Hammer Straße: Mann steigt von Kran | Uniklinik: Personal streikt | Bürgersteige: Gehwegparken bald Geschichte?

Müns­ter, 3. Mai 2022

Guten Tag,

heu­te Mit­tag ist der Mann her­un­ter­ge­stie­gen, der an der Ham­mer Stra­ße eine Woche lang auf einem Bau­kran ver­bracht und eine Bau­stel­le lahm­ge­legt hat­te. Der WDR berich­te­te am Mon­tag, dadurch sei­en auf der Bau­stel­le Kos­ten in Höhe von 15.000 Euro ent­stan­den. Die Poli­zei wach­te rund um die Uhr hin­ter einer Absper­rung. Auch das kos­tet Geld. Schon dadurch wird der Fall zu einer öffent­li­chen Ange­le­gen­heit und zu einem Anlass für eine Berichterstattung. 

Der Mann hat auch vor­her öffent­li­che Auf­merk­sam­keit erregt. Auf sei­nem Grund­stück in Kin­der­haus lagert er seit Jah­ren immer wie­der so viel Müll, dass sich der Gestank in der Nach­bar­schaft ver­brei­tet. Der Müll zieht Rat­ten an. Die Stadt hat das Grund­stück mehr­fach räu­men las­sen. Der Mann hat Men­schen bedroht, beschimpft und in Angst ver­setzt. Er beschäf­tigt seit Jah­ren die Gerich­te. Und er stra­pa­ziert damit eine Fra­ge bis aufs Äußers­te: Wo endet die Frei­heit des Einzelnen? 

Wer einen Gar­ten hat, darf dort Müll lagern, auch wenn den Men­schen auf dem Grund­stück dane­ben der Anblick nicht gefällt. Kri­tisch wird es erst, wenn der Müll ihr Leben beein­träch­tigt. Men­schen dür­fen unfreund­lich sein, aber das Gesetz setzt Gren­zen. Nur was pas­siert, wenn wie bei einer chi­ne­si­schen Was­serfol­ter die Sum­me der ein­zel­nen Trop­fen die Situa­ti­on uner­träg­lich macht?

In den Medi­en­be­rich­ten ist immer wie­der die Rede davon, dass der Mann eine psy­chi­sche Erkran­kung habe. Die West­fä­li­schen Nach­rich­ten schrei­ben, im Jahr 2019 habe ein Gut­ach­ter befun­den, „von dem psy­chisch kran­ken Mann gehe kei­ne Gefahr aus“. Eine zwei­te Fra­ge in die­sem Fall ist: Wie viel Rück­sicht muss die Gesell­schaft auf einen Men­schen neh­men, der eine psy­chi­sche Erkran­kung hat? 

Die­se Fra­ge wird sich im Zusam­men­hang mit dem Kran schon da stel­len, wo es um die Kos­ten für den Poli­zei­ein­satz und die still­ge­leg­te Bau­stel­le gehen wird. Wird der Mann das alles zah­len müs­sen? Das ist gut mög­lich. Die Poli­zei­spre­che­rin Anto­nia Lin­nen­brink sag­te dem WDR am Mon­tag, man prü­fe, ob man dem Mann den Ein­satz in Rech­nung stel­len kön­ne. Noch steht das nicht fest, sag­te uns eine Poli­zei­spre­che­rin heu­te Nach­mit­tag. Ste­fan Wis­mann, Geschäfts­füh­rer der städ­ti­schen Woh­nungs­ge­sell­schaft Wohn- und Stadt­bau sag­te, man den­ke über eine zivil­recht­li­che Kla­ge nach. Nach­dem der Mann heu­te Nach­mit­tag wie­der unten war, nahm die Poli­zei ihn fest. Jetzt ist er in Gewahr­sam. Eine Poli­zei­spre­che­rin sag­te uns heu­te Mit­tag, der Mann wer­de jetzt unter­sucht. Dem ers­ten Ein­druck nach gehe es ihm gesund­heit­lich gut. (rhe)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Ham­mer Stra­ße: Kran-Beset­zung endet
  • Uni­kli­nik: Streik beginnt
  • Par­ken in Müns­ter I: Urteil aus Bremen
  • Par­ken in Müns­ter II: Vor­bild Karlsruhe
  • Musik-Cam­pus-Gip­fel: Klappt’s jetzt endlich?
  • Coro­na: Fran­zis­kus-Hos­pi­tal schließt Station
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: Schach Niggemann
  • Drin­nen und Drau­ßen: Wir ver­lo­sen Karten

Streik an der Uniklinik hat begonnen

Es hat­te sich schon abge­zeich­net: Mitarbeiter:innen der Uni­kli­nik Müns­ter und der fünf ande­ren Uni­kli­ni­ken in NRW sind ges­tern in den Streik getre­ten. Die Gewerk­schaft Ver­di hat­te dem Arbeit­ge­ber­ver­band des Lan­des ein 100-Tage-Ulti­ma­tum gestellt, um einen soge­nann­ten Tarif­ver­trag Ent­las­tung zu ver­han­deln (RUMS-Brief vom 22. April). In die­sem Ver­trag sol­len ver­bind­li­che Per­so­nal­schlüs­sel fest­ge­legt wer­den, außer­dem ein Frei­zeit­aus­gleich, wenn die­se Schlüs­sel nicht ein­ge­hal­ten wer­den und die Kli­nik­kräf­te in einer schlech­te­ren Beset­zung arbei­ten müssen.

Das Ulti­ma­tum ist am Sonn­tag aus­ge­lau­fen, ohne dass der Arbeit­ge­ber­ver­band ein Gesprächs­an­ge­bot gemacht habe, wie Verdi-Vertreter:innen am Mon­tag­mor­gen in einer Pres­se­kon­fe­renz mit­teil­ten. Des­halb haben gut 98 Pro­zent der Klinikmitarbeiter:innen, die Mit­glied in der Gewerk­schaft sind, für einen unbe­fris­te­ten Streik gestimmt.

Planbare Operationen verschoben

Ges­tern und heu­te ging es erst ein­mal mit einem Warn­streik los. 50 bis 60 Mitarbeiter:innen sei­en dem Streik­auf­ruf gefolgt, schreibt uns die Pres­se­stel­le der Uni­kli­nik Müns­ter auf Anfra­ge, haupt­säch­lich Pfle­ge­kräf­te, aber auch Per­so­nal aus ande­ren Berei­chen. Das hat­te noch kei­ne all­zu gro­ßen Aus­wir­kun­gen auf den Kli­nik­be­trieb, zumin­dest wenn man nur auf die rei­nen Zah­len schaut. Ges­tern sei­en 31 der ins­ge­samt 40 Ope­ra­ti­ons­sä­le betrie­ben wor­den, heu­te 32, sagt uns Pres­se­spre­che­rin Anja Wen­gen­roth. Das sei­en etwa so vie­le wie Anfang der ver­gan­ge­nen Woche, da sei­en mehr Mitarbeiter:innen als jetzt coro­nabe­dingt aus­ge­fal­len. Wegen der Pan­de­mie, Coro­na-Aus­fäl­len beim Per­so­nal und des all­ge­mei­nen Pfle­ge­man­gels kön­nen schon lan­ge nicht mehr alle 40 OP-Säle gleich­zei­tig betrie­ben werden.

Aller­dings waren die 153 Ope­ra­tio­nen ges­tern vor allem ambu­lan­te und Not­fall-OPs. Um mög­lichst weni­ge Bet­ten zu bele­gen, habe man vor­sorg­lich soge­nann­te elek­ti­ve Ein­grif­fe (also plan­ba­re Ope­ra­tio­nen) ver­scho­ben, nach denen Patient:innen min­des­tens für eine Nacht im Kran­ken­haus blei­ben müs­sen. Wie vie­le sol­cher Ope­ra­tio­nen ver­scho­ben wer­den muss­ten, konn­te uns die Pres­se­stel­le nicht sagen.

Ab Mittwoch größere Ausfälle

Grö­ße­re Streiks und damit auch grö­ße­re Per­so­nal­aus­fäl­le wird es ab mor­gen geben. Die Gewerk­schaft hat­te der Uni­kli­nik Müns­ter erst ein­mal Streik­maß­nah­men bis ein­schließ­lich Sams­tag ange­kün­digt, wie die Kli­nik vor­ges­tern in einer Pres­se­mit­tei­lung schrieb. Aber nach der Urab­stim­mung und dem Votum für einen unbe­fris­te­ten Streik ist davon aus­zu­ge­hen, dass es dabei nicht blei­ben wird, solan­ge der Arbeit­ge­ber­ver­band nicht ver­han­deln möchte.

Wie vie­le Mitarbeiter:innen dann strei­ken und auf den Sta­tio­nen, in der Küche oder im Kran­ken­trans­port feh­len wer­den, lässt sich vor­ab offen­bar nicht bezif­fern. Die Pres­se­stel­le schreibt, es wer­de in den nächs­ten Tagen zu erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen in den Ambu­lan­zen und bei sta­tio­nä­ren Auf­nah­men kom­men. Die Gewerk­schaft Ver­di und das Kli­nik­per­so­nal garan­tie­ren im Zuge einer soge­nann­ten Not­dienst­ver­ein­ba­rung, dass Not­fäl­le in allen Berei­chen ver­sorgt wer­den kön­nen. Dazu wird Ver­di jeden Tag mit­tei­len, wie vie­le Kräf­te aus wel­chen Berei­chen sich am Streik betei­li­gen, damit die Kli­nik pla­nen kann. Außer­dem haben Kran­ken­haus und Gewerk­schaft schon ver­ein­bart, dass ab mor­gen nur noch zwölf OP-Säle und 749 der rund 1.500 Bet­ten betrie­ben werden.

Inter­es­sant ist, dass die Uni­kli­nik zumin­dest in ihrer Außen­kom­mu­ni­ka­ti­on nicht in Kon­fron­ta­ti­on zu ihren strei­ken­den Mitarbeiter:innen geht. Wir hat­ten der Pres­se­stel­le zwei Fra­gen geschickt, die sich auf die Per­so­nal­aus­fäl­le und die Fol­gen für Kli­nik und Patient:innen bezie­hen. In bei­den Ant­wor­ten heißt es, dass Mitarbeiter:innen „von ihrem Streik­recht Gebrauch machen“.

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Heinz Rech von Ver­di berich­te­te ges­tern bei der Pres­se­kon­fe­renz, es sei nicht so ein­fach gewe­sen, die Not­dienst­ver­ein­ba­run­gen aus­zu­han­deln. Zum einen, weil die Gewerk­schaft mit jeder ein­zel­nen Uni­kli­nik sepa­rat ver­han­deln müs­se (anders als in Müns­ter ist das nicht über­all gelun­gen). Zum ande­ren, weil für die Not­diens­te „Per­so­nal­stan­dards gere­gelt wer­den sol­len, die im nor­ma­len Betrieb nicht gewähr­leis­tet wer­den können“.

Der neue Tarif­ver­trag, den die Gewerk­schaft aus­han­deln will, soll für Pfle­ge­kräf­te, aber auch vie­le ande­re Berufs­grup­pen gel­ten. Wir hat­ten vor­letz­te Woche bei­spiel­haft doku­men­tiert, wie eine Mit­ar­bei­te­rin im Pati­en­ten­ser­vice und eine Inten­siv­pfle­ge­rin ihren Arbeits­all­tag erle­ben und wo es aus ihrer Sicht hakt, weil zu wenig Per­so­nal da ist. Und wir hat­ten in dem Brief auch erklärt, war­um in der Pfle­ge die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Per­so­nal­schlüs­sel zwar auf dem Papier ein­ge­hal­ten, tat­säch­lich aber oft unter­schrit­ten werden.

Die Stimmung beim Personal

Bei der Ver­di-Pres­se­kon­fe­renz am Mon­tag­mor­gen saß neben Gewerkschaftsvertreter:innen auch Lisa Schlag­heck auf dem Podi­um, die als Pfle­ge­kraft in einer Not­auf­nah­me an der Uni­kli­nik Müns­ter arbei­tet. Sie schil­der­te die Stim­mung, die sie bei ihren Kolleg:innen erlebt: „Vie­le freu­en sich auf den Streik. Nicht, weil sie Lust auf Kra­wall haben. Son­dern weil der Streik es mög­lich macht, in einer Beset­zung zu arbei­ten, die mach­bar ist.“ In ihrer Not­auf­nah­me wür­den nicht nur Notfallpatient:innen behan­delt, son­dern auch sol­che mit Ter­mi­nen. Außer­dem wür­den auch klei­ne­re OPs durch­ge­führt. „Nach Wochen und Mona­ten in unter­be­setz­ten Schich­ten freu­en wir uns dar­auf, nur noch die Not­fall­pa­ti­en­ten ver­sor­gen zu müs­sen“, sag­te Lisa Schlag­heck. Denn alle wei­te­ren Auf­ga­ben, die sonst mit viel zu wenig Per­so­nal geleis­tet wer­den müss­ten, fie­len durch den Streik für eine gewis­se Zeit weg. Das sei ihr wich­tig: Nicht der Streik, son­dern der Nor­mal­zu­stand gefähr­de die Sicher­heit der Patient:innen.

Der Arbeit­ge­ber­ver­band hat uns kei­ne Fra­gen dazu beant­wor­tet, wie es jetzt wei­ter­geht. Man sag­te uns, der Ver­band selbst mache kei­ne Pres­se­ar­beit, wir sol­len uns an die Pres­se­stel­le des NRW-Finanz­mi­nis­te­ri­ums wen­den. Das haben wir auch getan und dem Finanz­mi­nis­te­ri­um eini­ge Fra­gen zuge­sen­det. Eine Ant­wort haben wir aber lei­der nicht bekom­men. Ob und wann der Arbeit­ge­ber­ver­band ver­han­deln will, wis­sen wir also heu­te noch nicht. (cbu)

Zahlen, bitte. 

Müns­ter hat­te im Jahr 2020 fast 314.000 Einwohner:innen. Sie leb­ten in knapp 171.000 Haus­hal­ten, 92.000 von ihnen allei­ne. Das sind 54 Pro­zent. Zum Ver­gleich: In ganz Deutsch­land leben knapp 41 Pro­zent der Men­schen in Ein­per­so­nen­haus­hal­ten. Quel­len: Desta­tis, Stadt Münster

Ist Gehwegparken bald Geschichte?

Fra­gen Sie sich auch manch­mal, was gera­de in Bre­men los ist? Im kleins­ten Bun­des­land der Repu­blik sprach das Ver­wal­tungs­ge­richt Ende letz­ten Jah­res ein Urteil, das die Ver­kehrs­wen­de in ganz Deutsch­land beein­flus­sen könn­te. Zum Bei­spiel in Müns­ter, denn hier zeigt das Urteil all­mäh­lich sei­ne Strahlkraft.

Was war pas­siert? Im Novem­ber ver­klag­ten eini­ge Bremer:innen Mai­ke Schae­fer, die grü­ne Ver­kehrs­se­na­to­rin der Han­se­stadt. Die­se ärger­ten sich schon seit Jah­ren dar­über, dass die Bre­mer Stadt­ver­wal­tung nichts gegen das Geh­weg­par­ken vor ihrer Haus­tür unter­nimmt. Das ist eigent­lich laut Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung ver­bo­ten, wird aber still­schwei­gend geduldet.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt urteil­te schließ­lich im Sin­ne der Anwoh­nen­den: Dem Urteil nach haben sie ein Recht auf freie Geh­we­ge. In der Begrün­dung heißt es, „die Klä­ger sei­en auf­grund der Dau­er und Häu­fig­keit der Ver­stö­ße erheb­lich in ihrem Recht, die Geh­we­ge beim Ver­las­sen und Wie­der­auf­su­chen ihrer Wohn­häu­ser zu nut­zen, beein­träch­tigt.“ Die Leu­te, die ihre Autos auf den Bür­ger­stei­gen abstel­len, könn­ten sich ihrer­seits nicht dar­auf beru­fen, dass sie ihre Fahr­zeu­ge schon immer auf dem Geh­weg abge­stellt und die Ver­kehrs­kon­trol­len das bis­her gedul­det haben.

Nun müs­se die Bre­mer Ver­kehrs­be­hör­de han­deln. An Ideen man­ge­le es nicht, man könn­te zum Bei­spiel Schil­der oder Pfäh­le auf­stel­len oder – wenn das alles nichts nützt – die Autos auch ein­fach abschleppen.

Und was hat das alles mit Münster zu tun?

Viel­leicht kommt Ihnen das bekannt vor. Auch hier in Müns­ter ärgern sich vie­le immer wie­der dar­über, dass die Stadt nichts gegen das Par­ken auf dem Bür­ger­steig unter­nimmt. Die Grü­nen und Volt haben des­halb jetzt einen gemein­sa­men Antrag in die Bezirks­ver­tre­tung Müns­ter-Mit­te ein­ge­bracht, der dem Geh­weg­par­ken den Gar­aus machen soll. Das Gan­ze soll „uns allen die Pein­lich­keit erspa­ren, dass erst ein Gericht die Ver­wal­tung zum Han­deln auf­for­dern muss, da sie selbst ihrer Auf­ga­be nicht nach­kommt“, heißt es in dem Papier.

Kai Mey­er vor dem Esche, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Grü­nen in der Bezirks­ver­tre­tung Mit­te, erklärt das Pro­blem und den Vor­stoß so: In Müns­ter wür­den immer mehr Autos zuge­las­sen, obwohl die Stadt für so vie­le Fahr­zeu­ge gar nicht geeig­net sei. Gleich­zei­tig wür­den vie­le Stell­flä­chen in den Park­häu­sern der Stadt leer ste­hen, denn statt­des­sen wür­den vie­le ihr Auto ein­fach in den Vier­teln abstel­len. Das könn­te gefähr­lich enden, denn gera­de Kin­der und älte­re Men­schen sei­en zum Bei­spiel auf abge­senk­te Bord­stei­ne ange­wie­sen, die die Geh­weg­par­ker aber ver­sperr­ten. Schlimms­ten­falls wür­den die Autos die Stra­ßen so zustel­len, dass kein Ret­tungs­wa­gen mehr rein oder raus könnte.

Dage­gen hel­fe laut Mey­er vor dem Esche „auch kein Knöll­chen mehr“. Grü­ne und Volt wol­len daher, dass die Stadt Geh­weg­par­ken stär­ker kon­trol­liert und Fahr­zeu­ge, die vor abge­senk­ten Bord­stei­nen, auf dem Rad­weg oder auf dem Bür­ger­steig par­ken, kon­se­quent abschleppt.

Parken wie in Karlsruhe

Außer­dem sol­len die Autos in Müns­ter-Mit­te künf­tig par­ken wie in Karls­ru­he. Dort darf man sein Auto im Vier­tel nur noch auf mar­kier­ten Flä­chen abstel­len. Und die­se Mar­kie­run­gen auf dem Boden fin­den sich auch nur dort, wo links und rechts davon noch genug Platz für Ret­tungs­wa­gen und zu Fuß Gehen­de bleibt. Wer falsch parkt, wird abge­schleppt. Das hört sich streng an, nennt die Stadt Karls­ru­he aber fai­res Par­ken. Ein sol­ches Modell wün­schen sich Grü­ne und Volt auch für Müns­ter, am bes­ten schon nach den Sommerferien. 

Heu­te Abend stimmt die Bezirks­ver­tre­tung Müns­ter-Mit­te über den Antrag von Grü­nen und Volt ab. Das Logo der Koali­ti­ons­part­ne­rin SPD fehlt aller­dings auf dem Papier. Und das hat einen ein­fa­chen Grund, sagt Lau­ra Maxel­lon, die für die SPD in der Bezirks­ver­samm­lung Mit­te sitzt: Grü­ne und Volt hät­ten den Antrag letz­te Woche zur Abstim­mung vor­ge­legt, aber aus per­so­nel­len Grün­den habe es die SPD nicht geschafft, das Papier recht­zei­tig zu prü­fen. Das sei im Nach­hin­ein auch nicht schlimm gewe­sen, denn die SPD hät­te dem Antrag in die­ser Form sowie­so nicht zugestimmt.

Dar­in feh­le näm­lich ein Gesamt­kon­zept, sagt Lau­ra Maxel­lon. Des­halb sei­en noch Fra­gen offen, zum Bei­spiel ob es Aus­gleichs­flä­chen in Quar­tiers­ga­ra­gen für weg­fal­len­de Park­plät­ze geben oder ob das Ord­nungs­amt mehr Per­so­nal für Kon­trol­len bekom­men wür­de. Die Stoß­rich­tung des Antrags sei aber rich­tig: Geh­weg­par­ken sei falsch und Fair Par­ken rich­tig. „Aber einen Miss­stand, der sich jah­re­lang ange­sam­melt hat, lässt sich nicht ein­fach durch Abschlep­pen lösen“, sagt Maxellon.

In Bre­men ist übri­gens das letz­te Wort auch noch nicht gespro­chen. Die grü­ne Ver­kehrs­se­na­to­rin Mai­ke Schae­fer, die das Urteil laut taz als „Mei­len­stein für die Ver­kehrs­wen­de“ bezeich­net hat, ist dage­gen in Beru­fung gegan­gen. Das hat sie zusam­men mit dem Bre­mer Innen­se­na­tor Ulrich Mäu­rer von der SPD beschlos­sen, der für Poli­zei und Ord­nungs­amt und damit für die Ver­kehrs­kon­trol­len zustän­dig ist. Mäu­rer fin­det das Urteil „völ­lig lebens­fremd“. Wel­cher Mei­nung sich die Bezirks­ver­samm­lung Mit­te anschließt, wird sich heu­te Abend zei­gen. (sfo)

Der Rürup 

Kurz und Klein

+++ Heu­te Abend soll es mit dem Musik-Cam­pus einen Schritt wei­ter­ge­hen. Ob das gelin­gen wird, ist noch nicht klar. Um 19:30 Uhr beginnt der „Gip­fel“, den der Ober­bür­ger­meis­ter Lewe ein­be­ru­fen hat­te, um offe­ne Fra­gen zu klä­ren. Die FDP hat vor­ab eine Pres­se­mit­tei­lung ver­öf­fent­licht, die eher skep­tisch klingt. Über­schrift: „Ohne kla­re Ideen wird es ein kla­res Nein von der FDP geben.“ FDP-Frak­ti­ons­chef Jörg Berens ver­misst unter ande­rem „eine Agen­da, die die The­men benennt, die an die­sem Abend bespro­chen wer­den sol­len“. Außer­dem kri­ti­siert er die Kom­mu­ni­ka­ti­on des Ober­bür­ger­meis­ters. Auf eine Anfra­ge der Par­tei mit der Bit­te, den Bau- und Lie­gen­schafts­be­trieb des Lan­des (BLB NRW) dazu­zu­ho­len, habe der Ober­bür­ger­meis­ter nicht reagiert. Der BLB NRW soll den Cam­pus bau­en. In die Rich­tung geht auch das, was aus dem Rat­haus­bünd­nis zu hören ist. Nach der Ein­la­dung habe bis­lang nicht viel Kom­mu­ni­ka­ti­on statt­ge­fun­den. Aber wenn am Abend eine Vor­la­ge auf dem Tisch lie­ge, in der die offe­nen Fra­gen beant­wor­tet wür­den, sei das kein Pro­blem. (rhe)

+++ Für die Men­schen, die aus der Ukrai­ne nach Müns­ter geflüch­tet sind, hat die Stadt neue Unter­künf­te her­ge­rich­tet. Die­se Ein­rich­tun­gen befin­den sich in Gie­ven­beck, Han­dorf, im Kreuz­vier­tel und am Ring. Dort sol­len die Geflüch­te­ten unter­kom­men, solan­ge die Bri­ten-Häu­ser und die Blü­cher-Kaser­ne noch saniert wer­den. Laut Stadt leben rund 2.300 geflüch­te­te Ukrainer:innen in Müns­ter, fast 1.500 von ihnen in Not­un­ter­künf­ten. (sfo)

+++ Sel­ten haben Unter­neh­men in Müns­ter so viel Per­so­nal gesucht wie im Moment. Das mel­det die Arbeits­agen­tur Müns­ter. Das Pro­blem: Die offe­nen Stel­len sind oft­mals für Fach­kräf­te aus­ge­schrie­ben, Müns­ters Arbeits­lo­se sind aber meist gering­qua­li­fi­ziert. Des­halb sei Wei­ter­bil­dung nötig. Die Arbeits­lo­sen­quo­te blieb gegen­über März unver­än­dert bei 4,3 Pro­zent und lag damit um 0,9 Pro­zent­punk­te unter der Quo­te im Vor­jahr. (jgn)

+++ Die Ver­wal­tung hat einen Vor­schlag dazu gemacht, wie die Stadt ihre maro­den Brun­nen sanie­ren kann. Die meis­ten sei­en so alt, dass dies pas­sie­ren müss­te, so steht es in die­sem Papier. Die Brun­nen am Dom­platz, Kie­pen­kerl, Cle­mens­kirch­gar­ten und der Mar­ti­ni-Brun­nen sind laut Stadt schon wie­der in Betrieb. Die am Süd­park, Iden­brock­platz, am Sprick­mann­platz und der Aab­rü­cke-Berg­stra­ße-Brun­nen sol­len ab Mai wie­der lau­fen. Stimmt die Poli­tik dem Vor­schlag zu, gibt die Stadt in einem ers­ten Schritt vier Jah­re lang 100.000 Euro aus, um die Brun­nen wie­der zum Lau­fen zu bekom­men. In einem zwei­ten Schritt wür­de die Stadt dann 1,8 Mil­lio­nen Euro bereit­stel­len müs­sen, um die Brun­nen grund­le­gend zu sanie­ren. Außer­dem müss­te die Stadt nach dem Vor­schlag Per­so­nal ein­stel­len, um die Brun­nen wie­der zu betrei­ben. Im ver­gan­ge­nen Jahr habe man von 23 Brun­nen neun in Betrieb neh­men kön­nen, schreibt die Ver­wal­tung. Elf hät­ten tro­cken blei­ben müs­sen, drei wür­den zur­zeit saniert. (rhe)

+++ Über die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten, sich schnell über die Pro­gram­me der Par­tei­en für die Land­tags­wahl zu infor­mie­ren, haben wir schon mehr­fach berich­tet. Eine Hil­fe wol­len wir Ihnen trotz­dem noch vor­stel­len: den Kli­ma­wahl­check. Den haben Klima-Aktivist:innen für die Wahl aus Nord­rhein-West­fa­len ent­wi­ckelt. Er funk­tio­niert aber etwas anders als der Wahl-O-Mat und sei­ne Able­ger. Sie müs­sen nicht ihre Ein­schät­zun­gen zu bestimm­ten Fra­gen abge­ben, son­dern bekom­men gleich das Ergeb­nis, wie sich die Par­tei­en in wel­cher Kli­ma­fra­ge posi­tio­niert. Und wenn Sie noch mehr dazu wis­sen wol­len: Schau­en Sie ein­mal in unse­ren Ver­an­stal­tungs­tipps nach. Da ist etwas Inter­es­san­tes zur Kli­ma­po­li­tik dabei. (sfo)

Corona-Update

+++ In Müns­ter ist das Infek­ti­ons­ge­sche­hen wei­ter rück­läu­fig. Zur­zeit gel­ten 4.579 Men­schen als nach­weis­lich infi­ziert und von ges­tern auf heu­te mel­de­te die Stadt 341 neue Infek­tio­nen. Im Schnitt haben sich in den letz­ten sie­ben Tagen 808 Men­schen in Müns­ter pro 100.000 Ein­woh­ner mit dem Coro­na­vi­rus ange­steckt. 62 Infi­zier­te lie­gen im Kran­ken­haus, sie­ben von ihnen wer­den auf der Inten­siv­sta­ti­on behan­delt. Drei Patient:innen müs­sen beatmet wer­den. Zwei Per­so­nen sind außer­dem im Zusam­men­hang mit Covid-19 ver­stor­ben. Damit sind ins­ge­samt 202 Münsteraner:innen seit Pan­de­mie­be­ginn an oder mit Coro­na gestor­ben. (sfo)

+++ Trotz des rück­läu­fi­gen Infek­ti­ons­ge­sche­hens macht die Coro­na­pan­de­mie wei­ter­hin zu schaf­fen. Wie die West­fä­li­schen Nach­rich­ten berich­ten, hat das Fran­zis­kus-Hos­pi­tal gera­de mit Per­so­nal­knapp­heit zu kämp­fen. 40 Mit­ar­bei­ten­de könn­ten auf­grund einer Infek­ti­on nicht arbei­ten, sodass die kar­dio­lo­gi­sche Sta­ti­on im April geschlos­sen wer­den muss­te. Bis ges­tern war außer­dem die Ortho­pä­die des Kran­ken­hau­ses nicht arbeits­fä­hig. Eine Spre­che­rin des Fran­zis­kus­hos­pi­tal sag­te den WN aber, dass Patient:innen mit Herz­er­kran­kun­gen wei­ter­hin behan­delt wer­den könn­ten. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Auf dem Schloss­platz ste­hen bis Sonn­tag 50 Dino­sau­ri­er-Model­le. (Anten­ne Müns­ter)

+++ Die AStA-Vor­sit­zen­de for­dert die Revo­lu­ti­on, der RCDS ihren Rück­tritt. (Radio Q)

+++ Die LWL-Kom­mis­si­on All­tags­kul­tur­for­schung und der West­fä­li­sche Hei­mat­bund suchen Dach­bo­den­fund­stü­cke aus der Kolo­ni­al­zeit. (LWL)

+++ Eltern aus Müns­ter ent­wi­ckeln eine App für Eltern aus Müns­ter, die zum Bei­spiel zeigt, wo Spiel­plät­ze sind. (Eltern App Light Müns­ter)

+++ Die CDU wünscht sich eine App, die in medi­zi­ni­schen Not­fäl­len Hil­fe holt. (CDU Müns­ter)

+++ An der Flied­ner­stra­ße müs­sen vie­le Men­schen am Don­ners­tag ab 8 Uhr ihre Woh­nun­gen ver­las­sen, weil der Kampf­mit­tel­räum­dienst einen Blind­gän­ger ent­schärft. (Stadt Müns­ter)

+++ Eine neue Stadt­er­kun­dungs-App zeigt unter ande­rem, wo in Müns­ter die Stra­ßen­bahn fuhr. (Müns­ter Mar­ke­ting)

+++ In Göt­tin­gen dür­fen Frau­en in den Schwimm­bä­dern ohne Biki­ni-Ober­teil baden, in Müns­ter noch nicht. (West­fä­li­schen Nach­rich­ten)

+++ Das Bis­tum will an der Annet­te-Allee ein Bad durch eine Kita erset­zen. (West­fä­li­schen Nach­rich­ten)

+++ Sascha Hild­mann bleibt auch in der nächs­ten Sai­son Trai­ner von Preu­ßen Müns­ter. (100ProzentMeinSCP)

+++ Der Deut­sche Gewerk­schafts­bund hat ges­tern dar­an erin­nert, wie im Jahr 1933 die Gewerk­schaf­ten zer­schla­gen wur­den. (Müns­ter­Tu­be)

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Viel­leicht haben Sie in den letz­ten Jah­ren aus der Not eine Tugend gemacht und mal wie­der ein ver­staub­tes Brett­spiel aus dem Wohn­zim­mer­re­gal gekramt. Wenn Sie dann Schach gespielt haben, dann lie­gen Sie sogar voll im Trend. Denn seit dem Net­flix-Hit Das Damen­gam­bit ist Schach wie­der in Mode. Und wenn Sie schon auf den Geschmack gekom­men sind, kön­nen Sie Schach Nig­ge­mann in der Scha­dow­stra­ße mal einen Besuch abstat­ten. Den Fach­han­del gibt es schon seit 1985 und hat sich über die Jah­re als Spe­zia­list in der Schach­welt eta­bliert. Hier fin­den Sie nicht nur Spiel­fi­gu­ren und Schach­bret­ter, son­dern auch Lern­ma­te­ria­li­en, Bücher und Soft­ware, um noch ein biss­chen bes­ser zu werden.

Unse­re Emp­feh­lung für Schach Nig­ge­mann ist übri­gens eine von rund 250 unbe­zahl­ten Wer­bun­gen, die wir seit dem Start von RUMS für Sie gesam­melt haben. In die­ser Rubrik stel­len wir Ihnen jede Woche Restau­rants, Cafés, Geschäf­te oder ande­re Ange­bo­te in Müns­ter vor, die wir selbst aus­pro­biert haben und Ihnen wärms­tens emp­feh­len. Wenn Sie neu­gie­rig sind, für was wir alles schon gewor­ben haben, dann schau­en Sie doch ein­mal auf unse­rer neu­en Web­site vor­bei. Hier fin­den Sie bereits eine gan­ze Rei­he unse­rer Emp­feh­lun­gen der letz­ten zwei Jah­re. Viel­leicht ist noch der eine oder ande­re Tipp dar­un­ter, den Sie noch nicht ken­nen? Wenn Sie selbst ein­mal eine beson­de­re Emp­feh­lung haben, dann schi­cken Sie uns gern einen Hin­weis an redaktion@rums.ms. Und mel­den Sie sich auch gern, falls sich inzwi­schen Öff­nungs­zei­ten oder Adres­sen geän­dert haben. Und noch ein Hin­weis: Wir haben unse­re unbe­zahl­te Wer­bung für alle frei­ge­schal­tet, tei­len Sie unse­re Emp­feh­lun­gen also ger­ne, wenn Sie möchten.

Drinnen und Draußen

Die Tipps zu heu­te hat unse­re neue Kol­le­gin Vik­to­ria Pehl­ke zusammengestellt. 

+++ Der Kanu­ver­ein lädt zum Pad­del­treff ein. Wer die­sen Som­mer das Müns­ter­land vom Was­ser aus erkun­den möch­te, kann am Don­ners­tag um 18 Uhr auf einer anfän­ger­freund­li­chen Stre­cke in den Sport rein­schnup­pern. Nicht-Ver­eins­mit­glie­der zah­len fünf Euro, Treff­punkt ist das Boots­haus des Kanu Ver­eins. Mehr Infos fin­den Sie hier.

+++ Was pas­siert beim Kli­ma­wan­del mit Mee­ren, Wäl­dern, Mensch und Tier? Die­se und vie­le wei­te­re span­nen­de Fra­gen dis­ku­tie­ren Landtagskandidat:innen am Mitt­woch­abend im Schloss. Der Bio­lo­ge Tho­mas Hen­ningsen wird mit einem Vor­trag eine Ein­füh­rung in das The­ma geben. Beginn ist 19 Uhr im Hör­saal S10. 

+++ Die Orga­ni­sa­ti­on Art meets Edu­ca­ti­on gibt Kin­dern auf den Phil­ip­pi­nen Work­shops zu ana­lo­ger Foto­gra­fie und ver­kauft ihre Kunst­wer­ke in Deutsch­land als Prints. Die Erlö­se ermög­li­chen ihnen eine Schul­aus­bil­dung. Im Fyal fin­det am Frei­tag, den 6. Mai ab 19 Uhr eine Ver­nis­sa­ge mit den Kunst­wer­ken der Kin­der statt – alle Spen­den gehen an den Ver­ein Art meets Education. 

+++ Eine gerech­te Flücht­lings­po­li­tik muss für alle geflüch­te­ten Men­schen gel­ten, unab­hän­gig von ihrer Her­kunft. Unter dem Leit­spruch „Kein Mensch ist ille­gal“ ruft die See­brü­cke Müns­ter am Sams­tag um 13 Uhr zur Demons­tra­ti­on auf – für mehr Soli­da­ri­tät und gegen Dis­kri­mi­nie­rung. Treff­punkt ist die Wind­thorst­stra­ße am Haupt­bahn­hof. (Kor­rek­tur­hin­weis: Wir hat­ten zunächst geschrie­ben, die Demo fin­de am Frei­tag statt. Wir haben das korrigiert.)

+++ Ein unge­wöhn­li­ches Leben führt Johann Schee­rer nicht nur, weil er in sei­nem Stu­dio in Ham­burg mit inter­na­tio­nal renom­mier­ten Musiker:innen wie At the Dri­ve-In, Ali­ce Phoe­be-Lou, Rocko Scha­mo­ni oder Peter Doh­erty zusam­men­ar­bei­tet. Schee­rer ist auch der Sohn von Jan Phil­ipp Reem­ts­ma, der um Ostern 1996 jeden Tag die deut­schen Nach­rich­ten­sen­dun­gen und Zei­tun­gen beschäf­tig­te. Der Mul­ti­mil­lio­när wur­de damals ent­führt und 33 Tage lang fest­ge­hal­ten, bevor er gegen die Zah­lung eines hohen Löse­gel­des frei­ge­las­sen wur­de. 22 Jah­re spä­ter ver­öf­fent­lich­te Johann Schee­rer sei­ne Erin­ne­run­gen an die­se Zeit, in Form des wirk­lich beein­dru­cken­den und mit­rei­ßen­den Romans „Wir sind dann wohl die Ange­hö­ri­gen“. Drei Jah­re spä­ter, 2021, folg­te das zwei­te Buch „Unheim­lich nah“, das die Zeit nach der Ent­füh­rung beschreibt. Nun ist Schee­rer auf Lese­tour, auf der er auch Songs spielt, die er in der Pha­se nach der Ent­füh­rung geschrie­ben hat. Für den Abend in der Pen­si­on Schmidt (17. Mai, 19 Uhr) ver­lo­sen wir zwei Mal zwei Gäs­te­lis­ten­plät­ze. Wer inter­es­siert ist, schreibt uns hier.

+++ Das zwei­te Fes­ti­val der Viel­falt am Don­ners­tag fällt aus, tei­len die Ver­an­stal­ter mit. Im Novem­ber soll es in etwas klei­ne­rer Form nach­ge­holt wer­den. Die Podi­ums­dis­kus­si­on zum The­ma Woh­nen am Don­ners­tag um 19 Uhr im Paul-Ger­hardt-Haus, die wir im letz­ten RUMS-Brief ange­kün­digt hat­ten, fin­det trotz­dem statt.

+++ Der 8. Mai ist der Tag der Befrei­ung vom Natio­nal­so­zia­lis­mus. Das Stadt­en­sem­ble ver­an­stal­tet an die­sem Tag (Sonn­tag) im Amts­ge­richt eine Lesung in sechs Run­den. Gele­sen wird aus „Die Ermitt­lung“ von Peter Weiss, und zwar von 0 bis 24 Uhr, die Vor­stel­lun­gen begin­nen jeweils um 0 Uhr, 4 Uhr, 8 Uhr, 12 Uhr, 16 Uhr und 20 Uhr. Die Spiel­zeit dau­ert jeweils drei Stun­den. Das Gan­ze fin­det in Koope­ra­ti­on mit dem Thea­ter Müns­ter, dem Frie­dens­bü­ro und der Vil­la ten Hom­pel statt. Am 11. Mai (Mitt­woch) gibt’s dazu auch noch eine Diskussionsveranstaltung.

Am Frei­tag schreibt Ihnen Sebas­ti­an Fob­be. Haben Sie bis dahin eine gute Woche. 

Herz­li­che Grü­ße
Con­stan­ze Busch und Ralf Heimann

Mit­ar­beit: Sebas­ti­an Fob­be, Jan Gro­ße Nobis, Vik­to­ria Pehlke

Lek­to­rat: Anto­nia Strotmann


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PS

Wir hof­fen, Ihnen gefällt der neue RUMS-Brief. Und wir freu­en uns, wenn Sie uns per E-Mail oder in die Kom­men­ta­re schrei­ben, was Sie gut oder nicht so gut finden.

Wir möch­ten Sie hier außer­dem noch auf eine wei­te­re Neue­rung hin­wei­sen, die uns sehr wich­tig ist. Ab heu­te nen­nen wir unter unse­ren Tex­ten nicht nur die Namen der Kolleg:innen, die dar­an mit­ge­ar­bei­tet haben. Son­dern wir schrei­ben Ihnen auch, wer einen Brief oder Bei­trag lek­to­riert hat. Das hät­ten wir eigent­lich schon längst tun sol­len, aber wir sind ehr­lich: Wir haben nicht dar­an gedacht, weil es bis­her im Jour­na­lis­mus noch nicht üblich ist. Höchs­te Zeit, dass sich das ändert. Unse­re inzwi­schen fünf Lek­to­rin­nen fin­den und kor­ri­gie­ren nicht nur die letz­ten Feh­ler, son­dern geben unse­ren Tex­ten einen letz­ten Schliff, bevor wir sie Ihnen schi­cken. Sie wei­sen uns auf offe­ne Fra­gen oder Unklar­hei­ten hin, die uns selbst nicht auf­fal­len, wenn wir uns sehr tief in ein The­ma ein­ge­gra­ben haben. Und sie glät­ten unele­gan­te oder kom­pli­zier­te For­mu­lie­run­gen, die wir am Ende eines lan­gen Schreib­ta­ges selbst auch nicht mehr sehen. Ohne sie wäre RUMS also nicht so gut, wie es hof­fent­lich ist. Und das möch­ten wir ab jetzt auch für Sie sicht­bar machen.