Kreative Mehrheitsfindung | RUMS-Veranstaltung | 30-Tage-Testabo

Porträt von Constanze Busch
von Constanze Busch

Münster, 21. Mai 2021

das grün-rot-violette Ratsbündnis hat am Mittwochabend im Hauptausschuss die erste Prüfung im neuen Fach „Kreative Mehrheitsfindung“ bestanden. Um beim Tagesordnungspunkt „Flyover Aegidiitor“ eine Mehrheit zu bekommen, zerlegte das Bündnis die große Entscheidung in mehrere Einzelentscheidungen. So konnten sieben Parteien mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen Ja sagen, ohne sich zu verbiegen.

Zusammen mit der FDP schickte die Koalition das Brückenprojekt in eine neue Prüfrunde. Die Verwaltung soll ein Gesamtkonzept für die Kreuzung Weseler Straße/Bismarckallee/Promenade/Adenauerallee entwerfen, und sie soll Vorschläge mit und ohne Fahrradbrücke machen. Außerdem soll die Stadt auch für eine Lösung ohne Brücke Fördermittel auftreiben.

Gemeinsam mit der Ratsgruppe Die Partei/ÖDP und der Linken-Fraktion ergänzten Grüne, SPD und Volt den Verwaltungsvorschlag für die Aegidiistraße. Sie soll eine Fahrradstraße „mit hoher Fußverkehrsqualität“ und in die Veloroute nach Senden integriert werden.

Diese Mehrheiten sind für das Bündnis eine Art Sicherheitsnetz. Am Montag hatte die Koalition durch den Parteiwechsel von Ex-SPD- und Bald-CDU-Ratsherr Mathias Kersting ihre Ein-Stimmen-Mehrheit eingebüßt (RUMS-Brief von Dienstag). Etliche Politiker:innen und Bürger:innen monieren, dass Kersting sein Ratsmandat behält und mit zur CDU nimmt. Die Kritik: Er wurde nicht direkt in den Rat gewählt, sondern bekam sein Mandat über einen Listenplatz der SPD. Er solle seinen Platz im Rat deshalb an die SPD zurückgeben, damit ein:e Sozialdemokrat:in nachrücken könne. Das ist aber eine ausschließlich moralische Forderung, rechtlich ist Kerstings Vorgehen erlaubt.

Im Abonnent:innen-Brief analysieren wir heute die Debatten, die im Hauptausschuss über den Flyover und über die Verkehrsversuche geführt wurden, die im August starten sollen. Wenn Sie mehr wissen möchten, schließen Sie einfach unser kostenloses 30-Tage-Probeabo ab.

Wir müssen reden: Die Zukunft der Innenstadt

Heute schicke ich Ihnen hier schon mal eine Einladung für den kommenden Freitag, und zwar für unsere nächste RUMS-Veranstaltung. Vor drei Wochen hatten wir ja über den Einzelhandel gesprochen und darüber, wie die Kaufleute in Münster mit der Coronakrise fertigwerden. Nächsten Freitag möchten wir einen Blick in die Zukunft werfen: Wie wird sich die Innenstadt in den nächsten Jahren verändern? Sie soll mehr sein als eine Einkaufsmeile, heißt es immer wieder – aber was denn? Welche Rolle wird der Handel in Zukunft spielen? Und wer entscheidet eigentlich darüber, was in der Stadt passiert?

Über diese Fragen möchte ich mit drei spannenden Gästen sprechen: Karin Eksen vom Handelsverband NRW, Bernadette Spinnen vom Münster Marketing und dem Stadtforscher Christian Krajewski vom Institut für Geographie der Uni Münster. Und natürlich mit Ihnen, wenn Sie mögen. Sie können wie immer im Chat Fragen stellen, oder Sie schicken sie uns vorab per E-Mail.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr am Freitag, 28. Mai. Alle Informationen und die Einwahldaten finden Sie auf dieser Seite.

Herzliche Grüße

Constanze Busch

PS

Man kennt das aus Filmen. Jemand flüchtet nach einem Bankraub, schubst Menschen auf dem Bürgersteig beiseite, läuft immer schneller, stolpert, fängt sich aber dann doch wieder, die Flucht geht weiter. Dann wirft sich ihm jemand in den Weg – oder jemand, der nicht ganz so mutig ist, stellt vielleicht auch nur sein Bein in den Weg. Im Action-Thriller gelingt die Flucht natürlich trotzdem, in der Komödie landet der flüchtende Mensch auf einem Anhänger mit Pferdemist. Aber wie endet so eine Flucht in Münster? Na ja, die flüchtende Person ist erst mal natürlich nicht zu Fuß unterwegs, sondern mit dem Fahrrad. Und dann stellt sich auch niemand in den Weg. Es fahren ja alle so. Woher soll man wissen, wer von denen flüchtet? Aber wie endet die Flucht dann, sagen wir in einem Münster-Krimi? Denkbar wäre: Es beginnt plötzlich zu regnen, dann läuten auch noch die Glocken, der flüchtende Mensch ist so irritiert, dass er in einer Kurve vom Rad fliegt. Oder eben: Kommissar Zufall. Die Kette springt ab. Klingt aber doch etwas zu ausgedacht, sagen Sie? Na, Sie haben schon recht. Ist aber am Donnerstagmittag auf der Wolbecker Straße ungefähr genau so passiert.

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