40 Millionen auf der Richter-Skala | Der Kultur-Brief von Christoph Tiemann

Portrait Christoph Tiemann (Kultur-Kolumne)
von Christoph Tiemann

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das Börde-Berufskolleg in Soest ist ein hübsch-hässlicher Betonbau aus den späten 70er Jahren. Den zur Eröffnung des Gebäudes vor 46 Jahren ausgeschriebenen Wettbewerb „Kunst am Bau“ gewann der in Dresden geborene, aber inzwischen in Köln lebende Maler Gerhard Richter. Der hatte gelbe Pinselstriche auf einen kleinen Karton mit rotem und einen mit blauem Untergrund gemalt, beide fotografiert und mit einem Diaprojektor auf mehrere große Leinwände projiziert. Diese um ein Vielfaches vergrößerten Pinselstriche hatte Gerhard Richter dann wiederum mit Farbe auf die Leinwände übertragen.

Das Ergebnis: ein Werk, das kurioserweise fotorealistisch und gleichzeitig abstrakt ist und den Prozess des Malens selbst in den Mittelpunkt stellt. Name: „Strich (auf Blau)“ und „Strich (auf Rot)“; monumentale Maße: jeweils 1,90 mal 20 Meter.

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