Münsters Schwimmbäder: Es bleibt kompliziert | Unbezahlte Werbung: Gewürze der Welt | 6 Monate RUMS lesen für 1 Euro!

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

zwei SPD-Landtagsabgeordnete haben der Landesregierung im September eine besorgte Anfrage geschickt, weil sie den Eindruck haben, dass in Nordrhein-Westfalen zu wenige Kinder schwimmen lernen – „speziell auch in Flutgebieten“, schreiben sie.

Hoffen wir, dass das nicht die Klimaanpassungsmaßnahmen sind, von denen immer die Rede ist. Denn da können wir schon vom Schreibtisch aus sagen: Das wird nicht funktionieren.

In Münster gibt es immerhin kleine Erfolgsmeldungen. Hier haben in den Herbstferien knapp 270 Kinder schwimmen gelernt (RUMS-Brief), beziehungsweise in einem Schnellkurs das Seepferdchen gemacht, schreibt die Stadt. Wäre natürlich schön, wenn sie jetzt noch etwas üben könnten.

Nur in Münster ist das nicht so leicht. Die Hallenbäder in Wolbeck und Roxel öffnen nur noch für Schulen und Vereine. Im Ostbad steht seit Jahren immer wieder was anderes im Weg. Aktuell schlägt die Stadt sich mit Legionellen herum, also mit lästigen Bakterien.

Das Südbad ist immer mal wieder für ein paar Stunden geöffnet, am Wochenende, eigentlich zur besten Zeit zum Schwimmengehen, gar nicht. Der Grund ist, wie auch in den übrigen Bädern: Die Stadt findet keine Leute.

Zuletzt hatte man nicht den Eindruck (aber das kann täuschen), irgendwer würde rotieren, um daran etwas zu ändern. Dann rotierten immerhin die Öffnungszeiten.

In den Ferien schickte die Stadt Leute von Bad zu Bad, um möglichst häufig öffnen zu können. Das will man jetzt „evaluieren“, um herauszufinden, ob das vielleicht noch besser geht, schreibt die Stadt.

Mit dem Südbad wird es wohl erst mal nicht besser. „Eine Erweiterung der Öffnungszeiten am Wochenende kann erst umgesetzt werden, sobald es die Personalsituation zulässt“, heißt es.

Und mit dem Ostbad? Da hat die Stadt das ganze Trinkwassersystem auseinandergenommen, um die lästigen Legionellen loszuwerden. Als Nächstes will man Proben nehmen. Mit den Ergebnissen rechne man Anfang Dezember, schreibt die Stadt. Könnte ja vielleicht noch vor Weihnachten etwas werden. Es sei denn, die Stadt geht mit ihren Bakterienproben wieder baden. (rhe)

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Zurzeit entgehen Ihnen viele wichtige Neuigkeiten aus der Stadt …

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Ein-Satz-Zentrale

+++ Die Dreifachsporthalle am Geschwister-Scholl-Schulzentrum in Kinderhaus ist wegen eines Wasserschadens für mindestens drei Wochen gesperrt. (Stadt Münster)

+++ In Angelmodde entsteht bis 2026 eine neue Kita mit sieben Gruppen und rund 130 Betreuungsplätzen für Kinder von null bis sechs Jahren. (Stadt Münster)

+++ Nach Abschluss der langen Bauarbeiten auf dem Albersloher Weg folgt nun direkt eine neue Baustelle für einen Regenwasserkanal, der unbedingt vor der Reaktivierung der Bahnstrecke fertig werden soll. (Westfälische Nachrichten)

+++ Sprachforscher:innen des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte haben eine Umfrage gestartet, um eine Dialekt-App zu erstellen, die unter anderem Redensarten aus Münster sammelt. (Landschaftsverband Rheinland)

+++ Die CDU in Münster hat den amtierenden Bundestagsabgeordneten Stefan Nacke zum Kandidaten für die Bundestagswahl 2025 gewählt. (CDU Münster auf Instagram)

+++ Das Verwaltungsgericht Münster bestätigte in einem Streit zwischen der Stadt und einer Tagesmutter, die sich über geringere Erstattungen für Sachkosten beschwerte, das Vergütungssystem der Stadt für Tagespflegepersonen. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Thierstraße zwischen Berg Fidel und Amelsbüren wird während der Stadtnetze-Bauarbeiten auf dem Kappenberger Damm vorübergehend zur Anliegerstraße. (Stadt Münster)

+++ Die Judaistik-Professorin der Uni Münster Katrin Kogman-Appel spricht in der Jüdischen Allgemeinen über die Inhalte und Herausforderungen ihres Fachs. (Jüdische Allgemeine)

+++ Das Jobcenter setzt verstärkt auf Sanktionen gegen Bürgergeld-Empfänger:innen, die ihren Mitwirkungspflichten nicht nachkommen, was dazu führt, dass es deutlich mehr Leistungsminderungen als im vergangenen Jahr gegeben hat. (Westfälische Nachrichten)

+++ Die Stadt führt vom 4. bis 15. November die jährliche Fahrrad-Lichtaktion durch, bei der die Beleuchtung kontrolliert und repariert wird. (Stadt Münster)

+++ Nach der Schließung eines Supermarktes in Gremmendorf werden weitere Ehrenamtliche gesucht, die den Shuttlebus fahren, der vor allem ältere Menschen zu einer anderen Einkaufsmöglichkeit bringen soll. (Westfälische Nachrichten)

Unbezahlte Werbung

Mal angenommen, Sie möchten einen Gewürzhandel in Münster eröffnen, Sie würden den Laden doch bestimmt auch an der Salzstraße aufmachen, oder? Anfang des Monats ist in das Geschäft, das früher Briefmarken verkauft hat, eine Filiale von „Gewürze der Welt“ eingezogen. Der Handel bietet alles an, was Feinschmecker:innen so brauchen: Gewürzmischungen, Öle, Pestos, Sugos und noch mehr feine Sachen. Das meiste davon gibt es in Bio-Qualität, möglichst klimaneutral und fair gehandelt. Was wir Ihnen empfehlen können, ist Chmeli Suneli, eine Kräutermischung aus Georgien mit Bockshornklee und Ringelblumen, die gut zu Eintöpfen, Soßen und Suppen schmeckt. Wenn Sie sich lieber selbst durchprobieren wollen, können Sie sich ein Gewürzset besorgen oder erstmal in den Onlineshop schauen. Dort finden Sie auch Rezepte, mit denen Sie Ihre neuen Gewürze gleich austesten können.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Annalena Zernott hat heute in den Terminkalender geschaut. Das hier sind ihre Empfehlungen fürs lange Wochenende und für den nächsten Montag:

+++ Heute Abend spukt es am Mühlenhof: Das Freilichtmuseum veranstaltet von 17 bis 23 Uhr eine Gruselnacht für Familien. Kinder, die verkleidet kommen, kriegen sogar ein kleines Geschenk. Das Programm und die Eintrittspreise finden Sie hier.

+++ Dann finden heute auch die obligatorischen Halloween-Partys in Münster statt, zum Beispiel im Fusion oder im Hot Jazz Club. Wenn Sie Lust haben, auszugehen, aber keine Verkleidung, dann kommen Sie am besten ab 22 Uhr ins Gleis 22. Dort legt DJ Eavo die Klassiker der Indieszene auf.

+++ Morgen ist nicht nur Allerheiligen, sondern auch der Weltvegantag. Zu diesem Anlass läuft im Cinema der Film „Die Q ist ein Tier“, eine Gesellschaftssatire, die laut Ankündigungstext ohne moralinsauren Zeigefinger auskommt. Die Vorstellung beginnt um 18 Uhr und kostet 9 Euro pro Eintrittskarte.

+++ Ab Sonntag findet eine Woche lang das inklusive Kulturfest statt. Innerhalb dieser Woche finden 40 Veranstaltungen an 30 Orten in Münster statt, Künstler:innen mit und ohne Beeinträchtigung präsentieren ihre Arbeit kostenfrei und für alle offen. Das gesamte Programmheft finden Sie hier.

+++ Gleichzeitig zum inklusiven Kulturfest beginnt auch noch eine andere Festwoche: Die Studiobühne der Uni Münster wird 75 und veranstaltet von Sonntag bis Sonntag ein einwöchiges Kulturprogramm. Das Programmheft mit allen Terminen und Infos finden Sie hier.

+++ Was ist gerade los in den Niederlanden? Bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr ist in dem EU-Gründungsland die Anti-Islam-Partei PVV stärkste Kraft geworden, seit Juli regiert in unserem Nachbarland eine rechte Regierung. Am Montagabend nimmt eine Podiumsdiskussion im Haus der Niederlande den Rechtsruck in den Niederlanden, aber auch in Belgien und Deutschland in den Blick. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Freier Eintritt.

Und sonst?

Die Grünen haben einen Oberbürgermeister-Kandidaten gewählt. Haben sie sich für eine echte Chance entschieden? Oder gegen Veränderung? Unsere Einschätzung können Sie im aktuellen RUMS-Brief lesen. Testen Sie RUMS jetzt 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Dienstag schreibe ich Ihnen wieder. Ich wünsche Ihnen ein schönes, langes Wochenende!

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Anna Niere (ani), Jan Große Nobis (jgn), Annalena Zernott (aze) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth

PS

Neugeborene am Universitätsklinikum bekommen ab sofort eine kostenlose Mitgliedschaft bei SC Preußen Münster. Das erste glückliche Baby war Emma – auch wenn man es ihr auf dem Pressefoto nicht ansieht. Vielleicht hat aber auch einfach schon die Abo-Falle, die bei dem Deal mitschwingt, direkt ihre Euphorie gehemmt. Denn die Mitgliedschaft im Kids Club des Vereins ist ab dem sechsten Lebensjahr kostenpflichtig. Der Fußballverein erhofft sich dadurch natürlich, lebenslange Fans von Beginn an zu sichern. Die Mitgliedschaft beinhaltet unter anderem auch Freikarten für Heimspiele, Treffen mit den Spielern oder Kinder-Pressekonferenzen – wie genau letzteres aussieht, frage ich mich auch noch. Keine Sorge, die Mitgliedschaft wird nicht jedem Neugeborenen aufgedrängt, die Eltern müssen natürlich erst zustimmen und das passende Formular ausfüllen. (ani)

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