Die Kolumne von Anna Stern | Das Phänomen der Blase

Porträt von Anna Stern
von Anna Stern

Guten Tag,

in meiner ersten Kolumne ging es um zwei existenzielle Bedingungen für Künstler:innen, um überhaupt Kunst schaffen zu können: Raum und Geld. Eine dritte, ebenso existenzielle Bedingung ist: das Publikum. Denn die Kunst wird selten um der Kunst willen gemacht. Sie will zugänglich sein, sie soll Menschen erreichen, berühren. Aber was, wenn die Menschen nicht mehr kommen?

Schon vor Corona haben Theater, Kinos, Museen oder Konzertveranstalter:innen zunehmend härter um Publikum gekämpft. Doch der Lockdown hat eine verheerende Schneise geschlagen. Die lange Zeit, in der Live-Veranstaltungen nicht erlaubt waren, hat Gewohnheiten verändert, anscheinend nachhaltig. Viele gehen zum Beispiel nicht mehr ins Kino, sondern bleiben auf dem Sofa sitzen und schauen zu Hause Serien, deren Charaktere einem nach fünf Staffeln geradezu ans Herz gewachsen sind. Menschen haben sich im inneren Lockdown eingerichtet. Bequemlichkeit plus Netflix ist nur einer von vielen Gründen dafür.

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