Klimapolitik: Lewe schwört Verwaltung ein | Kitabericht: Mehr Plätze für die ganz Kleinen? | Café Liebling

Müns­ter, 10. Mai 2022

Guten Tag,

Mon­tag­nach­mit­tag, halb vier im Stadt­wein­haus. In der Ein­la­dung steht „Pres­se-Door­step“, ein Ter­min an der Tür­stu­fe also. In die­sem Fall ist die Tür­stu­fe ein Steh­tisch im Foy­er vor dem Rat­haus­fest­saal. Dort steht der Ober­bür­ger­meis­ter. Mar­kus Lewe sagt, das sei auch sein ers­ter Door­step-Ter­min. In der Hand hat er ein klei­nes schwar­zes Büch­lein mit Gold­schnitt, das ein biss­chen an ein Gebets­buch erin­nert. Er schaut gele­gent­lich hin­ein, es ist voll­ge­krit­zelt mit Noti­zen, aber für das, was er sagen will, scheint er die nicht zu brauchen. 

Müns­ter will als ers­te deut­sche Kom­mu­ne die gesam­te Ver­wal­tung auf den Kli­ma­wan­del ein­schwö­ren. Es soll nicht ein Kli­ma­de­zer­nat geben oder nur eine Koor­di­nie­rungs­stel­le wie bis­her, son­dern ein in jedem Dezer­nat und jedem Amt ver­an­ker­tes Bewusst­sein für das Pro­blem. Aber was genau war das Pro­blem? „Wir sind zu lang­sam, nicht inter­dis­zi­pli­när genug, und wir clus­tern zu wenig“, sagt Mar­kus Lewe.

Den gan­zen Arbeits­tag lang haben hun­dert Mit­ar­bei­ten­de aus allen Dezer­na­ten, Ämtern und städ­ti­schen Gesell­schaf­ten im Rat­haus­fest­saal zusam­men­ge­ses­sen, um dar­über zu spre­chen und nach­zu­den­ken, wie man das ändern könn­te. Lewe saß mit beige­far­be­nen Snea­kern und sei­nem Gebets­buch in der ers­ten Rei­he. Auf Flip­charts stan­den Wör­ter wie „Quick­win“ und „Wir­kungs­king“, und nun sta­peln sich neben dem Steh­tisch drau­ßen im Foy­er schwar­ze Kis­ten wie ein über­di­men­sio­nier­ter Setz­kas­ten. An ihnen hän­gen auf Zet­teln die Namen von Ämtern und Dezer­na­ten. In den Kis­ten zei­gen beschrif­te­te Auf­kle­ber, bun­te Fotos und Play­mo­bil­fi­gu­ren, was man alles machen könn­te und müss­te. In der Kis­te des Pla­nungs­de­zer­nats steht auf einem Auf­kle­ber an der Wand das Wort „Aus­pro­bie­ren“.

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