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Die ganze Welt in einer Klasse
Deutschkurse sollen Geflüchteten beim Ankommen helfen. Jonas Lüth wollte wissen: Was passiert in diesem Kurs? Er hat sich mit auf die Schulbank gesetzt.
In einem Klassenraum im ersten Stock eines ehemaligen Ärztehauses an der Urbanstraße im Bahnhofsviertel blicken 15 Augenpaare erwartungsvoll auf den Mund von Franziska Thiery. „Stadt-füh-rung“, sagt sie. Ihre Lippen formen das Wort. Bald sind Prüfungen im Integrationskurs der Wipdaf-Sprachschule. Franziska Thiery, 60 Jahre alt, honigblonde lange Haare, bunte Bluse, ist die Lehrerin. Ihre Klasse wiederholt die fremden Silben im Chor. „Ja, ganz schräges Wort!“, ruft Thiery. In ihrem Blick liegt Zuversicht.
Die Schüler sind, meist als Geflüchtete, aus Ländern nach Münster gekommen, so unterschiedlich wie die Ukraine und Syrien, wie Nigeria und Armenien. Franziska Thiery und ihre Kolleginnen haben es hier mit der Vielfalt zu tun, die von einigen in Deutschland verdammt wird – und von anderen gepriesen.
Fast alle erwachsenen Altersgruppen sind vertreten, verschiedene Motivationen, Migrations- und Fluchtgeschichten. Einige Schüler haben schwere Traumata im Gepäck. Man sieht es in ihren Gesichtern. Andere strahlen.
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