Grün gewinnt | CDU rutscht nach | AfD so schwach wie sonst nirgends

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

am Sonntagabend um kurz vor neun steht Maria Klein-Schmeink ein bisschen erschöpft zwischen den Säulen vor dem historischen Rathaus am Prinzipalmarkt. Sie streift ihre Maske vom Gesicht und atmet durch. Minuten vorher war sie noch drinnen, umringt von drei Reportern, die ihr Fragen stellten, auf die es an diesem Abend noch keine Antworten gibt, auch weil das Ergebnis zu dieser Zeit noch nicht feststeht. Aber es sieht gut aus für sie und ihre Partei, zumindest in Münster. Als zwei Stunden vorher die ersten Zahlen auf der Leinwand in der Bürgerhalle des Rathauses erschienen, war der grüne Balken schon länger als die anderen. Dann wurde der Vorsprung mit jeder Aktualisierung größer. Und jetzt, um kurz vor neun, sieht es so aus, als wenn Maria Klein-Schmeink den Wahlkreis gewonnen hat.

Das hat es außerhalb von Berlin noch nie gegeben. Nur der Wahlkreis 83 in Kreuzberg-Friedrichshain ist schon seit Jahren so grün, wie das Münsterland schwarz ist. Dort wohnt Maria Klein-Schmeink, wenn sie in Berlin ist. Und das könnte nun der erste Wahlkreis in Deutschland werden, in dem mehr als eine direkt gewählte Grünen-Abgeordnete lebt. Aber wie konnte das passieren, mitten im schwarzen Münsterland, wo alle übrigen Wahlkreise an die CDU gingen, Maria Klein-Schmeink beim letzten Mal gerade auf knapp 13 Prozent kam und die CDU-Kandidatin auf über 37?

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