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Münster nimmt auf | Bilanz der Verkehrsversuche | RUMS 30 Tage kostenlos testen


Münster, 15. März 2022
drei Wochen Krieg, und mittlerweile sind über 700 Menschen aus der Ukraine in Münster angekommen. Noch vor fünf Tagen musste die Stadt einen Bus mit über 50 Geflüchteten weiterschicken, weil keine Unterkunft mehr frei war. Inzwischen hat man die Dreifachsporthalle in Hiltrup hergerichtet. Dort stehen nun in einem Labyrinth aus grauen Trennwänden pro Parzelle zwei Doppelbetten aus Metall, darauf Matratzen mit babyblauen Bezügen, Handtücher in Plastikbeuteln, an der Wand ein grauer Spind. Für viele Menschen wird das nun vorübergehend ihr neues Zuhause. Die ersten sind gestern eingezogen.
Die Stadt schreibt, sie könne im Moment tausend Menschen in 30 Einrichtungen unterbringen. 400 Plätze davon sind nur Zwischenstationen, an den übrigen Orten können die Menschen auch länger bleiben. Mit diesen Plätzen wird man wahrscheinlich nicht auskommen. Deswegen bereitet die Stadt auch anderswo Unterkünfte vor – 600 Plätze in der Blücher-Kaserne an der Einsteinstraße, 440 Plätze in den früheren Häusern der britischen Armee am Hohen Heckenweg, Muckermannweg und Angelsachsenweg. Das schrieben wir schon im RUMS-Brief am Freitag. Hinzu kommen kommen 170 Plätze in der Oxford-Kaserne. Und auch das ist möglicherweise noch nicht genug. Man führe im Moment Gespräche, um Unterkünfte zur Verfügung stellen zu können, auch mit Privatpersonen, schreibt die Stadt. In Familien sind bislang 120 Geflüchtete untergekommen.
Wenn Sie selbst ein Zimmer übrig haben, das Sie gern zur Verfügung stellen möchten, schauen Sie doch mal auf die Seite Unterkunft-Ukraine.de. Dort können Sie freie Zimmer anbieten.
Außerdem beschäftigen wir uns im RUMS-Brief heute mit der Bilanz der drei Verkehrsversuche, die im vergangenen Jahr in Münster stattgefunden haben. Die Stadt hat einen 190 Seiten langen Bericht mit einem hundert Seiten langen Anhang vorgelegt. Noch interessanter als die Antworten, die der Bericht gibt, sind die Fragen, die sich aus ihm ergeben, ganz besonders eine.
Warum hört der Text hier schon auf? Sie lesen unseren Kurzbrief. Den ausführlichen RUMS-Brief bekommen Sie frei Haus, wenn Sie RUMS mit unserem Probe-Abo 30 Tage lang kostenlos testen.
Am Freitag kommt wieder Post von Sebastian Fobbe. Kommen Sie gut durch die Woche.
Herzliche Grüße
Ralf Heimann
PS
Zum Schluss eine kleine Bitte: Für uns ist es selbstverständlich, dass wir Dinge benennen und kritisieren können. Für russische Medien ist es das nicht. Etwa 50 Menschen arbeiten aus dem Exil für das Projekt Meduza. Die russische Regierung stuft sie als „ausländische Agenten“ ein, und das ist in diesem Fall auch ein Beleg dafür, dass diese Menschen ihre Aufgabe ernst nehmen. Das Problem ist: Die Werbeeinnahmen von Meduza sind futsch, ebenso die Spenden aus Russland. Wenn Sie dabei helfen möchten, dass unabhängige Informationen nach Russland gelangen, können Sie Meduza unterstützen. Das kostet 8 Euro im Monat. Hier können Sie Mitglied werden.