Verwirrung um die Gaspreise | Ein neues Konzept für den Kinderschutz | Toskanabrot

Müns­ter, 16. Sep­tem­ber 2022

Guten Tag,

am Diens­tag haben wir hier im Brief die Fra­ge gestellt: Wer soll die Ener­gie­kos­ten für die Kran­ken­häu­ser zah­len? Vie­le Men­schen fra­gen sich das auch mit Blick auf ihre eige­nen Strom- und Gas­rech­nun­gen: Wer soll das alles bezah­len? Und wie teu­er wird es denn nun eigentlich?

Am Mitt­woch lan­de­te dann eine Pres­se­mit­tei­lung in unse­rem Post­fach. Die Naturfreund:innen Müns­ter schrie­ben, die Stadt­wer­ke hät­ten ihren Kund:innen die neu­en Gas­prei­se mit­ge­teilt. Und die­se wür­den zum 1. Novem­ber „um das Fünf­fa­che bei einer 30-Qua­drat­me­ter-Woh­nung (von 329 auf 1.601 Euro) und fast um das Sie­ben­fa­che für ein Ein­fa­mi­li­en­haus (von 1.218 auf 7.896 Euro)“ erhöht. Moment mal, um wie viel?

Ich habe bei den Stadt­wer­ken nach­ge­fragt, wo man sich die Zah­len ges­tern erst ein­mal nicht so rich­tig erklä­ren konn­te. Heu­te stell­te sich dann her­aus: Die Prei­se aus der Pres­se­mit­tei­lung stam­men offen­bar aus einem Brief an die Geschäfts­kun­den, „die in der Grund­ver­sor­gung deut­lich ande­re Kon­di­tio­nen haben als Haus­hal­te“, schreibt mir Stadt­wer­ke-Spre­cher Flo­ri­an Adler. Aller­dings haben die Sachbearbeiter:innen offen­bar ein Schrei­ben an die Pri­vat­kund­schaft als Vor­la­ge genutzt und nur ein paar Zah­len aus­ge­tauscht. Das wür­de jeden­falls erklä­ren, war­um die Ein­hei­ten „Rei­hen­haus“ und „Ein­fa­mi­li­en­haus“ in der Tabel­le mit den alten und neu­en Prei­sen auf­tau­chen, die für Geschäfts­räu­me ja eher nicht gän­gig sind.

Und was zah­len nun die Privatkund:innen? Deut­lich weni­ger als die Geschäfts­leu­te, aber deut­lich mehr als im letz­ten Jahr. Für 30 Qua­drat­me­ter wird ab 1. Novem­ber 2022 ein Jah­res­ab­schlag von 775,26 Euro ange­ge­ben. Für ein durch­schnitt­li­ches Ein­fa­mi­li­en­haus ist mit 3.448,26 Euro zu rech­nen (alle Kal­ku­la­tio­nen bezie­hen sich auf den Tarif „Grund­ver­sor­gung“).

Falls Sie noch kei­ne Post von den Stadt­wer­ken bekom­men haben und nach­schau­en möch­ten, was Sie in etwa erwar­tet: Hier fin­den Sie die Tabel­le mit den Bei­spiel­rech­nun­gen für Privatkund:innen, die die Stadt­wer­ke uns geschickt haben. Und noch eine Lese­hil­fe dazu: Die Ein­spa­rung von 6 Pro­zent, die in drei Spal­ten auf­taucht, kön­nen Sie errei­chen, wenn Sie die Raum­tem­pe­ra­tur um ein Grad absen­ken. So steht es jeden­falls in dem Schrei­ben an die Geschäfts­leu­te. (cbu)

Heute lesen Sie im RUMS-Brief:

  • Blick in die Medi­en: Die Bericht­erstat­tung zum Mord an Mal­te C.
  • Par­ken an der Mel­chers­stra­ße nach dem „Karls­ru­her Modell“
  • Lie­fer­ket­te: Vor­wür­fe gegen Fut­ter­mit­tel­händ­ler Agravis
  • Mehr Per­so­nal und ein neu­es Kon­zept für den Kinderschutz
  • Coro­na-Update: Auf­fri­schungs­imp­fung nur beim Hausarzt
  • Ein-Satz-Zen­tra­le: Stadt will mehr Homeoffice
  • Unbe­zahl­te Wer­bung: Tos­kan­ab­rot von Tollkötter
  • Drin­nen und Drau­ßen: Fes­ti­vals, Frei­wil­li­gen­tag, Wein

Kurz und Klein

+++ Nach dem Tod von Mal­te C. vor zwei Wochen hat der Spie­gel mit Men­schen aus dem Umfeld des mut­maß­li­chen Täters Nura­di A. gespro­chen, unter ande­rem mit der Mut­ter, den Geschwis­tern und mit Farid Vat­an­pa­rast, dem Box­trai­ner des jun­gen Man­nes. Er sagt, irgend­wann habe A. „nur noch sei­ne Fäus­te und nicht mehr sei­nen Kopf aus­bil­den“ wol­len. Die Schu­le habe er immer mehr ver­nach­läs­sigt. Laut der Staats­an­walt­schaft Müns­ter war Nura­di A. vor der Tat schon mehr­fach wegen Kör­per­ver­let­zung ver­ur­teilt wor­den. Es habe sich nicht um eine poli­tisch moti­vier­te Tat gehan­delt. „In die­sem Fall liegt es aber nahe, dass die Atta­cke queer­feind­lich war“, sagt Dirk Oll­ech, Spre­cher der Staats­an­walt­schaft Müns­ter laut dem Spie­gel. Die Zeit schreibt von einem „Kul­tur­kampf“. In den paar schreck­li­chen Minu­ten der Begeg­nung zwi­schen A. und sei­nem Opfer C. sei­en „zwei Männ­lich­keits­mo­del­le – das toxi­sche und das zivi­le – mit bru­ta­ler Wucht“ auf­ein­an­der­ge­trof­fen. Die Autorin kri­ti­siert, dass die Ein­stel­lung von Nura­di A., doku­men­tiert durch sei­ne Aus­sa­gen, vor allem in der lin­ken Sphä­re nicht the­ma­ti­siert wor­den sei­en. Sie stellt auch eine Zusam­men­hang zur Her­kunft von Nura­di A. her. Er ist Tsche­tsche­ne mit rus­si­schem Pass. „In kaum einem Land wird so bru­tal gegen Homo­se­xu­el­le vor­ge­gan­gen wie im isla­misch gepräg­ten und von Russ­land ver­wüs­te­ten Tsche­tsche­ni­en, wo vor fünf Jah­ren eine regel­rech­te Säu­be­rungs­kam­pa­gne gegen schwu­le Män­ner mit Fol­ter und Mord begann“, schreibt die Zeit. In einem aktu­el­len Inter­view kri­ti­siert der stell­ver­tre­ten­de CDU-Chef Jens Spahn „die feh­len­de Bereit­schaft wei­ter Tei­le der links­li­be­ra­len Sze­ne, auch nur aus­zu­spre­chen, dass hier ver­mut­lich die Her­kunft des Täters aus einer schwulen­feindlichen Kul­tur eine Rol­le gespielt hat“. Die­se Kri­tik hat auch uns erreicht. Dazu muss man aller­dings sagen: Geklärt ist die­ser Zusam­men­hang noch nicht. (rhe)

+++ Acht von zehn Autos an der Mel­chers­stra­ße par­ken teil­wei­se oder voll­stän­dig auf dem Geh­weg, und das soll sich ab Mon­tag ändern, mel­det die Stadt. Sie pro­biert ein Modell aus, das in Karls­ru­he erfolg­reich war und daher den Namen „Karls­ru­her Modell“ bekom­men hat. Der Raum neben der Stra­ße soll dadurch wie­der vom Park­weg zum Geh­weg wer­den. Par­ken soll dann nur noch auf gekenn­zeich­ne­ten Flä­chen erlaubt sein – und was den Unter­schied macht: gedul­det wer­den. Bis­lang drückt das Ord­nungs­amt in den meis­ten Fäl­len bei­de Augen zu. Außer­dem gilt auf der Mel­chers­stra­ße ab Mon­tag wie­der die Regel: rechts vor links. (rhe)

+++ Die Christ­li­che Initia­ti­ve Rome­ro wirft dem Fut­ter­mit­tel­händ­ler Agra­vis vor, Soja von bra­si­lia­ni­schen Far­men bezie­hen, auf denen es zu Gewalt­ta­ten gegen indi­ge­ne Men­schen gekom­men ist, berich­tet die taz. Far­mer hat­ten nach Dar­stel­lung der Initia­ti­ve zwei indi­ge­ne Men­schen getö­tet, die „fried­lich“ Land besetz­ten, das die Far­mer sich nach Mei­nung der Indi­ge­nen wider­recht­lich ange­eig­net haben. Agra­vis will sich zu dem Fall nicht äußern, hat der taz aber eine Stel­lung­nah­me des Unter­neh­mens Coa­mo wei­ter­ge­lei­tet, bei dem es Soja ein­kauft. Coa­mo schreibt, die Besit­zer des umstrit­te­nen Lan­des sei­en nicht Mit­glied der Genos­sen­schaft. Die Pro­duk­te, die man kau­fe, wür­den nicht auf Land her­ge­stellt, das Far­mer sich wider­recht­lich ange­eig­net hät­ten. Es steht also, wie die taz schreibt, Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge. Für Unter­neh­men wie Agra­vis wer­den sol­che Fäl­le ab Janu­ar noch etwas bri­san­ter als jetzt. Ab dem neu­en Jahr ver­pflich­tet das Lie­fer­ket­ten­ge­setz Fir­men ver­bind­lich dazu, sich um die Men­schen­rech­te bei aus­län­di­schen Zulie­fer­be­trie­ben zu küm­mern. (rhe)

Hoffest bei Ökullus und Handorfer Herbst

Mer­ken Sie sich schon ein­mal den 18. und 25. Sep­tem­ber vor, denn für die­se bei­den Sonn­ta­ge haben wir zwei beson­de­re Ver­an­stal­tungs­tipps für Sie: Das Öku­l­lus-Hof­­­fest und den Han­dor­fer Herbst.

Auf dem Hof­fest von Ökul­lus am kom­men­den Sonn­tag ab 11 Uhr kön­nen Sie unter ande­rem ver­schie­de­ne Bier-, Kaf­­fee- und Käse­spe­zia­li­tä­ten aus­pro­bie­ren, auf dem Floh­markt nach beson­de­ren Schät­zen stö­bern, Kin­dern beim Erklim­men von Stroh­bur­gen zuschau­en oder mit dem Tre­cker über Gemü­se­fel­der fah­ren. Und wenn Sie möch­ten, kön­nen Sie dar­über hin­aus ganz viel über öko­lo­gi­schen Land­bau erfah­ren. Das gesam­te Pro­gramm fin­den Sie hier.

Eine Woche spä­ter, am 25. Sep­tem­ber, fei­ert Han­dorf mit dem Han­dor­fer Herbst den Herbst­an­fang. Auf dem gro­ßen Stadt­teil­fest, das sich über sämt­li­che Haupt­ver­kehrs­we­ge übers gan­ze Dorf erstreckt, wird es vie­le Stän­de geben, zwei Floh­märk­te, zahl­rei­che Aktio­nen für Kin­der und vie­les mehr. Hier haben wir ein paar Impres­sio­nen der letz­ten Fes­te für Sie.

Und weil es in den letz­ten Wochen so viel Spaß gemacht hat, auf den Vier­tel­fes­ten mit Ihnen zu plau­dern und sich aus­zu­tau­schen, bau­en wir auch bei die­sen bei­den Ver­an­stal­tun­gen noch ein­mal unse­ren RUMS-Pavil­­lon auf. Wir freu­en uns, wenn Sie vor­bei­schau­en. Für unse­re jüngs­ten Besucher:innen wird es auch wie­der etwas zu gewin­nen geben!

Mehr Personal und ein neues Konzept für den Kinderschutz

Es ist gut zwei Jah­re her, dass der soge­nann­te Miss­brauchs­kom­plex von Müns­ter bekannt wur­de. Anfang Juni 2020 mel­de­te die Poli­zei, dass sie sie­ben Beschul­dig­te fest­ge­nom­men habe, die Kin­der miss­braucht oder Bei­hil­fe zum Miss­brauch geleis­tet haben sollten.

Ende 2020 begann am Land­ge­richt Müns­ter der Pro­zess gegen den Haupt­an­ge­klag­ten Adri­an V., der letz­ten Som­mer zu 14 Jah­ren Haft ver­ur­teilt wur­de. Sei­ne Lebens­ge­fähr­tin muss für fast acht Jah­re ins Gefäng­nis, weil sie spä­tes­tens seit 2018 wuss­te, dass Adri­an V. ihren Sohn miss­brauch­te, und nichts unter­nahm. Auch wei­te­re Täter wur­den schon ver­ur­teilt, gegen ande­re Tat­ver­däch­ti­ge lau­fen noch Ver­fah­ren, und die Poli­zei ermit­telt, ob es noch mehr mög­li­che Täter gibt.

Das ist die eine Sei­te der Auf­ar­bei­tung, die juristische.

Die ande­re Sei­te ist die Fra­ge: Was kann man tun, um sol­che Taten in Zukunft zu ver­hin­dern – oder zumin­dest frü­her zu ent­de­cken und die Kin­der zu schüt­zen, so gut und so früh es irgend mög­lich ist?

Keine Versäumnisse, aber die Behörden müssen aus dem Fall lernen

Die­se Fra­ge beschäf­tigt das Jugend­amt, die Poli­tik und vie­le ande­re Ver­ant­wort­li­che in Müns­ter, seit der Miss­brauchs­fall bekannt gewor­den ist. Kei­ne drei Wochen nach der ers­ten Pres­se­mel­dung der Poli­zei beschloss der Stadt­rat einen Antrag mit dem Titel „Miss­brauchs­fall unter die Lupe neh­men und Leh­ren dar­aus zie­hen“. Zwei Mona­te spä­ter, im August, leg­te die Stadt­ver­wal­tung dem Jugend­aus­schuss dazu einen Bericht vor, in dem sie das Vor­ha­ben bekräf­tig­te (unter dem Link zum Bericht fin­den Sie als Anla­ge auch den ursprüng­li­chen Ratsantrag).

Die Leh­ren, das soll­ten vor allem Ver­bes­se­run­gen der Jugend­ar­beit und des Kin­der­schut­zes sein. Die Rats­leu­te, die den Antrag for­mu­liert hat­ten, gin­gen davon aus, dass „die städ­ti­schen Behör­den kein Fehl­ver­hal­ten zu ver­ant­wor­ten“ hät­ten. Zu die­sem Schluss kam spä­ter auch ein Fach­gut­ach­ten (RUMS-Brief vom 5. Febru­ar 2021): Der Kom­mu­na­le Sozi­al­dienst in Müns­ter wur­de schon 2014 von der Staats­an­walt­schaft über eine Ankla­ge gegen Adri­an V. infor­miert, weil die­ser Abbil­dun­gen von Miss­brauchs­hand­lun­gen (soge­nann­te Kin­der­por­no­gra­phie) beses­sen und ver­brei­tet hat­te. Das Jugend­amt soll­te klä­ren, ob der damals fünf­jäh­ri­ge Sohn der Lebens­ge­fähr­tin in Gefahr sei. Rück­bli­ckend ist klar: Der Jun­ge war in gro­ßer Gefahr. Doch das Gut­ach­ten kommt zu dem Schluss: Das Jugend­amt hat nach den damals gel­ten­den Regeln sorg­fäl­tig gear­bei­tet, die­se Regeln hat­ten aber grund­sätz­li­che struk­tu­rel­le Schwächen.

Das führt wie­der zur Aus­gangs­fra­ge: Wie hät­ten die Behör­den das Kind bes­ser schüt­zen kön­nen? Und was kön­nen sie in Zukunft bes­ser machen?

Mehr Menschen, also mehr Schutz?

Eine Ant­wort auf die Fra­ge steht jetzt in einem neu­en Papier, das der Rat ver­gan­ge­ne Woche beschlos­sen hat und das Vor­ga­ben eines neu­en Lan­des­ge­set­zes umsetzt: Das Jugend­amt soll mehr Per­so­nal bekom­men. Zehn Stel­len für den Kom­mu­na­len Sozi­al­dienst, also mehr Sozialarbeiter:innen, die direkt mit Fami­li­en arbei­ten. Und zwei Voll­zeit­kräf­te, die die Zusam­men­ar­beit zwi­schen den vie­len Men­schen und Insti­tu­tio­nen, die im Kin­der­schutz eine Rol­le spie­len, noch bes­ser koor­di­nie­ren sollen.

Das klingt wie: Viel hilft viel. Mehr Per­so­nal, also bes­se­rer Schutz, weil mehr Men­schen auf­pas­sen kön­nen? Nicht ganz. Dahin­ter steckt vor allem ein neu­es Kon­zept, das die Mitarbeiter:innen des Kom­mu­na­len Sozi­al­diens­tes in einem der fünf Bezir­ke in Müns­ter seit eini­gen Mona­ten ausprobieren.

Mehr Raum und Aufmerksamkeit für Zweifel

Ein Anruf bei Chris­ti­an Schrap­per, Päd­ago­gik-Pro­fes­sor an der Uni Koblenz. Er berät und beglei­tet die Stadt Müns­ter dabei, den Miss­brauchs­kom­plex auf­zu­ar­bei­ten und die Arbeit des Jugend­am­tes ent­spre­chend umzu­struk­tu­rie­ren; von ihm stammt auch das erwähn­te Gut­ach­ten. In sei­nen Unter­la­gen und in denen der Stadt taucht immer wie­der eine For­mu­lie­rung auf: In der Jugend­ar­beit fehl­te in der Ver­gan­gen­heit Raum für „Irri­ta­ti­on, Zwei­fel und Verdacht“.

Was ist damit gemeint? Wie und wo soll­te das Jugend­amt die­sen Raum schaffen?

Schon 2014, als Mitarbeiter:innen des Jugend­amts zum ers­ten Mal mit der Lebens­ge­fähr­tin von Adri­an V. spra­chen, hat­ten sie „ein schlech­tes Gefühl“, so drückt Chris­ti­an Schrap­per es aus. Eben Zwei­fel und Irri­ta­tio­nen, einen ers­ten Ver­dacht. Aber in den Abläu­fen, nach denen das Jugend­amt damals arbei­te­te, gab es kei­ne kla­ren Vor­ga­ben, wie mit so einem schlech­ten Gefühl umzu­ge­hen sei. Bezie­hungs­wei­se: Die Vor­ga­be lau­te­te, dass ein Gefühl nicht reicht, um etwas zu unternehmen.

Jeder Verdacht trifft auf ein Grundrecht: das Elternrecht

Das gilt heu­te immer noch. Ein Gefühl ist kei­ne recht­li­che Grund­la­ge, um in eine Fami­lie und in das soge­nann­te Eltern­recht ein­zu­grei­fen, also das Grund­recht der Eltern, ihre Kin­der zu ver­sor­gen und zu erzie­hen. Das ist ja auch rich­tig so. Und dass es nur ein Gefühl, aber kei­ne Bele­ge gab, war auch der Grund dafür, dass ein Fami­li­en­ge­richt und eine inter­dis­zi­pli­nä­re Clea­ring­stel­le genau­so wenig tun konn­ten wie das Jugend­amt. Wenn Eltern dem Jugend­amt den Kon­takt zu ihrem Kind ver­wei­gern und es kei­nen Beweis für einen Miss­brauch oder Miss­hand­lun­gen gibt, hat das Jugend­amt kei­ne Handhabe.

Aber: Auch wenn ein schlech­tes Gefühl kei­nen Ein­griff legi­ti­miert, kön­nen Mitarbeiter:innen des Jugend­am­tes die­sem Gefühl trotz­dem nach­ge­hen. Sie sol­len es sogar. Laut Chris­ti­an Schrap­per gibt es höchs­tens in jedem fünf­ten Fall von sexua­li­sier­ter Gewalt gegen Kin­der belast­ba­re rechts­me­di­zi­ni­sche Bele­ge. In vier von fünf Fäl­len gibt es zunächst nur einen Ver­dacht und Anhalts­punk­te wie auf­fäl­li­ges Ver­hal­ten von Eltern oder Kindern.

Der Ein­druck ‚Da stimmt etwas nicht‘ hat des­halb inzwi­schen mehr Gewicht. Sozialarbeiter:innen kön­nen und sol­len sich dar­über mit Kolleg:innen, Vor­ge­setz­ten und Fach­leu­ten in exter­nen Bera­tungs­stel­len aus­tau­schen. Sie haben einen Anspruch dar­auf, gehört zu wer­den und mit ande­ren dar­über zu spre­chen, was denn da nicht stim­men könn­te und wo man anset­zen soll­te, um kla­rer zu sehen. Im Miss­brauchs­fall von Müns­ter war das zum Bei­spiel die Fra­ge: War­um hat die Lebens­ge­fähr­tin des Haupt­tä­ters sich so hef­tig dage­gen gewehrt, dass Mitarbeiter:innen des Jugend­am­tes mit ihrem Sohn spre­chen? Wel­che Rol­le spiel­ten ihre eige­ne Geschich­te und ihre Bezie­hung zu dem Mann, der wegen Miss­brauchs­bil­dern auf sei­nem Com­pu­ter ange­klagt war? Über so etwas müs­se man spre­chen, um sich zu sor­tie­ren, sagt Schrap­per. Und um zu klä­ren: Was davon ist ein berech­tig­ter Hin­weis, dem man nach­ge­hen sollte?

Das schlechte Gefühl soll nicht einfach so stehen bleiben

Vor acht Jah­ren notier­ten die Fach­kräf­te des Kom­mu­na­len Sozi­al­diens­tes zwar in ihren Unter­la­gen, dass sie Zwei­fel hat­ten. Aber dabei blieb es, erklärt San­dra Kro­me, die Kin­der­schutz­be­auf­trag­te der Stadt Müns­ter, in einem Tele­fo­nat. Die Zwei­fel wur­den weder durch wei­te­re Argu­men­te gestützt noch durch ande­re Beob­ach­tun­gen wider­legt. Sie blie­ben ein­fach stehen.

So etwas soll nicht mehr pas­sie­ren. In Zwei­fels­fäl­len sol­len Kolleg:innen des­halb das Recht auf eine soge­nann­te Tan­dem­fall­füh­rung haben, also dar­auf, einen kom­pli­zier­te­ren Fall in einem fes­ten Team gemein­sam zu bear­bei­ten. Bis­her fuh­ren zwar auch schon mal zwei Fach­kräf­te zu wich­ti­gen Ter­mi­nen, aber es arbei­te­te nur eine von ihnen fest mit der jewei­li­gen Fami­lie. Gera­de bei Fäl­len sexua­li­sier­ter oder emo­tio­na­ler Gewalt sei es aber wich­tig, dass zwei Per­so­nen alle Gesprä­che gemein­sam mit­be­kom­men und auf Details ach­ten kön­nen. „Sol­che Fäl­le sind wie ein gro­ßes Puz­zle, man muss die Tei­le erken­nen“, sagt San­dra Krome.

Damit die Mitarbeiter:innen des Kom­mu­na­len Sozi­al­diens­tes einen bes­se­ren Blick für sol­che Puz­zle­tei­le haben, haben sie in den letz­ten Mona­ten eine Fort­bil­dung zum The­ma sexua­li­sier­te Gewalt und Täter­stra­te­gien besucht. Auch das war eine Leh­re aus dem gro­ßen Miss­brauchs­fall: Fach­kräf­te müs­sen bes­ser dar­über Bescheid wis­sen, auf wel­che Anzei­chen sie bei Kin­dern und mög­li­chen Täter:innen ach­ten sollten.

Der Sozialdienst braucht mehr Zeit, also mehr Personal

Mehr Aus­tausch, mehr gemein­sa­me Ter­mi­ne, das braucht auch mehr Zeit. Das ist eine Erklä­rung dafür, dass alle Jugend­äm­ter in Nord­rhein-West­fa­len mit mehr Per­so­nal aus­ge­stat­tet wer­den sol­len. Die Kos­ten für die neu­en Stel­len trägt übri­gens das Land.

Der zwei­te Grund ist, dass die Fach­kräf­te in Zukunft anders mit den Fami­li­en arbei­ten sol­len als bis­her. Zwei wich­ti­ge Stich­wor­te hier­für: „Kin­der­rech­te“ und „Par­ti­zi­pa­ti­on“. Fan­gen wir mit dem ers­ten an.

Um Kin­der­rech­te geht es im Kin­der­schutz natür­lich immer. Aber sie sol­len in den Gesprä­chen mit den Fami­li­en stär­ker in den Mit­tel­punkt rücken. Das ist nicht nur bei poten­zi­el­len Miss­brauchs­fäl­len wich­tig, son­dern etwa auch, wenn Eltern ihr Kind ver­nach­läs­si­gen oder irgend­et­was ande­res tun oder las­sen, das ihm scha­den kann.

Kooperation statt Kontrolle

Bis­her tra­fen die Fach­kräf­te des Kom­mu­na­len Sozi­al­diens­tes mit Eltern soge­nann­te Kon­troll­ver­ein­ba­run­gen, erklärt San­dra Kro­me. Wenn das Jugend­amt das Kin­des­wohl in Gefahr sah oder ein Bedürf­nis erkann­te, das die Eltern nicht erfüll­ten, gaben die Sozialarbeiter:innen bestimm­te Zie­le vor. Setz­ten die Eltern die­se nicht um, wur­de ein Gericht hinzugezogen.

Jetzt sol­len sol­che Gesprä­che anders ablau­fen. Die Fach­kräf­te des Sozi­al­diens­tes stel­len nicht die Kon­trol­le der Eltern in den Vor­der­grund, son­dern die Rech­te der Kin­der. Sie erklä­ren zum Bei­spiel, dass jedes Kind das Recht hat, gut ver­sorgt zu sein – also unter ande­rem jeden Tag ein Schul­brot und im Win­ter war­me Klei­dung zu bekom­men. Schaf­fen Eltern es nicht, dafür zu sor­gen, sol­len die Sozialarbeiter:innen gemein­sam mit ihnen über­le­gen, wie eine Lösung aus­se­hen könn­te und wie sie die Fami­lie dabei kon­kret unter­stüt­zen können.

Manch­mal hat ein Eltern­teil auch eine psy­chi­sche Erkran­kung und kann sich des­halb nicht gut um sei­ne Kin­der küm­mern. Frü­her bekam er oder sie dann die Auf­la­ge, eine The­ra­pie zu machen. Jetzt erklä­ren die Fach­kräf­te des Sozi­al­diens­tes erst ein­mal das Recht des Kin­des, in einer siche­ren Umge­bung auf­zu­wach­sen. Und sie bie­ten den Eltern eine kurz­fris­ti­ge Unter­stüt­zung an, erklärt San­dra Kro­me. Sie arbei­ten zum Bei­spiel eng mit dem Gesund­heits­amt zusam­men und kön­nen schnell einen ers­ten Ter­min mit einer Psych­ia­te­rin oder einem The­ra­peu­ten mög­lich machen, um zu klä­ren, ob Vater oder Mut­ter Medi­ka­men­te brau­chen und wie sie die War­te­zeit bis zu einem fes­ten The­ra­pie­platz bes­ser über­brü­cken können.

Sol­che Hil­fen gab es auch frü­her schon, aber sie wer­den den Eltern gegen­über jetzt anders begrün­det. Die Idee ist: Das Jugend­amt arbei­tet mit den Eltern zusam­men dafür, dass es dem Kind gut geht. Ers­te Erfah­run­gen zei­gen offen­bar, dass vie­le Eltern unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen bes­ser kooperieren.

Auch die Kinder beteiligen

Am Ende muss natür­lich auch jetzt das Ergeb­nis sein: Die Situa­ti­on, die dem Kind scha­det oder scha­den könn­te, muss sich ändern, sagt San­dra Kro­me. Das müs­se auch trans­pa­rent ver­ein­bart wer­den. Aber die Kon­trol­le ste­he eben nicht mehr im Vor­der­grund, son­dern die Rech­te der Kin­der. Und hier kommt nun der zwei­te wich­ti­ge Begriff, die Par­ti­zi­pa­ti­on, also Teil­ha­be. Damit ist nicht nur die Zusam­men­ar­beit mit den Eltern gemeint, son­dern auch die Teil­ha­be der Kin­der. Sie sol­len stär­ker in den Pro­zess und in Gesprä­che ein­be­zo­gen wer­den, und die Situa­ti­on so ver­ste­hen – die Eltern müs­sen dem natür­lich nach wie vor zustim­men. Was Eltern und Sozialarbeiter:innen bespre­chen und ver­ein­ba­ren, soll auch für die Kin­der nach­voll­zieh­bar sein, das ist ein wich­ti­ges Ziel des neu­en Kon­zepts. Also auch hier: Mehr Gesprä­che, die natür­lich mehr Zeit brauchen.

Und wie ist das in Fäl­len, in denen der Ver­dacht besteht, dass ein Kind Gewalt aus­ge­setzt ist? Auch da sei es gut, den Eltern gegen­über erst ein­mal weni­ger auf Kon­fron­ta­ti­on zu set­zen, erklärt Chris­ti­an Schrap­per. Nicht zuletzt, weil das Jugend­amt nicht die Auf­ga­be hat, zu ermit­teln, son­dern Kin­der zu schüt­zen, solan­ge es eben noch kei­ne Bewei­se gibt. Und dafür müs­sen die Mitarbeiter:innen mög­lichst viel Zugang zu dem Kind haben, und auch zu Eltern oder einem Eltern­teil, die bei Gewalt viel­leicht weg­schau­en. Eine sehr schwie­ri­ge Auf­ga­be für die Fach­kräf­te. Schrap­per nennt es „eine Kunst, Eltern im Ein­zel­fall deut­lich zu machen, dass man sich nicht ein­mi­schen will, son­dern dass es dar­um geht, gemein­sam die Rech­te der Kin­der zu schüt­zen“. Und die­se Situa­ti­on kön­ne für das Per­so­nal gera­de bei einem Ver­dacht auf emo­tio­na­le oder sexua­li­sier­te Gewalt sehr belas­tend wer­den – auch des­halb sei es wich­tig, dass sich Kolleg:innen austauschen.

Auch hier ist der Fachkräftemangel ein Problem

Der Berech­nung des Lan­des zufol­ge brau­chen die Jugend­äm­ter für die neu­en Arbeits­struk­tu­ren 15 Pro­zent mehr Per­so­nal als vor­her. In Müns­ter sind das zehn Stel­len, es wird von knapp 65 auf 75 Voll­zeit­stel­len aufgestockt.

Reicht das?

Mit die­sen neu­en Plan­stel­len wür­de schon alles klap­pen, was man sich vor­ge­nom­men habe, sagt San­dra Kro­me. Aber Plan­stel­len auf dem Papier sind etwas ande­res als Fach­kräf­te, die tat­säch­lich da sind und arbei­ten. Schon jetzt sei es schwie­rig, die Stel­len adäquat zu beset­zen, sagt die Kin­der­schutz­be­auf­trag­te. Adäquat heißt in die­sem Fall: Ein Teil der Stel­len soll­te mit Men­schen mit einer gewis­sen Berufs­er­fah­rung besetzt wer­den. Doch es bewer­ben sich vor allem vie­le jun­ge Leu­te, die die erfah­re­ne­ren Kräf­te ein­ar­bei­ten müs­sen. Und durch Krank­hei­ten und Schwan­ger­schaf­ten gibt es ohne­hin eine star­ke Fluktuation.

Eigent­lich soll­te das neue Kon­zept ab Herbst auch in den ande­ren Bezir­ken ange­wen­det wer­den. Aber die Pilot­pha­se im ers­ten Bezirk wur­de ver­län­gert, um zu schau­en, wie Abläu­fe noch bes­ser orga­ni­siert wer­den kön­nen. Man wol­le mit dem bestehen­den Per­so­nal mög­lichst viel errei­chen, gleich­zei­tig wer­de man sich um neue Mitarbeiter:innen bemü­hen, sagt San­dra Kro­me. (cbu)

Sie möchten dieses Thema mit anderen Leser:innen diskutieren oder uns Hinweise geben?

Nut­zen Sie ein­fach unse­re Kom­men­tar­funk­ti­on unter­halb die­ses Textes.
Wenn Sie den Brief gera­de als E-Mail lesen, kli­cken Sie auf den fol­gen­den Link, um den Text auf unse­rer Web­site aufzurufen:

› die­sen Brief kommentieren

Corona-Update

+++ Die Stadt Müns­ter hat, wie auch die Krei­se im Umland, die Coro­na-Auf­fri­schungs­imp­fun­gen gestoppt, berich­tet der WDR. Der Grund ist: Das NRW-Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um hat recht­li­che Beden­ken. In haus­ärzt­li­chen Pra­xen sind die Auf­fri­schungs­imp­fun­gen dage­gen schon möglich. 

+++ Über tau­send Men­schen in Müns­ter (1.242) haben nach den Zah­len der Stadt eine Coro­na­in­fek­ti­on. Gleich­zei­tig ist in der Stadt seit drei Wochen kein Mensch mehr an oder mit Coro­na gestor­ben (Todes­fäl­le bis­lang: 230). Die Zahl der im Labor bestä­tig­ten Coro­na­fäl­le in Müns­ter ist seit ges­tern um 157 gestie­gen. Vor einem Monat waren es etwa 300. Die Inzi­denz, also die Zahl der Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Men­schen inner­halb einer Woche, liegt laut Stadt bei 227,6.

Ein-Satz-Zentrale

+++ Im Fall einer Frau aus Müns­ter, die von Fami­li­en­mit­glie­dern belei­digt, geschla­gen und ver­ge­wal­tigt wor­den ist, beginnt nun der Pro­zess. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Stadt­bü­che­rei wird saniert und schließt daher ab dem 26. Sep­tem­ber für zwei Wochen. (Stadt Müns­ter)

+++ Nach­dem die Pla­nun­gen für das Stadt­haus 4 auf Eis gelegt wor­den sind, will Per­so­nal­de­zer­nent Wolf­gang Heu­er die Home­of­fice-Rate ver­dop­peln. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Stadt Müns­ter wird bald in einem Pilot­pro­jekt Hygie­ne­ar­ti­keln wie Bin­den und Tam­pons in Schu­len, Jugend­zen­tren oder sozia­len Ein­rich­tun­gen kos­ten­frei abge­ben. (Stadt Müns­ter)

+++ Die Bre­mer Stra­ße ist in der nächs­ten Woche von Mon­tag bis Frei­tag wegen Bau­ar­bei­ten gesperrt. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Stadt Müns­ter stellt am 28. Sep­tem­ber im Jovel die Ergeb­nis­se aus den Dia­log-Ver­an­stal­tun­gen zur Pla­nung der drei neu­en Stadt­quar­tie­re am Dort­mund-Ems-Kanal vor. (Stadt Müns­ter)

+++ Eine Ver­tre­te­rin des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums hat ein Ver­spre­chen gemacht, das zur Fol­ge hät­te, dass durch Müns­ter in Zukunft kei­ne Atom­trans­por­te mehr fah­ren. (WDR)

+++ Das Rats­gym­na­si­um bekommt ein 400 Qua­drat­me­ter gro­ßes Wand­bild, auf dem es um Frie­den und Gerech­tig­keit geht. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Auf zwei Ampeln in Müns­ter sol­len in Zukunft gleich­ge­schlecht­li­che Figu­ren zu sehen sein. (CDU-Frak­ti­on)

+++ Das Bünd­nis „FMO-Aus­stieg jetzt“ ver­an­stal­tet eine Mahn­wa­che und for­dert dabei ein Nacht­flug­ver­bot und die Ein­stel­lung aller Flü­ge auf Stre­cken, die weni­ger als 600 Kilo­me­ter lang sind. (Müns­ter­i­sche Volks­zei­tung)

+++ Die Maxi-Sand-Sai­son geht zu Ende. (Alles Müns­ter)

+++ Am Welt­kin­der­tag (20. Sep­tem­ber) haben alle Kin­der (bis 14 Jah­re) in Bus­sen und Bah­nen in ganz Nord­rhein-West­fa­len freie Fahrt. (Stadt­wer­ke)

Unbezahlte Werbung

Das Haus­brot von Toll­köt­ter besteht zu 70 Pro­zent Rog­gen und zu 30 Pro­zent aus Wei­zen. Das ist der Klas­si­ker. Unser Tipp: Wenn Sie eine etwas ande­re Ver­si­on pro­bie­ren möch­ten oder von der Grö­ße der Haus­brot-Vier­tel über­for­dert sind, dann tes­ten Sie das Tos­kan­ab­rot, qua­si ein Haus­brot mit Oli­ven­öl. Und wuss­ten Sie, dass Toll­köt­ter sei­ne Bro­te auch ver­sen­det? Das lohnt sich aber eigent­lich nur, wenn Sie außer­halb woh­nen, denn in der Innen­stadt fin­den Sie mitt­ler­wei­le fast alle paar Meter eine Filia­le.

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen

Eva Strehlke hat heu­te für Sie in den Ver­an­stal­tungs­ka­len­der geschaut. Das hier sind ihre Empfehlungen: 

+++ An der Ham­mer Stra­ße ist heu­te „Park(ing) Day“: ein inter­na­tio­na­ler Akti­ons­tag, der einen Ein­druck davon geben will, wie Stra­ßen ohne Autos aus­se­hen. Was es heu­te bis 20 Uhr noch alles an der Ham­mer Stra­ße gibt, fin­den Sie hier oder vor Ort. 

+++ In der Aus­stel­lungs­hal­le am Hawerkamp fei­ert am Sams­tag ein Pro­jekt Eröff­nung, bei dem Skulp­tu­ren zu sehen sind, die sich bewe­gen – eine Per­for­mance zur weib­li­chen Iden­ti­tät, die Tanz mit Foto­gra­fie und Male­rei ver­bin­det. Infos zur Ver­nis­sa­ge am Sams­tag­abend gibt es hier. Der Ein­tritt ist frei.

+++ Heu­te Abend star­tet das B-Side-Fes­ti­val. Das Mot­to in die­sem Jahr: „Zurück für die Zukunft“. Rund um das Han­sa­vier­tel gibt es ein umfang­rei­ches Pro­gramm mit Musik, Thea­ter und vie­len Aktionen. 

+++ Noch ein Fes­ti­val, aber mehr Ver­gan­gen­heit als Zukunft: Müns­ter Barock gibt Ein­bli­cke in Stadt­ge­schich­te und Musik.

+++ Am Sams­tag öff­nen über 40 gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen in und um Müns­ter ihre Türen und geben am Frei­wil­li­gen­tag Ein­blick in ihre Arbeit. Das Pro­gramm fin­den Sie hier.

+++ Sams­tag ist auch „Tag des offe­nen Weins“ – sechs Müns­te­ra­ner Wein­hand­lun­gen bie­ten für 5 Euro jeweils drei offe­ne Wei­ne an. Wel­che das sind, kön­nen Sie hier nach­se­hen. Und wenn Sie Ihre Rou­te schlau pla­nen, ist zwi­schen­durch bestimmt auch noch Platz für eine Piz­za bei der True Ita­li­an Piz­za Week.

+++ Der dies­jäh­ri­ge Bür­ger­brunch vor dem Schloss ist schon fast aus­ge­bucht, aber ein paar Tische sind noch zu haben, für jeweils 40 Euro. An jedem Tisch haben bis zu acht Per­so­nen Platz, Bröt­chen und Unter­hal­tung sind inklu­si­ve. Den Rest müs­sen Sie selbst mit­brin­gen. Die Ein­nah­men der Ver­an­stal­tung gehen an drei Pro­jek­te für Kin­der und Jugend­li­che: die Königs­kin­der, den Ver­ein sozi­al-inte­gra­ti­ver Pro­jek­te und ein eige­nes Pro­jekt der Stif­tung für ukrai­ni­sche Flüchtlingskinder.

+++ Für alle, die die­ses Wochen­en­de Sport machen wol­len, gibt es am Sonn­tag gleich meh­re­re Mög­lich­kei­ten: Einer­seits fin­det der Ökul­lus­lauf statt. Teams aus einer lau­fen­den und einer rad­fah­ren­den Per­son lau­fen und fah­ren 21 Kilo­me­ter lang von einer Sta­ti­on zur nächs­ten, und da gibt es jeweils Essen und Trin­ken. Online-Anmel­de­schluss war schon, mit die­sem For­mu­lar kön­nen Sie sich aber vor Ort noch nach­mel­den. Alle Infos fin­den Sie hier.

+++ Beim Run for Res­cue am Sonn­tag kön­nen Sie zwi­schen 9 und 18 Uhr um den Aasee lau­fen, fah­ren, gehen oder rol­len und wie bei einem Spon­so­ren­lauf Geld für See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen sam­meln oder selbst spen­den. Alle Infos gibt’s hier.

Am Diens­tag schreibt Ihnen Ralf Hei­mann. Ich wün­sche Ihnen ein schö­nes Wochenende.

Herz­li­che Grü­ße
Con­stan­ze Busch

Mit­ar­beit: Jan Gro­ße Nobis, Ralf Hei­mann, Eva Strehlke
Lek­to­rat: Eva Strehlke

Diesen Brief teilen und RUMS weiterempfehlen:

PS

Wir haben es Ihnen schon erzählt: Mor­gen ist Zoo­tag. Das bedeu­tet: Der Ein­tritt ist güns­ti­ger als sonst. Und falls Sie gedacht haben „Na toll, ich hab eh eine Jah­res­kar­te“, haben wir noch eine inter­es­san­te Info für Sie: Jah­res­kar­ten für den All­wet­ter­zoo gel­ten am Sams­tag auch in den NRW-Part­ner­zoos, zum Bei­spiel in Rhei­ne und Gelsenkirchen.