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Kfz-Zulassungsstelle: Schwarzmarkt für Termine? | Blickpunkt Kinderhaus – Teil 4: Wie Konzerne die Mieten nach oben treiben

Guten Tag,
einen Termin bei der städtischen Kfz-Zulassungsstelle zu bekommen, ist meistens schwerer, als heute Nachmittag in der Innenstadt einen schattigen Quadratmeter zu finden. Ein RUMS-Leser schrieb uns in der vergangenen Woche, er habe es wochenlang vergeblich versucht. Doch dann habe er den kommerziellen Anbieter Terminli gefunden. Und da ging es innerhalb von wenigen Minuten – allerdings für 8,95 Euro.
Wie ist das möglich? Der Leser hat selbst eine mögliche Erklärung: Die Stadt nutzt, so schreibt er in seiner E-Mail, die in Nordrhein-Westfalen weit verbreitete Software „TEVis“. Sie biete die Möglichkeit, über eine Schnittstelle auszulesen, ob Termine verfügbar sind. Auf diese Weise könne der Anbieter die Verfügbarkeit von Terminen überwachen und freie Zeitfenster innerhalb von Sekunden reservieren.
Offenbar muss das aber nicht zwingend zu dem Ergebnis führen, dass es in Münster nicht möglich ist, ein Auto an- oder umzumelden. In Nachbarkreisen wie Steinfurt, Coesfeld oder Borken funktioniere die Terminvergabe trotz dieser Software deutlich besser, schreibt der Leser.
Falls das tatsächlich die Ursache für die Terminknappheit sein sollte, wäre die Frage: Warum bekommt Münster das Problem seit so langer Zeit nicht in den Griff? Und liegt es überhaupt an den Anbietern?
Die Verwaltung schreibt auf Anfrage, ihr seien Firmen bekannt, die kostenpflichtig Termine buchen oder andere Dienstleistungen rund um die Fahrzeugzulassung anbieten. Ob diese dazu beitragen, dass Termine über das städtische Portal schwer zu bekommen sind, das könne man allerdings nicht sagen.
Komplexe technische Schutzmechanismen gegen automatisierte Zugriffe setzt die Stadt nach eigenen Angaben bislang nicht ein. Wer einen Termin bucht, bekommt zwar eine Bestätigungs-E-Mail, die innerhalb einer Stunde beantwortet werden muss. Außerdem ist die Zahl der Reservierungen pro E-Mail-Adresse begrenzt. Viel mehr Schutz gibt es zurzeit aber offenbar nicht.
Auch die Personalsituation spielt nach Angaben der Stadt eine Rolle. Die vorgesehenen 30 Vollzeitstellen in der Zulassungs- und Führerscheinstelle seien zwar besetzt. Drei Mitarbeiter fehlten allerdings längerfristig wegen Krankheit. Daher würden entsprechend weniger Termine freigeschaltet.
Wer über das Portal keinen Termin bekommt, möge sich, so rät die Stadt, per E-Mail direkt bei der Zulassungsstelle melden. Das sei auch bislang schon möglich gewesen. Und was die Buchungsprobleme angeht: Zurzeit prüfe man, wie man die Organisation und Technik verbessern könne, schreibt die Stadt. (rhe)
Nachtrag: Stadt Münster hat unsere Anfrage am Dienstagabend nach Veröffentlichung des Textes beantwortet. Wir haben die Antwort ergänzt.
… mit den Hayek-Tagen
Knapp hundert Menschen haben nach Angaben der Westfälischen Nachrichten am Freitag gegen die Hayek-Tage im Atlantic Hotel demonstriert. Organisiert wurde die Demonstration vom Bündnis „Keinen Meter den Nazis“. Bei der Veranstaltung der Friedrich-August-von-Hayek-Gesellschaft trat unter anderem der Finanzwissenschaftler Stefan Homburg auf, der während der Coronapandemie zu den prägenden Figuren der Querdenken-Szene zählte, dazu wurde die Wirtschaftsweise Veronika Grimm ausgezeichnet. Die Organisation vertritt wirtschaftsliberale und rechtslibertäre Positionen (RUMS-Brief). Vor den Demonstrierenden sprach der Soziologe Andreas Kemper über Verbindungen der Hayek-Gesellschaft zu Personen und Organisationen des rechten Spektrums, darunter die rechte Influencerin Naomi Seibt und AfD-Mitgründer Konrad Adam. Den Hayek-Club Münsterland bezeichnete Kemper als einen der radikalsten Ableger des Netzwerks und sagte, dass die Hayek-Gesellschaft seiner Meinung nach staatlich stärker beobachtet werden müsse. „Alles Münster“ berichtete, dass das Publikum im Atlantic Hotel die Redner bei pragmatischen Anmerkungen sofort mit Zwischenrufen kritisierte. (rba)
+++ Die Stadt plant vier Familiengrundschulzentren an ausgewählten Grundschulen in Münster. Die Zentren sollen Eltern und Kinder in herausfordernden Situationen unterstützen und Bildungsgleichheit fördern. Dafür soll es schulische und präventive Angebote wie beispielsweise Elterncafés oder eine stärkere Vernetzung zwischen Kita und Grundschule geben. Die Angebote an den Standorten Eichendorffschule in Angelmodde, Melanchthonschule, Norbertschule und Michaelschule könnte das Land mit bis zu 80 Prozent fördern. Ob die Stadt sich für die Förderung bewirbt, entscheidet im Juli der Rat. (rba)
+++ Die Stadt Münster will die Videoüberwachung an mehreren Schulen fortführen und ausweiten, denn laut der Verwaltung geht weniger kaputt und es gibt weniger Einbrüche, seit an den Schulen Kameras hängen. An den Schulzentren in Hiltrup, Wolbeck und Kinderhaus sollen die Kameras bleiben, an der Melanchthonschule nach dem Neubau wieder installiert werden und an der Grundschule Kinderhaus-West neu hinzukommen. Außerdem sollen am Hansa-Berufskolleg Zäune und Tore den Zugang außerhalb der Schulzeiten einschränken. So könnte es bald auch an der Kreuzschule kommen. Die Stadt überprüft das gerade. (rhe)
Der Preußen-Talk mit Carsten Schulte – jetzt noch Tickets sichern!

Der SC Preußen Münster schaut auf ein paar fast rauschhafte Jahre zurück. Nun wird er wieder in die 3. Liga zurückkehren.
Im Sommer 2026 wird sich also einiges ändern beim SC Preußen Münster. Und genau darüber möchte RUMS mit denen sprechen, die diese Veränderungen gestalten und umsetzen. Unsere Gäste: Ole Kittner, Noemi Hutter und Dietrich Schulze-Marmeling. RUMS-Kolumnist Carsten Schulte moderiert den Abend.
Wie sieht er aus, der neue SC Preußen für 2026/2027? Welche Ideen oder Pläne gibt es mit Blick auf den Einstieg in den Frauenfußball? Und was sagt jemand, der mit feinem Gespür für den SC Preußen von außen auf die Entwicklungen des Vereins blickt? Darüber und über vieles mehr werden wir am Mittwoch, 10. Juni, um 19:06 Uhr im ATLANTIC Hotel (Engelsaal) sprechen.
Tickets gibt’s über den Link auf unsere Veranstaltungsseite. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
Beitrag von Sebastian Fobbe am 25.05.2026
„Immobilien sind eben doch keine Goldgrube“

Viele Menschen kaufen Wohnungen als Altersvorsorge. Doch große Immobilienkonzerne spielen nach anderen Regeln. Der Volkswirt Jorim Gerrard erklärt, warum diese Regeln Mieten treiben und Häuser verfallen lassen können.

Anonymer Briefkasten
Haben Sie eine Information für uns, von der Sie denken, sie sollte öffentlich werden? Und möchten Sie, dass sich nicht zurückverfolgen lässt, woher die Information stammt? Dann nutzen Sie unseren anonymen Briefkasten. Sie können uns über diesen Weg auch anonym Fotos oder Dokumente schicken.
+++ Ruprecht Polenz, früherer CDU-Bundestagsabgeordneter und RUMS-Kolumnist, feiert heute Geburtstag und wird 80 Jahre alt.
+++ Pastor Christian Plate verlässt die evangelische Kirchengemeinde Wolbeck und wird Studierendenpfarrer für mehrere Hochschulen in Westfalen.
Einladung zur zweiten RUMS-Revue

Am Montag, 6. Juli um 18:30 Uhr werden Anna Niere, Raphael Balke und Ralf Heimann wieder auf der Bühne des Wolfgang Borchert Theaters zu sehen sein. Gemeinsam mit Ihnen blicken sie auf das zurück, was in Münster so los war. Es wird wieder journalistisch, unterhaltsam und musikalisch – mit Gesprächen, Gästen und Geschichten. Ein Abend über die Stadt, die Leute und Lokaljournalismus.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Wolfgang Borchert Theater statt. Tickets (25 Euro) gibt es ab jetzt im Ticketshop des Theaters. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind!
+++ Ab heute ist es in Münster und vielen weiteren Großstädten verboten, am Hauptbahnhof Alkohol zu trinken. (WDR)
+++ Auf der Fahrradstraße Kötterstraße in Handorf soll es nach Beschwerden mehr Kontrollen gegen unerlaubten Autoverkehr geben. (Westfälische Nachrichten)
+++ Am Hafen gibt es jetzt auch rund um die B-Side und auf der südlichen Hafenseite kostenloses WLAN. (Stadt Münster)
+++ In Münster sind weniger Menschen auf Bürgergeld angewiesen als noch vor einem Jahr. (Stadt Münster)
+++ Der Lackhersteller BASF Coatings baut an seinem Standort in Münster neue Solaranlagen und Batteriespeicher, um mehr eigenen Strom zu erzeugen und den CO2-Ausstoß zu verringern. (Wirtschaft aktuell)
+++ Das Projekt „Kreisl Kiste“ zeigt ab Freitag auf dem Domplatz mit einem Pavillon, wie wiederverwertbares Bauen funktioniert. (FH Münster / RUMS-Beitrag)
+++ Am Maikottenweg wächst der Protest gegen das geplante Wohngebiet mit 280 Wohnungen vor allem wegen Verkehr und Eingriffen in die Natur. (Westfälische Nachrichten)
+++ Das Museum für Kunst und Kultur am Domplatz hat zwei während der NS-Zeit geraubte Wappenkissen an die Erben des jüdischen Ehepaars Emma und Henry Budge zurückgegeben. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)
+++ Dem Kinder- und Jugendzirkus Alfredo in Münster droht nach der Kündigung seines Pachtvertrags und dem Verlust seines Zeltplatzes nach 40 Jahren das Aus. (WDR)
+++ Wissenschaftler und Studierende demonstrieren am Freitag beim „March for Science“ für mehr Sicherheit in der Forschung. (Universität Münster)
Am Freitag schreibt Ihnen Anna Niere. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Raphael Balke (rba), Jan Große Nobis (jgn) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Wenn in diesen Tagen über NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gesprochen wird, dann oft mit dem Hinweis, er sei der mögliche Nachfolger von Friedrich Merz. So stand es in der vergangenen Woche im „Spiegel“. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt es heute in einem Kommentar. Titel: „Wüst gegen Merz, das scheint unausweichlich“. Zu einem Sinnbild über den Ärger über den Bundeskanzler ist ein Meme geworden, also ein Internetwitz, der in unterschiedlichen Varianten überall auftaucht. Vor drei Monaten hielt ein 18-Jähriger bei einer Schülerdemo ein Plakat, auf das er geschrieben hatte: „Merz leck Eier!“ – eine abgeschwächte Form der Formulierung „Leck mich am Arsch“. Seitdem bekommt man den Spruch nicht mehr eingefangen. In Münster stand er am Kreisel an den Denkmälern mit Ochs und Pferd. Überall im Land änderten Menschen auf Kartendiensten den Namen von Mehrzweckhallen in „Merzleckhallen“. Inzwischen ist das Ganze wieder abgeebbt. Drei Internetmonate sind umgerechnet in normale Jahre ja ungefähr zehn oder zwanzig, gefühlt. Am Aasee erlebt das uralte Meme jetzt mit dem Hendrik-Wüst-Hype eine für Internetverhältnisse späte Wiedergeburt. Die frühere RUMS-Kolumnistin Marina Weisband veröffentlichte gestern auf der Plattform Bluesky ein Foto vom Aasee. Schauen Sie mal auf die Kugel im Hintergrund. (rhe)
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