Frauenhäuser am Limit | Winternothilfe: Morgens um acht in die Kälte | Klimakrise: Warum sind die Zugvögel schon da?

Porträt von Sebastian Fobbe
Mit Sebastian Fobbe

Münster, 7. März 2023

im vergangenen Jahr waren 83 Prozent aller Plätze in den deutschen Frauenhäusern besetzt. An 303 von 365 Tagen konnten die Schutzeinrichtungen keine Frauen aufnehmen.

Diese erschreckenden Zahlen hat der Rechercheverein Correctiv gestern veröffentlicht. Ein Jahr lang hat Correctiv dazu dreimal täglich die Auslastung in den Frauenhäusern in allen Bundesländern (außer in den Stadtstaaten) abgefragt.

Aber wie sieht es derzeit in Münster aus? Darüber hat Constanze Busch im Dezember für RUMS berichtet und unter anderem mit Ursula Saatz vom autonomen Frauenhaus Münster gesprochen. Im Moment gibt es in der Stadt drei Frauenhäuser mit insgesamt nur 24 Plätzen. Das ist zu wenig, denn der Europarat sieht pro 10.000 Einwohner:innen einen Familienplatz im Frauenhaus vor. Und die bestehenden Plätze sind dabei nicht mal durchfinanziert. Frauen müssen ihren Platz mitbezahlen oder Sozialleistungen beantragen, wenn sie nicht das nötige Geld für den Aufenthalt mitbringen.

Auch zurzeit ist die Lage angespannt. Eine kurze Abfrage heute Vormittag zeigt: Nur das Frauenhaus in Hamm kann momentan gewaltbetroffene Frauen aufnehmen. Alle anderen Einrichtungen in Münster und Umgebung sind komplett ausgelastet. Das Problem dabei: Laut Correctiv müssen Frauen Glück haben, wenn sie Schutz brauchen. Wenn ein Platz frei werde, sei es meist nur eine Frage von wenigen Stunden, bis er wieder besetzt ist, heißt es in der Recherche.

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