Die RUMS-Kolumne von Marion Lohoff-Börger | Die Masematte-Stadtrundfahrt

Porträt von Marion Lohoff-Börger
von Marion Lohoff-Börger

Guten Tag,

die Sommerferien haben angefangen. Das Sommersemester geht zu Ende. In der Stadt ist es weniger wuselig. Ein paar Fahrradtouristen mehr machen die Radwege unsicher, aber die erkennt man sofort an den bunten regenfesten Outfits, neongelben Helmen und an der langsamen und gefährlichen Fahrweise. Ein guter Moment für die Bewohner Münsters, ihre Heimatstadt auf eine neue Weise kennenzulernen. Ich nehme Sie heute auf eine Masematte-Stadtrundfahrt auf der Leeze mit! Das macht Lenz. Das macht Spaß!

Startpunkt ist hinterm Bahnhof. Wir fahren die Wolbecker Straße hinunter bis ungefähr zur Höhe der Herz-Jesu-Kirche. Dann biegen wir bei Eisen-Hoffmann rechts ab und sind in Klein-Muffi, einem der am besten erhaltenen Viertel, in dem Masematte-Sprecherinnen und Sprecher gelebt haben. Hier kurven wir kreuz und quer durch die Strehlen und dibbern uns die jovlen Beis‘ an. Wir fahren durch die Straßen und schauen uns die schönen Häuser an.

Das waren früher mal Arbeiterhäuser. Zum Teil wenigstens. Jetzt fahren wir auf den Hafen zu und halten kurz an der Schillerstraße an, dort, wo sie über den Kanal führt. Hier erinnern wir uns daran, dass es eine Menge falscher Annahmen und Legenden über die Masematte gibt. Und nein, nach Klein-Muffi haben nicht die holländischen Kanalarbeiter die Masematte mitgebracht oder gar erfunden.

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Wahr ist: Die Masematte entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Und der Kanal wurde erst sehr viel später gebaut, Anfang des 20. Jahrhunderts. In der Masematte taucht kein einziges Wort auf, das der niederländischen Sprache entstammt. Der Name Klein-Muffi war eindeutig eine Fremdbezeichnung des bürgerlichen Münsters und diskriminierend gemeint. Denn hier lebten Arbeiter mit ihren Familien.

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