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Belästigte Politiker:innen | Der Kommunalwahlcheck kommt | Poetische Plakate

Guten Tag,
am Dienstag war Angela Merkel zu Gast in Nordrhein-Westfalen. Ihre Ansprache wurde auf Facebook live übertragen. Ich wollte hören, was sie zu sagen hat. Es ging vor allem um das Einhalten der Corona-Regeln, Maskenpflicht in der Schule, um den Umgang mit der Krise. Doch binnen weniger Sekunden war ich abgelenkt. Nicht nur, dass die durch das Bewegtbild fliegenden Wut-Emojis immer wieder meinen Blick auf sich zogen, auch die Kommentarspalten waren voll von Hass und Empörung. Ich las und las diesen ganzen Müll und konnte mich nicht mehr auf Merkels Rede konzentrieren. Mir ging Anderes durch den Kopf. Wie halten Politiker:innen das nur aus, fragte ich mich. Wie ertragen sie diesen Zorn der Frustrierten, der schon mir als eigentlich unbeteiligtem Zaungast auf den Magen schlägt?
Kurz danach sah ich einen Fernsehbeitrag des WDR. Es ging dabei um Kommunalpolitiker:innen in Bochum, die beim Aufhängen ihrer Plakate rassistisch beschimpft wurden. Man sah den Betroffenen im Interview an, wie sehr ihnen das zu schaffen macht. Sie engagieren sich, tun etwas für die Gesellschaft und werden so zur Zielscheibe für Schreihälse und Unzufriedene. Und es bleibt ja nicht nur beim Schreien oder bei Kommentaren in den Social-Media-Kanälen.
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