Der RUMS-Jahresrückblick | Reportage: Warum sich ein katholischer Diakon mit 60 geoutet hat | Weihnachtsgeschenke vom Wochenmarkt

Müns­ter, 23. Dezem­ber 2022

Guten Tag,

mor­gen fei­ern wir Hei­lig­abend, ab dann blei­ben noch sie­ben Tage von 2022 übrig. Das Jahr ist fast Geschich­te. Um genau zu sein, sind schon über 97 Pro­zent des Jah­res vor­bei.

Viel­leicht geht es Ihnen da wie mir: Für mich ist 2022 wie im Flug ver­gan­gen. Schließ­lich war die­ses Jahr viel los. Die Queen ist gestor­ben, ein paar Fuß­ball­ver­ei­ne aus aller Welt haben ein Tur­nier in der Wüs­te ver­an­stal­tet und um ein Haar wäre mit den Affen­po­cken eine neue Pan­de­mie ausgebrochen.

Was in die­sem Jahr alles in Müns­ter los war, haben heu­te Anto­nia Strot­mann, Vik­to­ria Pehl­ke, Ralf Hei­mann und ich für Sie zusam­men­ge­fasst. In unse­rem Jah­res­rück­blick wol­len wir noch ein­mal die gro­ßen The­men aus 2022 Revue pas­sie­ren las­sen. Es geht um die vie­len offe­nen Fra­gen beim Musik-Cam­pus, um den Pfle­ges­treik im Som­mer, um den Krieg in der Ukrai­ne und sei­ne Fol­gen für Müns­ter – und ja, auch der wahr­schein­lich längs­te Aus­flug eines Kegel­ver­eins nach Mal­lor­ca fin­det in unse­rer Rück­schau Beachtung.

Los geht’s! (sfo)

Der Jahresrückblick: Das war 2022 in Münster

​​Der Musik-Campus

Im Febru­ar will die Stadt end­lich alle Zwei­fel über Bord wer­fen. Der Rat soll sich für eines der größ­ten Bau­pro­jek­te aus­spre­chen, das Müns­ter jemals geplant hat: einen Musik-Cam­pus mit einem Kon­zert­saal, auf dem die Musik­hoch­schu­le, die städ­ti­sche Musik­schu­le und das Sin­fo­nie­or­ches­ter Platz fin­den sol­len und irgend­wie auch die freie Musikszene. 

Doch auch nach sechs Jah­ren Pla­nung sind vie­le Fra­gen offen. Die wohl wich­tigs­te ist: Wer soll das alles bezah­len? Im Janu­ar hat der Ober­bür­ger­meis­ter sich zu den Eck­da­ten geäu­ßert. Der Cam­pus soll über 300 Mil­lio­nen Euro kos­ten, etwa 100 Mil­lio­nen davon wird die Stadt tra­gen müs­sen. Die bevor­ste­hen­de Ent­schei­dung spal­tet das Rat­haus­bünd­nis aus Grü­nen, SPD und Volt, sie ent­zweit vor allem die größ­te Frak­ti­on im Bünd­nis, die Grü­nen. Man ver­tagt den Beschluss. Im März spricht sich die grü­ne Par­tei deut­lich gegen den Cam­pus aus, auf einer zwei­ten Ver­samm­lung gelingt ein Kom­pro­miss. Im April ringt der Rat sich eben­falls zu einem Kom­pro­miss durch, mit knap­per Mehrheit.

Es ist ein Ja unter Vor­be­halt: Bevor der Rat das Pro­jekt beschließt, muss die Finan­zie­rung geklärt sein. Anfang Mai tref­fen Ober­bür­ger­meis­ter und Uni-Rek­tor sich mit den Frak­ti­ons­spit­zen. Die Uni droht, aus dem Pro­jekt aus­zu­stei­gen. Das Bünd­nis gibt nach. Spä­ter im Mai stimmt der Rat mit gro­ßer Mehr­heit für den Cam­pus, obwohl vie­le Fra­gen wei­ter­hin offen sind. Uni und Stadt müs­sen etwa 65 Mil­lio­nen Euro aus Spen­den und För­der­mit­teln ein­wer­ben. Mit­te 2023 sol­len sie berich­ten, wie weit sie sind, im Jahr dar­auf müs­sen zwei Drit­tel des Gel­des zusam­men sein. 

Eine gro­ße Hoff­nung ruht auf Ber­lin. Ende Sep­tem­ber kommt von dort die gute Nach­richt: Müns­ter hat die Chan­ce auf 20 Mil­lio­nen Euro. Das Geld ist an Bedin­gun­gen geknüpft, doch das geht in der Bericht­erstat­tung weit­ge­hend unter. Bei einem Gesprächs­abend im Jovel Ende Novem­ber zeigt die Stadt ers­te Plä­ne. Ab Früh­jahr soll ein zwölf­köp­fi­ges Gre­mi­um ein Nut­zungs­kon­zept erstel­len. Ein Archi­tek­tur­wett­be­werb soll fol­gen. Aber sogar wenn die 20 Mil­lio­nen aus Ber­lin kom­men, feh­len wei­ter­hin 45. Außer­dem ist die Kos­ten­pro­gno­se in Höhe von 300 Mil­lio­nen Euro andert­halb Jah­re alt. Und schon damals war der Betrag knapp bemes­sen. Inzwi­schen haben die Prei­se einen Sprung gemacht. In der Rats­sit­zung im Dezem­ber fragt ein Müns­te­ra­ner, ob es ange­sichts der abseh­ba­ren Kos­ten­stei­ge­run­gen nicht sinn­voll wäre, das Pro­jekt erst­mal auf Eis zu legen. Der Ober­bür­ger­meis­ter ant­wor­tet sinn­ge­mäß, Müns­ter brau­che den Cam­pus und wer­de ihn des­we­gen auch bau­en. (rhe)

Die Bauprojekte

Der Musik-Cam­pus ist das größ­te Bau­pro­jekt in Müns­ter, aber es ist nur eines von vie­len. In den kom­men­den Jah­ren will die Stadt für eine knap­pe Mil­li­ar­de Euro bau­en, vor allem Schu­len. Das pro­mi­nen­tes­te Bau­pro­jekt der Stadt, der Neu­bau der Mat­hil­de-Anne­ke-Gesamt­schu­le, zeigt ein­drucks­voll, was dabei so alles schief­ge­hen kann. Die Ter­mi­ne für den Abschluss der Arbei­ten haben sich immer wie­der ver­scho­ben, und es ist immer teu­rer gewor­den. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat der Ober­bür­ger­meis­ter den Bau zur Chef­sa­che erklärt. Dar­un­ter könn­te man ver­ste­hen: Der Chef behält das Pro­jekt per­sön­lich im Auge. Auf die Fra­ge, was Mar­kus Lewe seit­dem unter­nom­men hat, ant­wor­tet die Stadt­ver­wal­tung im Dezem­ber, der Ober­bür­ger­meis­ter habe wei­te­re Fach­leu­te ein­ge­setzt – wo genau, zu wel­chem Zweck und mit wel­cher Auf­ga­be erfah­ren wir nicht.

Gegen Ende des Jah­res ver­zö­gert sich die Fer­tig­stel­lung der Schu­le ein wei­te­res Mal. Aber im nächs­ten Jahr soll alles fer­tig sein. Wirk­lich. Ein vier­tes Stadt­haus wird Müns­ter dage­gen wohl erst ein­mal nicht bekom­men. Den Plan hat der Rat im Spät­som­mer auf Eis gelegt, nach­dem die Kos­ten immer wei­ter gestie­gen waren. Vor drei Jah­ren hat­te man von etwas mehr als 70 Mil­lio­nen Euro gespro­chen. Zuletzt war die Rede von 115 Mil­lio­nen Euro.

Die Debat­te um den Ver­wal­tungs­bau bringt eine Fra­ge mit sich, die sich zur­zeit auch in vie­len Unter­neh­men stellt: Wie vie­le Büro­ar­beits­plät­ze wird man in Zukunft über­haupt noch brau­chen, wenn immer mehr Men­schen von zu Hau­se aus arbei­ten? Knap­pes Bau­ma­te­ri­al, aus­ge­las­te­te Bau­un­ter­neh­men, die Infla­ti­on und die mas­siv gestie­ge­nen Ener­gie­kos­ten sind auf allen Bau­stel­len ein Pro­blem. Das merkt die Stadt unter ande­rem beim Aus­bau des Glas­fa­ser­net­zes. Es hakt über­all. Nur beim neu­en Preu­ßen-Sta­di­on, da soll es nicht haken. Wobei auch hier schon lan­ge klar ist: Für die im Koali­ti­ons­ver­trag fest­ge­schrie­be­nen 40 Mil­lio­nen Euro wird das Sta­di­on nicht zu haben sein. Zusam­men­strei­chen kann man die Plä­ne aller­dings auch schlecht. Der Ver­ein braucht die VIP-Logen in der lan­gen Gera­de gegen­über der Haupt­tri­bü­ne, um sei­nen Anteil am Sta­di­on zu finan­zie­ren. Wür­de man auf die Ost- oder West­tri­bü­ne ver­zich­ten, sähe das aus, als müss­ten die Fans alles ausbaden.

Gegen Ende des Jah­res beschließt der Rat mit gro­ßer Mehr­heit, 20 Mil­lio­nen mehr für das Sta­di­on zur Ver­fü­gung zu stel­len. Doch auch das könn­te am Ende zu wenig sein. Eine wich­ti­ge Fra­ge ist nach wie vor unge­klärt: Kann die Bau­wer­ke GmbH, die städ­ti­sche Gesell­schaft, die das Sta­di­on bau­en soll, die Vor­steu­er abzie­hen, wie Unter­neh­men es dür­fen? Oder geht das nicht, weil die Gesell­schaft der Stadt gehört und damit dem Staat? Bis zum Ende des Jah­res ist das wei­ter nicht geklärt. In einer ande­ren Fra­ge hat man sich geei­nigt. Bis­lang hat die Stadt kei­ne Gesell­schaft, die fürs Bau­en zustän­dig ist. Mal über­nimmt das die Wirt­schafts­för­de­rung, mal die städ­ti­sche Park­haus­ge­sell­schaft WBI, mal die Stadt­wer­ke. Das soll sich nun ändern, beschließt das Rat­haus­bünd­nis – gegen den Wil­len von Stadt­bau­rat und Ober­bür­ger­meis­ter. Um den Bau von Schu­len soll sich in Zukunft allein die Gesell­schaft Bau­wer­ke küm­mern. Für sie soll aber nicht mehr ein Stadt­wer­ke-Geschäfts­füh­rer neben­bei ver­ant­wort­lich sein. Die Gesell­schaft soll eine eige­ne Füh­rung bekom­men und direkt an die Stadt ange­glie­dert sein. Der Ober­bür­ger­meis­ter sagt in der Rats­sit­zung Mit­te Dezem­ber, er befürch­te, der Bau von Schu­len wer­de sich dann wei­ter ver­zö­gern. Das Bünd­nis ist ande­rer Mei­nung. (rhe)

Die Verkehrspolitik

Eines der gro­ßen The­men im Kom­mu­nal­wahl­kampf vor zwei Jah­ren war die Fra­ge: Wie kann es gelin­gen, die Stadt so umzu­ge­stal­ten, dass Abga­se eine gerin­ge­re Rol­le spie­len? Anfang des Jah­res hat Müns­ter drei Ver­kehrs­ver­su­che hin­ter sich, wei­te­re sind geplant, doch weit­ge­hend auto­frei, wie es im Wahl­kampf ange­kün­digt wor­den war, ist die Innen­stadt wei­ter­hin nicht.

Im Gegen­teil: Die Auto-Zulas­sungs­zah­len haben einen gro­ßen Sprung gemacht. Die Stadt­wer­ke müs­sen Bus­li­ni­en vor­über­ge­hend ein­stel­len, weil sie kein Per­so­nal fin­den, das die Bus­se fährt. Die Mobi­li­täts­wen­de steckt im Stau. Im Som­mer geht es ein klei­nes biss­chen vor­an. Das 9-Euro-Ticket ver­mit­telt ein Gefühl dafür, wie ein­fach es mit den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln doch sein kann. Doch das Ticket ist zu teu­er, um es dau­er­haft anzu­bie­ten. Die Bun­des­re­gie­rung einigt sich auf einen Nach­fol­ger: das 49-Euro-Ticket. Doch das sind aufs Jahr gerech­net immer noch knapp 600 Euro.

Die SPD hat­te im Wahl­kampf ein Bus­ti­cket ange­kün­digt, das sehr viel güns­ti­ger ist, 365 Euro im Jahr. Im Novem­ber kün­digt die Koali­ti­on ein 29-Euro-Ticket an, für Müns­ter, viel­leicht auch für das Umland, das müs­se noch geklärt wer­den. Doch im Umland sorgt das Ticket für Ärger, denn es soll über Park­ge­büh­ren finan­ziert wer­den. Das kommt in den Krei­sen rund um Müns­ter nicht gut an.

Auf Müns­ters Stra­ßen geht es mit der Ver­kehrs­wen­de wei­ter schlep­pend vor­an. Zum Jah­res­en­de setzt das Rat­haus­bünd­nis zwar durch, dass Dom­platz und Pfer­de­gas­se für den Auto­ver­kehr gesperrt wer­den, wie man es im Koali­ti­ons­pa­pier ange­kün­digt hat­te. Doch auf der Königs­stra­ße staut sich vor Weih­nach­ten wei­ter der Ver­kehr. Am Ran­de der Alt­stadt ein Ver­kehrs­ver­such, den das Rat­haus­bünd­nis so nicht geplant hat­te: Im Sep­tem­ber kün­digt die Stadt an, die Berg­stra­ße über meh­re­re Mona­te zu sper­ren, um dort Fern­wär­me­lei­tun­gen zu ver­le­gen. Damit erüb­rigt sich ein Plan, der noch in der ers­ten Jah­res­hälf­te für gro­ße Dis­kus­sio­nen gesorgt hat­te: die vor­über­ge­hend Sper­rung des Bülts.

Eine Fra­ge ist: Wenn die Plä­ne der Stadt lan­ge bekannt waren, war­um hat man der Poli­tik davon nichts ver­ra­ten? Der Ein­druck, dass Poli­tik und Stadt­ver­wal­tung gegen­ein­an­der arbei­ten, ent­steht an meh­re­ren Stel­len. Bevor etwas pas­sie­ren kann, arbei­tet die Stadt­ver­wal­tung Kon­zep­te und Vor­schlä­ge aus, aber die las­sen dann mona­te­lang auf sich war­ten. Wie das Ver­kehrs­pro­blem am Aegi­dii­tor gelöst wer­den soll, ist auch andert­halb Jah­re nach der Debat­te über die spek­ta­ku­lä­re Fahr­rad­brü­cke, den Fly­o­ver, nicht klar. Das Geld dafür streicht das Bünd­nis gegen Ende des Jah­res aus dem Haus­halt. An der Wese­ler Stra­ße herrscht wei­ter Stau. Die Stadt­ver­wal­tung hat einen neu­en Vor­schlag zum Aus­bau der Auto­bahn­spin­nen an der Wese­ler Stra­ße gemacht. Das Bünd­nis möch­te den Bus­ver­kehr beschleu­ni­gen. Im Vor­schlag steht sinn­ge­mäß: Wenn man irgend­wo spa­ren wol­le, dann am bes­ten an der Bus­spur. (rhe)

Der Kegelclub aus Albachten

Ende Mai macht der Kegel­club „Stramm am Tisch“ aus Albach­ten eine Kegel­tour nach Mal­lor­ca. Weni­ge Stun­den nach sei­ner Ankunft brennt eine Bar. Sind die 13 Män­ner aus Müns­ter für das Feu­er verantwortlich? 

Von den Bal­ko­nen aus, auf denen die Män­ner gefei­ert haben, sol­len Ziga­ret­ten­kip­pen auf ein Vor­dach geflo­gen sein, das Feu­er fing. Die spa­ni­sche Poli­zei nimmt die Kegel­brü­der in Unter­su­chungs­haft. Fünf von ihnen kom­men spä­ter frei, weil sie eine Kau­ti­on zah­len oder ihre Unschuld bewei­sen kön­nen. Doch es erscheint mög­lich, dass die übri­gen acht Müns­ter meh­re­re Jah­re lang nicht wie­der­se­hen werden.

Die Berich­te über die Umstän­de des Feu­ers wer­fen einen Licht­ke­gel auf eine tou­ris­ti­sche Pra­xis, die tat­säch­lich mit eini­gen Risi­ken ver­bun­den ist; das ist der Sau­f­ur­laub. Rei­se­grup­pen kom­men für weni­ge Tage, um in Spa­ni­en mal so rich­tig die Sau raus­zu­las­sen. Wie es zu dem Feu­er kam, ist auch im Juli noch immer nicht klar. Men­schen, die vor Ort waren, als das Vor­dach zu bren­nen begann, belas­ten den Kegel­club. Ein Video ent­las­tet ihn. 

Mit­te Juli ent­lässt die Staats­an­walt­schaft die ver­blie­be­nen acht Kegel­brü­der aus der Unter­su­chungs­haft. Ob sie das Feu­er ver­ur­sacht haben, wird ein Gerichts­ver­fah­ren klä­ren müs­sen. Am Flug­ha­fen in Gre­ven emp­fängt man sie bei ihrer Ankunft wie Hel­den. (rhe)

Der Müllsammler

An der Ham­mer Stra­ße klet­tert am 27. April ein Mann auf einen Bau­kran und kün­digt an, dort zu blei­ben. Der Mann ist Ende fünf­zig und in Kin­der­haus seit Jah­ren als „der Müll­samm­ler“ bekannt. Er hor­tet Gegen­stän­de auf sei­nem Grund­stück und bedroht eine Nach­ba­rin, er hat auch schon mehr­fach Krä­ne besetzt, am Bahn­hof, beim Bau des LVM-Turms an der Wese­ler Stra­ße, auch in Düsseldorf.

Er ist mehr­fach ver­ur­teilt, wegen ganz unter­schied­li­cher Delik­te, auch wegen schwe­ren Miss­brauchs von Kin­dern. Ein Gerichts­gut­ach­ter ist zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass der Mann psy­chisch krank ist. Nach einer Woche klet­tert er vom Kran und geht frei­wil­lig in eine psych­ia­tri­sche Klinik.

Am 25. Juli sitzt der Mann wie­der auf dem Kran, dies­mal bleibt er län­ger. Erst nach drei Wochen nimmt die Poli­zei ihn unten in Emp­fang. In den Wochen dar­auf ver­schlim­mert sich die Situa­ti­on. Die Poli­zei fährt immer öfter zu sei­nem Grund­stück. Der Mann bedroht sei­ne Nach­ba­rin nicht nur, er greift sie auch an. Es stellt sich die Fra­ge: War­um lie­fert man ihn nicht ein in die Psychiatrie? 

Die Ant­wort ist: Das muss frei­wil­lig gesche­hen, es sei denn, die Behör­den sind der Mei­nung, von dem Mann geht eine Gefahr aus. Ende Novem­ber kom­men Poli­zei und Staats­an­walt­schaft zu die­ser Ein­schät­zung und kor­ri­gie­ren damit ein Fehl­ur­teil des Land­ge­richts. Die Rich­ter waren davon aus­ge­gan­gen, dass er nicht gewalt­tä­tig wird. Den Dezem­ber ver­bringt der Mann in Unter­su­chungs­haft. Mit­te des Monats soll vor dem Amts­ge­richt der nächs­te Pro­zess gegen ihn begin­nen. Doch kurz vor­her ver­schiebt das Gericht den Ter­min. Ein neu­es Gut­ach­ten soll klä­ren, ob der Gesund­heits­zu­stand des Man­nes den Pro­zess über­haupt zulässt. (rhe)

Der Klimaschutz

Ein tro­cke­ner, hei­ßer Som­mer und Rekord­tem­pe­ra­tu­ren im Okto­ber. Die Aus­wir­kun­gen der Kli­ma­kri­se sind in Müns­ter längst zu spü­ren. Mit dem Jah­res­wech­sel rückt auch das Jahr 2030 wie­der ein Stück näher. Bis dann soll Müns­ter kli­ma­neu­tral sein. Die­ses Ziel hat sich die Stadt selbst gestellt. Nur was hat sie dafür die­ses Jahr geleistet? 

Die­se Fra­ge stellt sich Con­stan­ze Busch im Sep­tem­ber. Sie kommt zu dem Ergeb­nis: Es tut sich was, aber nicht genug. Das För­der­pro­gramm für kli­ma­freund­li­che Wohn­ge­bäu­de wird im Juni gestoppt, weil die Nach­fra­ge so groß ist. Im neu­en Jahr soll das Pro­gramm wei­ter­ge­hen, zu geän­der­ten För­der­be­din­gun­gen. Es wird über Pho­to­vol­ta­ik in der Innen­stadt gestrit­ten, bis­her ohne wirk­li­che Lösung. Das Pilot­pro­jekt für Nah­wär­me in Albach­ten wird erst gar nicht umge­setzt. Auch die geplan­ten Sanie­rungs­ge­bie­te und das Wär­me­ka­tas­ter feh­len bis­lang. Immer­hin: Die Stadt­ver­wal­tung will ihre eige­nen Gebäu­de kli­ma­neu­tral machen und hat ange­fan­gen, die Schu­len zu sanie­ren. Der Ener­gie­stan­dard KfW 40 für neue Gebäu­de und die Solar­an­la­gen­pflicht für sanier­te Dächer sind beschlos­se­ne Sache. Auch mit der Umstel­lung der Pri­vat­haus­hal­te auf Öko­strom läuft es gut. 

Für das nächs­te Jahr bleibt es also zu hof­fen, dass die Poli­tik nicht nur über Kli­ma­schutz spricht, son­dern ihn auch umsetzt. Der Ober­bür­ger­meis­ter hat in einer Anspra­che bei Insta­gram ange­kün­digt, dass 2023 ein Kli­ma­schutz­jahr für Müns­ter wer­den soll. (vpe)

Der Fachkräftemangel

Seit Dou­glas Adams sei­ne Roman­rei­he Per Anhal­ter durch die Gala­xis her­aus­ge­bracht hat, wis­sen wir: Die Ant­wort auf alles lau­tet 42. Inzwi­schen könn­te man aber auch eine ande­re Ant­wort auf alles geben. Sie heißt „Fach­kräf­te­man­gel“ und ist der Grund, war­um gera­de so vie­les in Müns­ter nicht klappt oder gar nicht erst in Fahrt kommt.

Dar­über hat Ralf Hei­mann im August einen RUMS-Brief geschrie­ben. Der Titel lau­te­te „Über­all feh­len Leu­te“, was natür­lich etwas pro­vo­kant und nach Über­trei­bung klingt, aber das Pro­blem sehr schön und ver­ein­facht auf den Punkt bringt. Denn die Aus­wir­kun­gen des Fach­kräf­te­man­gels in Müns­ter sind mas­siv. Hier­zu eine klei­ne Aus­wahl von Din­gen, die nicht funk­tio­nie­ren, weil Per­so­nal fehlt:

  • Die Kitas müs­sen Grup­pen zusam­men­le­gen oder sogar schließen.
  • Der Unter­richt in den Schu­len fällt aus.
  • Der Aus­bau der Pfle­ge­plät­ze gerät ins Stocken.
  • Auf den Geburts­sta­tio­nen in den Kli­ni­ken feh­len Hebammen.
  • Die Bus­se fah­ren nicht und die Stadt­wer­ke kön­nen das Ange­bot an Nacht­bus­sen nicht ausbauen.
  • Die Post kommt mit Ver­spä­tung oder gar nicht an.
  • Bäcke­rei­en schlie­ßen ihre Filialen.
  • Der Glas­fa­ser­aus­bau kommt nicht voran.
  • Die Schwimm­bä­der schlie­ßen frü­her als geplant.
  • Die Stadt­ver­wal­tung muss Anträ­ge lie­gen lassen.
  • Super­märk­te erset­zen Kassierer:innen durch Selbstbedienungskassen.
  • Im Café räu­men nicht die Kellner:innen, son­dern die Gäs­te ihr benutz­tes Geschirr ab.
  • Die Auf­trags­bü­cher im Hand­werk quil­len über.

Und wel­che Lösung gibt es für den Fach­kräf­te­man­gel in Müns­ter? Die­se Fra­ge wird uns wohl noch lan­ge beschäf­ti­gen. Schau­en wir mal, für wie vie­le RUMS-Brie­fe die­ses The­ma im nächs­ten Jahr taugt. (sfo)

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Der Krieg und die Folgen

Der 24. Febru­ar 2022 hat in Euro­pa alles ver­än­dert. Es ist wie­der Krieg. Mor­gen, an Hei­lig­abend, beginnt der zehn­te Monat, in dem Russ­land gegen die Ukrai­ne Krieg führt. Das Leid der Men­schen ist schier unvor­stell­bar. Die Ver­ein­ten Natio­nen gehen von rund 6.700 zivi­len Todes­op­fern und über 10.000 Ver­letz­ten seit Kriegs­be­ginn aus. Laut dem Geflüch­te­ten­werk haben 7,8 Mil­lio­nen Men­schen seit Kriegs­be­ginn die Ukrai­ne ver­las­sen, die meis­ten davon in Rich­tung Polen, Russ­land und Deutschland.

Einer davon ist der Müns­te­ra­ner And­re Gro­ten. Er und sei­ne Frau Mari­ia haben vor Beginn des Krie­ges in Kyjiw gewohnt, jetzt sind sie wie­der in Deutsch­land. Im März hat­te Johan­ne Burk­hardt die Geschich­te von ihrer Flucht aus der Ukrai­ne auf­ge­schrie­ben. Seit­dem erzäh­len wir die Geschich­te von And­re und Mari­ia Gro­ten im RUMS-Brief immer wie­der wei­ter. Mor­gen fei­ern die bei­den das ers­te Mal Hei­lig­abend zu zweit, ohne die Fami­lie in der Ukraine.

Um sich ein Bild von der Lage der Geflüch­te­ten in Müns­ter zu machen, hat Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­rin Sven­ja Schulz am Don­ners­tag zusam­men mit der Sozi­al­de­zer­nen­tin der Stadt, Cor­ne­lia Wil­kens, eine Geflüch­te­ten­un­ter­kunft in Rox­el besucht. Die Stadt hat ins­ge­samt 46 sol­cher Ein­rich­tun­gen, in jeder ist Platz für 50 Men­schen. Wie vie­le geflüch­te­te Ukrainer:innen in Müns­ter leben, kann die Stadt aller­dings nicht genau sagen. Sie weiß von rund 3.400 Geflüch­te­ten, teilt uns das Pres­se­amt auf Anfra­ge mit. Zum Ver­gleich: 2015 hat Müns­ter rund 1.200 Geflüch­te­te aufgenommen.

Der Grund für die unge­naue Sta­tis­tik ist: Geflüch­te­te Ukrainer:innen müs­sen in Deutsch­land kei­nen Asyl­an­trag stel­len, sie kön­nen ihren Wohn­ort frei wäh­len und bei Ver­wand­ten und Pri­vat­leu­ten unter­kom­men. Das ermög­licht der Bund mit einer spe­zi­el­len Auf­nah­me­ver­ord­nung für Ukrainer:innen.

Die Soli­da­ri­tät mit den Geflüch­te­ten aus der Ukrai­ne ist in Müns­ter rie­sig. Es fin­den immer wie­der Demons­tra­tio­nen in Müns­ter statt und vie­le Men­schen spen­den. Und um auch vor Ort zu hel­fen, ist Müns­ter kürz­lich eine Soli­da­ri­täts­part­ner­schaft mit der Stadt Win­nyzja in der Zen­tral­ukrai­ne ein­ge­gan­gen, um die Men­schen dort mit Hilfs­gü­tern zu unterstützen.

Russ­land führt aber nicht nur mit mili­tä­ri­schen Mit­teln Krieg. Wla­di­mir Putin setzt auch Gas und Getrei­de als Waf­fe gegen den Wes­ten ein. Russ­land lie­fert ein­fach nichts, um uns zu scha­den. Strom, Gas und Wär­me sind inzwi­schen knap­pe Güter. Die Poli­tik reagiert auf die­se Man­gel­la­ge. Die Devi­se lau­tet: Alle müs­sen spa­ren, die Pri­vat­haus­hal­te, die Ver­wal­tung und die Wirt­schaft. Und Müns­ter berei­tet sich auf den Ernst­fall vor: Die Ver­wal­tung besorgt Not­strom­ag­gre­ga­te, damit Tei­le der Stadt ver­sorgt wer­den kön­nen, soll­te der Strom irgend­wann ausfallen.

Der Man­gel schlägt sich auf die Prei­se nie­der: Die Infla­ti­on lag im Novem­ber 2022 bei 10 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat, vor allem Ener­gie (38,7 Pro­zent) und Lebens­mit­tel (21,1 Pro­zent) wer­den immer teu­rer. Vie­len berei­tet das Sor­gen. Die Angst geht um, dass sich bald immer weni­ger Men­schen das Leben in Müns­ter noch leis­ten können.

Der Rat sucht auf die­se sozia­len Fol­gen des Krie­ges Ant­wor­ten. Eine ist: Die Ver­wal­tung soll zusam­men mit den Stadt­wer­ken einen Sozial­ener­gie­fonds ein­rich­ten. Er soll Men­schen finan­zi­ell unter­stüt­zen, die sich ihre Gas- und Strom­rech­nun­gen nicht mehr leis­ten kön­nen. (sfo)

Der Missbrauch und die Aufarbeitung

Im Juni stellt For­schungs­team sei­ne Stu­die über den Miss­brauch im Bis­tum Müns­ter vor. Drei Jah­re lang hat­ten vier His­to­ri­ker und eine Sozi­al­an­thro­po­lo­gin Akten aus den Archi­ven des Bis­tums aus­ge­wer­tet. Ihre Ergeb­nis­se haben die Autor:innen in einem rund 600 Sei­ten star­ken Buch zusam­men­ge­fasst. Ihr Urteil: vernichtend.

Zwi­schen 1945 und 2020 sol­len min­des­tens 183 Pries­ter, zwölf Ordens­leu­te und ein Stän­di­ger Dia­kon etli­che Kin­der und Jugend­li­che sexu­ell miss­braucht haben. Drei Vier­tel der Betrof­fe­nen waren Jun­gen. 40 Pro­zent der Täter haben sich mehr­fach an ihren Opfern ver­grif­fen. Neun von zehn der Beschul­dig­ten sind nie bestraft wor­den. Die Wissenschaftler:innen konn­ten 610 Miss­brauchs­be­trof­fe­ne iden­ti­fi­zie­ren. Sie gehen aller­dings davon aus, dass die Dun­kel­zif­fer der Fäl­le acht- bis zehn­mal höher lie­gen könnte.

Über die Fra­ge, wie es so weit kom­men konn­te, schrei­ben die Wissenschaftler:innen, die Haupt­ver­ant­wor­tung lie­ge bei den Bischö­fen. Sie hät­ten über Jahr­zehn­te hin­weg ein Sys­tem gedeckt, das den Miss­brauch im Bis­tum begüns­tigt hat. „In den Akten haben wir kaum Anzei­chen der Empa­thie und Sor­ge für die Betrof­fe­nen gefun­den“, heißt es an einer Stel­le der Studie.

Dazu kom­men wei­te­re Fak­to­ren, etwa dass die Gesell­schaft kei­ne Spra­che für Sexua­li­tät gefun­den hat oder Kin­der Erwach­se­nen kei­ne Wider­wor­te geben soll­ten, schon gar nicht Pries­tern. Und: Die Kir­che hat ihr eige­nes Straf­recht. Miss­brauch gilt dar­in erst seit einem Jahr als Straf­tat, wur­de zuvor nur als Ver­stoß gegen den Zöli­bat gewertet.

Dem­entspre­chend schlep­pend läuft die Auf­ar­bei­tung, die Wut der Betrof­fe­nen dar­über ist groß. Eini­ge Geist­li­che haben ihr Amt beim Bis­tum ver­lo­ren. Bischof Felix Genn kün­digt außer­dem an, den Weg im Bis­tum frei­zu­ma­chen für eine Reform, durch die die Ver­wal­tung der Kir­che gericht­lich geprüft wer­den kön­nen. Er sieht eine Teil­schuld auch bei sich, weil er mit sei­ner Mehr­fach­rol­le als Mit­bru­der, Seel­sor­ger und Vor­ge­setz­ter über­for­dert war. Zurück­tre­ten will Genn nicht.

Das Bis­tum hat bis­lang rund 4,3 Mil­lio­nen Euro an 200 Miss­brauchs­be­trof­fe­ne gezahlt. Wer aus wel­chem Grund wie viel Geld bekommt, erschließt sich den Betrof­fe­nen nicht. Auch hier zeigt die Kir­che: Trans­pa­renz gehört nicht zu ihren Stär­ken. (sfo)

Der Tod von Malte C.

Spät­som­mer in Müns­ter. Die Para­de zum Chris­to­pher-Street-Day zieht Ende August durch Müns­ter. Eine bun­te Demons­tra­ti­on, aus­ge­las­se­ne Stim­mung. Nach der Demo belei­digt der 20-jäh­ri­ge Nura­di A. drei Teilnehmer:innen. Mal­te C. schrei­tet ein. Nura­di A. schlägt zu, Mal­te C. fällt zu Boden. Weni­ge Tage spä­ter stirbt Mal­te C. im Kran­ken­haus. Der trans Mann wur­de 25 Jah­re alt.

Die Nach­richt von dem Angriff am CSD in Müns­ter bewegt vie­le Men­schen hier in Müns­ter und auch an vie­len ande­ren Orten in Deutsch­land. Am Tag sei­nes Todes kom­men meh­re­re hun­dert Men­schen zu einer Kund­ge­bung am Prin­zi­palmarkt zusam­men. Auch andern­orts fin­den Gedenk­ver­an­stal­tun­gen statt. Und die Poli­tik reagiert. Müns­ter soll einen Akti­ons­plan gegen Queer­feind­lich­keit bekom­men und einem inter­na­tio­na­len Netz­werk von Regen­bo­gen­städ­ten bei­tre­ten. Das Land NRW und der Bund pla­nen eben­falls, mehr im Kampf gegen Queer­feind­lich­keit zu unternehmen.

Die Staats­an­walt­schaft Müns­ter hat inzwi­schen Ankla­ge gegen Nura­di A. erho­ben. Er schweigt seit sei­ner Fest­nah­me. Ein psy­cho­lo­gi­sches Gut­ach­ten sieht hin­ter dem Angriff auf Mal­te C. kei­ne queer­feind­li­chen Absich­ten. (sfo)

Der Pflegestreik an der Uniklinik

Am 21. Janu­ar stel­len 700 Beschäf­tig­te aus den sechs Uni­kli­ni­ken in Nord­rhein-West­fa­len ein 100-Tage-Ulti­ma­tum: Bis zum 1. Mai sol­len der Arbeit­ge­ber­ver­band und die Lan­des­re­gie­rung Maß­nah­men gegen den Per­so­nal­not­stand in der Pfle­ge tref­fen, sonst wol­len die Mitarbeiter:innen in einen unbe­fris­te­ten Streik tre­ten. Die Gewerk­schaft Ver­di for­dert einen soge­nann­ten Tarif­ver­trag Ent­las­tung, der ver­bind­li­che Per­so­nal­schlüs­sel für alle Berei­che der Uni­kli­ni­ken fest­legt und einen ange­mes­se­nen Frei­zeit­aus­gleich vor­sieht, wenn die­se Schlüs­sel nicht ein­ge­hal­ten wer­den und die Kli­nik­kräf­te in einer schlech­te­ren Beset­zung arbei­ten müs­sen. Eine Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen und der Qua­li­tät der Aus­bil­dung soll dem Per­so­nal­man­gel in der Pfle­ge ent­ge­gen­wir­ken. Tau­sen­de Beschäf­tig­te der Uni­kli­ni­ken schlie­ßen sich der Akti­on Not­ruf NRW an. 

Im April fin­den die ers­ten Warn­streiks der Mitarbeiter:innen der Uni­kli­nik Müns­ter statt, weil vom Arbeit­ge­ber­ver­band NRW kein Gesprächs­an­ge­bot kommt. Am 1. Mai läuft das 100-Tage-Ulti­ma­tum aus und die Klinikmitarbeiter:innen stim­men fast ein­stim­mig für einen unbe­fris­te­ten Streik. Not­dienst­ver­bein­ba­run­gen sichern wäh­rend­des­sen die Ver­sor­gung von Notfallpatient:innen. Die Aus­wir­kun­gen sind den­noch deut­lich spür­bar: Die Uni­kli­nik kann nur zwölf der vier­zig OP-Säle betrei­ben. Von den rund 1.500 Kran­ken­bet­ten bleibt über die Hälf­te leer. Der Uni­kli­nik bleibt nichts ande­res übrig, als plan­ba­re Ope­ra­tio­nen zu verschieben.

Elf Wochen spä­ter been­det die Tarif­kom­mis­si­on von Ver­di den bis­her längs­ten Streik in der Geschich­te des Gesund­heits­we­sens: Sie stimmt dem aus­ge­han­del­ten Eck­punk­te­pa­pier zum Tarif­ver­trag Ent­las­tung zu. Ver­di und die Uni­kli­ni­ken eini­gen sich im Kern auf schicht­ge­naue Betreu­ungs­schlüs­sel für „wei­te Tei­le in der Pfle­ge“, die ab 2023 gel­ten sol­len. Wenn in einer Dienst­schicht mehr Bet­ten belegt sind als der Betreu­ungs­schlüs­sel vor­sieht, sol­len die Pfle­ge­kräf­te einen soge­nann­ten Belas­tungs­punkt bekom­men. Sobald jemand sie­ben Punk­te hat, soll es für die­se Per­son einen frei­en Ent­las­tungs­tag geben. Im ers­ten Jahr kön­nen die Pfle­ge­kräf­te bis zu elf Ent­las­tungs­ta­ge bekom­men, im zwei­ten Jahr 14 und im drit­ten Jahr 18. Fünf die­ser Ent­las­tungs­ta­ge sol­len aus­ge­zahlt wer­den, damit in den Kli­ni­ken genug Per­so­nal arbei­tet. (ast)

Das Coronavirus

Coro­na – war da 2022 noch was? Die Pan­de­mie ist gefühlt seit die­sem Jahr Geschich­te. Die Zeit der Lock­downs und des Abstand­hal­ten scheint end­gül­tig vor­bei zu sein. Beschrän­kun­gen gibt es kaum noch. Am strengs­ten sind noch die Besuchs­re­geln im Kran­ken­haus und im Pfle­ge­heim (seit heu­te gilt übri­gens eine neue Coro­na­ver­ord­nung). Im Bus und in der Bahn ist das Tra­gen eines Mund-Nasen-Schut­zes noch immer vor­ge­schrie­ben, doch die ers­ten Bun­des­län­der ver­ab­schie­den sich mitt­ler­wei­le von der Mas­ken­pflicht im Nahverkehr.

Aber wie so oft ist die gefühl­te Wahr­heit eine Sache, die Fak­ten sind eine ande­re. Es ste­cken sich immer noch Men­schen mit dem Coro­na­vi­rus an und die Infek­tio­nen belas­ten nach wie vor unser Gesund­heits­sys­tem. Die Stadt mel­det für heu­te 274 posi­ti­ve PCR-Tests. Damit liegt die Inzi­denz in Müns­ter bei 331 bestä­ti­gen Neu­an­ste­ckun­gen pro 100.000 Einwohner:innen in den letz­ten sie­ben Tagen. Sechs Erkrank­te lie­gen auf der Inten­siv­sta­ti­on, zwei von ihnen müs­sen beatmet werden.

Die weni­gen Regeln erwe­cken vor allem einen Ein­druck: Es ist vor­bei, Coro­na ist nichts weni­ger als ein harm­lo­ses Virus. Tat­säch­lich war 2022 aber das bis­her töd­lichs­te Pan­de­mie­jahr in Müns­ter. 110 Men­schen sind im Lau­fe des Jah­res im Zusam­men­hang mit dem Coro­na­vi­rus gestor­ben. Das ist fast die Hälf­te aller bis­her gemel­de­ten Todes­fäl­le: Seit Beginn der Pan­de­mie sind 249 Men­schen an oder mit Covid-19 gestor­ben. (sfo)

Die G7-Außenminister:innen in Münster

Mög­li­cher­wei­se hat sich nie­mand in Müns­ter so sehr auf das Tref­fen der G7-Außenminister:innen in Müns­ter gefreut wie der Ober­bür­ger­meis­ter. Mit benei­dens­wer­tem Selbst­be­wusst­sein lässt Mar­kus Lewe über das Pres­se­amt mit­tei­len, bei dem Tref­fen im his­to­ri­schen Rat­haus hand­le es sich um nichts weni­ger als um eines der „größ­ten diplo­ma­ti­schen Ereig­nis­se in Müns­ter seit 1648, als hier die Frie­dens­ver­trä­ge für den Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg unter­zeich­net wurden“. 

Auch die West­fä­li­schen Nach­rich­ten froh­lo­cken ob der inter­na­tio­na­len Prä­senz. Die Zei­tung rich­tet gemäß ihrer jour­na­lis­ti­schen Chro­nis­ten­pflicht einen Live­b­log ein, auf dem sie schlicht­weg alles doku­men­tiert, was sich am 3. und 4. Novem­ber in der Stadt abspielt. Zum Bei­spiel fah­ren an bei­den Tagen sehr vie­le schwar­ze Limou­si­nen mit wich­ti­gen Politiker:innen über den Dom­platz, Außen­mi­nis­te­rin Anna­le­na Baer­bock geht am Frei­tag­mor­gen eine Run­de jog­gen und die Kauf­leu­te am gesperr­ten Prin­zi­palmarkt nut­zen die Gele­gen­heit, um in aller Ruhe den Weih­nachts­schmuck aufzuhängen.

Auf­hän­gen, gutes Stich­wort, das hät­te ein:e Mitarbeiter:in aus dem Aus­wär­ti­gen Amt mit einem Kru­zi­fix im Frie­dens­saal machen sol­len. Dort hat jemand ein jahr­hun­der­te­al­tes Kreuz für die Zeit der Ver­hand­lun­gen abge­hängt. Offi­zi­ell aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den, ande­ren Behaup­tun­gen zufol­ge will das Aus­wär­ti­ge Amt aus Neu­tra­li­täts­grün­den die Ver­hand­lun­gen nicht mit christ­li­chen Sym­bo­len in Ver­bin­dun­gen brin­gen. Aus die­ser Abhän­gung ent­wi­ckelt sich inner­halb kür­zes­ter Zeit eine Pos­se in Müns­ter, die auch über­re­gio­nal Schlag­zei­len macht. Mar­kus Lewe und Anna­le­na Baer­bock bedau­ern die Ent­schei­dung im Anschluss an das G7-Tref­fen öffentlich.

Nur: Ist die Auf­re­gung viel­leicht ganz umsonst? Die­se Fra­ge wirft sich auf, nach­dem sich eine Lese­rin bei uns gemel­det hat. Ihr ist auf­ge­fal­len, dass auf einem his­to­ri­schen Gemäl­de, das den Frie­den­schluss von Müns­ter zeigt, nichts vom besag­ten Kreuz zu sehen ist. War­um das Kru­zi­fix fehlt, dar­über lässt sich 374 Jah­re spä­ter nur mut­ma­ßen. Eine Kunst­his­to­ri­ke­rin, die wir mit die­ser Fra­ge kon­tak­tie­ren, sagt, das feh­len­de Kreuz könn­te durch­aus „eine Neu­tra­li­täts­ge­schich­te wie beim Außen­mi­nis­te­ri­um“ gewe­sen sein. 1648 ist man in Sachen Gelas­sen­heit und Tole­ranz viel­leicht doch wei­ter, als wir das heut­zu­ta­ge den­ken. (sfo)

Der Gasometer

Zum Jah­res­wech­sel ist noch nicht ganz klar, wie es am Gaso­me­ter wei­ter­geht. Der Ver­ein Sozi­al­pa­last wür­de gern blei­ben, am liebs­ten dau­er­haft, aber der Miet­ver­trag ist aus­ge­lau­fen. Den Stadt­wer­ken wäre es am liebs­ten, wenn der Ver­ein sei­ne Sachen packen und gehen wür­de. Dann könn­ten die Vor­be­rei­tun­gen für den Wett­be­werb begin­nen, den man plant, um ein Unter­neh­men zu fin­den, das den Gaso­me­ter samt Gelän­de über­neh­men und bebau­en möchte.

Doch der Ver­ein Sozi­al­pa­last und das Kol­lek­tiv „Gazo“ wol­len nicht gehen. Mit Unter­stüt­zung des Rat­haus­bünd­nis­ses, vor allem der Grü­nen, gelingt es immer wie­der, ein paar Mona­te raus­zu­schla­gen. In der zwei­ten Hälf­te des Jah­res spitzt die Situa­ti­on sich erneut zu. Die Stadt­wer­ke machen deut­lich, dass sie nicht bereit sind, das Gelän­de wei­ter zu ver­mie­ten. Sie for­dern den Schlüs­sel zurück. Der Ver­ein Gaso­me­ter lässt die Über­ga­be platzen.

Im Novem­ber gelingt über­ra­schend eine Eini­gung. Der Ver­ein erklärt sich bereit, das Gelän­de zum Ende des Jah­res vor­über­ge­hend zu ver­las­sen, damit die Stadt­wer­ke dort eine „Gaso­me­ter­bör­se“ ver­an­stal­ten kön­nen – eine Art Info­tag für Men­schen, die sich vor­stel­len kön­nen, das Gelän­de zu kau­fen. Par­al­lel stellt die Stadt eine Jury zusam­men, die dar­über ent­schei­den soll, wer den Zuschlag bekommt – wenn sich über­haupt jemand fin­det, der in die­ser Zeit so viel Geld in ein maro­des Denk­mal ste­cken mag. Nach der Bör­se darf der Ver­ein Sozi­al­pa­last zurück­kom­men, er bekommt einen neu­en Miet­ver­trag. Denn wie auch immer die Ent­schei­dung am Ende aus­fal­len wird, gebaut wird am Gaso­me­ter auch im nächs­ten Jahr wahr­schein­lich wohl nicht. (rhe)

Die Wohnkrise

Freie Miet­woh­nun­gen sind in Müns­ter Man­gel­wa­re. Fast nir­gend­wo sonst gibt es so wenig Leer­stand wie hier: Von ein­tau­send Woh­nun­gen sind in Müns­ter nur drei frei. Schlim­mer ist es nur in Mün­chen. Und wer zu den Glück­li­chen zählt, die eine Woh­nung in Müns­ter gefun­den haben, darf auch noch drauf­zah­len. Im Ver­gleich zum Vor­jahr sind die Mie­ten hier um 4 Pro­zent gestie­gen. Von den Bau- und Grund­stücks­prei­sen fan­gen wir am bes­ten gar nicht erst an.

Um den Druck am Immo­bi­li­en­markt abzu­las­sen, lässt die Stadt Sozi­al­woh­nun­gen bau­en, jedes Jahr 300 Stück. Das hat der Rat vor ein paar Jah­ren ent­schie­den. Nur die­ses Jahr wird Müns­ter die­ses Ziel deut­lich ver­feh­len. Unge­fähr ein­hun­dert Sozi­al­woh­nun­gen wer­den nicht fer­tig, weil die Bau­kos­ten explo­diert sind. Gleich­zei­tig ist die­ses Jahr im Her­zen der Stadt, am Haupt­bahn­hof, ein Kapi­ta­lis­mus­tem­pel namens Poha-House ent­stan­den, in dem Luxus­woh­nun­gen zu Wucher­prei­sen ange­bo­ten werden.

Die Fol­ge der Wohn­kri­se: Immer weni­ger Men­schen kön­nen sich das Leben in Müns­ter leis­ten. Die Zahl der Woh­nungs­lo­sen hat sich inner­halb der letz­ten zwei Jah­ren von 800 auf über 1.700 mehr als ver­dop­pelt. Woh­nungs­lo­sig­keit betrifft auch zuneh­mend Men­schen, die einen Job haben. Im Som­mer öff­ne­te eine Unter­kunft für Berufs­tä­ti­ge, die kei­ne eige­ne Woh­nung haben. Und immer mehr Fami­li­en müs­sen not­ge­drun­gen in einer Woh­nungs­lo­sen­ein­rich­tung unter­kom­men. Heu­te Vor­mit­tag ver­schickt die Stadt einen Hil­fe­ruf: Men­schen, die frei­en Wohn­raum für Woh­nungs­lo­se anbie­ten kön­nen, sol­len sich bit­te bei der Stadt mel­den. Die Unter­brin­gung sto­ße an ihre Gren­zen, heißt es ganz unver­blümt in der Pres­se­mel­dung. Die Stadt habe auch immer wie­der Hotel­zim­mer ange­mel­det, um Men­schen unter­zu­brin­gen. Vor allem für Fami­li­en und Allein­er­zie­hen­de sei kein Platz. Aus­ge­rech­net jetzt, wo im Win­ter wie­der mehr Men­schen nach einer war­men Unter­kunft suchen wer­den. (sfo)

Ein Blick auf die Zahlen

Zum Jah­res­en­de haben wir in unse­re Sta­tis­ti­ken geschaut und dabei ein paar inter­es­san­te Din­ge ent­deckt. Die meis­te Zeit ver­brin­gen Sie mit RUMS wahr­schein­lich in Ihrem E-Mail-Pro­gramm, aber alle Brie­fe, Kolum­nen, Ana­ly­sen und Repor­ta­gen erschei­nen auch auf unse­rer Web­site. Und da sind sie 3.354 Stun­den lang gele­sen wor­den. Ein Text ragt dabei her­aus, das ist Con­stan­ze Buschs Recher­che über das Anzei­gen­blatt „Hal­lo“. Sie ist 102 Stun­den lang gele­sen oder viel­leicht auch nach dem Lesen kopf­schüt­telnd ange­starrt worden. 

Unge­fähr 32 Stun­den ver­brach­ten Sie zusam­men in unse­rem RUMS-Brief über das Poha-House am Bahn­hof. Danach fol­gen der RUMS-Brief, für den wir weni­ge Tage nach dem Über­fall Russ­lands auf die Ukrai­ne mit Mari­na Weis­band gespro­chen haben (29 Stun­den) – und der Brief mit dem Bericht über den Pro­zess vor dem Land­ge­richt, in dem es um die Kla­ge des frü­he­ren Wirt­schafts­för­de­rers Tho­mas Rob­bers gegen die Stadt Müns­ter ging (28 Stun­den). Gro­ßes Inter­es­se fand auch Johan­ne Burk­hardts Recher­che über die Bau­lü­cken in Müns­ter und Nils Diet­richs Ent­hül­lung über zwei Waf­fen­in­ves­to­ren, die sich an Preu­ßen Müns­ter betei­ligt haben. 

Der Monat, in dem RUMS-Brie­fe am häu­figs­ten geöff­net wur­den, war übri­gens der März. Danach kamen Janu­ar und über­ra­schen­der­wei­se der war­me Juli. Die schwächs­ten Mona­te waren, lei­der, der Okto­ber, der Novem­ber und über­ra­schen­der­wei­se der war­me Juni. 

Und was wir auch noch sagen kön­nen: Am häu­figs­ten wur­de RUMS in die­sem Jahr mit iPho­nes auf­ge­ru­fen, dicht gefolgt von Android-Smart­pho­nes, dann kom­men Win­dows-Rech­ner und mit eini­gem Abstand auf Platz vier: Apple-Com­pu­ter. (rhe)

Zum Schluss ein Dankeschön an Sie

Ham­mer-Stra­ßen-Fest, Kreuz­vier­tel­fest, Ökul­lus-Hof­fest, Han­dor­fer Herbst – und noch vie­le mehr. Die Lis­te der Stra­ßen- und Vier­tel­fes­te, auf denen wir in die­sem Jahr zum ers­ten Mal mit unse­rem RUMS-Stand dabei gewe­sen sind, ist lang. Wir woll­ten erfah­ren, was Sie in Ihren Stadt­tei­len und -vier­teln bewegt, wel­che The­men für Sie wich­tig sind. Und wir woll­ten mit Ihnen ins Gespräch kom­men. Vie­le von Ihnen haben uns an unse­rem RUMS-Stand besucht und uns etwas über ihren Stadt­teil erzählt. Über das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment zum Bei­spiel oder über den Ver­kehr vor Ort, aber auch über ihre per­sön­li­che Wohn- oder Arbeits­si­tua­ti­on. Wir haben uns gefreut, dass wir auf die­se Wei­se eini­ge von Ihnen per­sön­lich ken­nen­ler­nen konn­ten. Vie­len Dank für die vie­len guten Begeg­nun­gen, Ihre Ideen und Anre­gun­gen, und für Ihr Lob – aber auch für Ihre Kri­tik und Ihre kon­struk­ti­ven Vor­schlä­ge. (jal)


Die Reportage 

Als Jugend­li­cher träum­te Joa­chim Speck davon, Pfar­rer zu wer­den. Dass er schwul ist, weiß er, aber anfangs igno­riert er es. Speck stu­diert erst Jura, spä­ter wird er Dia­kon. Erst mit 60 Jah­ren fin­det er den Mut, sei­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung öffent­lich zu machen. Niklas Bes­sen­bach von der Repor­ta­ge­schu­le Reut­lin­gen hat Joa­chim Speck getrof­fen. Er hat mit ihm über sein Leben gespro­chen, über sei­ne fort­schrei­ten­de Erkran­kung und dar­über, was sein spä­tes Com­ing-out für ihn bedeutet.

Zum Bei­trag

Korrekturen

Im RUMS-Brief am Diens­tag hat­ten wir geschrie­ben, dass beim Amts­ge­richt Müns­ter erst Mit­te Febru­ar wie­der Ter­mi­ne für den Kir­chen­aus­tritt zu bekom­men sind. Das ist rich­tig. Aktu­el­le ist der nächs­te freie Ter­min am 21. Febru­ar. Was wir nicht erwähnt haben: Man kann das Gan­ze etwas beschleu­ni­gen, indem man zum Notar geht.

Ein-Satz-Zentrale

+++ Weil wie­der vie­le Men­schen die Weih­nachts­märk­te besucht haben, waren die Hotels an den Wochen­en­den fast kom­plett aus­ge­bucht. (Stadt Müns­ter)

+++ Die­ses Jahr sind so vie­le Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ans Netz gegan­gen wie noch nie, sodass 25.000 Haus­hal­te in der Stadt mit Strom ver­sorgt wer­den kön­nen. (Stadt­net­ze Müns­ter)

+++ Das Kir­chen­foy­er schließt von Janu­ar bis April für Reno­vie­rungs­ar­bei­ten. (Kir­che und Leben)

+++ Der Flug­ha­fen Münster/Osnabrück will im Som­mer 2023 wie­der das Vor-Coro­na-Niveau errei­chen. (Anten­ne Müns­ter)

+++ Das Bünd­nis „FMO-Aus­stieg Jetzt!“ kri­ti­siert, dass der Flug­ha­fen trotz schlech­ter Haus­halts­la­ge der Kom­mu­nen wei­te­re zehn Mil­lio­nen Euro von den Kom­mu­nen bekommt. (Bünd­nis FMO-Aus­stieg Jetzt!)

+++ Die Abfall­wirt­schafts­be­trie­be tes­ten ein ers­tes elek­tri­sches Abfall­sam­mel­fahr­zeug in der Pra­xis. (Stadt Müns­ter)

+++ Mehr als ein­hun­dert Leu­te haben bei der Stadt eine Aus- oder Wei­ter­bil­dung abge­schlos­sen. (Stadt Müns­ter)

+++ Es ist immer noch nicht klar, ob die bei­den Filia­len der insol­ven­ten Waren­haus­ket­te Gale­ria Kar­stadt Kauf­hof in Müns­ter geschlos­sen wer­den. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Hand­werks­be­trie­be in Müns­ter kön­nen noch bis Sil­ves­ter die Dezem­ber­hil­fe für Gas- und Fern­wär­me in Anspruch neh­men. (Hand­werks­kam­mer Müns­ter)

+++ Die Uni­ver­si­tät und die Fach­hoch­schu­le schlie­ßen zwi­schen den Fei­er­ta­gen ihre Gebäu­de, um Ener­gie zu spa­ren, wol­len aber nicht wie­der zurück zur Distanz­leh­re. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Gesprä­che zwi­schen der Stadt und dem DRK über zwei Kitas in Angel­mod­de und Coer­de, die wegen Erzie­her­man­gel nicht geöff­net wer­den, sind auf Ende Janu­ar ver­scho­ben wor­den. (West­fä­li­sche Nach­rich­ten)

+++ Die Ärz­te­kam­mer beur­teilt die der­zei­ti­ge Lage in der Gesund­heits­ver­sor­gung als „gera­de­zu dra­ma­tisch“. (Ärz­te­kam­mer West­fa­len-Lip­pe)

+++ Der Apo­the­ker­ver­band West­fa­len-Lip­pe for­dert Maß­nah­men gegen die Lie­fer­eng­päs­se bei Fie­ber­säf­ten, Anti­bio­ti­ka und Hus­ten­mit­teln. (Apo­the­ker­ver­band West­fa­len-Lip­pe)

+++ An den Fei­er­ta­gen haben eini­ge Kin­der­arzt­pra­xen in Müns­ter geöff­net. (Anten­ne Müns­ter)

+++ In die­sem Jahr besuch­ten 1,64 Mil­lio­nen Men­schen die Muse­en, Stif­tun­gen und Besu­cher­zen­tren des LWL. (Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe)

+++ Die Müns­te­ra­ner Haupt­ver­wal­tung des LWL bleibt zwi­schen Weih­nach­ten und Neu­jahr geschlos­sen. (Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe)

+++ Im Janu­ar fin­det wie­der eine Demons­tra­ti­on gegen den Neu­jahrs­emp­fang der AfD im Rat­haus statt. (Alles Müns­ter)


Unbezahlte Werbung

Für Last-Minu­te-Geschen­ke und alles Wich­ti­ge für das abend­li­che Fest­mahl fin­det mor­gen noch der Wochen­markt statt. Geschen­ke zum Genie­ßen fin­den Sie zum Bei­spiel bei Jalall D’or. Hier gibt es aus­ge­fal­le­ne Tro­cken­frucht­mi­schun­gen und Nuss­de­li­ka­tes­sen aus der gan­zen Welt. Wenn es etwas regio­na­ler sein soll, kön­nen wir die Imke­rei Ger­des aus Havix­beck emp­feh­len. An ihrem Stand gegen­über der Bezirks­re­gie­rung fin­den Sie regio­na­le Honig­sor­ten, ver­schie­de­ne Honigspe­zia­li­tä­ten und Bie­nen­wachs­ker­zen. Wenn Sie noch auf dem Markt ein­kau­fen möch­ten, behal­ten Sie unbe­dingt die Uhr im Blick: Mor­gen schlie­ßen die Stän­de spä­tes­tens um 13 Uhr.

Hier fin­den Sie alle unse­re Emp­feh­lun­gen. Soll­te Ihnen ein Tipp beson­ders gut gefal­len, tei­len Sie ihn ger­ne ein­fach über den Link.

Drinnen und Draußen

Auch an den Fei­er­ta­gen ist in Müns­ter eini­ges los. Eva Strehlke hat für Sie ein paar schö­ne Emp­feh­lun­gen herausgesucht:

+++ Wenn mor­gen das War­ten auf das Christ­kind schwer­fällt, ver­kürzt ein Besuch im LWL-Natur­kun­de­mu­se­um viel­leicht etwas die Zeit: Zwi­schen 10 und 15 Uhr ist der Ein­tritt in die aktu­el­len Aus­stel­lun­gen frei.

+++ Die offe­ne Weih­nacht für alle ist ein kos­ten­lo­ses Ange­bot der katho­li­schen Kir­che, damit nie­mand den Hei­li­gen Abend allein ver­brin­gen muss. An fünf Orten in Müns­ter (St. Cle­mens Hil­trup, St. Fran­zis­kus Coer­de, Han­sahof Aegi­dii, St. Mau­ritz Pfarr­heim Mar­ga­reta­kir­che, St. Mar­ti­ni Innen­stadt) gibt es war­mes Essen, Weih­nachts­lie­der und Gemein­schaft. Alle sind herz­lich willkommen. 

+++ Das Yoga­stu­dio Yoga­f­low macht wie die meis­ten Geschäf­te Fei­er­tags­pau­se – mit zwei Aus­nah­men. Am Sonn­tag fin­det das Weih­nachts­spe­cial „Besinn dich“ mit Anke (im Stu­dio an der Wese­ler Stra­ße und online) statt, am Mon­tag der Weih­nachts­work­shop „Yin & Fas­zi­en“ mit Mar­ti­na (im Stu­dio). Freie Plät­ze gibt es noch in bei­den Ange­bo­ten. Wenn Sie sich zwi­schen Schlem­me­rei und Weih­nachts­stress Gutes für Kör­per und See­le tun wol­len, kön­nen Sie sich über die Home­page anmel­den.

+++ Ein Kon­flikt zwi­schen Gesetz und Glau­ben steht im Zen­trum des anti­ken Dra­mas Anti­go­ne. Prot­ago­nis­tin Anti­go­ne will ihren Bru­der bestat­ten, der König unter­sagt es ihr. Am Ende sind – wie so oft in anti­ken Dra­men – die meis­ten tot. In der Kla­vier­ka­ba­rett-Ver­si­on von Bodo Wart­ke ist der Weg dahin trotz­dem oft humor­voll, ohne die tra­gi­sche Dimen­si­on der Geschich­te dabei aus den Augen zu ver­lie­ren. Im Wolf­gang-Bor­chert-Thea­ter kön­nen Sie sich das Gan­ze als Regie­de­büt von Flo­ri­an Ben­der anschau­en. Kar­ten gibt es noch für Sonn­tag und Mon­tag, oder auch für den 4. Januar.

+++ Und zum Schluss noch ein Tipp in eige­ner Sache: Behal­ten Sie zwi­schen den Jah­ren die RUMS-Pro­fi­le auf Face­book, Insta­gram und Twit­ter im Auge. In den sozia­len Medi­en haben wir für jeden Tag einen schö­nen Ver­an­stal­tungs­tipp für Sie vorbereitet.

Das war’s fast für die­ses Jahr. Am Sonn­tag kommt noch eine Kolum­ne. Dann machen wir bis zum neu­en Jahr Pau­se. Den nächs­ten RUMS-Brief schi­cken wir Ihnen am 3. Janu­ar. Ich wün­sche Ihnen schö­ne Fei­er­ta­ge und einen guten Rutsch.

Herz­li­che Grü­ße
Sebas­ti­an Fobbe

Mit­ar­beit: Julia Albers (jal), Ralf Hei­mann (rhe), Vik­to­ria Pehl­ke (vpe), Eva Strehlke (est), Anto­nia Strot­mann (ast)
Lek­to­rat: Anto­nia Strotmann


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PS

Kein Jahr endet, ohne Bilanz zu zie­hen und die­se in einer hüb­schen Rang­lis­te auf­zu­be­rei­ten. Über ein Ran­king haben wir uns dies­mal beson­ders gefreut: Das Medi­um Maga­zin hat Con­stan­ze Busch und Ralf Hei­mann auf Platz 5 in der Kate­go­rie Chef­re­dak­ti­on regio­nal gewählt. Die Begrün­dung der Jury: RUMS ist ein „beein­dru­cken­des Bei­spiel für unab­hän­gi­gen Lokal­jour­na­lis­mus gegen den Trend“. Wir holen dann mal den Sekt aus dem Kühl­schrank und sagen: Vie­len Dank! (sfo)