Der allgegenwärtige Krieg | Ein Gespräch mit Marina Weisband | Kriegels Kruste

Müns­ter, 1. März 2022 

Guten Tag,

Tag sechs nach dem rus­si­schen Angriff auf die Ukrai­ne, und der Krieg ist in Müns­ter all­ge­gen­wär­tig. Auf dem Prin­zi­palmarkt demons­trier­ten am Wochen­en­de tau­sen­de Men­schen für Frie­den. Am Rat­haus wehen die euro­päi­sche und die ukrai­ni­sche Flag­ge. Im Haupt­bahn­hof leuch­te­ten ges­tern die ukrai­ni­schen Far­ben. An den Aasee­ter­ras­sen steht in blau­er und gel­ber Krei­de „Soli­da­ri­tät mit der Ukrai­ne & Schutz­su­chen­den aller Län­der“ auf dem Asphalt.

Am Sams­tag­abend war die deutsch-ukrai­ni­sche Pia­nis­tin Mari­na Bara­no­va in der Frie­dens­ka­pel­le zu Gast. Für mich und vie­le ande­re im Publi­kum war es das ers­te Kon­zert nach der lan­gen Coro­na-Pau­se. Ich hat­te mich auf den Abend gefreut. Aber jetzt war da der Krieg, und in Char­kiw, einer Uni­ver­si­täts­stadt wie Müns­ter, wo Mari­na Bara­no­va gebo­ren wur­de, schlu­gen zur glei­chen Zeit Rake­ten ein, Men­schen star­ben. Mari­na Bara­no­va rang mit ihren Wor­ten. Mit viel Mühe form­te sie jeden Satz. Und schließ­lich sag­te sie: „Ich spie­le bes­ser ein­fach Klavier.“ 

Am Sonn­tag­abend in der Ouzeri, einem grie­chi­schen Restau­rant, in dem sonst viel gelacht wird, misch­ten sich immer wie­der die glei­chen Wor­te in die Geräusch­ku­lis­se: „Putin“, „Selen­skyj“, „die Ukrai­ne“, „Krieg“. Gro­ße Rat­lo­sig­keit überall. 

Ich habe Mari­na Weis­band ange­ru­fen, unse­re Kolum­nis­tin. Sie ist in der ukrai­ni­schen Haupt­stadt Kiew gebo­ren. Sie hat einen deut­schen und einen ukrai­ni­schen Pass. Ein gro­ßer Teil ihrer Fami­lie lebt in Kiew, sie hat Ver­wand­te in Lem­berg im Wes­ten des Lan­des und in eini­gen Dör­fern. Das hier ist unser Gespräch. 

Mari­na, wie hast du die letz­ten Tage verbracht?

Seit ver­gan­ge­nen Diens­tag – das war zwei Tage vor Kriegs­aus­bruch – bin ich jeden Mor­gen um vier Uhr auf­ge­wacht. Dann habe ich zual­ler­erst in die Nach­rich­ten geschaut, weil ich schon damit rech­ne­te, dass es einen Angriff geben würde.

Der Krieg hat dich nicht überrascht? 

Das Aus­maß schon. Ich glau­be, das hat alle über­rascht. Der Angriff selbst nicht. Das hat Putin ja schon lan­ge vorbereitet. 

Du hast vie­le Ver­wand­te in der Ukrai­ne. Weißt du, wie es dei­ner Fami­lie geht?

Ja, wir ver­su­chen täg­lich zu telefonieren. 

Wor­über sprecht ihr? 

Ich hole mir Updates. Ich fra­ge, wie die Ver­sor­gungs­la­ge mei­ner Fami­lie ist, was sie gebrau­chen können. 

Und wie ist ihre Situa­ti­on gerade?

Mei­ne Fami­lie befin­det sich in Kiew in einem Haus. Mei­ne Tan­te hat ihre Eltern zu sich geholt. Sie leb­te vor­her im Zen­trum. Jetzt sind sie ein biss­chen wei­ter am Stadt­rand, aller­dings in der Nähe des Flug­ha­fens. Das ist auch nicht so gut.

Wie sicher ist es dort zurzeit? 

Die Lage in Kiew ist schon sehr dra­ma­tisch. Mei­ne Fami­lie ver­bringt die Näch­te im Bun­ker. Tags­über sind sie in ihrer Woh­nung. Von mei­ner Tan­te habe ich gehört, dass der Beschuss im Nor­den an der bela­rus­si­schen Gren­ze so schwer war, dass Men­schen den gan­zen Tag in den Kel­lern lagen, teil­wei­se mit den Kör­pern über ihren Kin­dern, um sie vor Trüm­mern zu schüt­zen. Beschos­sen wor­den ist mei­ne Fami­lie aber zum Glück noch nicht. 

Wie berei­tet dei­ne Fami­lie sich auf das vor, was sie in den nächs­ten Tagen und Wochen erwartet?

Mein Onkel ist in der Nach­­­bar­­schafts-Ver­­­tei­­di­­gung. Das gibt es über­all in Kiew. Er und 170 Män­ner haben sich für ihr klei­nes Vier­tel ein­ge­schrie­ben. Das sind fast alle Män­ner, die nicht an der Front sind. Die ver­tei­di­gen ihre Vier­tel. Also wenn Kiew erobert wird, dann Stra­ße um Straße. 

Und die Frauen? 

Mei­ne Tan­te hält in ihrem Haus Kri­sen­stab. Sie bespricht sich mit allen. Sie über­le­gen: Was machen wir, wenn in der Stra­ße geschos­sen wird? Was, wenn es Artil­­le­­rie-Angri­f­­fe gibt? Wo ist der sichers­te Raum im Haus? Wie vie­le Vor­rä­te sind noch da? Was, wenn das Was­ser aus­fällt? Was, wenn der Mann fällt? Sie suchen Posi­tio­nen an Fens­tern, von denen aus man rus­si­sche Kon­vois beschie­ßen kann. 

Zivi­le Men­schen berei­ten sich dar­auf vor, ihr Haus gegen die rus­si­sche Armee zu verteidigen. 

Ja, sie haben Schüt­zen­grä­ben gegra­ben. Sie bau­en Stra­ßen­bar­ri­ka­den. Sie bas­teln Molo­­tow-Cock­­tails. Ich ken­ne das alles noch von den Pro­tes­ten auf dem Mai­­dan-Platz vor acht Jah­ren. Da haben 19-jäh­­ri­­ge Stu­den­tin­nen Molo­­tow-Cock­­tails vor­be­rei­tet, um die Spe­zi­al­po­li­zei abzu­weh­ren. Alle Ener­gie und aller Erfin­dungs­reich­tum sind dar­auf kon­zen­triert, die­se Armee so lan­ge wie mög­lich abzuwehren. 

Das bedeu­tet: Es geht im Grun­de nur um eine Ver­zö­ge­rung. Lohnt es sich, dafür sein Leben zu riskieren?

Kapi­tu­lie­ren ist kei­ne Lösung. Das sehen alle in der Ukrai­ne ganz klar. Das passt nicht mit dem ukrai­ni­schen Geist zusam­men. Die­ses Land kämpft seit 30 Jah­ren für Unab­hän­gig­keit, für Demo­kra­tie, für die eige­ne Exis­tenz. Kapi­tu­lie­ren geht also nicht. Das weiß auch Selen­skyj. Die Men­schen in der Ukrai­ne wer­den die­sen Schritt nicht mit­ge­hen – sogar dann nicht, wenn er das woll­te. Aber er will es nicht.

Und was ist das Ziel?

Das Ziel ist, sich so lan­ge Zeit zu ver­schaf­fen, bis die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft han­delt. Bis Waf­fen gelie­fert wer­den, bis viel­leicht Unter­stüt­zung aus dem Aus­land kommt, Frei­wil­li­ge, die sich in der Ukrai­ne mel­den. Viel­leicht auch, bis die rus­si­sche Bevöl­ke­rung aufwacht. 

Für wie wahr­schein­lich hältst du das?

Ich bin skep­tisch, weil ich weiß, wie fern von der Rea­li­tät alles ist, was Rus­sen bis­her auf öffent­li­chen Kanä­len zu sehen bekom­men haben. Und eine Woche wird nicht acht Jah­re Pro­pa­gan­da wett­ma­chen. Das sind tie­fe Über­zeu­gun­gen, die sich da gebil­det haben. Das hat Putin schon sehr gut vor­be­rei­tet. Aber wir müs­sen das ver­su­chen. Mei­ne größ­te Hoff­nung, dass die Welt irgend­wie heil aus die­ser Sache her­aus­kommt, ruht auf der rus­si­schen Bevölkerung. 

Wie könn­te das gelingen?

Die rus­si­sche Bevöl­ke­rung kann Putin und sein gan­zes Sys­tem zu Fall brin­gen. Je län­ger Kiew steht, des­to mehr Bil­der sickern durch, des­to mehr gefan­ge­ne Sol­da­ten wen­den sich an ihre Fami­li­en, rufen zu Hau­se an. Des­to mehr kommt die Wahr­heit ans Licht. Putin erzählt sei­ner eige­nen Bevöl­ke­rung seit acht Jah­ren, dass in der Ukrai­ne Neo­na­zis an der Macht sei­en, die Rus­sisch­spra­chi­ge erschie­ßen, ermor­den und verfolgen. 

Das ist vor allem des­halb absurd, weil der ukrai­ni­sche Prä­si­dent ein rus­sisch­spra­chi­ger Jude ist, aus des­sen Fami­lie Men­schen im Holo­caust gestor­ben ist. 

Das erfah­ren die Men­schen in den staat­li­chen rus­si­schen Medi­en aber nicht. Sie leben in einer Par­al­lel­welt. Da ist immer noch die Rede von einer Spe­­zi­al-Mili­­tär­­o­pe­ra­­ti­on im Don­bass. Es wird gar nicht dar­über berich­tet, dass Kiew ange­grif­fen wird.

Siehst du eine Mög­lich­keit, an der Situa­ti­on etwas zu ändern?

Das rus­si­sche Inter­net ist nicht das chi­ne­si­sche. Russ­land blo­ckiert zwar zum Bei­spiel Twit­ter sehr stark. Aber vie­le Russ:innen haben trotz­dem Zugriff auf Social Media. Und die Russ:innen, die sich infor­mie­ren wol­len, die kön­nen das auch. Es gibt auch vie­le Men­schen in Russ­land, die Fami­lie in der Ukrai­ne haben. Die Ver­bin­dun­gen sind sehr eng. Sie tele­fo­nie­ren mit­ein­an­der. Die­se Rus­sen wis­sen, dass Kiew gera­de über­fal­len wird. Und eini­ge gehen auf die Straße. 

Im Moment aber noch sehr wenige.

Wenn wir Pro­tes­te in St. Peters­burg oder Mos­kau sehen, wo meh­re­re tau­send Men­schen auf­tre­ten, dann wirkt das für uns klein. Aber man muss beden­ken: Die­se Men­schen ris­kie­ren ihre Frei­heit und ihr Leben. Das ist nicht wie auf den „Querdenker”-Demos, wo die Leu­te sich beschwe­ren, dass die Medi­en mög­li­cher­wei­se nega­tiv über sie berich­ten. Die Men­schen in Russ­land wer­den zu Tau­sen­den verhaftet. 

Was macht dir Hoffnung?

Dass es irgend­wann zu einem Kipp-Punkt kom­men kann. So hat es auch auf dem Mai­dan ange­fan­gen. Anfangs war es ein klei­ner stu­den­ti­scher Pro­test. Die Men­schen haben dage­gen pro­tes­tiert, dass der dama­li­ge ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wik­tor Janu­ko­wytsch die Gesprä­che zum Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men mit der Euro­päi­schen Uni­on am Vor­tag abge­sagt hat, weil Putin ihm gesagt hat­te: Mach das mal nicht. Dage­gen sind Stu­die­ren­de auf die Stra­ße gegan­gen. Dort wur­den sie ver­prü­gelt und ver­haf­tet, wie es damals Usus war. Janu­ko­wytschs Regie­rung war pro-rus­­sisch. Da wur­de im glei­chen Stil regiert. 

Die Pro­tes­te wur­den danach größer. 

Ja, denn am nächs­ten Tag kamen auch die Väter auf den Platz, die Afgha­­ni­­stan-Vete­­ra­­nen. Sie demons­trier­ten gegen die Poli­zei­ge­walt. Und das steck­te Men­schen an. Irgend­wann ent­wi­ckel­te sich dann ein Kipp-Punkt. Erst waren Zehn­tau­sen­de auf den Stra­ßen, dann Hun­dert­tau­sen­de. Und irgend­wann wur­de die Regie­rung der Situa­ti­on nicht mehr Herr und muss­te flie­hen. So etwas muss auch in Russ­land passieren. 

Im Moment sieht es nicht danach aus. Aber es läuft auch nicht so, wie Wla­di­mir Putin es sich vor­ge­stellt hat. Was pas­siert gerade?

Putin hat nicht mit den Ukrai­nern gerech­net. Er bekommt sei­ne Infor­ma­tio­nen ja auch nur mit­tel­bar. Und er war vor acht Jah­ren nicht selbst auf dem Mai­dan. Wer das erlebt hat, der ist davon über­rascht, mit wel­cher Ener­gie und mit wel­chem Ein­satz die Ukrai­ner die Demo­kra­tie ver­tei­di­gen, die sie sich erkämpft haben. Damals haben sie sehr schnell impro­vi­sier­te Kran­ken­häu­ser gebaut, impro­vi­sier­te Sup­pen­kü­chen und impro­vi­sier­te Bar­ri­ka­den. Auf den Stra­ßen ent­stand eine rie­si­ge Soli­da­ri­tät. Die Kie­wer ken­nen das schon. Sie waren ja schon in einer Quasi-Kriegssituation. 

Die Fra­ge ist, ob das gegen einen mili­tä­risch über­le­ge­nen Geg­ner wie Russ­land ausreicht. 

Es ist natür­lich ein Kampf David gegen Goli­ath. Aber dass da jetzt gera­de jeder Mann und jede Frau bis an die Zäh­ne bewaff­net ist, und dass sie sich weh­ren, das über­rascht auch die rus­si­schen Soldaten.

Es ste­hen sich in die­sem Krieg Men­schen gegen­über, die vor etwas mehr als 30 Jah­ren noch für das glei­che Land gekämpft hät­ten. Wie ist denn das Ver­hält­nis der Men­schen in der Ukrai­ne zu denen in Russland?

Ukrai­ner sind ein Volk, so wie Borschtsch eine Sup­pe ist. Sie bestehen aus tau­send Zuta­ten. Es gibt die West­ukrai­ne, die mit­hil­fe einer ver­hee­ren­den his­to­ri­schen, absicht­lich her­bei­ge­führ­ten Hun­gers­not, im Prin­zip eines Völ­ker­mords, an die Sowjet­uni­on ange­schlos­sen wur­de. Und es gibt die Berei­che im Osten, die von Anfang an dazu gehör­ten. Es gibt natür­lich auch inner­halb der Ukrai­ne meh­re­re Völ­ker. Die Juden, die Tata­ren. Viel­leicht muss man also eher sagen: die ukrai­ni­sche Bevölkerung. 

Und wie ist deren Ver­hält­nis zur russischen? 

Man ist sich schon brü­der­lich geson­nen. Man hat vie­le Gemein­sam­kei­ten. In gewis­ser Wei­se teilt man eine Kul­tur. Aber in den letz­ten 30 Jah­ren hat die Ukrai­ne auch zurück­ge­fun­den zu einer eige­nen natio­na­len Iden­ti­tät aus allem, was in der Sowjet­uni­on gewalt­sam unter­drückt wurde. 

Was war das?

Das fängt an mit der ukrai­ni­schen Spra­che, die nicht gespro­chen wer­den soll­te. Ukrai­nisch galt als vul­gä­re Bau­ern­spra­che und wur­de in Insti­tu­tio­nen hart unter­bun­den. Die ukrai­ni­sche Spra­che ist jetzt zurück­ge­kehrt. Damit auch ukrai­ni­sche Lyrik, ukrai­ni­sches Lied­gut, ukrai­ni­sche Folk­lo­re. Und das Kosa­ken­tum. Das ist seit jeher sehr demo­kra­tisch orga­ni­siert. In Hun­dert­schaf­ten. Also hun­dert Mann wäh­len sich immer einen Het­man, eine Art Haupt­mann. Das ist natür­lich eine völ­lig ande­re Logik als das sowje­ti­sche Sys­tem, in dem man denkt: Der Zar oder der Gene­ral­se­kre­tär wird es rich­ten. Und wenn im Hin­ter­hof eine Müll­ton­ne kaputt ist, dann rufe ich den Prä­si­den­ten an. Das ist ja in Russ­land immer noch so.

Was meinst du damit?

Es gibt eine Fern­seh­sen­dung, wo Putin Anru­fe von nor­ma­len Men­schen ent­ge­gen­nimmt. Vor ein paar Jah­ren wur­de er dafür gefei­ert, dass er einem behin­der­ten Mäd­chen im Osten Russ­lands einen Roll­stuhl geschickt hat. Aber nie­mand hin­ter­fragt, war­um man eigent­lich in einer Fern­seh­show zum Prä­si­den­ten durch­kom­men muss, um einen Roll­stuhl zu bekom­men. Das ist der gro­ße Unter­schied in der Men­ta­li­tät. Und die­ser Unter­schied wur­de zum ers­ten Mal wäh­rend der oran­ge­nen Revo­lu­ti­on sichtbar.

Inwie­fern?

Da haben die Men­schen die mani­pu­lier­te Wahl bean­stan­det. Zehn Jah­re spä­ter wur­de der Unter­schied dann sehr deut­lich auf dem Mai­­dan-Platz. Das war eine radi­ka­le Hin­wen­dung zur Demo­kra­tie, zur Selbst­stän­dig­keit. Die­se Schrit­te haben die Russ:innen nicht mit­ge­macht. Oder sie konn­ten sie nicht mitmachen.

Das klingt nicht so, als stün­de man sich feind­lich gegenüber. 

Nein. Den Ukrai­nern blu­tet das Herz, wenn sie jetzt von Russ­land ange­grif­fen wer­den. Ande­rer­seits hat unser Prä­si­dent gesagt: Ab heu­te ste­hen wir auf ver­schie­de­nen Sei­ten der Geschichte.

Und die Men­schen in Russland?

Die rus­si­sche Bevöl­ke­rung möch­te auch kei­nen Krieg gegen die Ukrai­ne füh­ren. Die füh­len sich den Men­schen schon ver­bun­den. Putin schafft es nur, die­sen Krieg zu legi­ti­mie­ren, indem er die Geschich­te erzählt, dass Ukrainer:innen von Neo­na­zis unter­drückt wer­den, dass sie Atom­bom­ben bau­en, die sie auf Russ­land wer­fen wer­den. Und dass sie die rus­sisch­spra­chi­ge Bevöl­ke­rung verfolgen. 

Rus­sisch ist auch dei­ne Muttersprache. 

Ja, ich zäh­le mich zu die­ser angeb­lich ver­folg­ten Min­der­heit rus­sisch­spra­chi­ger Ukrainer:innen. Und es ist eben bei wei­tem über­haupt nicht so, dass alle rus­sisch­spra­chi­gen Ukrainer:innen Putin unter­stüt­zen. Ganz im Gegenteil. 

Es gibt auch in Müns­ter eine rus­si­sche und eine ukrai­ni­sche Community. 

Ich wür­de sagen: Es gibt eine gro­ße sowje­ti­sche Community. 

Wie meinst du das?

Die meis­ten von uns sind Anfang der 90er-Jah­­re gekom­men. Und damals gab es noch kei­nen bedeu­ten­den Unter­schied zwi­schen Russ­land und der Ukrai­ne. Die Kul­tur, aus der wir stam­men, ist mehr oder weni­ger die­sel­be. Unser gemein­sa­mes höchs­tes Fest ist Neu­jahr. Und wir essen alle Oliviersalat. 

Aber sie ste­hen trotz­dem auf unter­schied­li­chen Seiten. 

Teil­wei­se. Die Dia­spo­ra begann sich spä­ter im Zuge der Mai­­dan-Pro­­­tes­­te und der rus­si­schen Aggres­sio­nen, die dann folg­ten, auf­zu­tei­len in pro rus­sisch und pro ukrai­nisch. Das lief aber gar nicht so sehr ent­lang der Her­kunft. Die Fra­ge war eher, ob die Men­schen den rus­si­schen Staats­sen­der schauten. 

Dann waren sie für Putin.

Genau. Da gab es schon im Jahr 2014 hef­ti­ge Ver­wer­fun­gen, teil­wei­se ging das durch Fami­li­en hin­durch. Da haben Brü­der und Schwes­tern nicht mehr mit­ein­an­der gesprochen. 

Wie ist es heute?

Bei der Demons­tra­ti­on am Frei­tag waren auch Russ:innen, die gesagt haben: Wir kom­men aus Russ­land. Wir sind Rus­sen, aber schä­men uns. Wir wol­len das nicht. Wir ste­hen soli­da­risch an der Sei­te der Ukrai­ne. Dabei wur­de auch immer betont: Es geht nicht gegen Russ­land. Es geht gegen Putin. Es geht gegen die­sen Krieg.

Denkst du, die Mehr­heit sieht das so?

Vie­le Men­schen aus die­ser Com­mu­ni­ty sind über die jüdi­sche Gemein­de orga­ni­siert. Sie stam­men sowohl aus Russ­land als auch aus der Ukrai­ne. Und in der Whats­app-Grup­­pe der Gemein­de sind alle pro Frei­heit und pro Ukrai­ne. Die kon­su­mie­ren natür­lich auch west­li­che Medi­en, und sie ver­ste­hen, was passiert. 

Wie wird es denn für dich und dei­ne Fami­lie in den nächs­ten Tagen weitergehen?

Mit etwas Posi­ti­ve­rem als Gewöh­nung wird in den nächs­ten Tagen nicht zu rech­nen sein. Dar­auf müs­sen wir uns ein­stel­len. Aber wir kön­nen hof­fen, dass Kiew durch­hält, bis das Blatt sich wen­det. Wich­tig ist: Es geht um jeden Tag. Wir dür­fen nicht zögern, denn das kos­tet Men­schen­le­ben. In mei­nem Fall Leben von Men­schen, die ich ken­ne und lie­be. Und wenn ich jetzt höre, man müs­se die Lage erst­mal beob­ach­ten, abwä­gen und dann in zwei Tagen noch­mal dar­über spre­chen, dann den­ke ich: Die Leu­te ver­ste­hen nicht, dass die Men­schen in Kiew kei­ne zwei Tage Zeit haben. 

Kannst du dei­ner Fami­lie von Müns­ter aus helfen?

Ich habe ver­sucht, sie zu über­re­den, nach Deutsch­land zu kom­men. Aber das geht nicht. Und sie wol­len auch nicht. 

War­um nicht?

Mein Groß­on­kel ist sehr, sehr krank. Er wür­de den Trans­port mit dem Bus gar nicht schaf­fen. Sei­ne Toch­ter möch­te ihre Eltern nicht ver­las­sen. Und die Kin­der wol­len sie auch nicht schi­cken, weil die ihre Eltern brau­chen. Mei­ne Tan­te sagt: Ich bin in mei­nem Haus, bei mei­ner Fami­lie, auf mei­nem Land. Wenn ich das ver­las­se, könn­te ich das alles für immer ver­lie­ren. Und das ist kei­ne Option. 

Hilfe für die Ukraine

Vie­le Men­schen fra­gen sich: Wie kön­nen wir hel­fen? Inzwi­schen gibt es eini­ge Hilfs­an­ge­bo­te. Hier eine Auswahl:

+++ Die Bea­ver-Foun­da­ti­on, die sich eigent­lich um die Natur und das Wohl des Bibers küm­mert, hat auf der Sei­te Müns­ter hilft eine Über­sicht mit Hilfs­an­ge­bo­ten erstellt. Der Ver­ein aktua­li­siert die Lis­te ständig. 

+++ Anten­ne Müns­ter hat eine nach Stadt­tei­len geord­ne­te Über­sicht zusam­men­ge­stellt – mit Ange­bo­ten in Coer­de, Hil­trup, Amels­bü­ren, Mau­ritz und dem Bahn­hofs­vier­tel. Ein Tipp: Bevor Sie sich auf den Weg zu einer Sam­mel­stel­le machen, rufen Sie am bes­ten dort an, wenn das mög­lich ist. Eini­ge Stel­len haben schon so vie­le Spen­den erhal­ten, dass sie nichts mehr ent­ge­gen­neh­men. Und nach­her ist der Weg dann umsonst. 

+++ Wer Geld spen­den möch­te, fin­det auf die­ser Sei­te ein gemein­sa­mes Kon­to von meh­re­ren Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen (unter ande­rem Brot für die Welt, Johan­ni­ter und Malteser). 

+++ Die Stadt Müns­ter emp­fiehlt Spen­den an den Ver­ein Müns­ter-Lub­lin, der die Hil­fe in Müns­ters pol­ni­scher Part­ner­stadt koor­di­niert. Die Kon­to­da­ten ste­hen hier.

+++ Die Stadt hat auch eine Info-Hot­line „Hil­fe für die Ukrai­ne“ ein­ge­rich­tet. Ab mor­gen früh um 8 Uhr sind unter der Num­mer 0251 492 55 60 Mit­ar­bei­ten­de der Stadt­ver­wal­tung zu errei­chen, die Fra­gen beant­wor­ten und Hilfs­an­ge­bo­te ent­ge­gen­neh­men (Sach­spen­den braucht die Stadt zur­zeit nicht). Die Hot­line ist mon­tags bis don­ners­tags zwi­schen 8 und 18 Uhr zu errei­chen, frei­tags zwi­schen 8 und 13.30 Uhr. Außer­dem hat die Stadt eine Lis­te mit Ant­wor­ten auf die wich­tigs­ten Fra­gen zusammengestellt. 

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In aller Kürze

+++ Die ers­ten aus der Ukrai­ne geflüch­te­ten Men­schen wer­den vor­aus­sicht­lich noch heu­te in Müns­ter ankom­men, schreibt die Stadt. Die Stadt­ver­wal­tung berei­tet sich seit dem Wochen­en­de zusam­men mit Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen dar­auf vor. Die Unter­künf­te sind schon ein­ge­rich­tet. Wie es in den nächs­ten Tagen wei­ter­ge­hen wird, ist aber offen­bar noch nicht ganz klar. Ober­bür­ger­meis­ter sagt laut Pres­se­mit­tei­lung, es gebe „eine gewis­se unkon­trol­lier­te Bewe­gung aus der Ukrai­ne in die Bun­des­re­pu­blik“. Der Bund und das Land müss­ten schnell Infor­ma­tio­nen geben, damit man sich mit den umlie­gen­den Krei­sen abstim­men könne. 

+++ Auf die Fra­ge, was gene­rell auf die Städ­te zukom­men wird, hat Mar­kus Lewe heu­te Mor­gen in sei­ner Funk­ti­on als Städ­te­tags­prä­si­dent in einem WDR5-Inter­view gesagt, das kön­ne man momen­tan schlecht abschät­zen. Mit geflüch­te­ten Men­schen umzu­ge­hen, gehö­re aber mitt­ler­wei­le zur DNA der Städ­te. Man müs­se ledig­lich „die grü­nen Knöp­fe drü­cken und die Infra­struk­tur wie­der hoch­fah­ren“, sag­te er. Im Moment gebe es einen Wel­le der Hilfs­be­reit­schaft. „Wir kön­nen uns im Grun­de vor Hilfs­an­ge­bo­ten gar nicht ret­ten“, sag­te Lewe. Recht­lich kön­ne man den Men­schen jetzt erst­mal einen Auf­ent­halt für 90 Tage ermög­li­chen. Gere­gelt ist das in einem 21 Jah­re alten Regel­werk, das die Euro­päi­sche Uni­on für Fäl­le wie die­sen ent­wi­ckelt wird. Nur, um dafür einen ange­mes­se­nen Namen zu fin­den, war am Ende offen­bar kei­ne Zeit mehr. Die Rede ist hier von der EU-Mas­sen­zu­strom-Richt­li­nie.

+++ Fünf Par­tei­en haben in einer gemein­sa­men Erklä­rung klar­ge­stellt, dass sie sich im Land­tags­wahl­kampf nicht zusam­men mit der AfD aufs Podi­um set­zen wer­den. „Der Wahl­kampf in Müns­ter darf der Ver­brei­tung von Hass, Het­ze und Ras­sis­mus kei­ne Büh­ne ein­räu­men“, erklä­ren die Direkt­kan­di­da­tin­nen und Direkt­kan­di­da­ten von SPD, FDP, Grü­ne, die Lin­ke und Volt bei der Land­tags­wahl in dem Schrei­ben. Die CDU hat nicht unter­zeich­net, möch­te aber offen­bar auch nicht allei­ne mit der AfD in einer Dis­kus­si­ons­run­de sit­zen: Auch ihre Par­tei wer­de nicht an Wahl­kampf­ver­an­stal­tun­gen mit der AfD teil­neh­men, teilt Müns­ters CDU-Che­fin und Land­tags­kan­di­da­tin Simo­ne Wend­land laut den West­fä­li­schen Nach­rich­ten mit.

+++ Die Film­werk­statt Müns­ter ver­schiebt die Rus­si­schen Film­ta­ge, die eigent­lich am Sonn­tag (6. März) begin­nen und bis zum 27. März lau­fen soll­ten. „Wir soli­da­ri­sie­ren uns mit der Ukrai­ne und allen rus­si­schen Bürger:innen, die sich gegen den Krieg und für die Demo­kra­tie ein­set­zen“, schreibt das Orga­ni­sa­ti­ons­team in einem State­ment. Man hal­te es für unan­ge­mes­sen, das Pro­jekt zum jet­zi­gen Zeit­punkt zu ver­an­stal­ten. Man ver­ste­he die Film­ta­ge als eine „Mög­lich­keit des Dia­logs der Kul­tu­ren und die Fil­me als Fens­ter in die­ses gro­ße, viel­fäl­ti­ge Land”. Sie sei­en nicht „das Sprach­rohr der rus­si­schen Pro­pa­gan­da“. Die meis­ten Regisseur:innen der in den letz­ten 14 Jah­ren gezeig­ten Fil­me gehör­ten der Oppo­si­ti­on an, die sich öffent­lich gegen den Krieg und für Demo­kra­tie posi­tio­nier­ten. Man hof­fe, die Film­ta­ge zu einem spä­te­ren Zeit­punkt nach­ho­len zu können. 

Engagement in Münster: Unsere Interviews aus der RUMS-Hütte zum Nachlesen

#9 May-Ayim-Ring

Heu­te ver­öf­fent­li­chen wir das neun­te Inter­view aus unse­rer Rei­he Enga­ge­ment in Müns­ter für Sie. Johan­ne Burk­hardt hat mit Anis­ra­jah Path­manathan vom Ver­ein May-Ayim-Ring dar­über gespro­chen, wie anti­ras­sis­ti­sche Arbeit in Müns­ter aus­se­hen kann und was die Stadt und die Münsteraner:innen dafür tun kön­nen. Das Inter­view fin­den Sie hier.

Im Rah­men unse­rer Mar­ke­ting­ak­tio­nen auf dem Weih­nachts­markt in Müns­ter haben wir Men­schen vor­ge­stellt, die sich in der Stadt enga­gie­ren. Lei­der konn­ten wir die Gesprä­che wegen der Coro­­na-Beschrän­­kun­­­gen nicht vor Publi­kum füh­ren. Aber Sie kön­nen sie in gekürz­ter Ver­si­on als schrift­li­che Inter­views auf die­ser Sei­te nach­le­sen. Das zehn­te Inter­view aus unse­rer Rei­he bekom­men Sie nächs­te Woche von uns. Wir ver­lin­ken es dann wie­der an die­ser Stel­le für Sie.

Corona-Update

+++ Die Coro­na-Pan­de­mie scheint lang­sam abzu­klin­gen. Heu­te mel­det die Stadt 379 Neu­in­fek­tio­nen. Vor einer Woche waren es noch 744. Die Wochen­in­zi­denz bleibt wei­ter vier­stel­lig. Sie liegt bei 1.052 (Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Men­schen inner­halb von sie­ben Tagen). Damit gel­ten im Stadt­ge­biet 6.163 Men­schen als infi­ziert. 67 Infi­zier­te lie­gen in Müns­ter in Kran­ken­häu­sern, acht davon auf Inten­siv­sta­tio­nen, fünf von ihnen wer­den beatmet.

+++ Und wie jeden Diens­tag der Blick in die Schu­len: Auch dort gehen die Zah­len zurück. 1.361 Kin­der und Jugend­li­che konn­ten in der ver­gan­ge­nen Woche wegen der Pan­de­mie nicht am Prä­senz­un­ter­richt teil­neh­men, 682 von ihnen waren posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet wor­den. Gleich­zei­tig konn­ten 81 Lehr­kräf­te nicht in Prä­senz unter­rich­ten, 57 von ihnen wegen einer bestä­tig­ten Infek­ti­on. Und die Über­sicht des NRW-Schul­mi­nis­te­ri­ums gibt auch Auf­schluss über den Impf­sta­tus der Lehr­kräf­te: 92,5 Pro­zent sind inzwi­schen geboos­tert. Zum Ver­gleich: Vor drei Wochen waren es erst gut 83 Prozent.

Unbezahlte Werbung

Auf dem Markt am Dom­platz steht mitt­wochs und sams­tags sowie neu­er­dings auch frei­tags (auf dem Öko­markt) ein klei­ner Bäcke­rei-Stand, der aus­schließ­lich glu­ten­freie Waren ver­kauft: Krie­gels Krus­te. Glu­ten­frei­es Essen ist wich­tig für Men­schen, die Dia­be­tes oder eine All­er­gie haben. Es kann beim Abneh­men hel­fen. In die­sem Fall schmeckt es auch ein­fach gut. Mei­ne Emp­feh­lung: die Schokowölkchen. 

Drinnen und Draußen

Johan­ne Burk­hardt hat zwei Emp­feh­lun­gen für Sie:

+++ Ab Don­ners­tag­abend zeigt das Cine­ma den Doku­men­tar­film Dem Leben ent­ge­gen – Kin­der­trans­por­te nach Schwe­den. Der Film han­delt von Kin­dern aus jüdi­schen Fami­li­en. Deren Eltern schick­ten die Kin­der wäh­rend der NS-Zeit nach Schwe­den, um sie in Sicher­heit zu brin­gen. Die meis­ten sahen ihre Fami­li­en nie wie­der. Regis­seur Gül­se­ren Sen­ge­zer ist am Don­ners­tag im Cine­ma zu Gast und wird nach der Vor­füh­rung erzäh­len, wie der Film ent­stan­den ist. Hier fin­den Sie einen Trai­ler.

+++ Im Herbst habe ich ein neu­es Buch ange­fan­gen, das durch die rus­si­sche Inva­si­on der Ukrai­ne sehr aktu­ell gewor­den ist. Der Titel lau­tet: „Die Gren­ze”. Die nor­we­gi­sche Jour­na­lis­tin Eri­ka Fat­land ist für ihre Recher­che ent­lang der 20.000 Kilo­me­ter lan­gen rus­si­schen Gren­ze gereist, durch 14 Nach­bar­län­der. Das Ergeb­nis ist einer­seits ein beein­dru­cken­der Rei­se­be­richt. Fat­land beschreibt ner­ven­auf­rei­ben­de Grenz­kon­trol­len, absur­de Sight­see­ing­tou­ren, aber auch Begeg­nun­gen mit den Ein­hei­mi­schen, die ihre Geschich­te erzäh­len, zum Bei­spiel Ren­tier­hir­ten oder poli­ti­schen Aktivist:innen. Auch mit den Separatist:innen im Don­bass hat Fat­land gespro­chen. Ande­rer­seits ist es ein Geschichts­buch, in dem Fat­land die kom­ple­xen Krie­ge, Ver­hand­lun­gen und Grenz­ver­schie­bun­gen der ver­gan­ge­nen ein­tau­send Jah­re aus­führ­lich beschreibt. Auf über 600 Sei­ten. Kei­ne leich­te Kost. Trotz­dem emp­feh­le ich das Buch sehr. Hier fin­den Sie es.

Und noch ein Tipp zum Vormerken: 

+++ Die Ost­eu­ro­pa-Exper­tin Ricar­da Vul­pi­us, Pro­fes­so­rin an der Uni Müns­ter, erklärt am Sonn­tag (6. März) in einem Vor­trag der Volks­hoch­schu­le die rus­si­schen-ukrai­ni­schen Bezie­hung und den Kon­flikt zwi­schen bei­den Staa­ten, der bis ins Mit­tel­al­ter zurück­reicht. Den Link zur Video­kon­fe­renz fin­den Sie hier. Los geht es um 19:30 Uhr. 

Am Frei­tag kommt wie­der Post von Con­stan­ze Busch. Kom­men Sie gut durch die Woche. 

Herz­li­che Grüße

Ralf Hei­mann

Mit­ar­beit: Johan­ne Burk­hardt, Con­stan­ze Busch


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PS

Wenn im Krieg die Wahr­heit zuerst stirbt, dann ist auf rus­si­schen Staats­en­dern schon lan­ge kein Puls mehr zu spü­ren. Die Des­in­for­ma­ti­on ist ein gewal­ti­ges Pro­blem. Vie­le Men­schen in Russ­land ken­nen nur die rus­si­sche Erzäh­lung. Dem­nach plant in der Ukrai­ne eine Neo­na­zi-Regie­rung eine Inva­si­on in den Don­bass. Der Des­in­for­ma­ti­ons-Exper­te Lutz Güll­ner erklärt die rus­si­sche Des­in­for­ma­ti­ons-Kam­pa­gne sehr gut in einem drei Minu­ten lan­gen Inter­view mit dem ZDF. Aber was kann man machen? Men­schen im Netz haben einen krea­ti­ven Weg gefun­den, die rus­si­sche Bevöl­ke­rung zu errei­chen. Sie hin­ter­las­sen in den Goog­le-Bewer­tun­gen von rus­si­schen Restau­rants oder Fir­men Infor­ma­tio­nen dar­über, was zur­zeit in der Ukrai­ne pas­siert. Ande­re ver­su­chen, bei Tin­der mit Men­schen aus Russ­land in Kon­takt zu kom­men. Ganz so leicht scheint das aller­dings nicht zu sein. Falls Sie sich für das The­ma Des­in­for­ma­ti­on inter­es­sie­ren, noch ein Hin­weis in eige­ner Sache: In der MDR-Medi­en­ko­lum­ne Alt­pa­pier ana­ly­siert ein Team, zu dem ich gehö­re, täg­lich die Medi­en­be­richt­erstat­tung, zur­zeit also vor allem die über den Krieg. Und eine gute Nach­richt zum Ende: Die Euro­päi­sche Uni­on will die rus­si­schen Staats­me­di­en in Euro­pa verbieten.