Die Kolumne von Marina Weisband | Autos sehen lernen

Porträt von Marina Weisband
Mit Marina Weisband

Münster, 7. Februar 2021

Liebe Leser:innen,

ich kann jetzt Autos sehen. In mir hat sich ein Schalter umgelegt, und das hat etwas verändert. Ich konnte Autos natürlich auch vorher schon sehen. Aber jetzt nehme ich sie anders wahr – als das, was sie sind: zwei Tonnen privater Stahl, die auf öffentlichen Plätzen abgestellt sind.

In Deutschland ist auf diese Autos alles ausgerichtet. Im Krieg haben wir Straßenbahnschienen herausgerissen und danach nie wieder zurückgetan. Die Straßen sollten den Autos gehören. Unsere Wahrnehmung hat sich angepasst. Wir sehen die parkenden Autos wie Bäume oder Häuser. Fehlen sie, fehlt etwas. So scheint es jedenfalls.

Man kann Autos auch auf eine andere Weise sehen. Menschen kaufen sich Privateigentum, das die Luft verpestet, die Umwelt zerstört, Feinstaub verbreitet, sie stellen es an öffentlichen Orten ab. 90 Prozent der Zeit steht das Auto dort einfach herum. Stellen Sie sich mal vor, um sich das zu verdeutlichen, Sie würden Ihr Sofa einfach an die Straße stellen. Warum geht das eigentlich nicht?

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