Die Kolumne von Michael Jung | Die Bullerbü-Jahre sind vorbei

Porträt von Michael Jung
Mit Michael Jung

Guten Tag,

dieser Tage lässt sich im altehrwürdigen Rathaus von Münster ein interessantes Phänomen beobachten: Politik und Wirklichkeit haben sich weitgehend entkoppelt. Die Politik läuft noch im altbewährten Modus, aber draußen in der Stadt zeichnet sich auch eine kleine Zeitenwende ab. Machen wir eine kurze Reise durch die alte Politik und die neue Wirklichkeit.

Beginnen wir mit der Debattenwelt des Rathauses. Da ist zum Beispiel die Initiative Sozialpalast, die den Gasometer seit Jahren abwechselnd besetzt oder mietet. Die Rathauskoalition hat die Initiative lange gewähren lassen und zunächst auf Zeit gespielt. Nun liegt das Ergebnis des Investorenwettbewerbs vor, mit dem dort unter anderem Wohnungen entstehen sollen. 

Hier greift jetzt der „Sozialpalast“ wieder ein: Hier gehe zugunsten von Investoreninteressen ein wichtiger Raum verloren, insbesondere für queere Menschen und Jugendliche. Wer kennt sie nicht, die vielen queeren Menschen, die seit Jahren im Metallgerippe des Gasometers Zuflucht suchen, und die vielen Jugendlichen, die dort ihre Freizeit verbringen.

So viel Aufmerksamkeit war selten

Unverzichtbar sei der Raum für die Zivilgesellschaft und für soziale Projekte im Viertel, die ja gerade erst für siebenstellige Eurobeträge an öffentlichen Geldern mit der B-Side wenige hundert Meter entfernt einen Raum gefunden haben und außerdem seit Jahren den Hawerkamp nutzen und das Bennohaus zur Verfügung haben. 

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