Wo es kostenloses Wasser gibt | Wie Münster auf Hitzewellen vorbereitet ist | Das Café Luna

Müns­ter, 19. Juli 2022

Guten Tag,

wenn man in einem fran­zö­si­schen Restau­rant „une cara­phe d‘eau“ bestellt, eine Karaf­fe Was­ser, dann bekommt man das Was­ser kos­ten­los. Das geschieht nicht ganz frei­wil­lig. Fran­zö­si­sche Restau­rants sind dazu ver­pflich­tet. Um ein Haar hät­te die Euro­päi­sche Uni­on das Recht auf kos­ten­lo­ses Was­ser vor drei Jah­ren auch in den übri­gen Mit­glied­staa­ten eta­bliert, doch die Gas­tro-Lob­by ver­hin­der­te das in letz­ter Sekun­de.

Damit hat man in Deutsch­land, dem Land der begrenz­ten Mög­lich­kei­ten, wei­ter immer­hin die Mög­lich­keit, ein Glas Was­ser für 4,20 Euro zu bestel­len. In Müns­ter bekommt man Lei­tungs­was­ser etwas güns­ti­ger, im Enchil­ada zum Bei­spiel für 3,20 Euro.

Wenn Sie ohne Geld oder EC-Kar­te in der Stadt unter­wegs sind und spü­ren, dass der Durst unüber­hör­bar wird, kön­nen Sie sich ent­we­der zum Aasee bege­ben und dort ein Glas fri­sches Blau­al­gen­was­ser schöp­fen. Das trinkt man jedoch mög­li­cher­wei­se nur ein­mal im Leben. Daher wür­den wir davon abraten. 

Eine ande­re Mög­lich­keit ist: Sie ver­su­chen, eine soge­nann­te Refill-Sta­ti­on zu fin­den. Das sind Stel­len, an denen Sie kos­ten­los Lei­tungs­was­ser abfül­len kön­nen. Sie müs­sen nur ein Glas oder eine Fla­sche mit­brin­gen. Von die­sen Sta­tio­nen gibt es über 6.000 in Deutsch­land und 40 in Müns­ters Innen­stadt – zum Bei­spiel im Stadt­haus I, im Ser­vice­zen­trum der Stadt­wer­ke an der Salz­stra­ße, in der Star­bucks-Filia­le am Bahn­hof – oder bei RUMS in der Neu­brü­cken­stra­ße, gegen­über vom Thea­ter. Kom­men Sie vor­bei, wir freu­en uns. Alle übri­gen Sta­tio­nen fin­den Sie hier auf der Kar­te. (rhe)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Hit­ze­ak­ti­ons­plä­ne: Ist Müns­ter auf die stil­le Gefahr vorbereitet?
  • Han­sa­tor: Am Wochen­en­de zie­hen die Geschäf­te ein
  • Tarif­streit: Es gibt offen­bar eine Einigung
  • Coro­na: Die Inzi­denz liegt wei­ter über über 600
  • Hafen­markt: Nach drei Jah­ren geht es jetzt weiter
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: das Café Luna am Bohlweg
  • Drin­nen und Drau­ßen: Dreh und Film-Work­shop | Die B-Side lädt ein

Kurz und Klein

+++ Sie haben es bestimmt mit­be­kom­men: Am Sams­tag­mor­gen um eine Minu­te nach 9 Uhr lan­de­te am Flug­ha­fen Münster/Osnabrück eine Maschi­ne, auf die sehr vie­le Men­schen war­te­ten. Sie brach­te die ver­blie­be­nen 8 der 13 Kegel­brü­der nach Hau­se, die bis zum Wochen­en­de auf Mal­lor­ca in Unter­su­chungs­haft geses­sen hat­ten (hier das Beweis­vi­deo). Die Män­ner waren erst weni­ge Stun­den zuvor ent­las­sen wor­den. Ihre Frei­las­sung haben sie ihrer Anwäl­tin Maria Bar­ban­cho Sabo­rit zu ver­dan­ken, die eine Ver­tre­tungs­rich­te­rin davon über­zeu­gen konn­te, die Müns­te­ra­ner gehen zu las­sen. Der eigent­li­che Ermitt­lungs­rich­ter, Anto­ni Rot­ger, habe eine Frei­las­sung auf Kau­ti­on bis­her ver­hin­dert, er gel­te laut deut­scher Pres­se­agen­tur (hier Süd­deut­sche Zei­tung) als har­ter Hund. Mit der Frei­las­sung ist das Ver­fah­ren aber noch lan­ge nicht zu Ende. Gegen die Kegel­brü­der wird immer noch ermit­telt. Wie der WDR mel­det, hat die Anwäl­tin flei­ßig Bewei­se gesam­melt, die den Kegelt­club ent­las­ten sol­len. Mitt­ler­wei­le ist ein ande­rer Tou­rist in den Fokus der Ermitt­lun­gen gerückt. Er ist auf einem Han­dy­fo­to zu sehen, das die Mal­lor­ca Zei­tung kürz­lich abdruck­te. Heu­te soll ein Gericht auf Mal­lor­ca ent­schei­den, ob ein neu­es Gut­ach­ten erstellt wird. Es könn­te die Kegel­brü­der ent­las­ten. (sfo)

+++ Ende März mel­de­te Alles Müns­ter, dass sich die Arbei­ten am Han­sa­tor auf der Ost­sei­te des Haupt­bahn­hofs auf der Ziel­ge­ra­den befin­den. Dort sol­len ein Hotel, ein Super­markt, eine Dro­ge­rie, ein Restau­rant für hawai­ia­ni­sche Schüs­sel­ge­rich­te, kurz Bowls, und eini­ge Woh­nun­gen für berufs­tä­ti­ge Sin­gles und Paa­re ein­zie­hen. Aber wie Sie bestimmt gemerkt haben: Die Bau­stel­le gegen­über vom Bre­mer Platz ist immer noch da. Jetzt soll es aber wirk­lich los­ge­hen. Der char­man­te Boden­be­lag mit Ten­nis­platz-Flair, der sich um das Gebäu­de her­um schlän­gelt, ist auch schon fast fer­tig. Die Land­mar­ken AG, die das Bau­pro­jekt managt, teil­te auf RUMS-Anfra­ge mit, dass Ende die­ser oder Anfang nächs­ter Woche Rewe, Mül­ler und das Hotel im Han­sa­tor öff­nen. In den hyg­ge­li­gen Ein­zim­mer­woh­nun­gen leben schon seit April Men­schen, die knapp 1.400 Euro Kalt­mie­te für 43 Qua­drat­me­ter erüb­ri­gen kön­nen. Die rich­ti­ge Ein­wei­hungs­fe­te fürs Han­sa­tor steigt am 26. August. (sfo)

+++ Zum Schluss eine Ankün­di­gung: In der Nacht von ges­tern auf heu­te haben sich die Gewerk­schaft Ver­di und die sechs Uni­kli­ni­ken in Nord­rhein-West­fa­len offen­bar in ihrem Streit um einen Tarif­ver­trag Ent­las­tung fürs Kli­nik­per­so­nal geei­nigt. Damit könn­te der Kli­nik­streik nach 79 Tagen enden. Heu­te Abend will Ver­di die Ergeb­nis­se der Ver­hand­lun­gen in einer Pres­se­kon­fe­renz vor­stel­len. Noch ist man ver­hal­ten opti­mis­tisch, auf der Web­site ist die Rede von einer „mög­li­chen Eini­gung“ mit den Arbeit­ge­bern. Wir sind gespannt und wer­den Sie auf dem Lau­fen­den hal­ten. (sfo)

Zahlen, bitte. 

Etwas mehr als die Hälf­te der Münsteraner:innen ist weib­lich. Die poli­ti­schen Gre­mi­en, die die Ent­schei­dun­gen für die Stadt, ihre Finan­zen und ihre Zukunft tref­fen, bil­den das nicht ab. Mehr als 60 Pro­zent der Mit­glie­der im Stadt­rat und in den Aus­schüs­sen sind Män­ner, in den Bezirks­ver­tre­tun­gen sind es über 70 Pro­zent. Unter den poli­tisch Enga­gier­ten mit Migra­ti­ons­vor­ge­schich­te ist das Geschlech­ter­ver­hält­nis aller­dings aus­ge­gli­che­ner als bei den Men­schen ohne inter­na­tio­na­le Fami­li­en­ge­schich­te. Das ein­zi­ge Gre­mi­um mit qua­si pari­tä­ti­schem Män­­ner- und Frau­en­an­teil ist der Integrationsrat.

Quel­len: Inte­gra­ti­ons­mo­ni­to­ring, Gen­der­mo­ni­to­ring

 

Die stille Gefahr – wie Münster auf Hitzewellen vorbereitet ist

Wir befin­den uns auf dem Höhe­punkt einer Hit­ze­wel­le. Frank­reich ist mit einem neu­en Hit­ze­re­kord in die Woche gestar­tet. Groß­bri­tan­ni­en hat die soge­nann­te natio­na­le Not­la­ge ein­be­ru­fen. Der Zug­ver­kehr liegt brach, Lan­de­bah­nen schmol­zen. Man rech­net mit noch nie dage­we­se­nen Tem­pe­ra­tu­ren. Im Süden Euro­pas bren­nen knapp 30 Wäl­der. Allein in Spa­ni­en star­ben nach Medi­en­be­rich­ten in der ver­gan­ge­nen Woche 360 Men­schen an den Fol­gen der Hit­ze. Die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung zeigt die Erde heu­te auf ihrer Titel­sei­te als glut­ro­tes Wär­me­bild, und irgend­wo mit­ten­drin in dem sat­ten Rot liegt Müns­ter, wo der Deut­sche Wet­ter­dienst heu­te einen Rekord­wert von 39 Grad vor­her­sag­te, ein hal­bes Grad mehr als am bis­he­ri­gen Rekord­tag, dem 25. Juli 2019, was aber mit 38 Grad (19 Uhr) dann doch nicht erreicht wurde.

Wet­ter­da­ten zei­gen, dass die Hit­ze in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten zu einem immer grö­ße­ren Pro­blem gewor­den ist. Die Welt­or­ga­ni­sa­ti­on für Meteo­ro­lo­gie (WMO) in Genf sagt vor­aus, dass Extrem­hit­ze­er­eig­nis­se und Wär­mere­kord­jah­re in den kom­men­den zehn Jah­ren mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit zuneh­men wer­den. Fach­leu­te hal­ten Kom­mu­nen für dar­auf schlecht vor­be­rei­tet. Wir haben in einer gemein­sa­men Koope­ra­ti­on von Cor­rec­tiv Lokal, Zeit Online und RUMS Daten aus­ge­wer­tet und uns ange­schaut, wie es in Müns­ter aussieht. 

Das Pro­blem mit der Hit­ze beginnt schon bei den Zah­len. Wenn ein Mensch erfriert, dann steht das so im Toten­schein. „Hit­ze­to­te wer­den kaum erfasst, weil ein Hit­ze­tod schwie­rig zu erken­nen ist“, sagt Hen­drik Oen, Haus­arzt und Bezirks­lei­ter der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung. Ist die Todes­ur­sa­che Hit­ze, dann kann im Toten­schein alles Mög­li­che ste­hen: Herz­in­farkt, Herz-Kreis­lauf-Erkran­kung , Nierenversagen. 

Das Robert-Koch-Insti­tut hat vor eini­gen Wochen zusam­men mit dem Deut­schen Wet­ter­dienst und dem Umwelt­bun­des­amt die Zah­len zu den Hit­ze­s­om­mern 2018 bis 2020 aus­ge­wer­tet und ist zu dem Schluss gekom­men: In die­sen drei Jah­ren sind in Deutsch­land 19.000 Men­schen an Hit­ze gestor­ben. Die Hit­ze ist ein stil­les Pro­blem, und das führt dazu, dass sie unter­schätzt wird. 

Nur wenige Kommunen haben Hitzeaktionspläne

An einem Mon­tag­mor­gen im Juli sitzt Mar­tin Herr­mann in einer Video­kon­fe­renz, die das Recher­chenetz­werk Cor­rec­tiv orga­ni­siert hat. Aus sei­nen Wor­ten klingt gro­ße Besorg­nis. Herr­mann ist Arzt und Vor­sit­zen­der der Deut­schen Alli­anz Kli­ma­wan­del und Gesund­heit, kurz KLUG, einem Netz­werk aus Ein­zel­per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­bän­den aus dem Gesund­heits­we­sen, die errei­chen wol­len, dass der Kli­ma­wan­del zum wich­tigs­ten Gesund­heits­the­ma wird. Noch sind sie davon ein Stück entfernt. 

Er habe im ver­gan­ge­nen Jahr vie­le Gesprä­che mit Kom­mu­nen, Kli­ni­ken und ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen geführt, sagt Herr­mann. Dabei sei her­aus­ge­kom­men, dass Deutsch­land für den Kata­stro­phen­fall durch gro­ße Hit­ze­wel­len nicht vor­be­rei­tet ist. 

Im Mai ver­öf­fent­lich­te KLUG eine Umfra­ge unter ärzt­li­chem Fach­per­so­nal. Sie iden­ti­fi­zier­te ein „gerin­ges Bewusst­sein“ für Gesund­heits­ge­fähr­dun­gen durch die Kli­ma­kri­se. Das ist auch an vie­len ande­ren Stel­len zu erkennen. 

Die Bun­des­re­gie­rung hat vor fünf Jah­ren ein Papier ver­öf­fent­licht, das Kom­mu­nen dabei hel­fen soll, Hit­ze­ak­ti­ons­plä­ne zu erstel­len – also Plä­ne, die dafür sor­gen sol­len, dass mög­lichst weni­ge Men­schen an der Hit­ze ster­ben und das Gesund­heits­sys­tem nicht über­las­tet wird. Bis­lang haben nicht vie­le Kom­mu­nen die­se Mög­lich­keit genutzt. Erfurt, Dres­den, Köln oder Mann­heim sind eini­ge der weni­gen Aus­nah­men. Aber rich­tig zufrie­den ist Mar­tin Herr­mann mit den Ergeb­nis­sen nicht. „Fast kei­ne Kom­mu­ne hat es geschafft, sich mit den Gesund­heits­ak­teu­ren zusam­men­zu­tun“, sagt er. Damit meint er Pfle­ge­hei­me, Pra­xen oder Kliniken. 

Wie sieht es in Müns­ter aus? Wir haben die Stadt gefragt. Ein Hit­ze­ak­ti­ons­plan sei in Pla­nung, schreibt Stadt­spre­che­rin Ange­la Hen­ners­dorf. Wann das Papier fer­tig sein wer­de, sei noch nicht abzu­se­hen. Was sich aber sagen las­se: Die Stadt suche eine Per­son, die den Hit­ze­ak­ti­ons­plan ent­wi­ckelt und umsetzt. Man wer­de bald eine Stel­le ausschreiben. 

Und wie arbei­tet die Stadt mit ande­ren Stel­len zusam­men? „Kran­ken­häu­ser, Arzt­pra­xen, Senio­ren­ein­rich­tun­gen sind alle grund­sätz­lich sen­si­bi­li­siert für das The­ma“, schreibt Hennersdorf. 

Frankreich ist weiter

Im Moment ist die Daten­la­ge noch vage. In Deutsch­land gel­ten min­des­tens neun Mil­lio­nen Men­schen als hit­ze­ge­fähr­det. Wie vie­le es in Müns­ter sind, ist nicht klar. Daten zu hit­ze­ge­fähr­de­ten Men­schen in Müns­ter lie­gen der Stadt nicht vor. Das ist in Deutsch­land eher der Nor­mal­fall. Wie es anders geht, zeigt zum Bei­spiel Frankreich. 

Ab dem 65. Lebens­jahr kön­nen älte­re Men­schen sich bei den Städ­ten regis­trie­ren las­sen. Sobald die Alarm­stu­fe „Hit­ze­wel­le“ erreicht ist, mel­det sich der Sozia­le Dienst bei die­sen Men­schen, stellt Ven­ti­la­to­ren in die Woh­nung, sorgt dafür, dass sie genug trinken. 

Wie es so oft pas­siert, wur­de das Land erst aus Scha­den klug. Nach einer töd­li­chen Hit­ze­wel­le vor knapp 20 Jah­ren ver­pflich­te­te Frank­reich die Kom­mu­nen, ein sol­ches Regis­ter zu füh­ren. In Deutsch­land steht das noch bevor, obwohl die Hit­ze auch hier töd­lich und teu­er ist. 

Allein die Hit­ze­s­om­mer in den Jah­ren 2018 und 2019 ver­ur­sach­ten nach einer am Mon­tag ver­öf­fent­lich­ten Stu­die Schä­den in Höhe von rund 35 Mil­li­ar­den Euro. Und wäh­rend für die 183 Men­schen, die bei der Flut­ka­ta­stro­phe im Ahr­tal vor einem Jahr star­ben, in der ver­gan­ge­nen Woche eine Gedenk­ver­an­stal­tung statt­fand, was gut ist, blei­ben die vie­len tau­send Men­schen, die der Hit­ze zum Opfer fie­len, namen­lo­se Zah­len in der Statistik. 

Den unbe­ding­ten Wil­len, schnell etwas zu unter­neh­men, erkennt man bis­lang noch nicht. Als der größ­te deut­sche Ärz­te­ver­band, der Mar­bur­ger Bund, und die Bun­des­ärz­te­kam­mer ges­tern einen natio­na­len Hit­ze­schutz­plan for­der­ten, ver­wies der Bund auf die Kom­mu­nen. Bei Risi­ko­grup­pen wie Kin­dern und Senio­ren wüss­ten die­se am bes­ten Bescheid. 

Ein Drittel unter dem Bundesschnitt

Das Zögern liegt viel­leicht auch dar­an, dass die Zah­len den Ein­druck ver­mit­teln könn­ten: So rich­tig dring­lich ist es noch nicht. In Müns­ter etwa gab es zwi­schen 2011 und 2021 genau 71 Hit­ze­war­nun­gen. Das sind durch­schnitt­lich sechs pro Jahr. Der bun­des­wei­te Durch­schnitt ist neun, in Müns­ter liegt der Wert also ein Drit­tel darunter. 

Auch wenn man auf die Zahl der soge­nann­ten Hit­ze­ta­ge schaut, an denen die Tem­pe­ra­tur auf über 30 Grad stieg, liegt Müns­ter leicht unter dem Durch­schnitt. Bun­des­weit gab es zwi­schen 1991 und 2020 im Schnitt zehn Hit­ze­ta­ge pro Jahr, in Müns­ter waren es neun. Im Ver­gleich zu den Jah­ren davor ist die Zahl jedoch deut­lich gestie­gen: Sie hat sich mehr als ver­dop­pelt. Zwi­schen 1961 und 1990 kam das Ther­mo­me­ter in Deutsch­land im Schnitt gera­de mal an fünf Tagen pro Jahr auf mehr als 30 Grad, in Müns­ter an vier Tagen. 

Aber was bedeu­tet das, wenn es an immer mehr Tagen im Jahr immer hei­ßer wird? Einen Ein­druck gibt die Zahl der Men­schen, die ins Kran­ken­haus ein­ge­wie­sen wer­den. In Müns­ter waren das im Hit­ze­jahr 2018 nach Zah­len der Kran­ken­kas­se AOK in der Alters­grup­pe der Men­schen über 65 Jah­ren etwa dop­pelt so vie­le Ver­si­cher­te wie bundesweit. 

Die Kran­ken­kas­se gibt die Ein­wei­sun­gen pro einer Mil­li­on Ver­si­cher­te an. In Müns­ter waren es 951, im Bun­des­schnitt 488. Her­un­ter­ge­rech­net auf die etwa 315.000 Men­schen, die im Moment in Müns­ter leben, bedeu­tet das: knapp 300 Ein­wei­sun­gen im Jahr. 

Die hohe Zahl erklärt sich wohl auch dadurch, dass in Müns­ter vie­le Men­schen aus dem Umland behan­delt werden. 

Das größte Manko

Wir haben die Uni­kli­nik gefragt, wie sie auf Hit­ze­wel­len vor­be­rei­tet ist. Einen Hit­ze­ak­ti­ons­plan gebe es nicht, schreibt Kli­nik­spre­che­rin Mari­on Zahr, aber die Mit­ar­bei­ten­den sei­en sen­si­bi­li­siert. Man arbei­te mit Wet­ter­pro­gno­sen, die Kli­nik sei kom­plett kli­ma­ti­siert, außer­dem lüf­te man regel­mä­ßig, schir­me die Zim­mer mit Mar­ki­sen oder Roll­lä­den vor der Son­ne ab. In die­sen Zei­ten ach­te man beson­ders dar­auf, dass alle Patient:innen aus­rei­chend trin­ken. Für das Per­so­nal sei Was­ser kostenlos. 

Eine gere­gel­te Zusam­men­ar­beit mit der Stadt, mit Pfle­ge­hei­men oder Arzt­pra­xen, wie Mar­tin Herr­mann vom Netz­werk KLUG sie for­dert, fin­det aber auch hier nicht statt. 

Wie so etwas aus­se­hen kann, zeigt ein Pilot­pro­jekt in Ber­lin. Kommt eine Hit­ze­war­nung vom Deut­schen Wet­ter­dienst, wird eine Ket­te von Ereig­nis­sen in Gang gesetzt. Das Ein­satz­leit- und Lage­zen­trum gibt den Alarm wei­ter an Mul­ti­pli­ka­to­ren wie die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung, die Heim­auf­sicht oder Trä­ger­ge­sell­schaf­ten. Pfle­ge­diens­te, die Feu­er­wehr, das Tech­ni­sche Hilfs­werk, das Lan­des­amt für Gesund­heit, sie alle sind ein­ge­bun­den. „Ent­schei­dend ist, dass alle Insti­tu­tio­nen schon vor­her wis­sen, was bei einer War­nung zu tun ist“, sagt Mar­tin Herr­mann. Und das sei eben heu­te auch das größ­te Manko. 

Aber wie gehen Alten- und Pfle­ge­hei­me bis­lang mit der Hit­ze um? „Die Ein­rich­tun­gen bekom­men das sehr gut hin“, sagt Nata­lie Albert vom Cari­tas­ver­band, der in Müns­ter meh­re­re Alten- und Pfle­ge­hei­me betreibt. Anfra­gen zu dem The­ma gebe es jedes Jahr. Sie sehe da kei­ne gro­ße Dra­ma­tik. Die Pfle­ge­kräf­te sei­en es gewohnt, mit der Hit­ze umzugehen. 

Was zu tun ist, sei klar. „Der gro­be Rah­men ist durch Kon­zep­te gere­gelt“, sagt Nata­lie Albert. Man stel­le Son­nen­se­gel und Son­nen­schir­me auf, man set­ze Ven­ti­la­to­ren oder Luft­be­feuch­ter ein. Und wenn es drau­ßen zu heiß sei, dann blei­be man eben drin­nen und mache ein küh­les Fuß­bad. Der Kon­takt zu den Ärzt:innen sei ohne­hin immer da. 

Und was ist mit den Men­schen, die nicht aus dem Bett kön­nen? „Es ist ein Irr­glau­be, zu den­ken, dass es vie­le Men­schen gibt, die den gan­zen Tag im Bett ver­brin­gen“, sagt Nata­lie Albert. Man habe Spe­zi­al­roll­stüh­le, und es sei auch mög­lich, Bet­ten in ande­re, küh­le­re Zim­mer zu schie­ben. „Das bekom­men wir immer hin“, sagt sie. 

Am wich­tigs­ten sei­en aber Ernäh­rung und Flüs­sig­keits­auf­nah­me. „Wenn es heiß wird, gibt es eben kei­nen def­ti­gen Erb­sen­ein­topf, dann gibt es eine Kalt­scha­le“, sagt Nata­lie Albert. Ein Eis, viel Obst, viel Gemü­se, vor allem viel Was­ser, das sei wichtig. 

Kleine Kneipe im Altenheim

Bei den Ale­xia­nern, die in Müns­ter eben­falls Alten- und Pfle­ge­hei­me betrei­ben, gibt es zwar kei­ne Koope­ra­tio­nen mit der Stadt oder Arzt­pra­xen, aber dafür fest­ge­leg­te Ver­fah­rens­an­wei­sun­gen, schreibt Spre­che­rin Car­men Echel­mey­er. Es wer­de auch geprüft, ob die Mit­ar­bei­ten­den sich dar­an halten. 

Außer­dem mache man in den Hei­men all das, was auch Pri­vat­per­so­nen machen wür­den, um sich gegen Hit­ze zu schüt­zen. Lüf­ten am Mor­gen, Zim­mer vor der Son­ne abschir­men, auf locke­re Klei­dung und Son­nen­schutz ach­ten, Ven­ti­la­to­ren auf­stel­len. Es gebe leich­te Spei­sen und fri­sches Obst. Man ach­te dar­auf, dass die alten Men­schen aus­rei­chend trin­ken und doku­men­tie­re das. „In unse­rer Ein­rich­tung Haus Tho­mas haben wir sogar eine klei­ne Knei­pe“, sagt die Spre­che­rin. Da gebe es auch mal ein küh­les Bier­chen, natür­lich alkoholfrei. 

Hen­drik Oen, der Haus­arzt, emp­fiehlt vie­les, was einem auch so gegen Hit­ze ein­fal­len wür­de. Im Schat­ten oder drin­nen auf­hal­ten, kör­per­lich nicht belas­ten, viel trin­ken, aber nicht zu viel. Anders, als man es frü­her oft hör­te, rät Oen aber nicht mehr, alles abzu­dun­keln und kei­ne Hit­ze in die Räu­me zu las­sen. „Es ist bes­ser, zu lüf­ten und so für etwas Küh­lung zu sor­gen“, sagt er. 

Schlech­te Hit­ze­tipps kön­nen gefähr­lich sein. Der Fak­ten­check-Ver­ein Mimi­ka­ma hat eini­ge Mythen zusam­men­ge­stellt, die immer wie­der ver­brei­tet wer­den. Dazu gehört zum Bei­spiel auch der Rat, kal­te Tücher über die Hei­zung oder den Wäsche­stän­der zu hän­gen. Das kann wir­ken wie ein Auf­guss in der Sau­ne. Es erhöht die Luft­feuch­tig­keit. Für alte Men­schen oder klei­ne Kin­der kann das bei star­ker Hit­ze lebens­ge­fähr­lich werden. 

Ein Monitoring-System fehlt

Und was macht die Stadt Müns­ter, um sich vor Hit­ze zu schüt­zen? Im Moment nutzt sie zum Bei­spiel Was­ser aus dem Ost­bad, um Pflan­zen zu bewäs­sern. In der Akti­on Müns­ter schenkt aus hel­fen die Men­schen in der Stadt, die Bäu­me feucht zu hal­ten. Im Aasee ver­sor­gen Belüf­ter das Was­ser mit Sauer­stoff. An den Aasee­ku­geln und am Spiel­platz am Coer­de­platz (der mit dem Flug­zeug) ste­hen Trink­was­ser­spen­der. Zwei wei­te­re am Bre­mer Platz sei­en in Pla­nung. Dort soll auch ein Son­nen­se­gel auf­ge­baut wer­den. Im Süd­park sind die Was­ser­spie­le gera­de saniert wor­den. Vie­le ande­re Brun­nen in der Stadt wer­den bald erneu­ert. Auf dem Dom­platz kann man zur­zeit im Schat­ten sit­zen. Unter den Lin­den ste­hen 80 Stüh­le.

Das klingt gemüt­lich und ange­nehm. So möch­te man sich den Som­mer vor­stel­len. Aber das ist auch eines der gro­ßen Pro­ble­me. In der Vor­stel­lung erscheint es gar nicht so schlimm, wenn der Som­mer ein paar Grad wär­mer wird. Die Auf­klä­rungs­sei­te Hit­ze-Info des Netz­werks KLUG ver­mit­telt ein etwas ande­res Bild davon, was uns in den nächs­ten Jah­ren erwartet: 

Das Deut­sche Komi­tee Kata­stro­phen­vor­sor­ge habe fest­ge­stellt, dass 96 Pro­zent der Todes­fäl­le durch Natur­ka­ta­stro­phen zwi­schen 1990 und 2020 von Hit­ze ver­ur­sacht wor­den sei­en, so steht es dort. Schät­zun­gen gin­gen von meh­re­ren tau­send Toten pro Jahr durch Hit­ze­wel­len in Deutsch­land aus. Erschwe­rend kom­me hin­zu, dass es in Deutsch­land kein Moni­to­ring-Sys­tem gebe, das Todes­fäl­le und Erkran­kun­gen durch Hit­ze erfasst. Damit blei­be das Leid der Erkrank­ten und Hin­ter­blie­be­nen unsichtbar. 

So ein Moni­to­ring-Sys­tem for­dert auch Hei­ko Wisch­new­ski, der kli­ma­po­li­ti­sche Spre­cher der Lin­ken in Müns­ter. Er hat am Wochen­en­de eine Pres­se­mit­tei­lung ver­schickt, mit der er auf die Cor­rec­tiv-Recher­che reagiert. Wisch­new­ski for­dert mehr öffent­li­che Trink­was­ser­brun­nen in den Stadt­vier­teln. Auch ein Hit­ze­ak­ti­ons­plan sei längst über­fäl­lig, schreibt er. In der Über­schrift sei­ner Mit­tei­lung steht: „Müns­ter muss den Hit­ze­schutz erns­ter neh­men.“ (rhe/ast)

Die­se Recher­che ist Teil einer Koope­ra­ti­on von Zeit Online, Cor­rec­tiv Lokal und RUMS. Das Netz­werk Cor­rec­tiv recher­chiert zu ver­schie­de­nen The­men und berich­tet unter correctiv.org/klima lang­fris­tig über die Kli­ma­kri­se. Wei­te­re Infos zur Hit­ze in Deutsch­land fin­den Sie hier.

Sie möchten dieses Thema mit anderen Leser:innen diskutieren oder uns Hinweise geben?

Nut­zen Sie ein­fach unse­re Kom­men­tar­funk­ti­on unter­halb die­ses Textes.
Wenn Sie den Brief gera­de als E-Mail lesen, kli­cken Sie auf den fol­gen­den Link, um den Text auf unse­rer Web­site aufzurufen:

› die­sen Brief kommentieren

Corona-Update

+++ Die Stadt Müns­ter mel­det heu­te 430 neue Infek­tio­nen mit dem Coro­na­vi­rus. 2.771 gel­ten als nach­weis­lich infi­ziert. Auf der Inten­siv­sta­ti­on lie­gen vier Covid-Erkrank­te, zwei Infi­zier­te müs­sen beatmet wer­den. Die Sie­ben-Tage-Inzi­denz gibt das Robert-Koch-Insti­tut für Müns­ter mit 623 posi­ti­ven PCR-Tests pro 100.000 Einwohner:innen in der ver­gan­ge­nen Woche an. 

+++ Bei den der­zei­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren fällt es schwer, an den Herbst zu den­ken. Aber was sein muss, muss sein, beson­ders in einer Pan­de­mie. Der Inten­siv­me­di­zi­ner Ger­not Marx emp­fiehlt allen älte­ren Men­schen für den Herbst eine fünf­te Imp­fung. Vor­aus­ge­setzt, es gibt dann einen ange­pass­ten Impf­stoff, der bes­ser vor Omi­kron schützt. Wenn Sie beim Lesen gera­de kurz auf­ge­schreckt sind und jetzt den­ken: Ups, ich bin nur drei­mal geimpft. Hab ich da was ver­passt?“ Nein, haben Sie nicht. Die Stän­di­ge Impf­ko­mis­si­on emp­fiehlt den vier­ten Piks zur­zeit nur für Men­schen über 70 und Vor­er­krank­te. Was Sie aber nicht davon abhal­ten soll­te, sich trotz­dem imp­fen zu las­sen. Der­zeit düm­pelt die Impf­quo­te beim zwei­ten Boos­ter bun­des­weit bei nur 7,5 Pro­zent her­um. Wenn Sie dabei noch nach­hel­fen wol­len, kein Pro­blem. Schau­en Sie mal hier vorbei. 

+++ Man­chen Men­schen ist das vie­le Imp­fen aller­dings suspekt. Ver­ständ­lich, denn nicht jede:r hat die Coro­na-Imp­fung ohne Wei­te­res ver­tra­gen. In sel­te­nen Fäl­len tre­ten auch uner­wünsch­te Begleit­erschei­nun­gen nach der Imp­fung auf, die die Gesund­heit der Geimpf­ten län­ge­re Zeit beein­träch­ti­gen. Dem Paul-Ehr­lich-Insti­tut (PEI) sind zwi­schen dem 27. Dezem­ber 2020 und dem 31. März 2022 rund 296.000 sol­cher Ver­dachts­fäl­le gemel­det wor­den. Die­ser Zahl ste­hen aller­dings über 172 Mil­lio­nen ver­ab­reich­te Impf­do­sen in Deutsch­land gegenüber.

Wir haben bei der Uni­kli­nik Müns­ter nach­ge­fragt, ob auch hier schon Men­schen mit Ver­dacht auf das soge­nann­te Post-Vac-Syn­drom vor­stel­lig gewor­den sind. Die Kli­nik­spre­che­rin Anja Wen­gen­roth ant­wor­te­te, dass die­se Fra­ge schwer zu beant­wor­ten sei. Es gebe näm­lich kei­nen ein­heit­li­chen Dia­gno­se­schlüs­sel für das Post-Vac-Syn­drom (allein im Bericht des PEI wer­den 38 Begleit­erschei­nun­gen genannt), des­halb könn­ten die Betrof­fe­nen an den unter­schied­li­chen Berei­chen der Uni­kli­nik auf­schla­gen. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Der frü­he­re FDP-Staats­se­kre­tär Andre­as Bothe über­nimmt die Nach­fol­ge von Doro­thee Fel­ler und wird neu­er Regie­rungs­prä­si­dent. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Nach drei Jah­ren Still­stand gehen die Bau­ar­bei­ten am Hafen­markt wei­ter. (WDR Müns­ter)

+++ Das Umwelt­amt ist ganz zufrie­den mit dem Was­ser im Aasee, erlaubt das Schwim­men aber den­noch nicht. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Uni­kli­nik wird in den nächs­ten Jah­ren grö­ßer wer­den und sich ver­än­dern. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Nach der Cyber­at­ta­cke auf die Fach­hoch­schu­le Müns­ter haben die Stu­die­ren­den wie­der Inter­net, die Bediens­te­ten aber noch nicht. (FH Müns­ter)

+++ Die Fach­hoch­schu­le Müns­ter erforscht die Long-Covid-Fol­gen – und ob eine Sauer­stoff­kam­mer dage­gen hilft. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++Nach einer Emp­feh­lung des Wis­sen­schafts­rats soll die Fach­hoch­schu­le Müns­ter in Zukunft selbst Dok­tor­ti­tel ver­lei­hen kön­nen, zunächst pro­be­wei­se. (Lan­des­re­gie­rung NRW)

+++ Die neue NRW-Fami­li­en­mi­nis­te­rin Jose­fi­ne Paul (Grü­ne) ist Bot­schaf­te­rin des Chris­to­pher-Street-Day in Müns­ter, kann aber nicht teil­neh­men. (Alles Müns­ter)

+++ Eine LEG-Mie­te­rin soll­te knapp 1.800 Euro Betriebs­kos­ten nach­zah­len, bekommt nun aber einen Nach­lass von 60 Pro­zent. (LEG-Mieter:innenvereinigung)

+++ Ein Send-Schau­stel­ler über­klebt ein Schild, nach­dem es als ras­sis­tisch kri­ti­siert wor­den war. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Der 23-jäh­ri­ge Orang-Utan Ramon ist aus Black­pool nach Müns­ter umge­zo­gen, um Nach­wuchs zu zeu­gen. (Alles Müns­ter)

+++ Der Ver­ein für kul­tu­rel­le und gesell­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit AFAQ wird zehn Jah­re alt. (Müns­ter­Tu­be)

+++ Rech­te Chat­grup­pe I: Det­lef Lor­ber von der Ver­ei­ni­gung der Ver­folg­ten des Nazi­re­gimes for­dert die Ent­las­sung der Poli­zis­ten, die in einer Chat­grup­pe rechts­ex­tre­me Inhal­te ver­brei­tet haben. (Insta­gram VVN-BdA Müns­ter)

+++ Rech­te Chat­grup­pe II: Die grü­ne Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on Kak­tus for­dert Kon­se­quen­zen und eine unab­hän­gi­ge Unter­su­chung. (Kak­tus Müns­ter)

+++ Die CDU-Senio­ren-Uni­on möch­te errei­chen, dass Men­schen mit einer klei­nen Ren­te stär­ker ent­las­tet wer­den. (CDU Müns­ter)

+++ Die Lin­ke for­dert eine Stra­te­gie, um Men­schen mit gerin­gem Ein­kom­men das Leben etwas leich­ter zu machen. (Lin­ke Müns­ter)

Unbezahlte Werbung

Auf der Suche nach einem küh­len Zufluchts­ort vor der Hit­ze hat es mich heu­te in das Café Luna im Hof 68 ver­schla­gen. Der Ein­gang liegt ein wenig ver­steckt am Bohl­weg 68 zwi­schen einer Tank­stel­le und einem Super­markt, was erst mal nicht sehr erhol­sam klingt. Nach ein paar Metern trifft man dann aber auf eine klei­ne Gar­ten­oa­se. Die Ter­ras­se des Cafés ist hübsch begrünt, es blü­hen flie­der­far­be­ne und wei­ße Hor­ten­si­en. Der Innen­raum des Cafés ist hell und ein­la­dend, auf der Kar­te ste­hen neben Kaf­fee auch haus­ge­mach­te Kuchen, Din­kel­waf­feln und vegan beleg­te Bagels. Durch eine Tür ist das Café mit dem Geschäft von Grün & Form ver­bun­den. Nach einem Stück Kuchen lässt sich der Besuch also gleich beim Stö­bern zwi­schen Gar­ten­ac­ces­soires und Kera­mik fort­set­zen. (vpe)

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen 

Was heu­te und in den nächs­ten Tagen in Müns­ter los ist, hat heu­te Vik­to­ria Pehl­ke für Sie in Erfah­rung gebracht. 

+++ In der Leo:16 Knei­pe fin­det mor­gen ab 19 Uhr ein Podi­ums­ge­spräch mit der Jour­na­lis­tin Ana­sta­sia Tik­ho­mi­ro­va statt. Sie wirft einen femi­nis­ti­schen Blick auf den Krieg in der Ukrai­ne und spricht über die femi­nis­ti­sche Oppo­si­ti­on in Russ­land und die Lage von Frau­en und der LGBTIQ*-Community in der Ukraine.

+++ Die B-Side lädt am Sams­tag zum 4-Ele­ments Jam am Hawerkamp ein. Von 12 bis 22 Uhr gibt es Graf­fi­ti, Break­dance, Musik und Work­shops. Es wird ein Mix an DJs und Rap-Artists auf­tre­ten. Ein­tritt und Geträn­ke sind auf Spendenbasis. 

+++ Das Cen­ter for Lite­ra­tu­re in der Burg Hüls­hoff bie­tet für Jugend­li­che ab 14 Jah­ren einen Film- und Dreh­work­shop an. Vom 21. bis 28. Juli zei­gen Video-Expert:innen den Teen­agern, wie sie Dreh­bü­cher schrei­ben und Fil­me pro­du­zie­ren. Anmel­den bit­te per E-Mail.

+++ Für gleich zwei Geträn­ke­tou­ren im August kön­nen Sie momen­tan Tickets kau­fen. Am 6. August ver­an­stal­tet das Zwei­schnei­di­ge Pferd zum Ape­ri­tif eine Art kuli­na­ri­sche Rei­se quer durch Ita­li­en. Vor­ver­kaufs­kar­ten gibt es im Teil­chen und Beschleu­ni­ger. Am 19. August fin­det dann das „Wein und Gehen“ in meh­re­ren Läden im Han­sa­vier­tel statt. Mit einem Wein­glas aus­ge­stat­tet, bekom­men sie in acht Loca­ti­ons ver­schie­de­ne Wei­ne ange­bo­ten. Tickets gibt es im Zwei­schnei­di­gen Pferd und im Exkaffee. 

+++ Die les­bi­sche Dating­show „Princess Char­ming“ hat im letz­ten Jahr vie­le Her­zen erobert. Für die aktu­el­le zwei­te Staf­fel gibt es sogar regel­mä­ßi­ge Public Viewings. Wer heu­te Abend noch spon­tan Zeit hat: Im Bohè­me Bou­let­te läuft ab 19 Uhr die sechs­te Folge.

+++ In der Rei­he „Liba­non 1982“ zeigt Die Lin­se im Cine­ma mitt­wochs regel­mä­ßig Fil­me, die sich mit dem Bür­ger­krieg im Liba­non und des­sen Fol­gen beschäf­ti­gen. Mor­gen läuft ab 18:30 Uhr der Film Pan­op­tic, der im Unter­grund des moder­nen Bei­ruts spielt. Wei­te­re Infos und Ter­mi­ne der Liba­non-Rei­he fin­den Sie hier.

Am Frei­tag schreibt Ihnen Sebas­ti­an Fob­be. Kom­men Sie bis dahin gut durch die Hit­ze, ab über­mor­gen wird’s ja etwas besser. 

Herz­li­che Grü­ße
Ralf Hei­mann

Mit­ar­beit: Sebas­ti­an Fob­be, Anto­nia Strot­mann, Jan Gro­ße Nobis, Vik­to­ria Pehl­ke
Lek­to­rat: Anto­nia Strotmann

Diesen Brief teilen und RUMS weiterempfehlen:

PS

Vor 45 Jah­ren und unge­fähr zwei Wochen, am 1. Juli 1977, kam eine Grup­pe jun­ger Men­schen nach einem Knei­pen­be­such auf die im Nach­hin­ein eher nicht so gute Idee, die Bil­lard­ku­geln am Aasee ins Was­ser zu rol­len. Skulp­tu­ren und dann auch noch so nichts­sa­gend wei­ße und run­de, wie sie sich jeder aus­den­ken kann, mit­ten in der Stadt, das war dann offen­bar doch etwas zu viel für die west­fä­li­sche See­le. Das hat­te schon die Debat­te vor der Aus­stel­lung gezeigt, den ers­ten Skulp­tur-Pro­jek­ten. Die Grup­pe schei­ter­te so gran­di­os mit ihrem Ver­such, die Kugeln zu besei­ti­gen, dass man sich die Geschich­te heu­te noch immer erzählt. Die Kugeln lie­gen wei­ter an der glei­chen Stel­le. Cla­es Olden­burg, der groß­ar­ti­ge Pop-Art-Künst­ler und Schöp­fer der „Giant Pool Balls“, der eigent­lich als Poli­zei­re­por­ter ange­fan­gen hat­te und des­sen Skulp­tu­ren die Zeit­schrift Art „Kolos­sal­ob­jek­te“ nann­te, ist ges­tern im Alter von 93 Jah­ren in New York gestor­ben.