Der Kultur-Brief von Christoph Tiemann | Dauer-Leih-Knabe

Portrait Christoph Tiemann (Kultur-Kolumne)
von Christoph Tiemann

Guten Tag,

Die Erkenntnis, dass man eine USP, eine Unique Selling Proposition oder auch ein Alleinstellungsmerkmal braucht, um am Markt zu bestehen, stammt vom US-Amerikaner Rosser Reeves. Der glattrasierte Typ mit akkurat gestriegeltem Haar und dunkelumrandeter Brille war ein Pionier der Fernsehwerbung und als New Yorker ad man (Werbefachmann) eines der Vorbilder für die Serie „Mad Men“.

Das Konzept eines einzigartigen Kaufversprechens beschrieb Rosser Reeves in den 1940er Jahren. Er verstand es vor allem als Rezept für eine erfolgreiche Werbekampagne. Heute aber betet jeder, der sich für eine Fachperson hält, das Dogma der USP in Seminaren und Workshops zu allen möglichen Themen herunter – nicht mehr nur für Produkte und Dienstleistungen ist eine USP unverzichtbar: in einer Gesellschaft, die im Sud des Kapitalismus seit Jahrhunderten vor sich hin köchelt, braucht auch jeder Mensch sein verkaufsförderndes Alleinstellungsmerkmal.

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