)

Einladung
08Sep. 2025

Hybrid-Veranstaltung 08. September 2025, 19:00 Uhr

Der große RUMS-OB-Kandidaten-Check | Was wollen die, die regieren wollen?

„Wir müssen reden“ (#14)

Zu Gast Georg Lunemann (CDU), Stephan Brinktrine (SPD) und Tilman Fuchs (Grüne)
Moderation Ralf Heimann, Anna Niere
Veranstaltung ansehen

Wer wird neuer Oberbürgermeister für Münster? Darüber entscheiden Sie bei der Kommunalwahl am 14. September. Die besten Chancen haben Georg Lunemann (CDU), Stephan Brinktrine (SPD) und Tilman Fuchs (Grüne). Aber was haben sie vor? Was wollen sie erreichen? Was ist ihnen wichtig? Das werden wir die drei Kandidaten fragen.

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht, aber wir führen eine Warteliste und es rücken immer wieder Interessent:innen nach. Wenn Sie gern live vor Ort dabei sein möchten, melden Sie sich bitte hier an – vielleicht ergattern Sie ja noch einen Platz.

Falls Sie nicht vor Ort dabei sein können: Wir übertragen die Veranstaltung live per Zoom. Den Zoom-Link finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.

mehr dazu

Kurz und Klein

+++ Die letzte Ratssitzung vor der Kommunalwahl morgen, gleichzeitig die letzte Ratssitzung für Oberbürgermeister Markus Lewe, wird wegen des Wahlkampfs vermutlich etwas länger dauern, als sie müsste. Wahrscheinlich auch deshalb steht am Anfang eine Aktuelle Stunde zum Thema Kanalbeleuchtung. Die Grünen hätten’s am Kanal nachts gern dunkel – wegen des Tierschutzes. CDU und SPD möchten nachts mehr Licht – wegen der gefühlten Sicherheit. Außerdem geht’s um Münsters neues Toilettenkonzept, den Ausbau des Albersloher Wegs, Straßenumbenennungen, die Gewinne der Wohn- und Stadtbau und eine neue Turnhalle für das Schulzentrum Hiltrup. Die Tagesordnung finden Sie hier. Und falls Sie zuschauen möchten: Anstoß ist um 16:15 Uhr im Rathausfestsaal; es gibt wie immer auch einen Livestream. (rhe)

+++ Das von der Stadt eingesetzte Musik-Campus-Gremium, das die Interessen der lokalen Musikszene vertritt, hat den Parteien zur Kommunalwahl vier Fragen gestellt – unter anderem dazu, welchen Stellenwert Kultur und Musik für sie haben, wie sie die Musikszene sichern und neue Räume schaffen wollen. Die Antworten (hier die ausführliche Übersicht) kurz zusammengefasst: Die CDU fordert verbindliche Planung und einen Konzertsaal mit tausend Plätzen; die Grünen setzen auf Stärkung von Bildung und freier Szene sowie ein gemeinsames Musikquartier; die SPD plädiert für bessere Räume und Planungssicherheit; die FDP schlägt den Hawerkamp als Standort für Musikschule und Orchester vor; die ÖDP kritisiert den gescheiterten Musik-Campus und will Kulturmittel gerechter verteilen, während Volt für verlässliche Grundförderung und zusätzliche Finanzierung über Stiftungen und Sponsoring eintritt. Die Linke hat nicht geantwortet. Die AfD ist vom Gremium nicht gefragt worden. (rhe)

+++ Noch mal kurz zurück zum Merz-Besuch in Münster: Einige linke Gruppen fanden den Auftritt von Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Antikriegstag so provokant, dass sie eine Kundgebung vor dem Rathaus abhielten. Mit Sprechchören à la „Kriegstreiber Merz raus aus dem Friedenssaal“ protestierten die knapp 50 Demonstrierenden gegen die Israelpolitik der Bundesregierung, der sie vorwarfen, die Kriegsführung der Netanjahu-Regierung in Gaza zu unterstützen. Von der Friedensdemo war allerdings nichts zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu hören. Dieses Thema setzte die CDU selbst, als sie vor einer Woche Außenminister Joe Wadephul zu einem Wahlkampfauftritt am Aasee begrüßte. Wadephul sagte, dass die Friedensverhandlungen „meinetwegen“ in Münster stattfinden könnten, berichten die Westfälischen Nachrichten. Klingt bisschen wie: Meine Güte, wenn’s unbedingt sein muss, dann halt in Münster. (sfo)

+++ Stadt und Polizei Münster wollen mit zwei neuen Projekten Vertrauen aufbauen und die Menschen in sozial benachteiligten Gegenden näher zusammenbringen. Mit dem Projekt „Demokratie stärken“ beginnt ein stadtweites Programm nach dem Vorbild aus Coerde, das mit Jugendtreffs, Spaziergängen, Aktionstagen und Gesprächsformaten Menschen zusammenführen soll, meldet die Polizei. Das „Modellprojekt Integration“ läuft laut einer Pressemitteilung seit einem knappen Jahr in der Unterkunft für Geflüchtete in der früheren York-Kaserne in Gremmendorf. Dort arbeiten mehr als zehn Institutionen zusammen. Sie bieten Sprachkurse, Berufsorientierung sowie Freizeit- und Sportangebote, die den Alltag strukturieren und das Miteinander stärken sollen – zum Beispiel durch den Bau von Möbeln oder ein Fußballturnier. (rhe)

Wahlwerbung von den Grünen (Kommunalwahl 2025) mit Ankündigung von Gesprächen mit Tilman Fuchs und Felix Banaszak am 4. September 2025 um 20 Uhr im Cafe Grisu und mit Tilman Fuchs und Mona Neubaur am 6. September 2025 um 14 Uhr in der Kneisterei
Alle öffentlichen Auftritte von Tilman Fuchs finden sich hier.
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Interview mit Josee Mukanshimiyimana

Perspektiven wechseln für mehr Vielfalt

Im Büro von Josee Mukanshimiyimana hängt eine gesüdete Weltkarte: Das Kap der Guten Hoffnung steht oben, Europa unten. Die Karte wechselt unsere Perspektive, und genau das versucht auch ein neues Projekt des Coerder Vereins „Iriba-Brunnen“, der sich für die Schwarze und migrantische Gemeinschaft in Münster einsetzt. Mukanshimiyimana hat „Iriba-Brunnen“ vor elf Jahren mitgegründet. Wir haben mit ihr über Antirassismus, Bildungsarbeit und wackelige Projektförderungen gesprochen.

Frau Mukanshimiyimana, mit „Iriba-Brunnen“ möchten Sie die Vielfalt in Münster stärken. Wie sind Sie 2014 darauf gekommen, den Verein zu gründen?

Mukanshimiyimana: Für meine Magisterarbeit in Soziologie wollte ich herausfinden: Wie sieht es mit der Integration von Afrikaner:innen in Münster aus? In den Interviews ging es immer wieder um das soziale Leben und um Erfahrungen mit Diskriminierungen. Damals sprach man noch nicht von Rassismus. Daraus entstand mein Wunsch, aktiv zu werden und gemeinsam mit anderen Engagierten einen Raum für Austausch zu schaffen. So entwickelte sich die Idee, einen Verein zu gründen – einen Ort des Empowerments in Münster. „Iriba-Brunnen“ ist jedoch ein offener Raum für alle, denn unter den Gründer:innen und Mitgliedern sind Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft: Deutsche ebenso wie Personen aus vielen anderen Kulturen.

Wie haben Sie angefangen?

Mukanshimiyimana: Zuerst haben wir uns regelmäßig getroffen und uns ausgetauscht. Danach haben wir Kultur- und Freizeitangebote für Kinder und Familien geschaffen. Zum Beispiel organisierten wir Nachhilfe oder spezielle Kurse für Frauen. Später kamen auch Muttersprachkurse für Sprachen wie Twi, Kiswahili oder Kinyarwanda hinzu. Bis 2017 haben wir alles ehrenamtlich geleistet. Danach erhielten wir eine Förderung vom Land Nordrhein-Westfalen über den Verband „Eine Welt Netz NRW“.

Inzwischen leisten Sie aber mehr.

Mukanshimiyimana: Ja. „Iriba-Brunnen“ ist gewachsen und hat heute drei Arbeitsschwerpunkte. Zum einen unterstützen wir Migrant:innen bei sozialen Herausforderungen. Diese Woche habe ich zum Beispiel eine Familie zu einem Termin im Jugendamt begleitet. Wir helfen Familien auch bei der Wahl der weiterführenden Schule. Viele Kinder aus Schwarzen Familien oder mit Migrationsgeschichte erhalten eine Hauptschulempfehlung, obwohl sie für das Gymnasium oder die Realschule geeignet wären. Oft trauen Lehrkräfte den Familien nicht zu, ihr Kind ausreichend zu fördern. In solchen Fällen führen wir Gespräche mit den Schulen. Und das hat bereits vielfach dazu geführt, dass Kinder trotz einer Hauptschulempfehlung später doch das Abitur machen konnten.

Darüber hinaus haben wir in Coerde derzeit ein Projekt speziell für migrantische Mädchen, die im Alltag rassistische oder sexistische Diskriminierung erleben oder sich unsicher fühlen. Ziel ist es, sie zu stärken und ihr Selbstbewusstsein zu fördern.

Was sind die anderen beiden Punkte?

Mukanshimiyimana: Der zweite Schwerpunkt ist die Rassismuskritik. Wir organisieren Vorträge und Workshops, um zum Beispiel Lehrkräfte an Schulen für Rassismus und Diskriminierung zu sensibilisieren. Dazu gehört auch ein Arbeitskreis mit Sozialträgern in der Stadt, der einmal im Monat tagt, um die Antirassismusarbeit in Münster auszubauen.

Der dritte Bereich ist die internationale Arbeit. Wir haben Partner in verschiedenen afrikanischen Ländern, etwa in Ruanda und Burundi. Dort unterstützen wir unter anderem den Bau von Schulen oder Wohnheimen für Waisenkinder sowie Projekte zur Selbsthilfe. Seit Februar fördern wir mit unseren Partnern ein Inklusionsprojekt in Burundi, bei dem Kinder mit geistiger Behinderung Geflügelzucht lernen.

Oft stehen unsere Partner vor denselben Problemen, und da hilft es schon, wenn man Wissen teilt und Projekte miteinander vernetzt. In der Vergangenheit konnten wir auch Freiwillige aus Münster nach Afrika entsenden. Dieses Angebot ruht jedoch derzeit.

Ihr neuestes Projekt richtet sich aber nicht an die Mehrheitsgesellschaft, sondern an die Community selbst.

Mukanshimiyimana: Richtig. Im Laufe der Jahre haben wir immer wieder festgestellt, dass unsere Teilnehmenden auch innerhalb der eigenen Community Diskriminierung erfahren, die aus tradierten kulturellen Vorstellungen entstehen. Eine unserer Teilnehmerinnen hat darüber sogar ein Buch auf Französisch geschrieben. Das war der Ausgangspunkt, sich intensiver mit sexistischer und patriarchaler Diskriminierung auseinanderzusetzen, die alle Frauen und queeren Menschen weltweit betrifft.

Was machen Sie jetzt?

Mukanshimiyimana: Viele vertreten noch immer die Ansicht, dass Frauen sich ausschließlich um Kinder und Haushalt kümmern sollten. Diese Haltung erschwert den betroffenen Frauen den Zugang zur beruflichen Integration. Mit unserem Projekt „Wechselblick“ wollen wir gezielt unsere Community – insbesondere die Männer – ansprechen und in Workshops sowie Diskussionsformaten dazu einladen, patriarchale Praktiken zu hinterfragen und zu verlernen. Denn diese Strukturen behindern die Entwicklung der Familien und verhindern, dass viele Kompetenzen genutzt werden, von denen alle profitieren könnten. Außerdem fehlen dadurch den nächsten Generationen positive Vorbilder, an denen sie sich orientieren können.

Wie ist die Resonanz?

Mukanshimiyimana: Aus der Community kommt eine ganz tolle Rückmeldung! Wir sind im Juni mit dem Projekt gestartet und führen es bis Ende des Jahres weiter. Bisher läuft es wirklich sehr gut. Vor Kurzem hat uns auch die nordrhein-westfälische Integrationsministerin Josefine Paul besucht und sich über „Wechselblick“ und „Iriba-Brunnen“ informiert. Ich muss auch sagen: Es war eine große Ehre für unsere Vereinsarbeit, einen solchen Besuch zu erhalten. Die Anerkennung für unser Engagement motiviert uns, trotz aller Herausforderungen weiterzumachen.

Welche Herausforderungen meinen Sie?

Mukanshimiyimana: Die Landesregierung hat die Projektförderlaufzeiten von zwei auf ein Jahr verkürzt. Das macht es für uns deutlich schwieriger, den Verein am Laufen zu halten. Ministerin Paul erklärte uns leider, dass es nicht möglich sei, „Wechselblick“ pauschal weiter zu fördern. Wir müssen uns also erneut auf eine Neuausschreibung bewerben.

Normalerweise erhalten wir zu Beginn des Jahres einen Förderbescheid, wenn wir einen Antrag für ein neues Projekt eingereicht haben. Dieses Mal hat die Bearbeitung aber so lange gedauert, dass wir erst im Mai eine Zusage bekommen haben. Deshalb läuft „Wechselblick“ leider nur ein halbes Jahr.

Wie hat sich die Förderung von „Iriba-Brunnen“ in den vergangenen Jahren verändert?

Mukanshimiyimana: Bis 2017 arbeitete unser Verein vollständig ehrenamtlich. Danach erhielten wir eine gute Landesförderung. Auch die Stadt und die Bundeszentrale für politische Bildung haben uns zeitweise gefördert, sodass wir ab 2022 über drei hauptamtliche Kräfte mit jeweils einer halben Stelle verfügten.

Heute beschäftigen wir nur noch eine Person im Rahmen des Projekts „Wechselblick“. Meine eigene Stelle ist Ende 2024 ausgelaufen, deshalb arbeite ich zurzeit wieder ehrenamtlich für „Iriba-Brunnen“. Von der Stadt Münster erhalten wir seit diesem Jahr eine neue Förderung.

Wie bitte? Sie haben trotz Sparhaushalt eine Förderung von der Stadt bekommen?

Mukanshimiyimana: Ja. Diese Verwunderung höre ich ständig. Viele aus der migrantischen Selbstorganisation fragen mich: Wie habt ihr das geschafft? Zur städtischen Förderung muss man allerdings sagen: Sie deckt lediglich unsere Fixkosten und ist auf drei Jahre begrenzt. Mit den 9.000 Euro pro Jahr können wir zum Glück weiterhin unser Büro in der Coerder Speicherstadt mieten – dafür sind wir sehr dankbar. So haben wir die Möglichkeit, unsere Besucher:innen und Ratsuchende in einem guten Raum willkommen zu heißen und zu beraten.

Haben Sie manchmal Angst, dass Ihnen das Geld ausgeht und der Verein nicht mehr weiter existiert?

Mukanshimiyimana: Ja, sehr oft sogar. Es ist frustrierend: Man hat eine gute Idee, möchte der Gesellschaft helfen und dazu beitragen, dass Menschen glücklich, diskriminierungsfrei zusammenleben, ihre Kompetenzen entfalten und gebildet aufwachsen – und ist dennoch zu 100 Prozent von Projektanträgen abhängig. Sinnvoller wäre eine verlässliche Grundförderung. (sfo)

Josee Mukanshimiyimana ist Sozialwissenschaftlerin und hat in Göttingen und Münster studiert. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Sozialarbeiterin in Greven und hat den Verein „Iriba-Brunnen“ mit aufgebaut.

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Korrekturen

Gestern sind wir auf einen Fehler in unserem RUMS-Brief über die Abfallwirtschaftsgebühren aufmerksam gemacht worden. In einer früheren Version entstand der Eindruck, dass die Stadt an den Gebühren der Abfallwirtschaftsbetriebe beteiligt wird. Das stimmt aber nicht. Die Abfallwirtschaftsbetriebe müssen eine Rücklage für die Zahler:innen bilden. Was aber stimmt: Die Stadt geht natürlich nicht ganz leer aus. Sie wird jedes Jahr an den Gewinnen beteiligt, insgesamt in Höhe von vier Millionen Euro. (sfo)

Ankündigung der Langen Nacht der Universitätsmedizin Münster am 12. September 2025 von 16 bis 22 Uhr
Weitere Informationen finden Sie hier!
Ein-Satz-Zentrale

+++ Am Samstag fahren viele Buslinien wegen Veranstaltungen nicht über den Prinzipalmarkt und Domplatz. (Stadtwerke Münster)

+++ In den neuen Quartieren Oxford und York sowie in Coerde gibt es je eine neue Kita. (Stadt Münster, Westfälische Nachrichten)

+++ In einem Mehrfamilienhaus am Frankenweg in Gremmendorf ist in der Nacht ein Mann bei einem Brand ums Leben gekommen. (Polizei Münster)

+++ Weil an der Admiral-Scheer-Straße ein Blindgänger gefunden wurde, mussten am Nachmittag über 3.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. (Stadt Münster)

+++ LWL-Chef und OB-Kandidat Georg Lunemann hat 2024 rund 83.000 Euro an Nebeneinkünften erhalten, von denen ihm nach Abgaben gut 11.000 Euro blieben. (Münstersche Volkszeitung)

+++ Die FDP warnt, dass die Münsteraner Hochschulen durch geplante Kürzungen im NRW-Haushalt Millionen verlieren und Forschung wie Lehre stark leiden könnten. (FDP Münster)

+++ Die Telekom will die letzten alten Telefonzellen in Münster (RUMS-Brief, RUMS-Fotoreportage) noch in diesem Jahr abbauen. (Antenne Münster)

+++ In Lastrup im Landkreis Cloppenburg ist die Zeitzeugin Auguste Block im Alter von 98 Jahren gestorben, die 1939 in Hiltrup die Festnahme von Kaplan Bernhard Poether durch die Nazis miterlebt hatte. (Westfälische Nachrichten)

+++ Der Elektronik- und Haushaltsgeräte-Händler Coolblue eröffnet am Freitag ein Geschäft in der Stubengasse. (Pressemitteilung)

+++ In Münster leben sieben von zehn Menschen mit Behinderung dank ambulanter Betreuung selbstbestimmt im eigenen Zuhause. (LWL-Jahresbilanz)

Ankündigung des Festes Schauraum der Museen und Galerien in Münster vom 4. September bis zum 6. September 2025
Weitere Informationen finden Sie hier!
Anonymer Briefkasten

Anonymer Briefkasten

Haben Sie eine Information für uns, von der Sie denken, sie sollte öffentlich werden? Und möchten Sie, dass sich nicht zurückverfolgen lässt, woher die Information stammt? Dann nutzen Sie unseren anonymen Briefkasten. Sie können uns über diesen Weg auch anonym Fotos oder Dokumente schicken.

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Unbezahlte Werbung

Da, wo mal die Alte Fleischerei war, ist jetzt Knut. Knut ist Café und Bar gleichzeitig und sehr charmant. Neben Kuchen, Waffeln und Zimtschnecken von der Backstube Millie gibt es dort auch leckere Panini für den mittelgroßen Hunger. Uns hat besonders die vielfältige Platzauswahl gefallen: Wer’s cosy mag, kann sich hinter einer kleinen Wand in eine gemütlich beleuchtete Ecke setzen. Wer den Überblick behalten möchte, hockt sich auf die Hochebene. Draußen sitzen geht hier auch. Wir haben uns fürs gemütliche Sofa entschieden – und uns extra lange Zeit für den Eiskaffee genommen. Die Öffnungszeiten „9 bis spät“ (dienstags bis freitags) und vorhandenes W-Lan laden übrigens auch zu einer Café-Office-Session ein. Samstag und Sonntag hat Knut ab 10 Uhr geöffnet.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Svenja Stühmeier hat für Sie in den Veranstaltungskalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:

+++ Bis zu fünf Musiker:innen treten morgen ab 20 Uhr im Sputnikcafé am Hawerkamp auf. Beim Singer-Songwriter-Slam kommen Sie nicht nur in den Genuss der selbstgeschriebenen Songs, sondern sind gleichzeitig Jury. Tickets gibt es für 9,51 Euro, Einlass ist ab 19 Uhr.

+++ Die Musikhochschule lädt am Donnerstagabend in die Petrikirche ein. Dort spielen die Pianist:innen Oleksandr Shykyta und Vasylyna Hrynevych Werke von Beethoven, Schubert, Brahms und Liszt. Los geht es um 19:30 Uhr, als Eintrittsgeld dürfen Sie gerne eine Spende da lassen.

+++ Von Donnerstag bis Samstag findet in Münster das Schauraum-Fest statt. Museen und Galerien laden an diesen drei Tagen zu vielen besonderen Aktionen ein. Im LWL-Kunstmuseum gibt’s zum Beispiel Kindertheater, auf dem Domplatz Livemusik und DJ-Sets. Am Samstag können Sie von 16 bis 24 Uhr kostenlos alle Museen und Galerien besuchen.

+++ Vom 4. bis zum 7. September finden an verschiedenen Orten im Kreis Warendorf die Wandeln-und-Handeln-Tage statt. Aus Münster startet Freitag um 16:30 Uhr an der Soester Straße 13 eine gemeinsame Radtour zur Filmvorführung von „The Pickers“. Gezeigt wird er auf dem Emshof in Telgte. Sonntag um 11 Uhr können Sie zusammen mit dem Rad zum Haupttag nach Warendorf aufbrechen.

+++ Das Gesundheitsamt lädt am Freitag zu „Feel Good Coerde“ ein. Von 12 bis 18 Uhr gibt’s beim Gesundheitsfestival neben nützlichen Infos und persönlicher Beratung auch konkrete Angebote. Zum Beispiel können Sie einen Hörtest machen und an Sportstationen aktiv werden. In der Teddyklinik können Kuscheltiere verarztet werden. Ab 15 Uhr gibt es eine Tombola und Bühnenprogramm. Der Eintritt ist frei, Sprachmittler:innen sind vor Ort.

+++ Am Freitag kommt der Künstler Michael Burnett ins SpecOps. Er bietet einen Malworkshop zu den Themen Heimat, Ankommen, Zuhause an. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kommen Sie aber pünktlich, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Los geht’s um 16 Uhr. Der Workshop ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Caritas über Wohnungslosigkeit in Münster.

+++ Bis das Filmfestival Münster beginnt, sind es noch zweieinhalb Wochen. Aber die Tickets sind schnell weg. Daher hier schon mal: Zur Eröffnung läuft am 19. September die Deutschlandpremiere des Bergdramas „Alpha.“. Daneben sind unter anderem Daphne Luckers Debüt „Flame“, der Berlinale-Preisträger Christy und Julien Colonnas korsisches Familien- und Mafia-Drama „The Kingdom“ zu sehen. Im Kurzfilmwettbewerb treten 36 Filme aus 15 Ländern an, darunter preisgekrönte Beiträge wie „Fire Drill“ oder „On Weary Wings Go By“. In der „Westfalen Connection“ feiern mehrere Werke regionaler Filmschaffender Premiere, während die Spätvorstellungen (Nightwatch) Gregg Arakis „Teen Apocalypse Trilogy“ zeigen. Mehr zum Festival und zum Programm finden Sie hier.

Am Freitag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Ralf Heimann (rhe), Svenja Stühmeier (sst) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

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PS

Wenn Sie vom Wählen nicht genug haben, dann können Sie sich auf die nächste demokratische Abstimmung freuen. Der Naturschutzbund Nabu hat heute die Kandidat:innen zur Wahl des Vogels des Jahres 2026 vorgestellt. Ins Rennen gehen die Waldohreule, die Schleiereule, der Zwergtaucher, die Amsel und das Rebhuhn – mein diesjähriger Favorit. Ich verrate Ihnen auch, warum. Das Rebhuhn ist im Münsterland zwar noch halbwegs verbreitet, gilt aber deutschlandweit als stark gefährdet. Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft setzt sich deshalb für den Erhalt des (nebenbei bemerkt) sehr putzigen Vogels ein, der fürs Überleben bunte und diverse Felder braucht. Wenn Sie das Rebhuhn unterstützen wollen, halten Sie Ausschau, zählen Sie nach und melden Sie Ihre Sichtungen. Und: Voten Sie! Ich bin mir sicher, dass wir das Ding fürs Rebhuhn nach Hause holen!

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