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Neue Debatte um Verkehr in den Rieselfeldern | Unbezahlte Werbung: Gemüsegarten in Rumphorst | RUMS 6 Monate lang für 1 Euro

Guten Tag,
seit fast vier Jahren dürfen Autos auf 875 Metern nicht mehr durch die Straße Coermühle in den Rieselfeldern fahren. Der Beschluss sorgte 2021 schon für Diskussionen und noch immer geht die Debatte weiter. Zuletzt hat sich die Bezirksvertretung Ost mit der Teilsperrung befasst und Ende Februar steht das Thema auch auf der Tagesordnung des Rats.
Diesmal geht es um eine Vorlage, in der die Verwaltung Vorschläge für die weitere Regelung des Verkehrs macht. Durch die Sperrung hat der Verkehr auf der Coermühle zwar um 90 Prozent abgenommen, das ist der positive Effekt. Aber die Sperrung hat auch eine Kehrseite, denn jetzt nutzen mehr Menschen einen Schleichweg über die Coerheide. Auf dieser Straße fahren jetzt viermal mehr Autos als vor der Sperrung, heißt es in der Vorlage.
Ein Grund dafür: Gelmer ist durch die Teilsperrung nicht mehr so gut angebunden. Die CDU kritisiert in den Westfälischen Nachrichten, dass viele Menschen aus dem Stadtteil jetzt für Alltagswege viele zusätzliche Kilometer hinter sich bringen müssen. Und die Partei ärgert sich über eine Veranstaltung im Oktober. Dort hat die Stadt mit den betroffenen Bürger:innen gesprochen, habe das Feedback aber nicht aufgegriffen, bemängelt die CDU.
Viele Menschen aus Gelmer wünschen sich laut der CDU ein ganzheitliches Vorgehen bei der Verkehrsplanung. Das steht auch in der Vorlage der Stadt. Die Verwaltung schlägt stattdessen einige Einzelmaßnahmen vor, genauer gesagt diese hier:
- Die Coerheide soll zwischen dem Recyclinghof und dem Hessenweg für den Autoverkehr gesperrt werden. Eine Durchfahrt wäre dann nicht mehr möglich und der Recyclinghof nur noch aus einer Richtung erreichbar. Das soll die Coerheide entlasten, auf der ja jetzt viel mehr Autos unterwegs sind. Der zusätzliche Autoverkehr sei vor allem für Radfahrende gefährlich, schreibt die Stadt.
- Eine Ausnahme soll für landwirtschaftliche Fahrzeuge gelten, damit die Betriebe erreichbar bleiben.
- Der Hessenweg soll frei bleiben. Ein Durchfahrtsverbot wäre aus Sicht der Verwaltung unverhältnismäßig, weil der Hessenweg eine bewohnte Straße ist. Immerhin zeigt die Auswertung der Stadt: Der Verkehr hat auf dem Hessenweg durch die Teilsperrung an der Coermühle um die Hälfte abgenommen.
- Es soll keine neuen Parkplätze geben, sondern eine bessere Parkplatzbeschilderung.
- Nach einem Jahr will die Stadt schauen, was das alles gebracht hat. Je nachdem werde man nachjustieren, heißt es.
Neben dem Verkehr hat das Ganze noch eine andere Seite. Hier geht es um die Frage des Naturschutzes. Die Ratskoalition aus Grünen, SPD und Volt hatte die Teilsperrung 2021 beschlossen, weil der Durchgangsverkehr aus ihrer Sicht mit einem international bedeutsamen Vogelschutzgebiet einfach unvereinbar sei.
Die CDU wollte deshalb wissen, ob die Teilsperrung auch wirklich ökologisch sinnvoll ist. Und bekam die Antwort von der Stadt: Ja, das ist sie. Durch den geringen Verkehr werden weniger Tiere überfahren und Vögel können in Ruhe brüten.
Aber wie lässt sich der Naturschutz mit der Anbindung nach Gelmer vereinbaren? Das Tiefbauamt schreibt an die CDU, der Verkehr ließe sich problemlos über andere Straßen umleiten. Ob sich der Rat dieser Einschätzung anschließt, entscheidet sich in der nächsten Sitzung am 26. Februar. (sfo)
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+++ Die Solaranlagen in Münster können mittlerweile etwa 37.000 Haushalte mit Stromversorgen, meldet der städtische Netzbetreiber Stadtnetze. Wie wir am Dienstag berichteten, wurden im vergangenen Jahr 3.055 neue Photovoltaikanlagen ans Netz angeschlossen. Damit steigt die installierte Solarleistung um ein knappes Drittel (28 Prozent) auf 144 Megawatt. Insgesamt beträgt die Leistung aller erneuerbaren Energiequellen in Münster 228 Megawatt. Damit könnte man, wenn die Sonne tatsächlich mal scheinen würde, eine Stadt wie Rheine mit Strom versorgen. In Rheine leben 76.000 Menschen. (rhe)

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Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten von Ende April bis Anfang November ständig erntefrisches Gemüse. Möhren, Kartoffeln, Bohnen, Salat, frische Kräuter. Klingt toll, oder? Wenn Ihnen ein Garten dazu fehlt, dann schauen Sie mal am Hoppengarten in Rumphorst vorbei. Dort vergibt die Initiative „Gärtnern macht glücklich“ noch für diese Gemüsesaison Anbauflächen. Die nötigen Gerätschaften und eine Anleitung, wie das alles ökologisch korrekt funktioniert, bekommen Sie vor Ort. Der Saisonbeitrag beträgt knapp 200 Euro, 300 Euro für eine extra große Fläche. Anmelden können Sie sich hier.
Hier finden Sie alle unsere Empfehlungen. Sollte Ihnen ein Tipp besonders gut gefallen, teilen Sie ihn gerne!
Annalena Zernott hat sich für Sie umgehört und diese schönen Tipps zusammengestellt:
+++ Der Verein „Edelfundus“ in Mecklenbeck öffnet heute und morgen von 11 bis 17 Uhr seine Türen für den monatlichen Verkauf gebrauchter Schätze. Der Erlös kommt der Krebsberatungsstelle Münster zugute. Übrigens: außerhalb der Verkaufswochen können Sie montags bis samstags zwischen 14 und 17 Uhr eigene Spenden dort abgeben (was dabei zu beachten ist, erfahren Sie hier).
+++ Bis zum 15. Februar können Sie noch die von Grundschüler:innen gestaltete Ausstellung zum Thema Kinderarmut in den Räumen der Stadtbücherei Münster anschauen. Am Samstag um 11 Uhr findet im Zeitungslesesaal außerdem die Aufführung des Stücks „Schnick & Schnack auf der Suche nach dem Glück“ des Kindertheaters Don Kidschote statt. Der Eintritt ist frei.
+++ Samstagabend um 19:30 Uhr präsentiert das Orchester der Musikhochschule sein aktuelles Programm im H1. Dirigiert vom französischen Harfenisten Aurélien Bello gibt es Werke zu hören von Beethoven, Bonis und Respighi, alles unter dem Titel „Legenden“. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Weitere Hinweise finden Sie hier.
+++ Am Sonntag ist Familientag im LWL-Naturkundemuseum. Es gibt verschiedene Mitmach-Aktionen zur aktuellen Ausstellung zum Thema Gene, Kinderschminken, Vorträge, Rätsel und Kreativangebote. Nachmittags werden Märchen erzählt und wer mag, kann sich vor Ort verkleiden. Es gelten die üblichen Eintrittspreise, geöffnet hat das Museum von 10 bis 18 Uhr.
+++ Für das Spiel der Bundesliga-Basketballmannschaft Uni Baskets gegen die Mannschaft aus Vechta gibt es noch wenige Tickets (hier): Einlass ist am Sonntag ab 17 Uhr in der Sporthalle Berg Fidel, das Spiel beginnt um 18 Uhr.
Und sonst?
Wenn Menschen sich an Orten nicht sicher fühlen, helfen Argumente nicht weiter. Aber wie vermittelt man das Gefühl von Sicherheit dann? Im vollständigen RUMS-Brief- schreibt Ralf Heimann über den Plan von Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf.
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Am Dienstag schreibt Ihnen Ralf Heimann. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Sebastian Fobbe
Mitarbeit: Anna Niere (ani), Jan Große Nobis (jgn), Ralf Heimann (rhe), Annalena Zernot (aze) – das bedeutet: Die einzelnen Texte im RUMS-Brief sind von der Person geschrieben, deren Kürzel am Ende steht.
Lektorat: Susanne Bauer
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PS
Papageien sind wirklich faszinierende Vögel. Ich mag sie besonders gerne, weil sie unsere Sprache nachahmen können. Sympathisch sind sie mir auch für ihren Hang zur Zweisamkeit: Papageien sind monogame Lebewesen, die Liebe zu einem Mitgeschöpf bleibt meist ein ganzes Leben lang bestehen. Das können in einigen Fällen bis zu 80 Jahre sein. Kürzlich zeigten Papageien aus Münster, was für treue Weggefährten sie doch sind. Am Mittwochabend verscheuchten Papageien an der Gerhardstraße in Mauritz bislang unbekannte Einbrecher:innen, die zuvor die Tür zu einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus aufgehebelt hatten. „Vermutlich wurden sie durch die Haustiere verschreckt und flüchteten ohne Beute“, berichtet die Polizei Münster. Hinweise auf die Identität der Täter:innen konnten die heldenhaften Vögel leider nicht geben. Wenn Sie etwas wissen, melden Sie sich bei der Polizei.

