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Klimabudget: Es dauert und dauert | Unbezahlte Werbung: Mach Mittag

Münster, 19. Dezember 2023
war da nicht noch irgendwas mit dem Klima? Ach ja, im März hatte der Rat der Stadtverwaltung den Auftrag gegeben, in der letzten Sitzung vor der Sommerpause ein Konzept vorzulegen, in dem steht, wie Münster nach dem Vorbild von Oslo ein Klimabudget einführen kann – also eine jährliche Übersicht, die zeigt, wie viel CO2 Münster bis 2030 noch verballern darf.
Die letzte Sitzung vor der Sommerpause war am 14. Juni. Der Tagesordnungspunkt Klimabudget fehlte. Es hieß, nach der Sommerpause werde man so weit sein. Kurz darauf hörten wir, in der Klimastabsstelle gebe es Probleme wegen Krankheit. Es dauere wohl alles etwas länger. Der September und der Oktober vergingen. Auf der November-Tagesordnung stand wieder nichts von einem Klimabudget, in der zur Dezember-Sitzung auch nicht. Was ist da los?
Gestern vor einer Woche haben wir die Stadtverwaltung gefragt, am Freitagnachmittag kam die Antwort – einen Absatz lang, daher hier in voller Länge:
„Die Verwaltung entwickelt derzeit aufgrund verschiedener Anforderungen, u.a. der Anträge A-R-0010-2023 und A-R-0013-2023, Monitoringsysteme neu und weiter. Da es keine klaren Vorbilder gibt, ist dies fachlich nicht trivial. Die entwickelten Ansätze werden auch Veränderungen für die Arbeitsweise bei der Prozesssteuerung, beim Berichtswesen, der Haushaltsplanung etc., zur Folge haben. Es ist hier von entscheidender Bedeutung, dass diese verschiedenen Prozesse, Anforderungen und Ansätze innerhalb der Stadtverwaltung miteinander verzahnt und harmonisiert werden.“
Alles verstanden? Zur Sicherheit noch mal die Übersetzung:
„Das Klimabudget? Ach herrje, da fragen Sie was. Na ja, was sollen wir sagen? Wir arbeiten dran, und am einfachsten wär’s natürlich, wir könnten das Konzept einfach von irgendwoher übernehmen. Aber da gibt’s leider nichts. Daher müssen wir alles selber machen. Das ist nicht ganz so leicht, wie Sie sich vielleicht vorstellen können. Mit einem Klimabudget müssen wir alles Mögliche neu organisieren, unsere Berichte werden anders aussehen, auch der Haushalt. Und was das bedeutet, wissen Sie ja: Wenn Sie an einer Stelle etwas verändern, passt’s an der anderen gleich auch nicht mehr. Das muss es aber. Daher ist das alles etwas knifflig.“
In anderen Worten: Es wird wohl noch dauern. Wie lange, das schreibt die Stadt nicht. Und sogar wenn es dann vorliegt, ist Münster seinem Ziel noch nicht so viel näher gekommen, denn die eigentliche Frage lautet: Wie will Münster mit seinem Budget auskommen? Wie will es die Energie, die es verbraucht, klimaneutral machen? Wie die Wärme? Wie den Verkehr?
Der Klimaaktivist Christian Ladleif hat in diesem Jahr versucht, von der Stadt eine Antwort auf die Frage zu bekommen, wie Münster es schaffen will, sein Klimaziel zu erreichen. Die Stadt gab ihm mehrere ausweichende Antworten. Mitglieder des städtischen Klimabeirats sagen uns, sie könnten keinen konzeptionellen Ansatz erkennen. In Teilen sei es völlig ausgeschlossen, dass Münster bis 2030 klimaneutral wird.
Wie unwahrscheinlich es ist, zeigt die Stadt selbst auf ihrer eigenen Website, dem Klimadashboard. In einer Grafik zum CO2-Ausstoß kann man sich ansehen, wie schlagartig sich die Entwicklung ändern müsste, um den Nullpunkt innerhalb von sechs Jahren zu erreichen. Die Kurven müssten sofort nach unten abknicken. Doch nichts deutet darauf hin, dass das passieren wird.
Daher ist es im Grunde falsch, von Münsters Klimaziel zu sprechen. Die Stadt hat dieses Ziel zwar formuliert, aber wenn sie es wirklich hätte, sollte sie nach dreieinhalb Jahren sagen können, was sie unternehmen wird, um es zu erreichen. Wer sich ein Label dagegen einfach anheftet, um durch den Anschein von Klima- und Umweltfreundlichkeit das eigene Image aufzupolieren, der macht etwas, das sehr weit verbreitet ist, und für das es ein eigenes Wort gibt. Dieses Wort lautet Greenwashing. (rhe)
Ein-Satz-Zentrale
+++ Ab Februar ersetzt das Deutschlandticket das bisherige Schüler-Abo für Bus und Bahn. (Stadt Münster)
+++ Nachdem in einigen Schulen in Münster eingebrochen worden ist, möchte die CDU die Videoüberwachung ausweiten. (CDU-Fraktion)
+++ Laut den Westfälischen Nachrichten läuft das diesjährige Weihnachtsgeschäft super, laut „Antenne Münster“ nur durchwachsen. (Westfälische Nachrichten, Antenne Münster)
+++ Der Stadtsportbund und das Netzwerk „Roter Keil“ haben mit den Vereinen Schutzkonzepte entwickelt und wollen sexualisierte Gewalt im Sport stärker bekämpfen. (Westfälische Nachrichten)
+++ Die Stadt Münster und fünf umliegende Kreise starten ein digitales Rettungsdienst-Netzwerk, das mehr als 150 Rettungswagen mit einer neuen Tele-Notarzt-Zentrale in Münster verbindet, um die Notfallversorgung für über zwei Millionen Menschen zu verbessern. (Stadt Münster)
+++ 2023 haben so viele Menschen das LWL-Naturkundemuseum besucht wie seit 30 Jahren nicht mehr. (Landschaftsverband Westfalen-Lippe)
+++ Polizei I: In Gievenbeck haben Unbekannte ein Hakenkreuz und antisemitische Parolen auf eine Haustür an der Potstiege geschmiert. (Polizei Münster)
+++ Polizei II: Neuerdings wird auch der Nahostkrieg für eine Betrugsmasche genutzt. (Polizei Münster)
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Seit 35 Jahren serviert das Restaurant Mach Mittag an der Hammer Straße 49 vollwertige Mittagsgerichte – gekocht vor allem mit regionalen und saisonalen Produkten. Milch, Joghurt und Sahne bezieht Mach MIttag zum Beispiel vom Milchhof Große Kintrup. Die Kartoffeln und das Saisongemüse wie Zucchini, Rote Beete oder Grünkohl stammen vom Hof Lohmann, den Kaffee liefert die Roestbar. Die Karte wechselt täglich, es stehen auch immer vegane, laktosefreie und glutenfreie Speisen auf dem Plan. Hier noch die Öffnungszeiten: Von montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne einfach über den Link.
Drinnen und Draußen
Heute hat Antonia Strotmann für Sie geschaut, was in den kommenden Tagen los ist:
+++ Am Mittwoch treten der Unichor und die Musikhochschule mit Bachs Weihnachtsoratorium in der Jovel Music-Hall auf. Beginn ist um 19:30 Uhr. Danach geht’s weiter mit der Aftershowparty „Bach goes Beats“ mit DJ Funk Fatal im Jovel Club. Steh- und Sitzplatztickets gibt’s für 10 und 18 Euro im WN-Ticketshop am Picassoplatz und an der Abendkasse.
+++ Seit Jahrzehnten spielen der Musiker Christian Bleiming und das „Jazz Lounge Trio“ , bestehend aus Amandus Grund, Oskar Otto und Ben Bönniger, traditionellen Jazz, Blues und Boogie Woogie. Am Mittwoch treten sie damit in der Atelier Bar auf. Los geht’s um 21 Uhr, der Eintritt ist frei.
+++ Jeden dritten Donnerstag im Monat findet um 20 Uhr ein Improtheater im „Spec Ops“ statt, dieses Mal wieder mit dem Theaterkollektiv 7 Wiesen. Wie das aussehen kann, sehen Sie hier. Tickets gibt’s nur an der Abendkasse und kosten 2 bis 12 Euro, je nachdem, wie viel Sie bezahlen möchten und können.
+++ Das Studio Yogaflow an der Weseler Straße bietet am Freitag von 17:30 bis 19 Uhr ein Weihnachtsspecial an. Ein bisschen Achtsamkeit, bevor der Freizeitstress losgeht. Tickets für 29 Euro gibt es hier.
+++ Am Freitag um 21 Uhr lädt die „Big Band Dorsten“ zu ihrem jährlichen Weihnachtskonzert „Swingin‘ X-Mas“ in den „Hot Jazz Club“ ein. Auf dem Programm stehen US-amerikanische Klassiker und Weihnachtsmusik. Tickets bekommen Sie im Vorverkauf für 12 Euro hier oder für 16 Euro an der Abendkasse.
Und sonst?
Vor knapp zwei Jahren bekam die Verwaltung den Auftrag, einen von acht Vorschlägen für das Verkehrsproblem am Aegidiitor umzuarbeiten. Vor einer Woche schickte der Rat den Auftrag hinterher, sich dabei ein bisschen zu beeilen. Aber warum dauert das alles so lange? Wir haben die Stadt gefragt.
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Herzliche Grüße
Ralf Heimann
Mitarbeit: Sebastian Fobbe (sfo), Imke Noetzel (ino), Jan Große Nobis (jgn), Antonia Strotmann (ast)
Lektorat: Antonia Strotmann
PS
Mit dem Klima sind wir heute angefangen, und damit hören wir heute auch auf, vordergründig mit dem Wetter. Für Münster war 2023 das viertnasseste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1891, schreibt der Meteorologe Lars Dahlstrom bei X. 949 Millimeter sind in diesem Jahr heruntergekommen. Das bedeutet: Der Regen würde ein Gefäß mit einer ein Quadratmeter großen Fläche einen knappen Meter hoch füllen. Im Jahr 1998 waren es 1.051 Millimeter, also etwas mehr als ein Meter. Dass Münster in der Liste bis zum Jahresende noch auf Rang drei (957 Millimeter, 1926) oder zwei (969 Millimeter, 1966) steigt, ist nicht unwahrscheinlich. Bis nächsten Montag regnet es laut Wetterprognose in Münster jedenfalls jeden Tag. Nur Freitag könnte es trocken bleiben, da wird es allerdings windig. (rhe)