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2026-03-16-UAK-Overkamp

„Ich sehe kein ernsthaftes Interesse am Umbau von Machtstrukturen“

Akten fehlen, Verfahren dauern Jahre, Betroffene werden zu Bittstellern: Die Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche stockt an vielen Stellen. Wir haben mit der Supervisorin Ulrike Overkamp darüber gesprochen, woran das liegt – und was sich ändern müsste.

von Ralf Heimann • Titelfoto: Kommission zur unabhängigen Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs Bistum Münster e.V.

Frau Overkamp, die Unabhängige Aufarbeitungskommission für das Bistum Münster beschäftigt sich seit einem Jahr mit der Aufarbeitung von sexueller Gewalt in der katholischen Kirche. Was steht dabei im Weg?

Overkamp: Ein großes Hindernis ist die Bürokratie. Wenn Menschen davon erzählen wollen, was ihnen passiert ist, müssen sie sich an die Interventionsstelle im Bistum wenden. Die prüft dann, ob das alles plausibel ist. Das ist nicht so streng wie in einem Strafverfahren, wo alles hieb- und stichfest bewiesen werden muss. Aber auch dieses Plausibilitätsverfahren ist problematisch.

Warum?

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