Was wird aus Wilhelm? | Wir müssen reden | Das Lauschig

Müns­ter, 29. Juni 2021

Guten Tag,

zwei Jah­re will die West­fä­li­sche Wil­helms-Uni­ver­si­tät Müns­ter sich Zeit neh­men, um her­aus­zu­fin­den, ob sie ihren Namen behal­ten möch­te. Das klingt, als hät­te man sich aus­ufernd viel Zeit genom­men für eine rela­tiv leich­te Auf­ga­be. Ob eine Per­son sich als Namens­pa­tron einer Hoch­schu­le eig­net, das wer­den Fach­leu­te doch wohl beant­wor­ten kön­nen. Und es gibt ja sogar schon eine Einschätzung.

Eine Arbeits­grup­pe hat sich aus­führ­lich mit den Namens­ge­ber beschäf­tigt. Vor einem Monat hat der Senat über den Abschluss­be­richt bera­ten. Er fasst unter ande­rem die neu­es­ten For­schungs­er­geb­nis­se zusam­men. Das Urteil über Wil­helm lau­tet, er sei „über­aus mili­ta­ris­tisch und natio­na­lis­tisch, antis­la­wisch und gera­de­zu obses­siv anti­se­mi­tisch“ gewe­sen. Ist die Sache damit denn nicht klar? War­um also die zwei Jahre?

Eine Vor­stel­lung davon, war­um es sich loh­nen könn­te, sich etwas mehr Zeit zu neh­men, gab am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag die Psy­cho­lo­gin Johan­na Weber in der ers­ten einer Rei­he von Dis­kus­sio­nen zu die­sem The­ma. Titel: „What’s in a name?“ Auf Deutsch: Was ver­birgt sich hin­ter einem Namen? Das ist ein Shake­speare-Zitat aus dem Dra­ma Romeo und Julia. Und dort folgt danach der Satz: „Das, was wir eine Rose nen­nen, wür­de mit jedem ande­ren Namen genau­so süß duften.“

Sie fin­den, sol­che Fens­ter nerven?

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