Wandel im Salzhof | Corona und kein Ende | Mokel-Bar

Müns­ter, 27. Okto­ber 2020

Guten Tag,

an einem Mitt­woch vor zwei Wochen saß Hais­sam El Daou am spä­ten Nach­mit­tag in sei­nem Eis­ca­fé im Salz­hof an der Salz­stra­ße und brei­te­te lose Zet­tel vor sich aus. Auf den Blät­tern waren vie­le Zah­len zu sehen, Euro-Beträ­ge, die nach unten immer grö­ßer wur­den. Das waren die Miet­schul­den. „Ich kann seit Mona­ten kaum schla­fen“, sag­te Hais­sam El Daou. Er war ratlos.

Als er das Eis­ca­fé Cremi­no vor zehn Jah­ren zusam­men mit sei­ner Frau Hala über­nahm, blie­ben am Ende des ers­ten Win­ters 900 Euro offen. Es war das bes­te Jahr. In der ers­ten Zeit konn­ten sie die Miet­schul­den im Früh­jahr locker aus ihrem Gewinn zurück­zah­len. Und so mach­ten sie es auch spä­ter, als der Rück­stand immer grö­ßer wur­de. Was sie im Win­ter nicht zah­len konn­ten, begli­chen sie im Som­mer, so gut es ging. 

Im Café war an die­sem Mitt­woch­nach­mit­tag vor zwei Wochen nicht viel los. Ein paar Tische wei­ter saßen zwei Gäs­te, nur ab und zu lief jemand durch die Pas­sa­ge. Und genau das ist schon län­ger das Pro­blem. Das Geschäft lief immer schlech­ter. Die Umsät­ze im Som­mer reich­ten nicht mehr aus, um die monat­li­che Belas­tung zu stem­men. 7.616 Euro Mie­te für 169 Qua­drat­me­ter. Jeden Monat. Dazu die Ver­si­che­run­gen, der Strom. Ins­ge­samt 11.000 Euro, sag­te Hais­sam El Daou. Und an Tagen wie die­sem Mitt­woch sei­en am Abend manch­mal nur 200 Euro in der Kasse. 

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