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Marina Weisbands Kolumne | Wir brauchen Einstiegsdrogen in die Demokratie

Liebe Leser*innen,
ich wünschte, Hygienedemos wären etwas, das sich nur auf Berlin beschränkt. Himmel, ich wünschte, es gäbe sie gar nicht. Aber auch hier in Münster standen Leute am Schlossplatz, die sich in der Öffentlichkeit halbwegs verhalten äußerten, aber in ihren Telegram-Gruppen umso härtere Verschwörungsmythen abließen. Warum ist unsere schöne, so überdurchschnittlich gebildete Stadt nur so anfällig für Verschwörungserzählungen?
Die einfache Erklärung: Es geht oft gar nicht um Bildung, sondern um etwas ganz anderes. Um Gefühle, Ohnmacht, Angst und den Umgang damit. Wir alle erleben im Moment eine Situation, in der uns ein unsichtbares Naturereignis die Normalität unter den Füßen wegreißt. Es ist sehr schwer auszuhalten, dass dieses Ereignis nicht einfach zu erklären oder sogar aufzulösen ist, sondern auf einer komplexen Kette von Abhängigkeiten beruht. Der Zufall spielt eine große Rolle. Die Bedrohung ist unsichtbar.
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