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Münster wächst weiter. Wirklich? | RUMS präsentiert lokalen Wahlkompass | Café Pablo

Guten Tag,
am 15. März 2020 – zu Anfang der ersten Klopapier-Krise und sieben Tage vor dem ersten Lockdown – hat das Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main ein Papier mit dem Titel Der Corona-Effekt: Vier Zukunftsszenarien veröffentlicht. In diesen Szenarien geht es darum, wie die Gesellschaft und das Wirtschaftssystem sich durch die Pandemie verändern und wie sie nach der Krise aussehen könnten. Manches ist sehr optimistisch, da geht es um ein neues Zusammenleben, um Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt, um eine resiliente Weltgesellschaft, die aus der Krise gelernt und sich für die Zukunft neu aufgestellt hat. Anderes klingt weniger erbaulich. Im Szenario „Die totale Isolation: Alle gegen alle“ etwa steht unter anderem: „Das Land gewinnt an Macht. Wer kann, zieht raus aus der Stadt, versorgt sich selbst – und verdient gutes Geld, indem er verarmte Städter mit Lebensmitteln versorgt.“ Und das Szenario „System-Crash: Permanenter Krisenmodus“ können Sie sich ja ungefähr selbst ausmalen.
Knapp eineinhalb Jahre nach der Veröffentlichung des Papiers können wir zumindest sagen: Dass Selbstversorger:innen aus Schöppingen, Appelhülsen oder Lienen demnächst die Menschen in Münster mit Lebensmitteln beliefern müssen, ist unwahrscheinlich. Überhaupt sind die Szenarien natürlich stark zugespitzt. Die Autor:innen wollten mögliche große Trends beschreiben und den Leser:innen Denkanstöße geben. Denn die Zukunft passiert ja nicht einfach, Menschen machen sie.
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