Der Papst ist tot | Unbezahlte Werbung: Der große Gatsby | 6 Monate RUMS für 1 Euro

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Guten Tag,

als gestern Mittag die Totenglocken in Münster läuteten, war die Nachricht wohl schon durchgesickert: Papst Franziskus ist am Ostermontag im Alter von 88 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.

Kurz nachdem der Tod des Papstes bekannt geworden war, hat das Bistum Münster eine Möglichkeit zum Gedenken im Dom eingerichtet. Heute Vormittag war ein Kondolenzbuch bereits vollgeschrieben, in dem die Menschen ihre Trauer zum Ausdruck bringen. In dieser Woche veranstaltet das Bistum außerdem Totengebete und Gottesdienste zum Gedenken an den verstorbenen Papst, zu dem alle Gläubigen eingeladen sind.

Gleichzeitig laufen im Vatikan bereits die ersten Vorbereitungen, um ein neues Oberhaupt für die katholische Kirche zu bestimmen. In den kommenden Wochen werden 136 Kardinäle aus aller Welt in Rom zusammenkommen, um beim Konklave einen Nachfolger für Papst Franziskus zu wählen.

Ein Favorit ist im Vorfeld allerdings schwer zu bestimmen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller von der Uni Münster geht davon aus, dass das Konklave, das über den Nachfolger entscheiden wird, eine lange und komplexe Angelegenheit wird. Franziskus habe viele Kardinäle benannt, die nicht aus Europa stammen und mit den römischen Gebräuchen weniger vertraut sind, sagte Schüller der Nachrichtenagentur dpa. Er hoffe, dass sie die „innere Freiheit haben, den zu wählen, den sie für den besten halten“.

Die „Zeit“-Journalistin Evelyn Finger, die das Ressort „Glauben und Zweifeln“ leitet, ist ebenfalls zurückhaltend mit Prognosen. Sie sagte heute Morgen im Nachrichtenpodcast der „Zeit“ immerhin, sie könne sich einen Papst aus Asien oder Afrika gut vorstellen. Ein solcher Nachfolger würde sicherlich die Reformlinie von Franziskus fortführen und sich ähnlich positionieren: sozialpolitisch links, gesellschaftlich konservativ.

Wie es in der katholischen Welt weitergeht, wird uns in den kommenden Wochen, vielleicht auch Monaten beschäftigen. Fakt ist immerhin: Der Tod von Franziskus wird keine Auswirkungen auf die Suche nach einem neuen Bischof für das Bistum Münster haben. Das hat uns das Bistum schon gestern auf Anfrage mitgeteilt. Erst kürzlich war Bischof Felix Genn altersbedingt zurückgetreten (RUMS-Brief). Der neue Papst wird dann auch den neuen Bischof mitbestimmen. (sfo)

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Ein-Satz-Zentrale

+++ Heute hat die Stadt eine Weltkriegsbombe am Preußenstadion entschärft, weshalb die Anwohner:innen evakuiert und die Hammer Straße sowie der Schienenverkehr gesperrt werden musste. (Stadt Münster)

+++ Hiltruper Bürger:innen setzen sich dafür ein, ein Teilstück der alten Prinzbrücke zu erhalten. (Westfälische Nachrichten)

+++ Ein 34-jähriger Rennradfahrer ist beim Versuch, ein Kind zu überholen, gestürzt und wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. (Polizei Münster)

+++ Ein Forschungsteam der Uni und des LWL-Museums untersucht die Ausbreitung der Nosferatu-Spinne. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)

+++ Die Polizei hat vergangene Wochen einen mutmaßlichen Drogendealer festgenommen, der am Bremer Platz Kokain verkauft haben soll. (Polizei Münster)

+++ An der Hammer Straße 47 erinnern jetzt zwei Stolpersteine an Lilly und Rudolf Löwenberg, die 1943 von den Nationalsozialisten ermordet wurden. (Westfälische Nachrichten)

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F. Scott Fitzgerald starb im Glauben, ein unbedeutender Autor zu sein, dabei gilt er heute als ein Hauptvertreter der Amerikanischen Moderne. Vor 100 Jahren erschien sein bekanntestes Werk, „Der große Gatsby“, zum ersten Mal. Darum stapeln sich aktuell die Neuauflagen der Verlage in den Buchhandlungen. Eine, wie wir finden, sehr schöne Ausgabe kommt aus Münster, genauer: aus dem Coppenrath Verlag. Dort erschien bereits 2022 ein gold-schwarzer Hardcover-Band mit goldenem Lesebändchen, jeder Menge bunter Illustrationen von Robert Nippoldt sowie elf Beilagen rund um das Leben in New York in den sprichwörtlichen Goldenen Zwanzigern. Wenn Sie nicht nur gedanklich, sondern auch visuell in die Zeit eintauchen möchten, liegen Sie mit diesem Buch sicherlich richtig. Die Schmuckausgabe kostet 30 Euro.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Katja Angenent hat für Sie in den Kalender geschaut und ein paar Tipps gegen den Post-Feiertags-Blues rausgesucht:

+++ Wenn Sie gerne verborgene Schätze entdecken, könnte der morgige Rundgang durch die Sammlung des Naturkundemuseums genau das Richtige für Sie sein. Im Zentralmagazin in der Speicherstadt werden ab 14 Uhr Wirbeltiere, Gesteine, Fossilien und die landesweit größte botanische Sammlung für Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene geöffnet. Die Führung ist kostenfrei. Wer mitmachen will, sollte sich aber vorher kurz per Telefon anmelden (0251 5916050).

+++ Von analytisch bis witzig – gleich sieben Kurzfilme gegen Rassismus können Sie am Donnerstag ab 19 Uhr im Kleinen Bühnenboden sehen. Im Anschluss gibt es ein Gespräch darüber, welche filmischen Strategien dazu beitragen, Rassismus aufzudecken und anzuprangern. Karten erhalten Sie an der Abendkasse.

+++ Wenn davon die Rede ist, dass Filme und Theaterstücke die 4. Wand durchbrechen, ist das meist nicht wörtlich gemeint. Genau das tun aber die jungen Menschen, die am Freitag mit dem Stück „Das Loch in der Leinwand“ im Theater Münster Premiere feiern: Sie lassen einen Stummfilmklassiker lebendig werden. Restkarten für die Aufführung erhalten Sie hier. Falls Sie am Freitag keine Zeit haben sollten, gibt es im Mai noch drei weitere Gelegenheiten, das Stück zu sehen.

+++ Am Freitag ist Tag der Streuobstwiese. Dazu bietet die Biologische Station in den Rieselfeldern, in denen sie die Streuobstwiesen betreut, verschiedene Aktionen an: Um zehn Uhr geht es los mit der Familienveranstaltung „Tiere in der Wiese“, um 15 Uhr folgt eine Wanderung mit vielen Infos zum historischen Obstbau. Am Samstag um 12 Uhr können Kinder die Vogelwelt der Streuobstwiesen spielerisch erkunden, während Jugendliche und Erwachsene die entsprechenden Lebensräume auf einer Wanderung entdecken können. Eine vorherige Anmeldung ist grundsätzlich erforderlich.

Was noch?

Neun Wirtschaftsverbände haben acht Positionen auf sieben Seiten aufgeschrieben. Das Papier soll vor der Kommunalwahl die Aufmerksamkeit auf die Anliegen der Wirtschaft lenken. Doch in dem Text stecken auch Widersprüche, Zielkonflikte und Leerstellen. Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Freitag schreibt Ihnen Anna Niere. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche!

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Anna Niere (ani), Jan Große Nobis (jgn), Katja Angenent (kat) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Schon mehr als 400 neue Leser:innen haben wir seit Beginn der RUMS+1 Aktion dazugewonnen. In gut einer Woche läuft unsere Aktion aus. Wir sind uns sicher: Auf den letzten Metern geht noch was.. Gehen Sie mit uns gemeinsam in den Schluss-Sprint? Wir würden uns freuen, noch ein paar mehr Menschen in unserer Community begrüßen zu können. Vielen Dank schon einmal, dass Sie uns bei unserer Aktion unterstützen!

PPS

Und bevor ich mich ganz verabschiede, machen wir noch einen kurzen Ausflug nach Australien. Die Zwillinge Bridgette und Paula Powers sind in Queensland Augenzeuginnen eines bewaffneten Autodiebstahls geworden und haben einem Fernsehteam davon erzählt. Heute spricht gefühlt das halbe Internet über das Interview. Wenn Sie neugierig sind, schauen Sie mal hier. Keine Sorge, um zu verstehen, was den Clip so unverwechselbar macht, müssen Sie nicht jedes Wort auf Englisch verstehen.

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