Die Kolumne von Marion Lohoff-Börger | Zwischen Nostalgie und Schulbank

Porträt von Marion Lohoff-Börger
Mit Marion Lohoff-Börger

Guten Tag,

Mitte September wird traditionell in Münster und Umgebung das Lambertusfest gefeiert, was nicht zu verwechseln ist mit dem Martinsumzug Anfang November, den es deutschlandweit gibt. Die Kinder in Münster dürfen also zwei Mal im Jahr innerhalb von acht Wochen mit ihren mehr oder weniger selbstgebastelten Laternen um die Häuser ziehen, singen und tanzen.

Beim Lambertusfest wird der Brauch aufgegriffen, als in Zeiten ohne Elektrizität – wenn es draußen ungemütlich war und man es drinnen hell und warm haben wollte – das Feuer von Haus zu Haus getragen wurde. Heute wird deshalb ein Holzgestell mit Stroh und Spätsommerblumen geschmückt und die Kinder spielen, singen und tanzen zu traditionellen Liedern. Einige Lieder sind inzwischen aussortiert worden, weil sie nicht mehr zeitgemäß waren, in diesem Fall antisemitisch. Da wird die Brauchtumspflege plötzlich zum Politikum und der Spaß hört auf.

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