- Beiträge
- Kurzbriefe
- Kurzbrief von Raphael Balke
Zu wenig Platz für Wohnungslose | Unbezahlte Werbung: Ökolinchen | RUMS 6 Monate für 1 Euro lesen!

Guten Tag,
wohin mit dem eigenen Besitz, wenn man keine Wohnung hat, um ihn zu lagern? Für manche obdachlose und wohnungslose Menschen heißt die Antwort immer mal wieder: in den Schließfächern der Stadtbücherei. Die Schließfächer sind kostenlos, der eingeworfene Euro wird wieder ausgezahlt.
Das Problem: Die Schließfächer dürfen nur von den Besuchern der Bücherei genutzt werden, viel Platz gibt es nicht. Deshalb räumt die Stadt alle Schließfächer, die „zweckentfremdet” werden. „In den Schließfächern werden nicht nur einzelne Wertgegenstände eingeschlossen, sondern häufig komplette Haushalte – also große Rucksäcke, Schlafsäcke, Taschen mit Kleidung oder auch Lebensmittel“, schreibt das Kommunikationsamt.
Aber was ist die Alternative? Anfang 2024 waren knapp 2.000 Menschen in Münster wohnungslos. Betroffene, die in sozialen Einrichtungen schlafen, können ihre Wertgegenstände dort häufig übergangsweise lagern. Einer von ihnen ist Hans-Georg Emunds. Seit über sieben Jahren ist er wohnungslos. Eines seiner größten Probleme ohne eigene Wohnung: Er hat nicht genug Platz, sagt der 67-Jährige. Er lehne oft Geschenke ab, weil er sie nicht unterbringen könne.
Einige Gegenstände lagert Hans-Georg in einer Notunterkunft, in der er übernachtet. Aber auch hier ist der Platz begrenzt. Sein Leergut muss er an manchen Tagen im Freien lagern – immer mit dem Risiko, dass es gestohlen wird. Ein besonderes Geschenk an ihn hängt deshalb mittlerweile im M20 Social Space des Vereins „Ein Rucksack voll Hoffnung“, der sich für Bedürftige einsetzt. Hans-Georg arbeitet mit Schulen zusammen und erklärt Kindern und Jugendlichen seine Situation. Eine Klasse hat ihm ein Plakat gebastelt mit Komplimenten und Wünschen darauf.
Sie bekommen derzeit nur eine gekürzte Version unseres Newsletters …

Holen Sie sich den RUMS-Brief wieder in voller Länge!
Guter Journalismus kostet Geld. Mit unserem Einstiegsangebot bekommen Sie freien Zugriff auf alle Veröffentlichungen. Sie zahlen für ein halbes Jahr nur einen Euro. Dieses Angebot gilt für alle, die es zum ersten Mal ausprobieren möchten. Jetzt testen!
Nur bleibt die Frage: Wohin mit solchen Gegenständen? Und was ist eigentlich mit obdachlosen Menschen, die nicht in einer Notunterkunft übernachten? Andere Städte haben diese Fragen bereits teilweise beantwortet. In Berlin können obdachlose und wohnungslose Menschen ihre Wertgegenstände in kostenlosen Schließfächern aufbewahren.
Ein Sprecher des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg schreibt, dass die Rückmeldungen überwiegend sehr positiv seien. Insbesondere die sichere Aufbewahrung persönlicher Gegenstände und wichtiger Dokumente sei eine große Entlastung für die Wohnungslosen. Das Bezirksamt Neukölln antwortet, dass die erste Anlage im Viertel fast vollständig ausgelastet sei. „Die Schließfächer sind eine gute Ergänzung“, heißt es. Probleme habe es in keinem der beiden Viertel gegeben. „Beschädigungen oder eine erhöhte Belastung des Umfelds wurden nicht festgestellt”, schreibt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.
Manche der Schließfächer sind so groß wie ein Schuhkarton, andere wie ein Koffer. Das reicht laut Bezirksamt Neukölln, um beispielsweise Schlafsäcke und Wechselkleidung sicher zu verstauen. Auch Hans-Georg ist besonders die Größe der Schließfächer wichtig, sein größtes Problem sei, dass er zu viele Gegenstände habe. „Aber das ist vermutlich auch bei allen unterschiedlich.“
Die Stadt Münster möchte nachziehen und Schließfächer aufstellen. Und wann? Das Kommunikationsamt schreibt, dass aktuell noch geprüft werde, welcher Standort dafür am besten geeignet ist. (rba)
Verschenken Sie ein RUMS-Abo!

Sollte Ihnen noch eine schöne Geschenkidee für Weihnachten fehlen, hätten wir hier etwas für Sie: ein RUMS-Geschenk-Abo! Wir bieten drei verschiedene Varianten an: 3 Monate, 6 Monate und 12 Monate.
Unsere Geschenk-Abos können Sie entweder direkt hier auf unserer Website kaufen oder im Gewand eines hübschen Papier-Gutscheins in unserem Redaktionsbüro erwerben (Prinzipalmarkt 21/22/23, nur Barzahlung möglich).
Zu jedem Geschenk-Abo bekommen Sie als kleines Dankeschön unsere RUMS-Tasche dazu. Schreiben Sie uns gern eine kurze E-Mail, wenn Sie vorbeikommen möchten.
+++ Für den Münsteraner Durchschnittshaushalt wird 2026 die Fernwärme rund zehn Euro günstiger. (Stadtwerke Münster)
+++ Der Pfauenaugen-Stechrochen Herbert aus dem Allwetterzoo ist wegen seines hohen Alters und gesundheitlicher Probleme eingeschläfert worden. (Westfälische Nachrichten)
+++ Das Preußenstadion bekommt eine neue Postadresse am Fiffi-Gerritzen-Weg, der nach der Vereinslegende Felix „Fiffi“ Gerritzen benannt ist. (Stadt Münster)
+++ Der Wochenmarkt auf dem Domplatz schließt an Heiligabend und Silvester schon um 12 Uhr. (Stadt Münster)
+++ Rund um die Feiertage bleiben viele Angebote der Stadtverwaltung wie Bürgerbüros, Büchereien, Bäder und Recyclinghöfe, an mehreren Tagen geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet. (Stadt Münster)
+++ Lars Baumgürtel, Präsident der Industrie- und Handelskammer am Sentmaringer Weg, hält die Energiewende so, wie sie derzeit geplant ist, für nicht finanzierbar. (IHK-Wirtschaftsspiegel)
+++ Jugendliche dürfen bei der nächsten Landtagswahl in NRW erstmals ab 16 Jahren wählen, nachdem der Landtag am Mittwoch die Verfassungsänderung beschlossen hat. (MdL Robin Korte)
+++ Das Friedrich-Löffler-Institut hat am Dienstag fünf tote Gänse durch Vogelgrippe am Dortmund-Ems-Kanal, in den Rieselfeldern und in Albachten bestätigt. (Stadt Münster)
+++ Nach dem Windrad-Einsturz in Havixbeck bleibt weiterhin unklar, wie viel Öl in den Boden gelangt ist, obwohl der Hersteller den Großteil bereits entfernt hat. (WDR)
Faire und biozertifizierte Baby- und Kinderkleidung erhalten Sie bei Ökolinchen. In den Filialen am Dingbängerweg und an der Meesenstiege sowie im Onlineshop gibt es außerdem ausgewähltes Spielzeug, Accessoires und Kleidung für Mütter sowie eine große Schuhauswahl. Ökolinchen ist zudem auf Beratung zur Erstausstattung spezialisiert. Geöffnet haben die beiden Standorte montags bis samstags jeweils von 10 bis 13 Uhr und montags, dienstags, donnerstags und freitags zusätzlich von 14:30 Uhr bis 18 Uhr.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Katja Angenent und Sebastian Fobbe haben heute ein paar Empfehlungen für das letzte Adventswochenende für Sie zusammengestellt:
+++ Familienfreundliche Metal-Klänge präsentiert die Dino-Metal-Band „Heavysaurus“ am Samstag um 16 Uhr im Jovel. Karten gibt es ab 34 Euro.
+++ Bleiben wir bei Musik, aber wechseln das Genre: Ebenfalls am Samstag gibt es in Handorf im „UltraMarin“ um 19:30 Uhr ein Atelierkonzert mit Sopranistin Isabelle Taege und Gitarrist Daniel Rogozhnikov. Der Eintritt ist frei, eine Spende erwünscht. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter der Telefonnummer 01575 2972011 erforderlich.
+++ Am Sonntag kombiniert die Pianeo-Konzertreihe Kultur und Spaziergang: Ab 14:30 Uhr geht es mit dem Bus zur Emsauenwanderung nach Telgte, anschließend gibt es ein Akustikkonzert in der Petrikirche, bevor abends der reguläre Auftritt von Pianistin La Louve und Songwriterin Henny Herz stattfindet. Zwischendurch tippt Andi Substanz spontan Lyrik auf seiner Schreibmaschine. Karten für das Gesamterlebnis kosten 30, für das Abendkonzert alleine rund 26 Euro.
+++ Sie singen gerne Weihnachtslieder, aber am liebsten nicht alleine? Dann kommen Sie doch am Sonntag in den Kulturbahnhof. Dort gibt es ab 17 Uhr beim Hiltruper Hordenschallern alte und neue Weihnachts- und Friedenslieder zum Mitsingen. Anschließend darf bei Punsch und Plätzchen gerne noch verweilt werden. Karten für je sechs Euro erhalten Sie hier.
+++ Auf die Veranstaltungen zum Kurzfilmtag haben wir Sie im letzten Brief ja bereits aufmerksam gemacht, deshalb an dieser Stelle nur so viel: Zum Abschluss am Sonntag wird es noch einmal vielfältig, unter anderem mit Kinoabenteuern für Kinder um 15:30 Uhr im Cinema und mit Kurzfilmen der letzten drei Jahre um 19 und um 20 Uhr in einer Tiefgarage im Oxford-Quartier.
+++ Am vierten und letzten Adventswochenende bekommt der Weihnachtsmarkt auf dem Harsewinkelplatz Besuch aus Münsters ukrainischer Partnerstadt Winnyzja: Mitarbeitende des Jugendamts sammeln bis Sonntag Sach- und Geldspenden für Kinder aus der Ukraine. Gesucht werden Spielzeug, Sportsachen und andere Spenden, die als Weihnachtsgeschenke für Drei- bis Zehnjährige aus Balaklija, einer Kleinstadt nahe der Frontlinie in der Ostukraine, weitergegeben werden. Außerdem verkauft der Stand handgemachte Produkte aus Winnyzja, zum Beispiel Christbaumschmuck und traditionelle Motanka-Puppen. Mehr über die Aktion erfahren Sie in der Pressemitteilung der Stadt.
+++ Am Sonntag um 13.30 Uhr spielen die Preußen gegen Elversberg. Die Karten sind schon weg, aber verfolgen können Sie das Spiel beim Bezahldienst „Sky“ oder, falls Sie kein Abo haben, für knapp 5 Euro in der „One Football“-App – sowie im ARD-Audiostream, beim Fanradio Mottekstrehle oder im Liveticker auf der Vereinswebsite. Weitere Infos zum Spiel hier.
Und sonst?
Zwei von drei Menschen bestellen ihre Weihnachtsgeschenke online. Wie schaffen es kleine Geschäfte in Münster sich dagegen zu behaupten? Wir haben bei drei von ihnen nachgefragt.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Herzliche Grüße
Raphael Balke
Mitarbeit: Anna Niere (ani), Ralf Heimann (rhe), Jan Große Nobis (jgn), Katja Angenent (kat) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht. Lektorat: Susanne Bauer
Diesen Kurzbrief teilen und RUMS weiterempfehlen
PS
Ich bin seit einigen Monaten auf Wohnungssuche in Münster – bislang ohne Erfolg. Dabei sind meine Ansprüche eigentlich nicht hoch: nicht zu weit außerhalb, nicht zu teuer. Wie mir geht es vielen Menschen in Münster, der Wohnungsmarkt ist angespannt. Meistens gibt es auf meine Anfragen gar keine Antwort – und falls doch, folgt eine Absage nach der nächsten. Die Mieten sind schon für kleine Ein-Zimmer-Wohnungen hoch und viele Angebote verlangen bereits bei der Bewerbung einen Haufen sehr persönlicher Informationen. Aktuell bleibt mir also nichts anderes übrig als zu pendeln. Gerne würde ich aber nicht nur in Münster arbeiten, sondern auch leben. Deshalb wende ich mich am Ende meines letzten Briefes für dieses Jahr an Sie. Falls Sie eine Person kennen, die ihre Wohnung zeitnah abgeben möchte oder wissen, an welcher Stelle bald eine Wohnung frei wird, melden Sie sich gern bei mir. Ich würde mich sehr darüber freuen.


