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Hauptkläranlage Münster

Unterwegs mit einer Klospülung

Unter Münster liegt ein weit verzweigtes Netz aus Kanälen und Pumpwerken. Dort verschwindet der Stoffwechsel der ganzen Stadt. Aber wohin eigentlich? Eine unterirdische Reise durch das städtische Verdauungssystem.

von David Pister • Fotos: Franca Hengstermann

Am Anfang drückt jemand die Spültaste der Toilette in der RUMS-Redaktion. Ein Ventil am Boden des Spülkastens öffnet sich, etwa sechs Liter Wasser schießen in die Kloschüssel und rotieren entlang der porzellanenen Innenwand. Wenn der Wasserspiegel einen gewissen Punkt übersteigt, wird der gesamte Inhalt der Schüssel nach unten gezogen.

Am Ende strömt Wasser aus einem Rohr in eine Rinne. Brennnesseln, Hasel und Brombeersträucher säumen den Ablauf am nördlichen Rand der Hauptkläranlage Münster. Von dort fließt das Wasser zu den Rieselfeldern und schließlich in die Ems.

Dazwischen liegen 6.650 Meter Leitungen, 47 Stunden und 24 Minuten ohne Regen. Mit Regen geht es deutlich schneller. Sobald Wasser die Toilette runtergespült und zu Abwasser wird, ist es unsichtbar. Was passiert mit dem Abwasser zwischen Toilette und Ems – und was kann das Abwasser über Münster erzählen?

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