Musik-Campus heißt jetzt anders | Unbezahlte Werbung: Café Freundschaft | RUMS 6 Monate lang für 1 Euro

Porträt von Ralf Heimann
von Ralf Heimann

Guten Tag,

der Musik-Campus hat schon wieder eine Pirouette gedreht. Überraschendes Ergebnis diesmal: Das Projekt heißt nicht mehr Musik-Campus – jedenfalls spricht die Stadt in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung von einem „Strategiewechsel“ und nennt das, was sie an der Hittorfstraße bauen möchte, nur noch ein „urbanes Musikquartier“.

Wenn sich jemand aus der Stadtverwaltung jetzt noch die Mühe machen würde, sich an der Hittorfstraße etwas umzusehen, könnte es wahrscheinlich passieren, dass man danach auch noch das Wörtchen „urban“ aus der Beschreibung streicht. Aber gehen wir davon aus, dass es erst einmal bei diesem Arbeitstitel bleibt.

Vielleicht kurz, was bisher geschah: Oberbürgermeister Markus Lewe wollte mit seinem Herzensprojekt eigentlich noch in diesem Jahr den nächsten größeren Schritt nehmen. Das wäre ein sogenannter städtebaulicher Wettbewerb gewesen, der die Fragen geklärt hätte, wo welche Gebäude stehen sollen, was grün bleibt, also im Groben, wie das Gelände später aussehen soll.

Die Politik wollte das an eine Bedingung knüpfen. Die Universität sollte bis Ende des Jahres schriftlich zusagen, dass sie ihren Teil vom Musik-Campus auch tatsächlich bauen wird. Es zeichnete sich ab, dass die Uni diese schriftliche Zusage nicht geben würde. Dann nahm Markus Lewe das Thema in zwei Ratssitzungen hintereinander von der Tagesordnung, um zu verhindern, dass das Projekt endgültig scheitert.

Die Pressemitteilung heute ist das Ergebnis eines Treffens mit den Fraktionen in der vergangenen Woche, also mit dem Interfraktionellen Arbeitskreis, der immer wieder über das Thema spricht. Uni-Rektor Johannes Wessels fehlte bei diesem Treffen, und das lässt Raum für Deutungen.

Offiziell hieß es, die Absage habe „terminliche Gründe“. Aber das bedeutet eben auch: Andere Termine waren wichtiger. Und wenn man bei einem Treffen, bei dem es um das mögliche Scheitern eines seit Jahren gemeinsam geplanten Millionenprojekts gehen soll, mit dabei sein möchte, gibt es auch noch die Möglichkeit, das Treffen zu verschieben oder eine Vertretung zu schicken; beides passierte nicht.

Das würde zu dem Eindruck passen, dass auch die Atmosphäre nicht unbelastet war und Wessels nicht den Eindruck entstehen lassen wollte: Der Stadtrat macht hier die Ansagen.

In dem Treffen versuchte der Oberbürgermeister nach unseren Informationen anfangs noch, den städtebaulichen Wettbewerb durchzukriegen, schwenkte aber um, als das nicht gelang.

Die neue Strategie sieht vor: Die Stadt konzentriert sich auf ihre eigenen Pläne, auf den Neubau ihrer Musikschule, Räume für das Sinfonieorchester und die freie Szene sowie einen „Aufführungsort“. Das klingt nicht mehr so schmuckvoll wie „Kulturbau“ oder „Konzerthalle“. Aber das kann auch täuschen.

Die Universität soll später einsteigen können. „Perspektivisch bietet der Standort weiterhin die Möglichkeit einer Zusammenführung mit der Musikhochschule“, schreibt die Stadt. So würde über Umwege aus dem „urbanen Musik-Quartier“ doch wieder ein Musik-Campus werden.

Politisch hat das Ganze noch einen weiteren Vorteil. Sollte es im Hintergrund tatsächlich eine Art Machtkampf zwischen Politik und Universität geben, wäre dieser mit dem Strategiewechsel gelöst. In ihrer Pressemitteilung zitiert die Stadt auch Johannes Wessels. Er sagt über den „Strategiewechsel“: „Aus Perspektive der Universität ist diese Entscheidung absolut nachvollziehbar.“ (rhe)

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Klima-Update

+++ Wie sicher fühlen sich Radfahrende in Münster? Sind die Radwege breit genug? Und wie gut funktioniert das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmenden? Um diese und einige weitere Fragen geht es im Fahrradklima-Test vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Der läuft noch bis zum 30. November und basiert auf den Antworten der Fahrradfahrenden. Schon 2022 konnte Münster den ersten Platz im Fahrradklima-Test belegen. Die Ergebnisse der Umfrage kann die Stadt nutzen, um zu schauen, welche Maßnahmen schon gut ankommen und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Der bundesweite ADFC-Fahrradklima-Test wird alle zwei Jahre durchgeführt. Den Fragebogen finden Sie hier. Im Frühjahr 2025 erscheint die bundesweite Umfrage. Mal schauen, ob Münster wieder oben dabei ist oder dieses Mal schlechter abschneidet. (ani)

+++ Apropos Fahrradfahren: Die Stadt hat schon eine weitere Idee, wie sie das noch angenehmer gestalten könnte – passend zum heutigen Wetterumschwung. Eine sogenannte Wetter-Ampel soll bei Regen oder Schnee Radfahrer:innen und Fußgänger:innen Vorrang vor Autos geben, wie die Westfälischen Nachrichten berichten. Ein entsprechender Antrag von CDU, Grünen, SPD, FDP und Volt wurde in der Bezirksvertretung Mitte einstimmig angenommen. Jetzt sucht die Stadt einen geeigneten Standort. Das Prinzip der Ampel sei recht simpel: Wenn es nass wird, passt die Ampel ihre Steuerung an. Fußgänger:innen erhalten schneller Grün, sobald sie das Signal anfordern, und Radfahrer:innen sollen durch Detektoren fast ohne Anhalten über die Kreuzung kommen. Das ist keine komplett neue Idee – in Oldenburg gibt es bereits eine Wetter-Ampel. In den Niederlanden gehören sie ohnehin schon zur Standardausstattung. Auch Münster will nun mit einem Pilotprojekt testen, ob sich solche Ampeln bewähren. Mögliche Standorte könnten neben den Velorouten auch die Hammer Straße, Warendorfer Straße oder die Hafenstraße sein. (ani)

In eigener Sache
Porträt von Sebastian Fobbe

Wohnung gesucht!

Irgendwann gehen auch die schönsten Lebenskapitel zu Ende: RUMS-Redakteur Sebastian Fobbe will raus aus der WG und rein in die eigenen vier Wände. Kennen Sie zufällig eine Wohnung, die bald frei wird? Melden Sie sich gerne mit Tipps bei  sebastian.fobbe@rums.ms.

  • Lage gerne in der Innenstadt oder zentrumsnah
  • Einzugsdatum flexibel
  • Schmerzgrenze: 750 Euro
Ein-Satz-Zentrale

+++ Während der Weihnachtsmärkte (25.11. bis 23.12.2024) werden mehrere Buslinien umgeleitet, da die Klemensstraße, der Domplatz und der Prinzipalmarkt gesperrt sind. (Stadtwerke Münster)

+++ Stichwort Weihnachtsmärkte: Der Aufbau der sechs Weihnachtsmärkte ist bereits in vollem Gange – eröffnet wird nächsten Montag. (Westfälische Nachrichten)

+++ In Gremmendorf sorgt die geplante Umgestaltung der Einkaufsmeile für Kontroversen: Gewerbetreibende fordern den Erhalt von 117 Parkplätzen, andere wollen mehr Raum für Fußgänger:innen und Radfahrende. (Westfälische Nachrichten)

+++ Morgen schließen mehrere städtische Einrichtungen in Münster wegen einer Personalversammlung bereits um 12.30 Uhr, Stadtmuseum und Stadtbücherei bleiben regulär geöffnet. (Stadt Münster)

+++ Das Studierendenwerk Münster erhöht ab 2025 die Mieten in mehreren Wohnheimen, vor allem wegen gestiegener Betriebskosten und Änderungen bei der Grundsteuer. (Westfälische Nachrichten)

+++ Unbekannte haben in der Nacht zum 17. November erneut das Rathaus in Münster mit roter Farbe beschmiert, diesmal im Innenhof. (Antenne Münster)

+++ Ein westfälischer Pfarrer wurde wegen Besitzes kinderpornografischen Materials zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und bereits zuvor vom Dienst freigestellt. (Evangelische Kirche von Westfalen)

+++ Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert an der Mathematik-Fakultät der Uni Münster ein neues Graduiertenkolleg ab Oktober 2025 mit über vier Millionen Euro. (Uni Münster)

+++ Die vier jungen Tiger:innen im Allwetterzoo Münster haben endlich Namen: Sie heißen Anya, Hubertus, Friedrich und Ambassador. (Zoo Münster)

+++ Die Münsteraner Kinos Cinema und Schloßtheater wurden bei der NRW-Kinoprogrammpreisverleihung für ihre herausragenden Programme ausgezeichnet. (Alles Münster)

Unbezahlte Werbung

Beste Freunde, die schon lange davon träumen, ein eigenes Café zu eröffnen. Sind wir mal ehrlich: Wer hat mit diesem Gedanken nicht auch schon mindestens einmal gespielt? Die Münsteraner Matthias, Karzu und Simon haben sich genau diesen Traum erfüllt. Ihr Lokal trägt den passenden Namen Café Freundschaft und ist in der Hörsterstraße. Seit diesem Sommer veranstalten die Drei immer wieder Events, wie Public Viewing oder “Business-Speeddating für Frauen”. Aber vor allem gibt es eine Menge Getränke und Essen. Von Kaffee bis Sekt und von Kuchen bis Käseplatte ist alles dabei, was das Herz begehrt. Genaueres finden Sie in der Karte. Geöffnet hat das „Freundschaft“ fast jeden Tag bis Mitternacht, am Wochenende auch darüber hinaus. Sonntags ist Ruhetag.

Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!

Drinnen und Draußen

Heute hat Katja Angenent für Sie in den Kalender geschaut. Das sind ihre Empfehlungen:

+++ Am Mittwoch ist wieder „Radau“ im SpecOps. Ab 20 Uhr entertainen der Musiker Phil Wood und der Lesebühnenmoderator Andreas Weber ihre Gäst:innen. Dabei sind Poetry-Slam-Texte und Gitarrenmusik von verschiedenen Künstler:innen zu hören. Karten gibt es für zehn Euro an der Abendkasse.

+++ Wer trägt eigentlich die Kosten des Wohlstands? Darüber und über die entsprechende Klimagerechtigkeit vor Gericht spricht Nora Markard, Professorin für Internationales Öffentliches Recht und Internationalen Menschenrechtsschutz, mit Francesca Mascha Klein, Rechtsreferentin für strategische Prozessführung bei Germanwatch, am Donnerstag um 19:30 Uhr in der Aula des Schlosses. Anmelden für den kostenlosen Vortrag können Sie sich hier.

+++ Ebenfalls am Donnerstag findet um 18:30 Uhr im Zeitungslesesaal der Stadtbücherei die Vorstellung des Buches „Abschiebungen in Nordrhein-Westfalen“ statt. Das Werk, das Sie übrigens hier kostenlos herunterladen können, stellt genau wie der Vortrag Einzelschicksale in den Mittelpunkt und beleuchtet anhand derer die Abschiebepraxis in unserem Bundesland. Im Anschluss stehen die Autoren für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

+++ Kurioses aus der Vogelwelt gefällig? Dann besuchen Sie doch die Lesung des Ornithologen Fabian Karwinkel. Am Freitagabend um 18 Uhr stellt er im Rieselfeldhof unter anderem außergewöhnliche Verhaltensweisen und komische Vogelstimmen vor. Karten kosten 8 Euro, eine Anmeldung bis Donnerstag um 12 Uhr ist erforderlich.

+++ Der „Schwatte Fridag“ ist eine Initiative zur Förderung regionaler Unternehmen im Münsterland. Die Aktion stand dieses Jahr allerdings auf der Kippe. Denn die Organisator:innen der Vorjahre, die Heimat Heroes, konnten die Veranstaltung wegen fehlender finanzieller Unterstützung nicht weiterführen. Doch Anna Kemper aus Wettringen sprang ein: Mit ihrem Team von Dailysocks organisiert sie das Event, das vom 21. bis 23. November 2024 stattfindet. Ziel bleibt, die Vielfalt der Region sichtbar zu machen – mit Rabatten und Überraschungen, die erst kurz vor dem Start bekanntgegeben werden. Wenn Sie also dem regionalen Handel ein bisschen unter die Arme greifen wollen, schauen Sie doch ab Donnerstag mal auf der Webseite des „Schwatten Fridag“ vorbei. Dafür müssen Sie nicht mal das Haus verlassen.

+++Zum Bilderbuchkino mit anschließender Bastelaktion sind am Freitag alle Kinder ab vier Jahren in die Stadtteilbücherei am Aasee eingeladen. In „Herr Krake räumt das Meer auf“ müssen sich der titelgebende Protagonist und weitere Wasserlebewesen um die Hinterlassenschaften der Menschen kümmern. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

+++ Übrigens: Für die nächste „Baddabäm!“-Show gibt es nur noch Karten an der Abendkasse. Das Thema der parapolitischen Abendunterhaltung am Samstag ist „Altern in Münster“. Die Show bietet wie immer einen wilden Ritt durch die Künste mit Musik, Gesang, Schauspiel, Comedy und Buchtipps. Einlass der Latenightshow im SpecOps ist um 19:30 Uhr. Mit auf der Bühne ist unser Bürokollege Chris Vielhaus von „Perspective Daily“. Er moderiert das konstruktive Nachrichtenformat „Baddanews“ mit dem Fokus auf Pflegepolitik.

Und sonst?

Münster soll eine vierte Gesamtschule bekommen. Das Schlaun-Gymnasium soll trotzdem bleiben. Aber wie lange? Und: Münsters Ratsbündnis überarbeitet die Sparvorschläge der Verwaltung. Sparen soll jetzt vor allem die Verwaltung selbst.

Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.

Am Freitag schreibt Ihnen Sebastian Fobbe. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Herzliche Grüße
Ralf Heimann

Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Anna Niere (ani), Jan Große-Nobis (jgn), Katja Angenent (kat) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer

PS

Haben Sie heute mit jemandem aus Hamm telefoniert, und ging es vielleicht sogar ums Wetter? Dann kann es sein, dass sich seltsame Dialoge ergeben haben, mit Sätzen wie: „Spätsommer? Nee, hier schneit’s gerade.“ Auf der Wetterkarte sieht es ein bisschen aus, als wenn Münster und Hamm sich in verschiedenen Klimazonen befinden würden. „Münster liegt gerade an der Grenze zur Kaltluft“, schreibt der hier lebende Meteorologe Lasse Dalstrom bei „X“. Auf der Linie Nottuln, Everswinkel seien es heute zehn bis elf Grad, Richtung Teutoburger Wald nur noch zwei bis drei. as soll man  sagen? Man wird langsam den Oleander vom Balkon holen müssen, wenn das mit dem Temperaturen so weitergeht. Oder eben, wie Lasse Dalstrom schreibt: „Endlich mal wieder spannendes Wetter.” (rhe)

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