Knapp 220.000 Euro für RUMS – danke!

Porträt von Marc-Stefan Andres und Götz Grommek
von Marc-Stefan Andres und Götz Grommek

Guten Tag,

unsere Beteiligungskampagne ist vorbei. Und bevor wir darüber schreiben, wie es jetzt weitergeht, möchten wir vor allem eines sagen: Danke!

Wir sind überwältigt davon, wie viele Menschen uns in den vergangenen Wochen unterstützt haben. Knapp 220.000 Euro sind uns insgesamt zugesagt worden. Mehr als 100 neue Teilhaberinnen und Teilhaber haben sich mit zusammen mehr als 130.000 Euro an RUMS beteiligt. Hinzu kommen fünf Menschen, die mit insgesamt 85.000 Euro direkt Gesellschafterinnen und Gesellschafter von RUMS werden.

Die endgültige Summe können wir Ihnen heute noch nicht nennen, denn bis alle Beteiligungen vollständig abgewickelt sind, wird es voraussichtlich noch rund anderthalb Monate dauern. Danach werden wir genau Bilanz ziehen. Aber schon jetzt steht fest: Das Ergebnis hat unsere Erwartungen übertroffen. Damit meinen wir nicht nur die Zahl der Menschen, die sich an RUMS beteiligt haben und die Summe, die dabei zusammengekommen ist – ebenso wichtig sind der Rückhalt, den wir dadurch in Münster spüren und das Vertrauen, das damit in uns gesetzt wird.

Grafik, auf der in großen Buchstaben "Danke" steht und die Porträts von Götz Grommek, Marc-Stefan Andres, Stefanie Walkenhorst, Julia Albers, Raphael Balke, Ralf Heimann und Anna Niere vom RUMS-Team zu sehen sind.

Denn als wir die Kampagne gestartet haben, ging es uns nicht allein darum, Geld für RUMS einzusammeln. Wir wollten auch wissen, ob es in Münster genügend Menschen gibt, die unsere Überzeugung teilen: Eine Stadt braucht unabhängigen Lokaljournalismus. Einen Journalismus, der genau hinschaut, der Fragen stellt, auch wenn die Antworten unbequem sind, der unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht und Menschen miteinander ins Gespräch bringt. Und der die politischen und gesellschaftlichen Debatten einer Stadt nicht nur begleitet, sondern den Bürgerinnen und Bürgern die Informationen gibt, die sie brauchen, um sich selbst eine Meinung bilden zu können.

Das ist aus unserer Sicht keine Nebensache. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten härter werden, Desinformation zunimmt und das Vertrauen in demokratische Institutionen unter Druck gerät, ist unabhängiger Journalismus Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Und das gilt nicht nur für Magdeburg oder Berlin, es gilt genauso für Münster.

Die vergangenen Wochen haben uns gezeigt, dass sehr viele Menschen diese Überzeugung teilen. Für uns ist das eine große Bestätigung: Wir sind mit RUMS auf dem richtigen Weg. Gleichzeitig ist dieses Ergebnis für uns ein Auftrag. Denn das Geld, das uns anvertraut wurde, soll RUMS nicht einfach größer machen. Es soll unseren Journalismus besser machen und dazu beitragen, dass wir Dinge umsetzen können, für die uns bislang Zeit, Personal oder finanzielle Mittel gefehlt haben.

Mit einem ersten Vorhaben haben wir deshalb bereits begonnen: Wir bauen unsere investigativen Recherchen aus. Die erste größere Recherche ist schon in Arbeit, die nächsten folgen. Künftig wollen wir uns regelmäßig über längere Zeit mit Themen beschäftigen können, die für Münster wichtig sind und die sich nicht an einem Nachmittag recherchieren lassen. Wir wollen zudem mehr Veranstaltungen und Diskussionsformate organisieren und Orte schaffen, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen – auch Menschen, die bei einem Thema sehr unterschiedliche Auffassungen haben.

Wir wollen Medienkompetenzseminare für Schülerinnen und Schüler anbieten und mit jungen Menschen darüber sprechen, wie Journalismus funktioniert, wie sich verlässliche Informationen von Desinformation unterscheiden lassen und wie man sich in einer immer unübersichtlicheren Informationswelt orientieren kann. Und wir wollen neue journalistische Formate entwickeln und ausprobieren – und dabei herausfinden, wie Lokaljournalismus Menschen erreichen kann, die klassische journalistische Angebote bislang kaum oder gar nicht nutzen. Nicht zuletzt wollen wir einen Veranstaltungskalender für Münster entwickeln, der einen besseren Überblick darüber gibt, was in dieser Stadt los ist.

Das alles werden wir nicht gleichzeitig und nicht von heute auf morgen umsetzen können. In den kommenden Wochen werden wir deshalb die nächsten Schritte planen, Prioritäten festlegen und Ihnen berichten, woran wir gerade arbeiten – und was aus dem Geld wird, das Sie uns anvertraut haben.

Eines steht schon jetzt fest: In den vergangenen Wochen ist ein besonderes Netzwerk entstanden, das sich kaum in Euro beziffern lässt. Mehr als 100 Menschen sind durch die Kampagne neu und auf eine besondere Weise mit RUMS verbunden. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, bringen unterschiedliche Erfahrungen, Kenntnisse und Perspektiven mit. Wir möchten diese Menschen nicht nur als diejenigen verstehen, die RUMS finanziell unterstützt haben, sondern sie kennenlernen, miteinander ins Gespräch bringen und herausfinden, was aus diesem Netzwerk entstehen kann. Deshalb planen wir auch schon jetzt ein Treffen mit unseren neuen Teilhaberinnen und Teilhabern sowie Gesellschafterinnen und Gesellschaftern.

Vielen Dank und herzliche Grüße

Götz Grommek und Marc-Stefan Andres

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