Die leeren Hausmeisterwohnungen | Unbezahlte Werbung: Kontor Schreibkultur | Angebot: 6 Monate RUMS für 1 Euro

Porträt von Sebastian Fobbe
von Sebastian Fobbe

Guten Tag,

an der Hoyastraße im Kreuzviertel, in bester Lage, steht seit vielen Jahren eine Wohnung leer. Als wir vor einiger Zeit eine Wohnungsumfrage gestartet haben, meldete sich eine Person bei uns, die uns auf den Leerstand aufmerksam gemacht hat. Dieser sei besonders problematisch, weil die Wohnung der Stadt Münster gehöre, schreibt die Person, die lieber anonym bleiben will.

Vor einigen Jahren hatte die Person die Wohnung besichtigt, als die Vormieterin ausgezogen war. Sie habe auch eine Zusage für den Einzug bekommen – mit dem Hinweis, dass die Stadt Münster ein Vorrecht auf die Wohnung habe. Dort sollte eigentlich der Hausmeister der Kreuzschule leben. Fast ein Jahr lang habe die Person immer wieder nachgehakt, was aus der leeren Wohnung werden solle. Die Stadt habe geantwortet, man wolle schauen, wie man den Leerstand nutzen könne. Bewohnt sei die Wohnung nach Ansicht der Person aber nicht.

///

Sie bekommen derzeit nur eine gekürzte Version unseres Newsletters …

Grafik, auf der das Probeabo von RUMS angeboten wird. Ein halbes Jahr für einen Euro testen.

Holen Sie sich den RUMS-Brief wieder in voller Länge!

Guter Journalismus kostet Geld. Mit unserem Einstiegsangebot bekommen Sie freien Zugriff auf alle Veröffentlichungen. Sie zahlen für ein halbes Jahr nur einen Euro. Dieses Angebot gilt für alle, die es zum ersten Mal ausprobieren möchten. Jetzt testen!

Die Stadt Münster bestätigt uns auf Anfrage, dass die Hausmeisterwohnung an der Hoyastraße schon längere Zeit leer steht. Inzwischen habe die Stadt die Wohnung für andere städtische Zwecke umgewidmet. Hier sollen vorübergehend unbegleitete Minderjährige oder in Münster gastierende Künstler:innen leben, schreibt die Stadt. Generell wolle die Stadt aber Leerstände in den eigenen Wohnungen vermeiden.

Insgesamt gehören 49 Dienstwohnungen zum Besitz der Stadt, allein 47 davon sind für Hausmeister:innen reserviert. Neun städtische Wohnungen seien derzeit unbewohnt, teilt die Stadt mit.

Eine weitere leere Dienstwohnung befindet sich im Süden der Stadt. Da geht es um die Hausmeisterwohnung der Grundschule Loevelingloh. Im Juni regte die Hiltruper CDU an, ein Nutzungskonzept für die leerstehende Wohnung zu finden.

„Das Gebäude steht seit Jahren leer und verfällt zunehmend, obwohl sich die Schulleitung der Loevelingloh-Grundschule seit Langem um eine Nutzung der Immobilie für schulische Zwecke bemüht – beispielsweise für Ganztagsangebote, Personal- oder Verwaltungsräume“, schreibt die CDU im Antrag. Auch ein Ortstermin mit der Verwaltung vor zwei Jahren habe zu keinen Ergebnissen geführt. Die Fragen der CDU blieben bislang unbeantwortet, teilt die Partei mit.

Auch die Person, die uns auf die leere Hausmeisterwohnung an der Hoyastraße im Kreuzviertel aufmerksam gemacht hat, bezweifelt, dass die Stadt sich um ihr Wohneigentum kümmert. Ein Foto, das wir von der Person erhalten haben, zeigt: Der Garten wuchert zu, die Rollläden sind heruntergelassen. Eine solche Wohnung erweckt jedenfalls nicht den Eindruck, dass sie regelmäßig genutzt wird. (sfo)

Ein-Satz-Zentrale

+++ Der Kenianer Samuel Kiplimo und die Äthiopierin Aberash Fayesa haben den Münster-Marathon gewonnen. („Münster Marathon“)

+++ Die SPD hat Lia Kirsch, Doris Feldmann und Noah Börnhorst in den Fraktionsvorstand gewählt, Lia Kirsch an die Spitze. (SPD Münster)

+++ Die Stadt hat an der Grundschule Wolbeck-Nord ein neues Gebäude eröffnet. (Stadt Münster)

+++ Das Oberverwaltungsgericht Münster verhandelt darüber, ob ein ehemaliger Kämpfer für den Islamischen Staat nach Tadschikistan abgeschoben werden darf. (Nachrichtenagentur dpa, hier: „Süddeutsche Zeitung“)

+++ Ab Donnerstag wird ein Teil der Kopenhagener Straße gesperrt, weil eine neue Stromtrasse für den Hansa-Business-Park gebaut wird. (Stadtnetze Münster)

+++ Der Flughafen Münster/Osnabrück hat einen Hackerangriff am Wochenende unbeschadet überstanden. (WDR)

+++ Der Zoll hat am Freitag in 17 Gaststätten in Münster kontrolliert und dabei mehrere Verdachtsfälle von Schwarzarbeit festgestellt. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Handorfer Kaufmannsgilde plant keine Ersatzveranstaltung für den „Handorfer Herbst“. (Westfälische Nachrichten)

Unbezahlte Werbung

Das kleine Schaufenster von Kontor Schreibtischkultur an der Rothenburg 31 ist leicht zu übersehen. Ein Besuch im Münsteraner Traditionsgeschäft lohnt sich allerdings – vor allem, wenn Sie schöne Dinge rund ums Schreiben suchen. Drinnen finden Sie hochwertige Papiere, Karten, Füller, Kugelschreiber, Notizbücher und vieles mehr – entweder für den eigenen Bedarf oder zum Verschenken. Die kompetenten und freundlichen Inhaber nehmen sich gerne Zeit für eine ausführliche Beratung. Geöffnet hat das Kontor montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Katja Angenent hat in den Terminkalender geschaut und kann Ihnen diese Veranstaltungen empfehlen:

+++ Noch bis Sonntag läuft im Schloßtheater das Filmfestival Münster. Insgesamt werden über 70 Filme gezeigt. Das Programm bietet dabei ganz verschiedene Schwerpunkte wie die Westfalen-Connection oder den Kurzfilmwettbewerb. Eintritt: 10 Euro.

+++ Die Mittwochsgespräche in der Villa ten Hompel gehen in eine neue Runde. Am morgigen Mittwoch geht es ab 19 Uhr vor Ort und via Zoom um die Shoa im Comic. Die Medienwissenschaftlerin Véronique Sina aus Dortmund beleuchtet den Umgang mit den Schrecken der NS-Zeit in der Comic-Anthologie „Aber ich lebe“. Der Eintritt ist frei.

+++ Wenn Sie auch schon immer daran gedacht haben, sich freiwillig zu engagieren, ist die Info-Veranstaltung der Freiwilligenagentur am Mittwoch um 17 Uhr vielleicht etwas für Sie. In der Trafostation gibt es einen Überblick über die verschiedenen Ehrenämter in Münster. Freier Eintritt, keine Anmeldung.

+++ Von Donnerstag bis Sonntag findet das Münster-Vocal-Festival statt. Zum Auftakt gibt es am Donnerstag um 20 Uhr die internationale Nacht der Chöre in der Petrikirche mit Gästen aus der Ukraine, den Niederlanden und Münster. Der Eintritt ist frei; wenn Sie möchten, können Sie aber Geld spenden. Das Programm für alle Tage finden Sie hier.

+++ Am Freitag öffnet im LWL-Museum für Kunst und Kultur mit „Kirchner. Picasso“ eine Ausstellung, die das Leben der beiden Künstler mit dem Zeitgeschehen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verknüpft. Zu sehen sind 100 Werke, die außerdem Gemeinsamkeiten und Unterschiede im künstlerischen Schaffen verdeutlichen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. Januar, der Eintritt kostet 10 Euro.

+++ Zum Ende der Freibadsaison feiert die Coburg an der Grevener Straße am Samstag die „Nacht der Lichter“. Ab 19 Uhr ist der Eintritt frei und bis 22 Uhr können sie bei Flutlicht schwimmen gehen. Die Stadt verspricht eine „angenehme Wassertemperatur“.

+++ Heute, 15 Uhr, ist der Vorverkauf für die offizielle Release-Party zu Taylor Swifts 12. Studioalbum „The Life of a Showgirl“ gestartet. Vom 3. bis 5. Oktober wird im Cineplex gefeiert, unter anderem wird dann die Weltpremiere des neuen Songs „The Fate of Orphelia“ zu hören und zu sehen sein. Wenn Sie sich den Spaß nicht entgehen lassen wollen, greifen Sie schnell zu. Sie wissen ja, wie die Swifties so drauf sind.

+++ RUMS-Mitgründer Klaus Brinkbäumer liest am 7. Oktober (Dienstag) im Hiltruper Landwirtschaftsverlag aus seinem in der vergangenen Woche erschienenen Buch „Zeit der Abschiede. Los geht’s um 19:30 Uhr. Ein paar Karten sind noch da.

Was ist noch so los?

Die Grünen wollten Wahlkampfflächen der SPD übernehmen. Aber da waren sie schon abgebaut – von einem Werbedienstleister mit engen CDU-Verbindungen. Ralf Heimann versucht zu rekonstruieren, was passiert ist. Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Freitag schreibt Ihnen Anna Niere. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe

Mitarbeit: Jan Große Nobis (jgn), Anna Niere (ani), Ralf Heimann (rhe) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Jetzt ist schon wieder was los. Zum 190. Mal begann am Wochenende auf der Münchner Theresienwiese das größte und pompöseste Drogenfestival Europas: das Oktoberfest. Und auch in Münster wird ab Freitag endlich wieder auf der vielleicht größten Wiesn nördlich des Weißwurschtäquators oans, zwoa, drei, g’suffa. Bis die Moads Gaudi losgeht, können Sie die Zeit mit diesem großartigen Podcast überbrücken: Im „Lederhosen-Kartell“ geht der Journalist und Wiesn-Rikschafahrer Alexander Gutsfeld auf Spurensuche und schaut hinter die Kulissen des Oktoberfests, das seit jeher von sechs Münchner Brauereien beherrscht wird. Vor ein paar Jahren ist die junge Giesinger-Brauerei angetreten, um das mächtige Kartell zu durchbrechen und als siebte Brauerei mit einem Festzelt auf der Wiesn durchzustarten. Doch bislang ist aus Giesingers Wiesn-Plänen noch nichts geworden. Warum? Das hören Sie am besten selbst.

PPS

Wie krieg ich jetzt noch die Kurve zur Hochkultur? Vielleicht ja hiermit. In dem Literaturmagazin „Tralalit“ hat die Übersetzerin Alida Bremer aus Münster diesen Monat ihre Muttersprache Kroatisch vorgestellt. Nebenbei verrät Bremer, welche Klassiker aus Kroatien man lesen sollte und wie ihre Karriere vor fast vierzig Jahren an der Uni Münster begann. Meine Lese-Empfehlung!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
Anmelden oder registrieren