FMO in Schwierigkeiten | Übermittlungsfehler | Ziegenhof am Ströhn

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

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der Flughafen Münster/Osnabrück ist in diesen Tagen ein ruhiger Ort. Am Dienstag sind insgesamt zwei Maschinen gestartet, beide nach München, eine um 7.10 Uhr, eine um 16.50 Uhr. Es gab Zeiten, da flogen von Greven aus 1,8 Millionen Menschen im Jahr in den Urlaub oder zu Geschäftsterminen. Aufs Jahr gerechnet sind das fast 5.000 Passagiere an jedem einzelnen Tag. Aber das ist 20 Jahre her. Im vergangenen Jahr buchten immerhin noch eine knappe Million Menschen einen Flug vom FMO aus. Die meisten reisten nach München, Frankfurt, Mallorca und Antalya. Auch 2019 war für den Flughafen schon kein leichtes Jahr. Der Reiseveranstalter Thomas Cook ging pleite und auch die Fluggesellschaft Germania, deren Flüge ein knappes Drittel des gesamten Verkehrs ausmachten. Im vergangenen Jahr gelang es Flughafenchef Rainer Schwarz, schnell einen Ersatz aus dem Ärmel zu zaubern, der das Schlimmste verhinderte. Das ist in diesem Jahr nicht möglich. Mitte Oktober sagte Schwarz in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, er rechne mit 200.000 bis 220.000 Fluggästen. Die zweite Corona-Welle hatte da noch gar nicht richtig begonnen.

Der Flughafen Münster/Osnabrück steckt in großen Schwierigkeiten. Er wird in den kommenden Jahren sehr viel Geld benötigen, viel mehr Geld als ohnehin schon. Dieses Geld werden die Gesellschaften übernehmen müssen, denen der FMO gehört. Das sind vor allem Kommunen. Und damit sind es die Menschen, die Steuern zahlen. Doch der Konsens darüber, dass der Flughafen dieses Geld wert ist, ist längst nicht mehr so groß wie noch vor einigen Jahren. Hinzukommt, dass das Fliegen selbst in die Kritik geraten ist. Regionalflughäfen sind nicht nur teuer, sie sind auch klimaschädlich. Mittlerweile stellt sich die Frage: Wäre es nicht besser, sich von diesem Millionengrab zu trennen und das ganze Geld in bessere Bahnverbindungen zu stecken?

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