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Markus Lewe sagt Tschüss | Unbezahlte Werbung: Think Twice | Die volle Ladung RUMS: 6 Monate für 1 Euro

Guten Tag,
als Markus Lewe vor 16 Jahren im A2 am Aasee eine seiner ersten Pressekonferenzen als Münsters Oberbürgermeister gab, da erzählte er einen Witz. Und der ging so:
Im Wald geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste. Alle Tiere sind in Panik. Der Fuchs fasst sich ein Herz, geht zum Bären und fragt: „Sag mal, steh ich eigentlich auf deiner Todesliste?“ – „Ja, tust du“, sagt der Bär. Am nächsten Tag ist der Fuchs verschwunden. Kurz darauf geht der Wolf zum Bären: „Stimmt es, dass ich auch auf der Todesliste stehe?“ – „Ja“, sagt der Bär. Am nächsten Tag ist auch der Wolf verschwunden. Schließlich kommt der Hase, zittert ein bisschen und fragt: „Ähm, Bär … steh ich auch auf deiner Todesliste?“ – „Ja, du stehst auch drauf.“ Der Hase überlegt kurz und sagt dann: „Kannst du mich da runternehmen?“ – und der Bär sagt: „Ja klar, kein Problem.“
Wenn man etwas erreichen möchte, dann muss man es aussprechen – man muss kommunizieren. Dann ergeben sich manchmal Möglichkeiten, die man vorher nicht sah.
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So könnte man die Geschichte verstehen. Und so hat Markus Lewe es dann auch gemacht. Lars Nowak, Ratsherr der Partei „Die Partei“, rechnete am Ende von Lewes letzter Ratssitzung am Mittwochabend vor, dass er in seiner 6000-tägigen Amtszeit mehr als einen Menschen pro Stunde getroffen haben muss, wenn es stimmt, was vor zweieinhalb Jahren in der Zeitung stand. Da hatte jeder zweite Mensch in Münster angegeben, er habe Markus Lewe schon einmal getroffen.
Zum Abschied gab es für Lewe viele warme und persönliche Worte. Die schönste Geschichte erzählte SPD-Fraktionschefin Lia Kirsch, die, so erzählte sie, zwölf Jahre alt war, als Markus Lewe ins Amt kam, und die sich 13 Jahre später, als sie Fraktionschefin wurde, mit ihm zum Frühstück verabredete.
Lewe habe ein veganes Restaurant ausgesucht. Das betone sie, weil sie das selbst gar nicht getan hätte, sagte sie. Markus Lewe sei offen und interessiert gewesen. Er habe auf Augenhöhe mit ihr gesprochen. Das Einzige, was sie an diesem Morgen irritiert habe, sei gewesen, dass Lewe in diesem veganen Restaurant gefragt habe: „Haben Sie Eier?“ Großes Gelächter im Rathausfestsaal.
Auch Lewe selbst hielt eine kleine Abschiedsrede. Er sagte, Münsters Erfolg sei nicht einzelnen lauten Stimmen zu verdanken, sondern einer Kultur des Miteinanders in der Stadt. Er sprach vom Zuhören, vom Vertrauen und gegenseitiger Anerkennung. Und auch wenn er anfügte, er habe schon schlimmere Ratssitzungen erlebt, so richtig passte das alles nicht zum frischen Eindruck der vier Stunden zuvor. Sie waren geprägt von einem aggressiven Wahlkampf, vor allem der CDU.
Peinlicher Höhepunkt: Der Moment am Ende, als es darum gehen sollte, Markus Lewe zu würdigen. Auch das nutzte CDU-Fraktionschef Stefan Weber, um einen Werbeblock für den CDU-Kandidaten einzuschieben. Aber vermutlich gibt es dafür eine Erklärung. Mehr dazu weiter unten. (rhe)
Hybrid-Veranstaltung 08. September 2025, 19:00 Uhr
Der große RUMS-OB-Kandidaten-Check | Was wollen die, die regieren wollen?
„Wir müssen reden“ (#14)
Wer wird neuer Oberbürgermeister für Münster? Darüber entscheiden Sie bei der Kommunalwahl am 14. September. Die besten Chancen haben Georg Lunemann (CDU), Stephan Brinktrine (SPD) und Tilman Fuchs (Grüne). Aber was haben sie vor? Was wollen sie erreichen? Was ist ihnen wichtig? Das werden wir die drei Kandidaten fragen.
Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht, aber wir führen eine Warteliste und es rücken immer wieder Interessent:innen nach. Wenn Sie gern live vor Ort dabei sein möchten, melden Sie sich bitte hier an – vielleicht ergattern Sie ja noch einen Platz.
Falls Sie nicht vor Ort dabei sein können: Wir übertragen die Veranstaltung live per Zoom. Den Zoom-Link finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.
+++ Die Stadtwerke haben sich mit dem Windradhersteller „GE Vernova“ auf einen Vergleich geeinigt und bauen das Windrad in Loevelingloh ohne finanziellen Schaden ab. (Stadtwerke Münster)
+++ Die Weltkriegsbombe an der Admiral-Scheer-Straße ist entschärft worden. (Stadt Münster)
+++ Im Hallenbad Wolbeck können zurzeit nur Schulen und Vereine schwimmen, weil Personal fehlt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Bis auf den Prototyp am Hörstertor sind alle Leezenflow-Geräte in Münster außer Betrieb, weil der Projektpartner ausgestiegen ist und jetzt ein neuer gefunden werden muss. (Westfälische Nachrichten)
+++ Am Sonntag kann man von Münster aus eine totale Mondfinsternis sehen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Uni, AStA und Alumni-Club rufen dazu auf, Studierenden in Münster zum Semesterstart Zimmer anzubieten. (Uni Münster)
+++ Der Flughafen Münster/Osnabrück war am späten Mittwochabend vorübergehend gesperrt, weil eine Boeing 737 über die Landebahn hinaus gerollt ist. (Spiegel Online)
+++ In Wolbeck ist bei einer Brunnenbohrung Gas aus dem Boden geströmt. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Lichtshow „Luminiscence“ im Dom hat ihre Premiere gefeiert und ist jetzt bis Weihnachten in Münster zu sehen. (WDR)
Eine RUMS-Leserin hat uns letztens ganz entzückt von einem neuen Vintage-Laden am Alten Fischmarkt erzählt: Bei „Think Twice“ gebe es „für ganz kleine Preise super Klamotten von Glitzer, Trash bis alles, was Du willst“, schrieb sie uns. Diese Woche waren wir in dem Second-Hand-Bekleidungsgeschäft, um uns selbst ein Bild zu machen. Und was soll man sagen? Wer auf der Suche ist nach einem kuscheligen Norwegerpulli, einem ausrangierten Trainingsanzug oder auffälligem Fummel für die nächste Party, wird ohne Ende stöbern können. Geöffnet hat die Filiale von „Think Twice“ von Montag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr. Und, wichtige Info: Bis Mitte des Monats gibt’s noch Rabatte.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Heute hat Sebastian Fobbe nach Veranstaltungen gesucht. Diese Termine kann er Ihnen empfehlen:
+++ Heute Abend findet die vorletzte Skatenight des Jahres statt. Zwischen 19 Uhr und 20:30 Uhr rollen Skater:innen durch die Stadt, Start und Ziel sind der Schlossplatz. Wenn Sie mitmachen wollen, können Sie ab 18 Uhr zum Schloss kommen. Hier gibt’s die Tickets für 4,50 Euro. Zugucken am Straßenrand ist gratis.
+++ Was natürlich nicht unerwähnt bleiben darf: Heute läuft die gehypete Verfilmung des gehypeten Romans „22 Bahnen“ der gehypeten Autorin Caroline Wahl in Münsters Kinos an. Alle Termine finden Sie hier.
+++ Morgen beginnt um 12 Uhr das Theaterfest im – wer hätte es gedacht? – Theater Münster. Auf dem Programm stehen Hausführungen, Angebote für Kinder, Musik, Tanz, Schauspiel, Kaffee, Kuchen, Cocktails, Gegrilltes und eine After-Theaterfest-Party ab 21 Uhr (freier Eintritt!). Schauen Sie am besten selbst ins Programm oder kommen Sie einfach auf gut Glück vorbei.
+++ Morgen ist wieder Depeche-Mode-Party im Triptychon mit Klassikern wie „Just Can’t Get Enough“ und „Personal Jesus“. Zwischendurch laufen 80s, Wave und Elektro-Pop. Start ist um 22 Uhr. Eintritt: 8 Euro.
+++ Übermorgen findet der erste kostenlose Fotowalk statt. Was das ist? Alle, die Lust aufs Knipsen haben, treffen sich um 14 Uhr vorm SpecOps, bekommen eine kleine Inspiration als Anstupser und dann geht’s auch schon los. Zwei Stunden später findet dann noch eine Fotoschau in gemütlicher Runde im SpecOps statt. Hier können Sie sich anmelden.
+++ Am Sonntag ist in Münster eine totale Mondfinsternis zu erkennen. Also nichts wie los ins Planetarium des LWL-Naturkundemuseums. Ab 18:30 Uhr hält Chefastronom Tobias Jogler dort einen Vortrag und erklärt, wie die totale Mondfinsternis entsteht. Danach geht’s gegen 20 Uhr weiter auf die Aaseewiesen, um sich den glutroten Mond selbst anzuschauen. Ein Ticket kostet 8 Euro, Kinder zahlen die Hälfte.
+++ Gerade spart die Stadt und setzt den Rotstift zuerst bei Kindern und Jugendlichen an. Wie könnte Münster aber zu einer kinderfreundlichen Stadt werden? Darüber diskutieren Ex-RUMS-Kolumnistin Marina Weisband und FH-Professor Sebastian Kurtenbach am Donnerstag ab 18 Uhr in der Volkshochschule am Aegidiimarkt. Der Eintritt ist frei. Und wenn Sie sich vorher einlesen wollen, empfehlen wir Ihnen dieses Interview, das wir mit Sebastian Kurtenbach über sein aktuelles Buch „Kinder“ geführt haben.
+++ Für seinen autofiktionalen Roman „Russische Spezialitäten“ ist der Schriftsteller Dmitrij Kapitelman kürzlich für den Deutschen Buchpreis nominiert worden (hier finden Sie eine Hörprobe). Das Institut für Slavistik hat Kapitelman jetzt für eine Lesung nach Münster eingeladen. Los geht’s am Donnerstag um 19 Uhr im Franz-Hitze-Haus. Eine Karte kostet 15 Euro.
Und sonst?
Populismus wirkt. Doch wer dauernd von „Umbennungsorgien“ oder „Bevormundung“ spricht, richtet Schaden an. Ralf Heimann hat ein paar Anmerkungen zum Wahlkampf im RUMS-Brief notiert. Wenn Sie die Analyse interessiert, dann abonnieren Sie RUMS 6 Monate lang für 1 Euro.
Am Dienstag schreibe ich Ihnen wieder. Bis dahin ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Jan Große Nobis (jgn), Svenja Stühmeier (sst) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Maria Schubarth
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PS
Eine gute Nachricht zum Schluss. Der Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr unter anderem an den Chefredakteur des regimekritischen iranischen Newsletters „Amirkabir“. Neben der guten Nachricht gibt es allerdings auch noch eine schlechte: Der in Armenien lebende Chefredakteur, dessen Name der Friedenspreis-Trägerverein aus Sicherheitsgründen geheim hält, kann leider nicht kommen, denn die deutschen Behörden stellen ihm kein Einreisevisum aus, berichtet unter anderem die „Zeit“. Offenbar befürchte man, der Mann könne nach der Preisverleihung in Deutschland bleiben. Und ja, natürlich möchte niemand riskieren, dass das Land nachher von Aachener-Friedenspreisträgern überschwemmt wird. Der Trägerverein des Preises hat die Entscheidung scharf kritisiert und noch einmal darauf hingewiesen, wofür der Mann ausgezeichnet wird: für seinen Einsatz für Menschenrechte. Aber Vorschrift ist Vorschrift, da kann man nichts machen. Nicht, dass nachher auch noch andere talentierte Nachwuchskräfte auf die Idee kommen, sich hier anzusiedeln und uns unsere schönen Preise wegzunehmen. Das wär ja wohl noch schöner. (rhe)


