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Der Musik-Campus: Endlich Ergebnisse? | Die „EinKlang”-Philharmonie hört auf. Warum? | RUMS 3 Monate lang zum halben Preis


Münster, 6. Juni 2023
am Dienstag geht es mal wieder um den Musik-Campus. Die Stadt hat zu einer Pressekonferenz eingeladen, um über Ergebnisse zu sprechen, allerdings vermutlich nicht über die Ergebnisse, die man gern hören würde. Zum Beispiel: Wo steht denn im Moment der Baukosten-Tacho?
Falls Sie aus Versehen eine RUMS-Ausgabe übersprungen haben, wir hatten neulich darüber berichtet. Nach unseren Informationen hat die Stadt einige Parteien längst darüber informiert, dass sich in den Finanzplanungen ein bisschen was geändert hat, weil die erwarteten Kosten in ähnlichem Maße gewachsen sind wie die Spannung, mit der das Betreiberkonzept erwartet wird.
Von weit über 400 Millionen Euro war die Rede. Wir hörten von der genauen Zahl 453 Millionen Euro, die so in mindestens einem der Treffen gefallen sein soll, die aber niemand bestätigen wollte. Stadt und Uni Münster wiesen alles zurück. Man könne noch gar keine Zahlen nennen. Im September werde man eine Vorlage veröffentlichen. Da werde dann alles Wichtige drinstehen.
Zwischendurch aber erst mal zu den Dingen, um die es am Dienstag in der Pressekonferenz gehen wird. Ende des vergangenen Jahres hatte die Stadt zwar noch keinen Grundstein gelegt, aber immerhin ein neues Gremium gegründet – das sogenannte „Musikfachliche Begleitungsgremium“, das den ganzen Prozess dem Vernehmen nach musikfachlich begleiten soll.
Unter anderem soll das Gremium sich mit der Frage beschäftigen, welche Potenziale so ein Musik-Campus denn eigentlich bietet. Wäre ja gut, wenn man das schon mal weiß, bevor man wie viele hundert Millionen auch immer für das Ding ausgibt.
Es soll auch um die Perspektive der freien Musikszene gehen und um das Raumkonzept, also Fragen wie: Wie viele Räume soll es denn eigentlich geben? Was soll man dort machen können? Welche Ausstattung braucht man? Und, vielleicht nicht ganz unwesentlich: Wo wird man diese Räume dann finden?
Haben wir irgendwas vergessen? Ach ja, die Synergien, also Effekte, die sich ergeben, weil sich alles an einem Ort befindet. Ich stelle mir da zum Beispiel einen Kicker vor, den nicht nur die Leute aus dem Orchester nutzen können, sondern auch die aus der Musikschule. Aber vielleicht lassen sich da ja noch weitere Kooperationsprofite finden. Warten wir die Ergebnisse ab.
In der Zwischenzeit aber noch schnell zu einer Pressemitteilung von der Linkspartei und der Internationalen Fraktion, die soeben hier angekommen ist.
Dort heißt es: „Nach ersten Hinweisen aus anderen Fraktionen haben wir inzwischen Gewissheit, dass es mindestens ein vom Oberbürgermeister anberaumtes Treffen mit den Spitzen der Ratsfraktionen CDU, Grüne, SPD und FDP und der Gruppe Volt zum aktuellen Stand der Musik-Campus-Planungen gegeben hat, zu dem unsere Fraktionen bewusst nicht eingeladen waren.“ Durch „das selektive Vorgehen des Oberbürgermeisters“ sähen die beiden Parteien sich „massiv“ in ihrem „Informationsrecht beeinträchtigt“, so steht es dort. Das sei ein „Vertrauensbruch erster Güte“, der „eine weitere Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister nahezu unmöglich“ mache.
Nach unseren Informationen trifft den Oberbürgermeister hier allerdings keine Schuld, denn wie wir hörten, war es so: Die Grünen hatten Markus Lewe nach einer Informationsveranstaltung, von der man sich mehr erhofft hatte, um ein weiteres Treffen gebeten, in dem es dann bestenfalls auch Informationen geben sollte. Und sie hatten ihn aufgefordert, dazu auch CDU, SPD, FDP und Volt einzuladen, also die Parteien, die für den Musik-Campus gestimmt hatten.
In der Mitteilung von Internationaler Fraktion und Linkspartei steht am Ende noch etwas anderes, nämlich: „Wir sind sehr neugierig zu erfahren, was Oberbürgermeister Lewe uns und der Öffentlichkeit bisher nicht sagen wollte.“ Daher zur Sicherheit hier noch ein zweites Mal der Link zu unserem RUMS-Brief. (rhe)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Der Bahnübergang Mariendorfer Straße ist von Freitagabend bis Montagmorgen wegen Gleisbauarbeiten gesperrt. (Stadt Münster)
+++ Wegen eines Wasserrohrbruchs unterhalb der Friedrich-Ebert-Straße ist am späten Freitagabend ein Abschnitt des Gehwegs in der Nähe des Finanzamtes eingebrochen. (Antenne Münster)
+++ Nachdem sich Menschen an verschiedenen Orten in der Stadt über Lärm und Pöbeleien beschwert haben, will das Ordnungsamt in öffentlichen Parks und auf Wiesen mehr kontrollieren und im Zweifel einen Platzverweis erteilen. (Stadt Münster)
+++ Die zentrale Unterkunft für Geflüchtete in Gremmendorf, kurz ZUE, wird renoviert und voraussichtlich noch etwas länger als ursprünglich geplant an dieser Stelle bleiben. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Bundespolizei hat am Wochenende am Hauptbahnhof einen Mann aus dem Verkehr gezogen, der auf seinem Arm ein Hakenkreuztattoo trug, unerlaubt aus dem Kosovo nach Deutschland eingereist war und Drogen dabei hatte. (Bundespolizei NRW)
+++ Viele Apotheken schließen am kommenden Mittwoch aus Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung. (Apothekerkammer Westfalen-Lippe)
+++ Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Hauptangeklagten im Münsteraner Missbrauchskomplex, Adrian V., abgelehnt und das Urteil damit bestätigt. (Westfälische Nachrichten)
Unbezahlte Werbung
Waren Sie dieses Jahr schon Erdbeeren pflücken? Das bietet sich bei dem schönen Wetter in den nächsten Tagen besonders gut an. Am Gievenbecker Weg gibt es seit Kurzem ein Erdbeerfeld vom Hof Heilers-Lülf, das täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet hat. Für die, die ein bisschen Zeit mitbringen, lohnt sich die Mühe, denn die selbst gepflückten Früchte sind günstiger als die aus dem Supermarkt oder vom Kiosk. Übrigens: Der Hof hat einen eigenen Laden in Billerbeck. Vielleicht wäre das ein Ziel für die nächste Fahrradtour.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Deike Terhorst hat heute ein paar Veranstaltungstipps für Sie recherchiert. Das sind ihre Empfehlungen:
+++ Am Mittwoch findet zum 22. Mal das „Erhaltet den Hawerkamp“-Festival statt, das mittlerweile als feste Größe in der Kulturszene der Stadt gilt. Für 13 Euro im Vorverkauf und 15 Euro an der Abendkasse bekommen Besucher:innen eine Karte zum Feiern in allen Clubs und für die Veranstaltungen im Außenbereich. Die Einnahmen fließen in die Kasse des Trägervereins und dienen dem Erhalt der Gebäude und der Weiterentwicklung der Kunst- und Kulturarbeit. Beginn ist ab 19:30 Uhr.
+++ Die Historikerin Kristina Meyer spricht am Mittwoch um 19 Uhr in der Villa ten Hompel über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel sowie der SPD und dem jüdischen Staat zur Zeit der Regierung Brandt-Scheel. Die Veranstaltung ist kostenlos und findet vor Ort und über Zoom statt. Anmelden müssen Sie sich nicht, einfach kommen und Platz nehmen reicht.
+++ Ebenfalls am Mittwochabend sind der sechsfache Tischtennis-Weltmeister und Olympiasieger Jan-Ove Waldner und der fünffache Weltmeister Jörgen Persson zu Gast in der Sporthalle Berg Fidel. Im Rahmen des „Enzborn-Supercups“, der von der Tischtennisabteilung des DJK Borussia organisiert wird, duellieren sich die schwedischen Spitzensportler mit vier Lokaltischtennisspielern, bevor sie gegeneinander antreten. Los geht es um 19:30 Uhr, Tickets gibt es für 12 Euro an der Abendkasse.
+++ Der Musiker Vinnie van der Schnuut aus Münster spielt am Donnerstag um 18:30 Uhr live im Spooky’s. Diesmal steht er allein mit seiner Gitarre auf der Bühne, er ist aber auch bekannt als Schlagzeuger der Punkbands „Fresse“ und „Bremer Platz Musikanten“. Der Eintritt ist frei, allerdings freut Vinnie sich über eine Spende in den Hut.
+++ Die Gruppe „Talking Economics“ aus Münster besteht aus Studierenden, die sich kritisch mit Wirtschaftsthemen auseinandersetzen. Dazu veranstalten sie am Donnerstagabend um 19 Uhr eine Zoom-Konferenz mit der grünen Bundestagsabgeordneten Jamila Schäfer, dem Wirtschaftsweisen Achim Truger und dem Ökonomen Florian Schuster vom Dezernat Zukunft. Die drei Gäst:innen diskutieren darüber, wie sinnvoll es ist, wenn Staaten in Krisenzeiten sparen. Anmelden können Sie sich hier.
+++ Am Freitagabend um 19 Uhr bietet das Begleitprogramm der Ausstellung „Droste Digital“ auf der Burg Hülshoff ein besonderes Highlight: Zwei musikalische Performances widmen sich dem Leben und Schaffen der US-amerikanischen Autorinnen Anne Sexton und Dorothy Parker. Mit dabei ist auch RUMS-Kolumnistin Anna Stern, die mit ihrem Kollegen Michael Kolberg Gedichte in musikalische Kunstwerke verwandelt. Tickets gibt es regulär für 15 Euro, ermäßigt für 10 Euro.
Und was steht sonst noch im RUMS-Brief?
Die „EinKlang“-Philharmonie hört nach zwölf Jahren und 85 Konzerten auf. Dabei wäre noch Geld für eine Produktion übrig gewesen. Die Entscheidung hat mit einer Entwicklung zu tun, die sich an vielen Stellen zeigt. Bei Kulturveranstaltungen bleiben viele Tickets übrig. Wir haben mit der Orchester-Managerin Lisa Bröker und dem Dirigenten Joachim Harder darüber gesprochen, woran das liegen könnte.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann testen Sie RUMS drei Monate lang zum halben Preis.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Luzia Arlinghaus (lar), Fabian Cohrs (fco), Jan Große Nobis (jgn), Sebastian Fobbe (sfo), Deike Terhorst (dte)
Lektorat: Melanie Kelter
PS
Ständig erscheinen irgendwelche Quatsch-Studien oder Nonsens-Umfragen, deren Ergebnisse auf den ersten Blick so aussehen, als wären es Neuigkeiten, aber eigentlich geht es nur darum, möglichst flächendeckend Aufmerksamkeit zu bekommen – am besten noch mit Nennung des Firmennamens. Daher ist es immer ganz wichtig, dass Ergebnisse sich gut regionalisieren lassen, was für ein Wort. Der Firmenname taucht dann nämlich überall auf. Im besten Fall muss es also Daten für so gut wie jede Stadt geben. Das Immobilienportal Rentola – ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben – hat es damit jetzt auf so sympathische Weise übertrieben, dass wir das Spiel ausnahmsweise mal mitspielen wollen. Es hat untersuchen lassen (sic!), in welcher deutschen Stadt man eine Zombie-Apokalypse am wahrscheinlichsten überleben würde. Die schlechte Nachricht vorab: In Münster ist es den Platzierungen nach nicht so wahrscheinlich. Die Stadt steht in allen fünf ausgewerteten Kategorien relativ weit hinten, die Kategorien sind Vorräte (Platz 298), Sicherheit (302), Mobilität (379), Verletzlichkeit (93) und Verstecke (341). Wobei das schlechte Ergebnis natürlich auch daran liegen kann, dass jemand, der in Berlin oder Hamburg sitzt und so eine „Studie“ erstellt, die einzelne Stadt im Detail eigentlich kaum kennt. Natürlich hängt es auch davon ab, wo man sich beim Beginn der Apokalypse gerade aufhält. Mal angenommen, es geht los, und Sie stehen auf der Königsstraße vor dem Parkhaus im Stau, dann haben Sie vermutlich eher schlechte Karten. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass es sich um einen Fehlalarm handelt – oder mindestens um eine Verwechslung. Denn was auf den ersten Blick wie eine Zombie-Apokalypse aussieht, kennen viele noch ganz gut von früher. Nur da hatte man dafür noch ein anderes Wort. Da nannte man das einfach Pubertät. (rhe)
PPS
Zum Schluss noch eine Empfehlung für die übernächste Woche. Wobei es sinnvoll sein kann, sich schon jetzt eine Karte zu kaufen, sonst sind unter Umständen nämlich alle weg. Am 23. Juni – das ist ein Freitag – findet am Johann-Krane-Weg die Konferenz „TEDxMünster” statt. Der Name sieht erst mal sperrig aus, aber die Idee dahinter ist gut. Ich habe die Veranstaltung mehrere Jahre lang mitorganisiert. Um es schnell zu erklären: In kurzen Vorträgen, maximal 15 Minuten lang, geht es jeweils um eine Idee, die nach Einschätzung der Veranstalter bekannt werden sollte. Das kann eine einfache Idee sein wie die, auf öffentlichen Toiletten immer nur ein Papierhandtuch zu nehmen, um Papier zu sparen. Es kann aber auch um komplexere Dinge gehen, zum Beispiel um die Frage, wie man sich mit ein bisschen Pragmatismus auch in einer komplexen Welt zurechtfindet. Zur Konferenz gehört auch, dass man miteinander spricht und sich kennenlernt. Das hat mir immer besonders gut gefallen. Also wenn Sie am 23. Juni Zeit haben und sich das mal ansehen möchten, dann bekommen Sie hier für 33 Euro ein Tickets. (rhe)