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Hiltrup, Geranien und die Liebe | Haare schneiden lassen in Gievenbeck | RUMS 3 Monate für je 3 Euro lesen


Münster, 12. Mai 2023
die Regentage in Münster scheinen vorerst vorbei zu sein. Heute steht die Sonne am Himmel und bestimmt haben Sie sich fürs Wochenende etwas Schönes vorgenommen. Zum Beispiel den heimischen Garten oder Balkon bereit für den Frühling zu machen.
Vielleicht weckt das wunderbare Wetter aber auch ein paar Frühlingsgefühle in Ihnen – eine elegante Überleitung zu unserem ersten Thema: den Blumenampeln an der Marktallee in Hiltrup. Manche Menschen im Stadtteil führen eine sehr innige Beziehung zu den 40 Blumenkübeln, die jeden Frühling an den Straßenlaternen hängen. Blogger Henning Klare nennt das Verhältnis der Hiltruper zu den Geranien in der Marktallee deshalb „l’Amour Fou“, also eine obsessive Form der Romantik.
Aber wo ist jetzt das Problem? Ist doch schön, wenn ein Straßenzug mit Geranien dekoriert wird. Das stimmt, aber dann muss sich auch jemand darum kümmern. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt von der CDU hatte 2015 die ersten Blumenampeln in Hiltrup anbringen lassen und die Pflege den Johannitern anvertraut. Seit seinem Tod vor rund drei Jahren kümmern die sich aber nicht mehr um die Geranien.
Das blumenpolitische Erbe musste also Schmidts Nachfolger antreten, das ist Wilfried Stein von den Grünen. Er organisierte in den vergangenen Jahren Patenschaften für die Blumenampeln, damit Menschen aus der Nachbarschaft die Geranien gießen.
Die sind aber nicht immer zum Gießen erschienen, weshalb dann irgendwann ein Haufen Grünabfall in den Kübeln vor sich hin rottete. Als dann im November 2022 am ersten Adventssonntag noch immer verdorrte Geranien an den Laternenmasten der Marktallee hingen, war für die CDU der Spaß vorbei. „Ich habe einen richtigen Schrecken bekommen, als ich sah, wie verkommen sie aussahen und noch immer nicht abgeräumt waren“, wird die empörte CDU-Politikerin Karin Meyerhoff in den Westfälischen Nachrichten zitiert. Akt II der Hiltruper Geranien-„Amour Fou“.
Richten sollte dieses Schlamassel in diesem Jahr zuerst die Stadtteiloffensive Hiltrup. Die winkte aber ab: Die Geranien seien Stadtteilmarketing und deshalb ein Problem des Bezirksbürgermeisters. Jetzt springt eine Gruppe mit dem Namen „ZWAR“ ein – diese Abkürzung steht für „zwischen Arbeit und Ruhestand“. Die Ehrenamtlichen wollen die Marktallee regelmäßig mit einem Elektromobil abfahren, um die Geranien in den Blumenampeln zu wässern und zu düngen. Los geht’s, sobald die Geranien da sind. Wie die WN etwas zerknirscht schreiben, wird das wohl vor dem Hiltruper Frühlingsfest nichts mehr.
Ob damit jetzt der dritte Akt in der Hiltruper Tragikomödie beginnt? Wollen wir mal nicht so skeptisch sein. Wahrscheinlich werden die Blumenampeln aber auch weiterhin für Gesprächsstoff im Stadtteil sorgen, denn so hübsch die Blumen auch sind, blöderweise werden Pflanzen bei der trockenen Hitze ja immer durstiger. Ob es dann immer noch so klug ist, jedes Jahr Geranien in die pralle Sonne zu hängen? (sfo)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Der Energiekonzern RWE und die Westfalen-Gruppe wollen bis 2030 ein Netzwerk von bis zu 70 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland entwickeln. (RWE)
+++ Im Sommerferienprogramm des städtischen Kinderbüros sind noch Plätze frei. (Stadt Münster)
+++ Die Wirtschaft in der Region stellt sich so langsam auf die höheren Energiepreise ein, macht sich aber weiterhin Sorgen wegen hoher Kosten und fehlender Fachkräfte. (IHK Nord Westfalen)
+++ Der Bahnstreik am Montag und Dienstag wirkt sich auf den Stadtbusverkehr in Münster aus, vor allem auf die Linien 2 und 4. (Stadtwerke Münster)
+++ Zum Anlass der Feierlichkeiten zum 375-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens trifft am Montag das Friedensfeuer aus den Niederlanden in Münster ein. (Stadt Münster)
+++ Die Stadt Münster hat ein Onlineportal gestartet, damit Bürger:innen ihre Meinungen und Ideen zur Verbesserung des Kinderbachtals teilen und an einem Workshop am 7. Juni teilnehmen können. (Stadt Münster)
+++ Münster plant die Stadtentwicklung bis 2045 und lädt am 23. Mai zur Diskussion über verschiedene Zukunftsszenarien ein. (Stadt Münster)
+++ Am Montag und Dienstag können einzelne Fahrten der Buslinien 2 und 4 ausfallen, weil das Partnerunternehmen der Stadtwerke, DB Westfalenbus, von der Gewerkschaft bestreikt wird. (Stadtwerke, leider nicht online)
+++ Der allgemeine Studierendenausschuss der Uni Münster möchte mit einer Umfrage wissen, wie sich Studierende in Münster fortbewegen. (Uni Münster)
+++ An der Windthorststraße gibt es jetzt gleichgeschlechtliche Ampelpärchen sowie Fahrradbügel und Straßenlaternen in Regenbogenfarben. (Stadt Münster)
+++ Ab Ende Mai sollen am Domplatz wieder Sitzmöglichkeiten für den Sommer entstehen. (Stadt Münster)
+++ Rund eintausend Schüler:innen sind heute in Erinnerung an den Westfälischen Frieden mit einem Sternmarsch durch die Innenstadt gezogen. (Polizei Münster auf Twitter)
Unbezahlte Werbung
Einen guten Friseursalon zu finden, ist nicht immer einfach, insbesondere in den Stadtteilen ist die Auswahl meist auch nicht riesig. In Gievenbeck hat sich 2021 „Schnitte by Lara“ am Michaelweg 66 niedergelassen, ein moderner Salon ohne viel Schnickschnack und ohne typische Frisurenkataloge, dafür mit leckerem Kaffee und geschlechtsneutralen Preisen. Für ein paar Eindrücke können Sie bei Instagram und Facebook vorbeischauen.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Fabian Cohrs hat heute in den Terminkalender geschaut und kann Ihnen diese Veranstaltungen empfehlen:
+++ Wenn Sie heute Abend noch nichts vor haben, aber tanzen wollen, schauen Sie in der Sputnikhalle vorbei: Dort findet die Kreativparty „Luft & Laune“ statt. Neben mehreren Musikfloors (drinnen und draußen) gibt es auch Improtheater, Performancekunst und Karaoke. Los geht es um 22 Uhr. Für das Programm schauen Sie doch einmal auf der Instagramseite vorbei.
+++ Der Abenteuer- und Bauspielplatz im Südpark wird 50 Jahre alt und feiert seinen Geburtstag mit einer Pippi-Langstrumpf-Ausstellung. Sie wird am Sonntag um 14 Uhr eröffnet, begleitet von Livemusik und Unterhaltungsprogramm. Karten können Sie jeden Tag von 14 bis 18 Uhr direkt am Spielplatz kaufen.
+++ Filmjunkies auf der ganzen Welt feiern am 4. Mai den „Star Wars Day“. Ist ja auch logisch: Der Slogan „Möge die Macht mit dir sein“ heißt auf Englisch „May the Force be with You“ und das klingt ein bisschen wie „May the Fourth“, also 4. Mai. Morgen und übermorgen veranstaltet der Allwetterzoo anlässlich dieses Feiertages ein galaktisches Wochenende. Neben zahlreichen Ausstellungsstücken und Cosplayer:innen, die am Wochenende durch den Zoo flanieren, gibt es Führungen mit Star-Wars-Bezug sowie Workshops für Kinder.
+++ Heute war der Eröffnungstag für das Veranstaltungsjahr zum 375. Jubiläum des Westfälischen Friedens am Domplatz. Als nächste Veranstaltung steht am Montagnachmittag der Tag der Niederlande an und lädt zu verschiedenen Veranstaltungen der deutsch-niederländischen Begegnung ein. Dabei ist beispielsweise eine Diskussionsveranstaltung über Diplomatie und Frieden mit verschiedenen Expert:innen aus den Niederlanden und Deutschland. Weitere Informationen zu den geplanten Aktionen finden Sie hier.
+++ Morgen ab 15 Uhr findet wieder die Grünflächen-Unterhaltung statt, also ein Musik- und Kulturprogramm auf der Promenade. Weit über einhundert Künstler:innen, Bands und Chöre sind angekündigt. Einen Standortplan mit Übersicht über die Mini-Konzerte finden Sie hier.
+++ An diesem Wochenende ist im Atelierhaus „Speicher II“ (in dem sich auch die Kunsthalle befindet) am Hafen wieder Tag der offenen Tür. Die dort ansässigen Künstler:innen zeigen aktuelle Werke, nachmittags gibt es zudem kostenlose Führungen durch das Gebäude. Schauen Sie für Genaueres doch mal auf der Website des Hauses vorbei, dort gibt es auch Impressionen von den letzten Veranstaltungen.
+++ Am Sonntag lädt die Leokneipe von 14 bis 18 Uhr zu einem Konzertnachmittag ein. Unter dem Motto „Noise & Naschen“ gibt es nicht nur experimentelle und in Teilen auch improvisierte Musik, sondern auch Kaffee und Kuchen.
Und was steht sonst noch so im RUMS-Brief?
Am Mittwoch war Ratssitzung in Münster. Wir haben die wichtigsten Entscheidungen für Sie zusammengefasst, zwei davon haben wir uns noch einmal genauer angeschaut. Ich habe mich mit einem öffentlichen Fahrradverleihsystem für die Stadt befasst. Vor ein paar Jahren hatte der Rat nämlich beschlossen, ein solches Leihsystem in Münster einzuführen. Doch am Mittwoch hob die Politik diese Entscheidung wieder auf. Warum? Das erfahren Sie in meiner Recherche.
Meine Kollegin Svenja Stühmeier hat sich mit der klimaneutralen Bauleitplanung beschäftigt. Sie soll künftig regeln, wer bauen darf und vor allem wo. An welchen Stellen es hakt, hat Svenja Stühmeier für Sie aufgeschrieben.
Das hört sich doch interessant an, meinen Sie nicht auch? Wenn Sie meine Meinung teilen, würde ich mich freuen, wenn Sie RUMS abonnieren. Profitieren Sie in den ersten 3 Monaten von unserem Sonderangebot und lesen Sie alle Recherchen für je 3 Euro im Monat.
Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Haben Sie ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Fabian Cohrs (fco), Ralf Heimann (rhe), Svenja Stühmeier (sst), Deike Terhorst (dte)
Lektorat: Antonia Strotmann
PS
Vor Kurzem war Christopher Buschow von der Uni Weimar bei uns zu Gast, der mit Ralf Heimann über die Krise des Lokaljournalismus in Deutschland gesprochen hat. Wie sieht das eigentlich im Ausland aus, sagen wir mal in den Niederlanden? Dieser Frage ist Mirjam Bosgraaf, Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk BNNVARA, im März 2022 nachgegangen. Ein Ergebnis ihrer ausführlichen Recherche: Fast überall fehlen Journalist:innen, die politische Berichterstattung in ihren Städten machen können. Bei den letzten Kommunalwahlen war das ein echtes Problem. Ändern möchte das die Organisation SVDJ, die dazu am 24. Mai eine Veranstaltung in Amersfoort über den frischen Wind im Lokaljournalismus ausrichtet. Mit dabei ist auch RUMS-Gründer Marc-Stefan Andres. Er wird RUMS vorstellen und zusammen mit Julia Hildebrand von Correctiv von neuen Ansätzen im Lokaljournalismus in Deutschland erzählen.
PPS
Seit Februar 2021 haben wir unser Büro in der Neubrückenstraße gegenüber vom Theater. Wir arbeiten dort, machen unsere Veranstaltungen und haben einen tollen Ort entwickelt, mit dem wir RUMS in der Stadt sichtbar machen und auch andere kulturelle Konzepte umsetzen können. Nun müssen wir leider Ende November ausziehen, weil der Vermieter etwas anderes mit den Räumen vorhat. Unsere Frage: Hat irgendwer von Ihnen eine Idee für einen Raum, in dem wir dauerhaft oder auch für eine Übergangszeit einziehen können? Wir benötigen Platz für unsere Schreibtische und idealerweise auch einen Raum, den wir nach außen öffnen können. Dabei suchen wir in der Innenstadt oder auch innenstadtnah, in verschiedenen Größen, weil wir neben RUMS auch weitere Arbeitsplätze im Sinne des Co-Workings anbieten könnten, wenn der Raum für uns eben zu groß ist. Sie würden uns sehr helfen! Schreiben Sie uns gerne mit allen möglichen Ideen unter kontakt@rums.ms. Danke!