Tapir Theo, Franz Beckenbauer und Münsters Grüne | Unbezahlte Werbung: „Monaco di Vestfalia“-Klamotten | Aktion: RUMS 6 Monate für 1 Euro lesen

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

die Woche hat gerade begonnen, und man fragt sich schon wieder, was der Tapir Theo für Freitag tippen wird. In vier Spielen hat er einmal richtig gelegen. Nach Franz Beckenbauer spricht das sehr für seinen Sachverstand. Beckenbauer hatte gesagt: „Wer richtig tippt, hat keine Ahnung von Fußball.“ So erzählt man es jedenfalls.

Beckenbauer soll auch gesagt haben: „Ich sehe nach wie vor die große Chance, das Achtelfinale nicht zu erreichen.“ Diese Chance hat Deutschland verpasst. Stattdessen besteht jetzt die große Gefahr, am Freitagabend ins Halbfinale einzuziehen. Allerdings müssten die Spanier dazu ihre Chance nutzen, ein Tor weniger zu schießen als die Deutschen.

Dann könnten sie das machen, was viele Menschen aus Münster am Wochenende vorhaben: Sie könnten nach Spanien reisen. Das wäre doch auch keine schlechte Aussicht.

Münsters Grüne hatten schon Mitte letzter Woche für Freitagabend auf dem Domplatz eine Feier angekündigt, also noch vor dem Spiel gegen Dänemark. Auf den ersten Blick spricht das für großes Vertrauen in die deutsche Mannschaft. Auf den zweiten nicht mehr so ganz, denn um Fußball sollte es am Freitag gar nicht gehen.

Die Grünen wollten feiern, dass der Domplatz seit einem Jahr autofrei ist. Nach dem deutschen Sieg am Samstag wäre er am Freitagabend allerdings wohl auch menschenfrei gewesen. Daher beginnt die Feier jetzt schon um 16 Uhr.

Nach einem eventuellen Sieg gegen die Spanier geht’s frühestens um kurz vor acht rüber zum Ludgerikreisel, der dann im Idealfall nicht mehr autofrei ist. Die Zeit bis dahin könnten Sie vor irgendeinem Bildschirm überbrücken. Bei gutem Wetter – und danach sieht’s im Moment aus – stehen in der Stadt ja so einige Leinwände.

Zur Sicherheit vielleicht noch ein Hinweis: Kommen Sie pünktlich, es könnte voll werden. Im schlechtesten Fall sind die guten Plätze schon weg, und dann könnte es so enden, wie Franz Beckenbauer später das WM-Finale 1990 in Italien beschrieb. Er sagte: „Damals hat die halbe Nation hinter dem Fernseher gestanden.“ (rhe)

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+++ Die Polizei hat zwei Männer festgenommen, die unter Verdacht stehen, einen 62-jährigen Mann getötet zu haben, der vor einer Woche an der Grevener Straße in seiner Wohnung gefunden worden war. (Polizei Münster)

+++ In der ersten Jahreshälfte sind über eine halbe Million Menschen vom Flughafen Münster-Osnabrück aus geflogen oder dort gelandet. (Flughafen Münster-Osnabrück)

+++ Der Kreisverkehr an der Westhoffstraße und Am Burloh in Kinderhaus ist ab Montag wegen Bauarbeiten gesperrt, voraussichtlich für zwei Wochen. (Stadt Münster)

+++ Die Polizei sucht Zeug:innen, nachdem am Freitagabend um 20:45 Uhr ein unbekannter Mann einen Rettungssanitäter an der Hafenstraße geschlagen hat. (Polizei Münster)

+++ Die Westfalen-Gruppe meldet den höchsten Gewinn ihrer Unternehmensgeschichte und möchte künftig mehr auf die Produktion von grünem Wasserstoff setzen. (Westfalen AG)

+++ Am Wochenende haben 35.000 Fans das Rockfestival „Vainstream“ am Hawerkamp besucht, das allerdings wegen des Regens während des letzten Auftritts vorzeitig endete. (Vainstream)

+++ Die Stadt tauscht in den Ferien in Berg Fidel vor der Primusschule den Boden aus, weil er mit Schadstoffen belastet ist. (Stadt Münster)

+++ Der Verkehrsclub Deutschland bedauert, dass zwischen Münster, Senden, Lüdinghausen und Olfen künftig weniger Schnellbusse fahren und fordert unter anderem die Stadt Münster auf, mehr Geld zur Verfügung zu stellen. (Pressemitteilung)

+++ Das Bundesforschungsministerium fördert ein Forschungsteam der Uni Münster mit 1,6 Millionen Euro, das die Therapie von Lungen- und Darmkrebs verbessern will. (WDR)

+++ Beim Hansa-Konvent haben knapp 80 Menschen aus dem Hansaviertel über 17 gemeinwohlorientierte Anliegen abgestimmt, von denen am Ende acht eine Förderung bekamen – unter anderem eins zum Kiebitzschutz und eins gegen sexuelle Belästigung am Kanal. (Pressemitteilung)

Unbezahlte Werbung

Gestern, um Punkt 12 Uhr, hat die beliebte Meme-Seite „Münsterdings“ einen Shop online auf eine Website gestellt mit dem vielversprechenden Namen „NurCool.es“. Und ganz ehrlich, so richtig können wir nicht widersprechen. Der Onlineshop verkauft nämlich Klamotten mit „Monaco di Vestfalia“-Logo – Sie wissen schon: So nannte man die Stadt früher in Italien, denn das echte Monaco ist ja auch nur wie Münster am Mittelmeer (RUMS-Brief). Die Käppis sind nach dem ersten Tag schon ausverkauft, einige T-Shirts mit „Monaco di Vestfalia“-Schriftzug und glücklichen Ludgerikreisel-Häschen auf vier Rädern drauf sind aber noch auf Lager.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Katja Angenent hat sich umgeschaut, was in den nächsten Tagen in Münster los ist. Das hier sind ihre Empfehlungen:

+++ Heute feiert das neue Stück von „Freuynde und Gaesdte“ in der Ausstellung „Vom Fach“ des LWL-Naturkundemuseums Premiere. Worum geht es? Um die fortschreitende Digitalisierung, um ihre Vorteile, aber auch um ihre Nachteile. Auf der Bühne interagieren reale Darsteller:innen mit virtuellen Geschöpfen. Die Premiere ist ausverkauft, Karten für spätere Aufführungen gibt es hier.

+++ Heute und übermorgen Abend finden im H1, dem großen Hörsaal am Schlossplatz 46, das Semsterabschlusskonzerte des Collegium Musicum Instrumentale statt. Unter der Leitung von Antonio Losa sind vor allem verschiedene Bühnenstücke zu hören. Der Eintritt ist frei. Konzertbeginn ist jeweils zur Primetime um 20:15 Uhr. Mehr Infos hier.

+++ Am Mittwoch veranstaltet die Stadtbücherei von 15 bis 17 Uhr einen Gaming-Nachmittag für Kinder, Eltern und Großeltern. An der Nintendo Switch können verschiedene Spiele gespielt werden, darunter Klassiker wie Mario Kart. Bei der kostenlosen Veranstaltung sind auch Medienpädagog:innen dabei, die Fragen zum Umgang mit Gaming in der Erziehung beantworten. .

+++ Am Freitag lädt das Haus der Nachhaltigkeit an der Hammer Straße 1 zu einer bioregionalen Kostprobe ein. Was heißt das? Betriebe aus Münster und der Umgebung bieten ihre Lebensmittel zum Probieren an. Nebenbei kann man sich darüber informieren, wie die Produkte hergestellt werden.

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Und sonst so?

Bei der Sache mit der Gewerbesteuer geht es um ein Dilemma: Ein höher Hebesatz könnte mehr Geld in die Stadtkasse spülen, aber auch Unternehmen verschrecken. Über einen niedrigen Hebesatz freuen sich Unternehmen bestimmt, könnte aber den Haushalt in Gefahr bringen.

Münster hat die Gewerbesteuer seit 13 Jahren nicht angerührt. Jetzt braucht die Stadt aber dringend Geld. Ist es bald wieder so weit?

Wenn Sie die Antwort interessiert, dann abonnieren Sie doch RUMS. In den ersten drei Monaten lesen Sie alle RUMS-Briefe nur zum halben Abopreis.

Am Freitag schreibt Ihnen Sebastian Fobbe. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche. 

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer

PS

In zehn Tagen erscheint das neue Buch unseres Kolumnisten Ruprecht Polenz. Es heißt: „Tu was! Kurze Anleitung zur Verteidigung der Demokratie.” Der Inhalt in Kurzform: Die Demokratie ist nicht selbstverständlich. Man muss etwas tun, um sie zu verteidigen (Leseprobe hier). Unsere frühere Kolumnistin Marina Weisband hat im April ebenfalls ein Buch zu einem ähnlichen Thema veröffentlicht. Der Titel ihres Buchs ist: „Die neue Schule der Demokratie – wilder denken, wirksam handeln.“ Die Botschaft: Demokratie muss man lernen (Leseprobe hier). Unser Verein „Rund um Münster“ bringt Marina Weisband und Ruprecht Polenz am 11. Juli (Donnerstag) zusammen auf die Bühne. Andrea Hansen wird mit ihnen ab 19 Uhr im Specops am Aegidiimarkt darüber sprechen, was Menschen für die Demokratie tun können und müssen. Eine gute Nachricht zum Schluss: Der Eintritt ist frei. (rhe)

PPS

Weil’s im vergangenen Jahr so schön war, machen wir es in diesem Jahr wieder. Wenn Sie in den Urlaub fahren, schicken Sie uns doch ein Foto und im besten Fall eine kleine Geschichte dazu. Wenn Sie keine Geschichte haben, kein Problem. Wichtig ist vor allem das Bild, am besten mit ein paar Sätzen über Ihre Reise. Sie wissen ja, wie Sie uns erreichen. Ansonsten hier noch mal unsere E-Mail-Adresse: redaktion@rums.ms. Vielen Dank schon mal! Wir freuen uns auf Ihre Bilder! (rhe)

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